BalkanForum - das Forum für alle Balkanesen
Erweiterte Suche
Kontakt
BalkanForum - das Forum für alle Balkanesen
Benutzerliste

Willkommen bei BalkanForum - das Forum für alle Balkanesen.

Umfrageergebnis anzeigen: Auf wessen Seite seid ihr (eher)???

Teilnehmer
133. Du darfst bei dieser Umfrage nicht abstimmen
  • Auf Seite der Israelis!!!

    21 15,79%
  • Eher auf Seite der Israelis

    17 12,78%
  • Bin ganz neutral

    20 15,04%
  • Eher auf Seite der Palästinenser

    19 14,29%
  • Auf Seite der Palästinenser!!!

    56 42,11%
Seite 29 von 365 ErsteErste ... 192526272829303132333979129 ... LetzteLetzte
Ergebnis 281 bis 290 von 3645

Sammelthread: Israel/Nahost-Konflikt

Erstellt von jugo-jebe-dugo, 26.10.2004, 13:16 Uhr · 3.644 Antworten · 179.466 Aufrufe

  1. #281
    jugo-jebe-dugo
    08.02.2005

    Sharon-Sprecher: Israel lässt Barghutis Sohn Kassam frei
    Jedoch keine Bereitschaft zur Freilassung des Vaters
    Paris - Israel will Kassam Barghuti, den Sohn von Palästinenserführer Marwan Barghuti, freilassen. Das kündigte der israelische Regierungssprecher Avi Pazner am Dienstag im französischen Nachrichtensender LCI an. "Unter den 500 Gefangenen, von denen ich gesagt habe, dass wir sie freilassen, wird der Sohn Barghutis sein", sagte Pazner. Eine Freilassung von Marwan Barghuti jedoch lehnte er ab. "Das ist wirklich eine Frage für die Zukunft", sagte Pazner. Vorerst werde darüber nur von "einigen Palästinensern" gesprochen.

    "In diesem Moment sind wir bereit, sofort 500 Gefangene freizulassen", sagte der Sprecher des israelischen Ministerpräsidenten Ariel Sharon. Sie würden in den "kommenden Tagen" freikommen. 400 weitere Fälle müssten noch "jeweils einzeln untersucht werden". Kassam Barghuti war am 24. Dezember 2003 festgenommen worden, als er von Jordanien ins Westjordanland zu gelangen versuchte. Marwan Barghuti wurde im Frühjahr 2003 festgenommen und zu fünf Mal lebenslänglich verurteilt. Der Vorkämpfer des Palästinenseraufstandes (Intifada) ist eine der populärsten Führungsfiguren der Palästinenser. (APA)

  2. #282
    jugo-jebe-dugo
    08.02.2005

    Jagd nach Millionen
    Abbas lässt Arafats geheimes Milliardenvermögen suchen -
    Er lebte bescheiden und führte Buch: Yassir Arafats Vermögen, das sein Nachfolger Mahmud Abbas nun suchen lässt, soll in Dutzenden kleiner Notizbücher aufgelistet sein, die der verstorbene Palästinenserpräsident immer bei sich trug. Nur ein paar dieser Bücher sind in seinem Amtssitz in Ramallah geblieben, von den anderen fehlt noch jede Spur.

    Nur eines scheint klar: Das geheime Milliardenvermögen, das Arafat in mehr als 25 Jahren an der Spitze der PLO anhäufte, weitergab an wirkliche und gekaufte Verbündete, oder verspekulierte, muss heute auf wenige 100 Millionen Dollar zusammengeschrumpft sein - "Peanuts", verglichen mit den Summen, die jahrelang an allen Kontrollen vorbeigeschleust worden waren, meint Salam Fayyad, ein ehemaliger IWF-Funktionär, der 2002 als Finanzminister der palästinensischen Autonomiebehörde die Zügel anzog, in einer Untersuchung der Financial Times. 898 Millionen Dollar sind nach Schätzungen des Internationalen Währungsfonds allein zwischen 1995 und 2000 an der Autonomiebehörde vorbeigeschoben, doch 799 Milliarden Dollar bis 2003 aus Arafats Kreis wieder zurückerstattet worden.

