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Sammelthread: Israel/Nahost-Konflikt

Erstellt von jugo-jebe-dugo, 26.10.2004, 13:16 Uhr · 3.644 Antworten · 179.369 Aufrufe

  1. #291
    jugo-jebe-dugo
    08.02.2005

    Jemens Präsident: Palästinenser haben Recht zu bewaffnetem Widerstand
    "Kampf gegen Besatzung ist kein Terrorismus" - Palästinensische Gruppen sollten mit "Steinen und Gewehren" kämpfen
    Aden - Der jemenitische Präsident Ali Abdullah Salih hat als Reaktion auf die Waffenruhe-Vereinbarung von Sharm el-Sheikh betont, die militanten Palästinenserorganisationen hätten "ein legitimes Recht" auf bewaffneten Widerstand. Alle palästinensischen Gruppen sollten mit "Steinen und Gewehren" kämpfen. "Der Kampf gegen Besatzung ist kein Terrorismus", sagte Salih nach Angaben der staatlichen jeministischen Nachrichtenagentur vom Dienstag. (APA/dpa)

  2. #292
    jugo-jebe-dugo
    08.02.2005

    Israel will Beziehungen zu arabischen Nachbarn verbessern
    Außenminister Schalom: Chance von Sharm el-Sheikh nutzen - Ägypten und Jordanien kündigen Rückkehr ihrer Botschafter nach Tel Aviv an
    Jerusalem - Israel hält nach dem Nahost-Gipfel im ägyptischen Sharm el-Sheikh eine Verbesserung der Beziehungen zu seinen arabischen Nachbarstaaten für möglich. Der israelische Ministerpräsident Ariel Sharon und der palästinensische Präsident Mahmud Abbas verkündeten dort am Dienstag einen beidseitigen Gewaltverzicht. Ägypten und Jordanien, die bei dem Treffen vertreten waren, kündigten die Rückkehr ihrer Botschafter nach Tel Aviv an.


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    bezahlte Einschaltung"Dies könnte zum Durchbruch mit vielen arabischen Staaten führen", sagte der israelische Außenminister Silvan Shalom wenige Stunden später dem Sender Kanal 2. "Auch sie können ihre Botschafter schicken." Bisher sind Ägypten und Jordanien die einzigen arabischen Länder, die einen Friedensvertrag mit Israel geschlossen haben. Allerdings hatten auch andere Regierungen diplomatische Kontakte und Handelsbeziehungen.

    Diese brachen jedoch nach Beginn der zweiten Intifada im Herbst 2000 ab. "Wir stehen in Kontakt mit weiteren arabischen Ländern am Persischen Golf und in Nordafrika über die Eröffnung diplomatischer Vertretungen in Israel", erklärte Shalom. Sollten die Verhandlungen zum Erfolg führen, würde dies den Ruf seines Landes verbessern. "Wir werden alles tun, um die Chance zu nutzen", sagte der Minister dem Fernsehsender. (APA/AP)

  3. #293
    jugo-jebe-dugo
    09.02.2005

    Radio: Palästinenser aus Gazastreifen dürfen in Israel arbeiten
    Minister wollen Sonntag über Gefangenen-Freilassung beraten
    Jerusalem - Rund eintausend Palästinenser aus dem Gazastreifen sollen nach einem Rundfunkbericht künftig in Israel arbeiten dürfen. Der israelische Verteidigungsminister Shaul Mofaz habe genehmigt, dass sie in dem Industriegebiet Erez arbeiten könnten, berichtete der staatliche israelische Rundfunk am Dienstagabend. Zudem solle hunderten Händlern aus dem Gazastreifen der Übergang nach Israel erleichtert werden.


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    bezahlte EinschaltungWeiter erlaubte Mofaz demnach rund 400 Mitarbeitern internationaler Hilfsorganisationen, sich künftig 24 Stunden am Tag frei zwischen dem Westjordanland und dem Gazastreifen zu bewegen. Die nach dem Gipfel im ägyptischen Sharm el Sheikh ergriffenen Maßnahmen sollen mit dazu beitragen, das Vertrauen zwischen Israelis und Palästinensern wieder aufzubauen.

    Am Sonntag soll ein ranghoher israelischer Minister-Ausschuss über die Zusammensetzung der Gruppe von 500 palästinensischen Gefangenen beraten, die Israel freilassen will. Zu dem Gremium gehören Regierungschef Ariel Sharon, sein Vize Shimon Peres, Außenminister Silvan Shalom, Verteidigungsminister Mofaz und drei weitere Minister, wie Sharons Büro am Dienstagabend in Jerusalem mitteilte.

    In Ägypten hatten Israel und die Palästinenser am Dienstag eine beiderseitige Waffenruhe ausgerufen und waren damit einen wichtigen Schritt auf dem Weg zu Frieden im Nahen Osten vorangekommen. Israel will zudem binnen drei Wochen die Kontrolle über fünf Städte im Westjordanland zurückgeben. (APA)

  4. #294
    jugo-jebe-dugo
    09.02.2005

    Nahost-Quartett tagt am 1. März in London
    Wirtschaftliche Hilfen für Palästinenser und Reformen auf der Tagesordnung
    Moskau - Die Außenminister des Nahost-Quartetts kommen nach Angaben des russischen Außenministers Sergej Lawrow am 1. März in London zusammen. Die Initiative zu dem Treffen sei von Russland ausgegangen, sagte Lawrow am Mittwoch in Moskau. In der britischen Hauptstadt findet am 1. März eine Nahost-Konferenz statt, bei der laut Lawrow über wirtschaftliche Hilfen für die Palästinenser und Reformen gesprochen werden soll.