    Insgesamt soll Arafat 1,3 Milliarden Dollar persönlich kontrolliert haben, schätzte Israels Militärgeheimdienst 2002. Acht bis 10 Milliarden Dollar kalkulierte der britische Geheimdienst Mitte der 90er-Jahre, weltweit verteilt in Aktienbeteiligungen, wie etwa der ägyptischen Telekomgesellschaft Orascom.

    Regelmäßige Einkommen in Höhe von 180 bis 200 Millionen Dollar im Jahr erhielt die PLO-Führung von den arabischen Staaten. Eine Art Solidaritätssteuer von fünf Prozent ihres Gehaltes zahlten Palästinenser an die Regierungen der arabischen Länder, in denen sie lebten. Arafat soll davon monatlich 10,25 Mio. Dollar erhalten haben. (DER STANDARD, Printausgabe, 8.2.2005)

  3. #283
    jugo-jebe-dugo
    08.02.2005

    Schüsse auf israelische Soldaten im Gaza-Streifen
    Polizei in Alarmbereitschaft: Am Tag des Nahost-Gipfels scharfe Kontrollen an Einfahrten größerer Städte
    Tel Aviv - Aus Furcht vor Anschlägen ist die israelische Polizei am Tag des Nahost-Gipfels im ägyptischen Badeort Sharm el Sheikh in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt worden. Israelische Medien meldeten am Dienstag, zahlreiche Polizeikräfte seien im Grenzbereich zu den besetzten palästinensischen Gebieten und in Jerusalem positioniert worden. Auch an den Einfahrten der großen Städte wurden die Kontrollen verstärkt. Der israelische Armeesender meldete, dem Geheimdienst lägen etwa 50 Warnungen vor geplanten Anschlägen vor.

    Schüsse auf israelische Soldaten im Gaza-Streifen

    Kurz vor dem Nahost-Gipfel in Sharm el Sheikh (Ägypten) haben Palästinenser am Dienstag im Gaza-Streifen eine israelische Militärpatrouille beschossen. Nach Angaben der israelischen Streitkräfte wurde bei dem Zwischenfall nahe der jüdischen Siedlung Gush Katif niemand verletzt. Bei dem Treffen von Israels Premier Ariel Sharon mit dem palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas könnte nach Darstellung von Regierungsvertretern beider Seiten ein Waffenstillstand verkündet werden.(APA/dpa)

  4. #284
    jugo-jebe-dugo
    08.02.2005

    Jemens Präsident: Palästinenser haben Recht zu bewaffnetem Widerstand
    "Kampf gegen Besatzung ist kein Terrorismus" - Palästinensische Gruppen sollten mit "Steinen und Gewehren" kämpfen
    Aden - Der jemenitische Präsident Ali Abdullah Salih hat als Reaktion auf die Waffenruhe-Vereinbarung von Sharm el-Sheikh betont, die militanten Palästinenserorganisationen hätten "ein legitimes Recht" auf bewaffneten Widerstand. Alle palästinensischen Gruppen sollten mit "Steinen und Gewehren" kämpfen. "Der Kampf gegen Besatzung ist kein Terrorismus", sagte Salih nach Angaben der staatlichen jeministischen Nachrichtenagentur vom Dienstag. (APA/dpa)

  5. #285
    jugo-jebe-dugo
    08.02.2005

    Ägypten und Jordanien planen Botschafter-Rückkehr nach Israel
    Jordanischer Außenminister will der Regierung entsprechenden Vorschlag unterbreiten
    Sharm el-Sheikh - Ägypten und Jordanien nehmen nach Angaben der ägyptischen Regierung wieder volle diplomatische Beziehungen mit Israel auf. Sowohl Kairo als auch Amman würden nach vierjähriger Unterbrechung wieder Botschafter nach Israel entsenden, sagte der ägyptische Außenminister Ahmed Abul Gheit am Dienstag nach dem Nahost-Gipfeltreffen in Sharm el-Sheikh vor Journalisten.

    Der jordanische Außenminister Hani al-Mulki sagte in einem Interview des arabischen Senders Al-Jazeera, er werde seiner Regierung vorschlagen, den Botschafter zurückzusenden. "Wir müssen klarstellen, dass wir die Beziehungen zu Israel nicht abgebrochen haben. Wir schicken nur die richtige Person in unsere Botschaft in Tel Aviv zurück", sagte al-Mulki.

    Nach dem Beginn des Palästinenseraufstands im Herbst 2000 hatten beide Länder ihre Botschafter aus Israel zurückgerufen. Ägypten und Jordanien sind die einzigen arabischen Länder der Region, die einen Friedensvertrag mit Israel geschlossen haben. (APA/dpa/Reuters)

  6. #286
    jugo-jebe-dugo
    08.02.2005

    Internationale Reaktionen: "Beste Chance für Frieden"
    Rice: sagt volle Unterstützung zu - Annan: Waffenruhe bietet Chance für Frieden im Nahen Osten - Lob für Beteiligung von Mubarak und Abdullah II.
    Paris - US-Außenministerin Condoleezza Rice hat Israelis und Palästinenser aufgefordert, die historische Chance für einen Frieden im Nahen Osten zu ergreifen. Die auf dem Gipfeltreffen von Israels Ministerpräsident Ariel Sharon und Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas (Abu Mazen) erklärte Waffenruhe sei ein wichtiger Schritt nach vorne, sagte Rice am Dienstag bei ihrer politischen Grundsatzrede an der renommierten Pariser Universität Sciences Politiques.

    "Der Erfolg ist nicht garantiert, aber Amerika ist entschlossen; dies ist die beste Chance für Frieden, die wir wohl für einige Jahre erleben werden." Die USA würden alles tun, um Israelis und Palästinensern dabei zu unterstützen, diese Chance zu ergreifen. Sharon und Abbas hatten zuvor nach einem Gipfel im ägyptischen Sharm el-Sheikh eine beiderseitige Waffenruhe ausgerufen und damit formell die seit vier Jahren anhaltende Gewalt in Nahost beendet.

    Chance nach Jahren des Leidens UNO-Generalsekretär Kofi Annan hat die Waffenruhe zwischen Israel und den Palästinensern als "Chance für die Wiederaufnahme des Friedensprozesses nach Jahren des Sterbens und Leidens" im Nahen Osten bezeichnet. Die Vereinbarung zwischen Palästinenserpräsident Mahmud Abbas und dem israelischen Ministerpräsidenten Ariel Sharon sei sehr zu begrüßen, erklärte Annan am Dienstag.

    Die "aktive Beteiligung" des ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak und des jordanischen Königs Abdullah II. dazu beitragen, "in den kommenden kritischen Monaten einen gerechten, dauerhaften und umfassenden Frieden" zu schaffen. (APA/Reuters)

  7. #287
    jugo-jebe-dugo
    08.02.2005

    Experten bewerten Nahost-Gipfel zurückhaltend
    Zentrale Probleme in Sharm el-Sheikh nicht angesprochen - Siedlungspolitik "sensible" Frage
    Jerusalem - Nach der Einigung auf eine Waffenruhe zwischen Israelis und Palästinensern am Dienstag geben sich israelische und palästinensische Beobachter vorsichtig zurückhaltend. Oft schon war die Hoffnung in Nahost eine zu zartes Pflänzchen, das in der harten Realtität schnell verdorrte.


    Mehr zum Thema
    Zeitung
    4 Wochen STANDARD Abo kostenlos testen
    bezahlte Einschaltung"Im Lande des Propheten sollte man sich lieber nicht der Prophetie hingeben", sagt der Ex-Berater des 1995 ermordeten israelischen Regierungschef Yitzhak Rabin, Eitan Haber. Zu dieser Skepsis passt, dass die radikalislamische Organisation Hamas bereits kurz nach dem israelisch-palästinsischen Gipfel im ägyptischen Sharm el-Sheikh klarstellte, dass sie sich nicht an die Waffenruhe gebunden fühle.

    Nach dem ersten Abkommen von Oslo, das Rabin und der im November verstorbene Palästinenserpräsident Yasser Arafat im Jahr 1993 unterzeichneten, will sich kein Experte voreilig der Euphorie hingeben. Denn das könne "in schlimmen Überraschungen enden", sagt Haber. Avraham Diskin hegt ebenfalls Zweifel: "Gipfel haben wir schon viele gesehen", sagt der Politikwissenschaftler von der Hebräischen Universität Jerusalem. Vielleicht weise das Treffen von Sharm el-Sheikh tatsächlich den Weg zu einem Ende der Gewalt und einem eigenständigen Palästinenserstaat, wie in der so genannten Roadmap schon für 2005 vorgesehen. Aber ohne eine Anerkennung Israels seitens der arabischen Nachbarn gebe es keinen Frieden, sagt Diskin.

    Als deutlicher Fortschritt kann jedoch gelten, dass auf beiden Seiten überhaupt wieder ernsthaft von Frieden die Rede ist. Nach mehr als vier Jahren Gewalt verkündeten Israels Ministerpräsident Ariel Sharon und Arafats Nachfolger Mahmud Abbas am Dienstag eine beiderseitige Waffenruhe. Abbas sprach gar davon, dass die derzeitige "Ruhe" in den Palästinensergebieten den "Beginn einer neuen Ära, den Beginn von Frieden und Hoffnung" markiere.

    Abbas gilt vielen in Israel als Hoffnungsträger. Für Diskin ist der frühere Weggefährte Arafats "ein realistischerer, vernünftigerer Führer, mit dem man reden kann". Mit Arafat wollte die politische Führung in Israel zuletzt nichts mehr zu tun haben. Der uneinsichtige Palästinenserführer wurde isoliert.

    Lösung sensibelster Probleme stehen an

    Für Antworten auf wichtige Fragen, an denen sich das Gelingen eines künftigen friedlichen Miteinanders von Israelis und Palästinensern entscheiden wird, war das Gipfeltreffen nicht da. Die "sensibelsten Probleme" seien noch nicht in Angriff genommen worden, sagt der palästinensische Experte Khader Khader vom Medien- und Kommunikationszentrum in Jerusalem. Eine der zentralen Fragen ist die israelische Siedlungspolitik. Während Sharon sich mit dem geplanten Rückzug aus dem Gazastreifen einen Platz im Geschichtsbuch sucht, expandieren die Siedlungen im Westjordanland. Eine Forderung der Roadmap ist aber ein Baustopp aller jüdischen Siedlungen im Gazstreifen und im Westjordanland.

    Entsprechend sieht Dany Rubinstein von der israelischen Zeitung "Haaretz" die Nagelprobe noch kommen. Der Experte für die arabische Welt warnt davor, dass dass "das Risiko des Misserfolgs" drohe, wenn Israelis und Palästinenser die "eigentlichen Probleme" anpackten: die jüdischen Siedlungen, den Status von Jerusalem und die Sperranlage zum Westjordanland. (AFP)

  8. #288
    jugo-jebe-dugo
    08.02.2005

    Israel räumt binnen drei Wochen fünf Städte im Westjordanland
    Erstmals konkreter Zeitplan für Übergabe - Sofortige Freilassung von 500 Palästinensern vereinbart - Entschädigung jüdischer Siedler
    Jerusalem - Israelische Truppen werden sich binnen drei Wochen vollständig aus fünf Städten im Westjordanland zurückziehen und die Kontrolle in die Hände der Palästinensischen Autonomiebehörde legen. Dies wurde am Dienstag beim israelisch-palästinensischen Gipfeltreffen im ägyptischen Badeort Sharm el-Sheikh vereinbart, wie der palästinensische Unterhändler Hassan Abu Libdeh mitteilte. Damit wurde erstmals ein Zeitplan für die Übergabe genannt.

    Bereits am (morgigen) Mittwoch würden Militärvertreter zusammenkommen, um die Übergabe von Jericho vorzubereiten, sagte Libdeh. Jericho steht an erster Stelle der Liste, die die Namen von fünf Städten umfasst.

    Freilassung von Gefangenen

    Wenige Stunden nach der Einigung auf einen Gewaltverzicht hat Israel die Freilassung hunderter palästinensischer Gefangener angekündigt. "Israel wird Anfang nächster Woche 500 Gefangene freilassen, auch wenn noch kein exaktes Datum bestätigt wurde", sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums am Dienstag.

    Als Zeichen des guten Willens hatte Israel in der vergangenen Woche angekündigt, 900 der knapp 8000 inhaftierten Palästinenser freizulassen. Dabei hat es die Regierung Sharons aber abgelehnt, auch Gefangene zu entlassen, die eine Haftstrafe wegen Tötungsdelikten verbüßten. Abbas steht in den eigenen Reihen massiv unter Druck, Freiheit für alle in israelischen Gefängnissen einsitzenden Palästinenser zu erreichen.

    Finazielle Entschädigung

    Ein israelischer Parlamentsausschuss billigte unterdessen ein Gesetz zur finanziellen Entschädigung jüdischer Siedler, die von dem geplanten israelischen Rückzug aus dem Gazastreifen und der Aufgabe von vier Siedlungen im Westjordanland betroffen sind. Nach den Plänen von Sharon soll der Abzug aus den Gebieten bis zum Sommer abgeschlossen sein. Der Finanzausschuss der Knesset billigte das Entschädigungsgesetz mit zehn zu neun Stimmen. Die entscheidende Stimme zur Annahme kam von dem arabischen Abgeordneten Mohammed Barakeh. In Sharons Likud-Block ist der Abzugsplan umstritten. (APA/AP)

  9. #289
    jugo-jebe-dugo
    08.02.2005

    Hamas-Bewegung weist Abbas' Waffenruhe-Erklärung zurück
    Radikal-islamische Terrororganisation fordern Freilassung aller 8000 Häftlinge
    Gaza - Die Terrorganisation Hamas-Bewegung hat am Dienstag die Waffenruhe-Erklärung des Palästinenserpräsidenten Mahmud Abbas zurückgewiesen. Der Hamas-Sprecher Muschir al-Masri sagte vor Journalisten in Gaza, die Ankündigung über ein Ende der Gewalt spiegele nur die Position der Palästinensischen Autonomiebehörde wider, nicht jedoch anderer Fraktionen einschließlich Hamas.

    "Die Position von Hamas ist immer noch klar: Man kann dem zionistischen Feind ohne eine echte Gegenleistung keine Waffenruhe anbieten", sagte Masri. Man werde die Ruhe nur dann einhalten, wenn Israel sich zu einer Freilassung aller etwa 8000 palästinensischen Häftlinge verpflichte. Die von Israel angekündigte Freilassung von 900 Gefangenen innerhalb von drei Monaten sei nicht ausreichend. "Es ist wirklich schade, dass das Gipfeltreffen nicht das erreicht hat, was sich unser Volk erhofft hatte", sagte der Hamas-Sprecher. (APA/dpa/red)

  10. #290
    jugo-jebe-dugo
    08.02.2005

    Waffenruhe in Nahost erklärt - "Von heute an schlagen wir Brücken"
    Israels Premier Sharon und Palästinenserpräsident Abbas verkünden beim Gipfel Ende der Gewalt - Mit Kommentar
    Zum Vergrößern
    Viel Raum für Erklärungen: An einem runden Tisch verlasen Israels Premier Sharon (li.) und Palästinenserpräsident Abbas (re.) ihr Angebot zur Waffenruhe. Ägyptens Präsident Mubarak und Jordaniens König Abdullah hörten zu.
    Nach mehr als vier Jahren täglicher Gewalt sollen die Waffen im Nahen Osten schweigen. Mit ernsten Mienen erklärten der israelische Regierungschef Ariel Sharon und Palästinenserpräsident Mahmud Abbas am Dienstag ihren Weg zu einem Ende des Blutvergießens. Eine Waffenruhe und eine Gefangenenfreilassung sollen das Tor zu neuen Verhandlungen aufstoßen. "Die Aufgabe ist sehr groß, aber unsere Hoffnungen sind größer", sagte der Gastgeber des Gipfeltreffens, der ägyptische Präsident Hosni Mubarak, im ägyptischen Badeort Sharm el-Sheikh.


    Mehr zum Thema
    Konflikt
    Konfliktmanagement leicht gemacht.
    bezahlte EinschaltungDenn obwohl die Erklärungen den im September 2000 begonnenen Palästinenseraufstand (Intifada) und die israelischen Militäreinsätze in den besetzten Gebieten zunächst für beendet erklären, liegen gefährliche Wegkreuzungen vor den Konfliktparteien. In der Vergangenheit haben Anschläge oder die gezielte Tötung militanter Palästinenser noch jede Friedensstrategie zu Fall gebracht.

    "Eine neue Zeit"

    Die radikalislamische Hamas ging umgehend auf Distanz zu der von Abbas vereinbarten Waffenruhe. Dennoch markiere das Treffen in Ägypten den Beginn einer neuen Zeit, betonten Israelis und Palästinenser einhellig. "Von heute an schlagen wir Brücken über die Gegensätze hinweg", sagte Abbas, der einen Monat zuvor zum Nachfolger von Yassir Arafat gewählt worden war. Israelische Regierungsvertreter sagen, der Tod Arafats habe Veränderungen erst möglich gemacht. Es könne nun eine Zeit der Hoffnung beginnen, sagte Sharon. Und: "Wir haben vereinbart, dass die Palästinenser alle Akte der Gewalt gegen Israelis stoppen, Israel wird alle seine Militäreinsätze gegen Palästinenser beenden."

    Diese Worte lassen beiden Seiten weniger Spielraum als frühere Erklärungen. Bei der geforderten Kontrolle militanter Gruppen kann es Abbas nur nützlich sein, dass die Initiative zu dem Gipfeltreffen von arabischen Nachbarländern ausging. Auf gleicher Augenhöhe konnte er sich mit Sharon treffen, wobei Mubarak und der jordanische König Abdullah II. Unterstützung leisteten.

    Jordanien ist nach Angaben von Diplomaten bemüht, auch Syrien einzubinden. Zudem wollen Amman und Kairo ihre Botschafter wieder nach Israel schicken. Jordanien bereitet zudem die Entsendung einer neuen, aus Palästinensern gebildeten Sicherheitstruppe in das Westjordanland vor. Dafür sind nach jordanischen Angaben bereits 2000 Mann rekrutiert worden. Für Israel dreht sich in dem Konflikt mit den Palästinensern alles um Sicherheit und die Auflösung militanter Gruppierungen.

    Die Palästinenser erwarten dagegen schnelle und gerechte Zugeständnisse und die Möglichkeit, einen eigenen Staat zu gründen. Die neue Palästinenserführung hat unter Abbas Verhandlungen als einzigen Weg zu diesem Ziel erklärt, während Sharon die Israelis von Ägypten aus auf schmerzliche Zugeständnisse einstimmte. Beide Seiten müssten von unrealistischen Träumen Abschied nehmen, sagte er. "Frieden ist machbar", meinte der palästinensische Unterhändler Saeeb Erekat.

    Einladung auf die Farm

    Sharon lud die drei anderen Gipfelteilnehmer zu einem Besuch ein. Nach israelischen Medienberichten nahm Abbas eine Einladung auf Sharons Farm in der Negev-Wüste bereits an. Basis von Fortschritten bei neuen Friedensgesprächen, so meinte Abbas, müsse der internationale Friedensplan des Nahostquartetts - die "Roadmap - sein.

    Der Einspruch der Hamas ließ jedoch nicht lange auf sich warten. Die Waffenruhe verpflichte nur die palästinensische Autonomiebehörde, erklärte ein Sprecher der radikalen Palästinenserorganisation in Gaza-Stadt. "Sie (die Ankündigung, Anm.) drückt nicht die Haltung der palästinensischen Bewegungen aus." Man werde die Ruhe nur dann einhalten, wenn Israel sich zur Freilassung aller etwa 8000 palästinensischen Häftlinge verpflichte. "Die Position der Hamas ist immer noch klar: Man kann dem zionistischen Feind ohne eine echte Gegenleistung keine Waffenruhe anbieten", sagte Mushir el Masri. (dpa, DER STANDARD, Carsten Hoffmann, Printausgabe, 9.2.2005)

Ähnliche Themen

  1. Sammelthread Tschetschenien-Konflikt
    Von Memedo im Forum Aussenpolitik
    Antworten: 117
    Letzter Beitrag: 09.10.2014, 18:35
  2. Nahost: Israel ist gegen den Sturz des Assad-Regimes
    Von tramvi im Forum Kriminalität und Militär
    Antworten: 9
    Letzter Beitrag: 16.05.2012, 14:28
  3. NAHOST Konflikt Israel und Palästina Sammelthread
    Von jugo-jebe-dugo im Forum Aussenpolitik
    Antworten: 756
    Letzter Beitrag: 25.07.2008, 15:05
  4. Sammelthread Israel - Libanon - Jordanien - Ägypten Konflikt
    Von jugo-jebe-dugo im Forum Aussenpolitik
    Antworten: 576
    Letzter Beitrag: 15.04.2007, 20:46
  5. Sammelthread USA und Iran Konflikt
    Von jugo-jebe-dugo im Forum Aussenpolitik
    Antworten: 420
    Letzter Beitrag: 15.04.2007, 15:46