    Das Nahost-Quartett aus UNO, USA, EU und Russland hatte im Jahr 2003 seinen Friedensplan, die Roadmap, vorgelegt. Der Plan sieht drei Phasen bis zur Gründung eines endgültigen Palästinenserstaates vor. Bei der Umsetzung wurden bisher keinerlei Ergebnisse erzielt. (APA)

  5. #295
    jugo-jebe-dugo
    09.02.2005

    Sharon ganz allein in Ägypten
    Die USA lassen offen, wessen Vorstellungen zum neuen Prozess sie unterstützen - Ein Kommentar von Gudrun Harrer
    Der Gipfel im ägyptischen Sharm el-Sheikh ist gleich mehrfach bemerkenswert, auch abgesehen davon, wie man seine Chancen auf Nachhaltigkeit beurteilt.

    Da ist natürlich vor allem die israelisch-palästinensische Seite. Zur Erinnerung: Der Tod Yassir Arafats hatte in Israel und anderswo offene, aber auch in der arabischen Welt zumindest verdeckte Seufzer der Erleichterung ausgelöst. Zum Unbehagen Israels setzte der jetzige Palästinenserpräsident - nach dem semantischen Tabubruch Condoleezza Rice’ darf man ihn quasi mit US-Segen so nennen, nicht mehr nur "Vorsitzender der Palästinensischen Autonomiebehörde" - Mahmud Abbas jedoch in seinem Wahlkampf voll auf das Arafat-Vermächtnis-Ticket.

    Nach der Wahl passierte erst einmal gar nichts, dann ein besonders blutiger Anschlag an der Grenze zwischen Gazastreifen und Israel. Offenbar ein grausamer Weckruf: Abbas begann zu agieren, und Israels Ministerpräsident Ariel Sharon reagierte, wohlwollend.

    Aber all das wäre noch kein Grund, ihr erstes Treffen bei einem groß inszenierten Gipfel stattfinden zu lassen, um einen - äußerst prekären - Gewaltverzicht zu verkünden: Wäre da nicht die bemerkenswerte Rolle Ägyptens, das endgültig aus seinem politischen Dornröschenschlaf aufgewacht ist, in den es die innenpolitischen Probleme mit dem islamistischen Terror in den 90er-Jahren fallen ließen.

    Mit Kairo im Hintergrund läuft die Verständigung zwischen Israelis und Palästinensern, aber auch die Gespräche zwischen Palästinenserführung und radikalen palästinensischen Gruppen, und Kairo übernimmt willig wichtige Sicherheitsaufgaben im Rahmen des israelischen Abzugs aus dem Gazastreifen. Indem er zum Gipfel lud, beanspruchte Präsident Hosni Mubarak die politische Führerschaft des Prozesses auch nach außen.

    Dazu war jedoch auch eine - wiederum bemerkenswerte - Positionsänderung Kairos zur Regierung Sharon nötig, die allein schon durch den Umstand reflektiert wird, dass ein Besuch Mubaraks in Israel medial andiskutiert wird, ohne dass aus Kairo, das auch wieder einen Botschafter nach Tel Aviv entsendet, tausend Dementi kommen. Sharon, das ist heute eben nicht mehr nur der Mann, der im Herbst 2000 auf den Tempelberg spazierte, sondern auch derjenige, der aus dem Gazastreifen abziehen und - wenn auch nur ein paar - Siedlungen im Westjordanland auflösen will.

    Und so kommt es, dass Sharon in Sharm el-Sheikh die Araber alleine konfrontierte, ohne dass ihm ein Amerikaner einen Schubs gab oder zumindest die Hand hielt. Die Absenz der US-Außenministerin kann aber auch einen Verdacht aufkommen lassen, der nach den Erfahrungen, die man mit der US-Politik im Irak gemacht hat, nicht so absurd erscheint: Es gibt noch keine definitive Entscheidung darüber, wie die US-Politik in der zweiten Amtszeit Bush Israel und Palästina gegenüber wirklich aussehen und auf welchen Grad an Engagement sich Washington einlassen wird.

    Wobei man beim Problem der Haltbarkeit des neuen Prozesses ankommt: Es gibt keinen Hinweis darauf, ob sich die USA die Position der israelischen Regierung zu Eigen gemacht haben, die im Moment allein eine Normalisierung ohne politische Implikation anstrebt, das heißt: Ruhe, während man aus Gaza abzieht. Was schon allein die Optik - kein Rückzug unter Feuer - für Sharon bedeutend verbessern würde.

    Für die Palästinenser ist der politische Horizont jedoch alles. Zwar hat Rice von einem Palästinenserstaat gesprochen, aber nicht von einem Fahrplan. Die Roadmap nur einfach so im Mund zu führen ist nur mäßig hilfreich, denn ihre Zeitvorgaben sind natürlich längst hinfällig. Um sie wieder zu aktivieren, ist eine neue Basislinie, ein neuer Ausgangspunkt festzulegen. Das können nur die USA machen - und es darf nicht zu lange dauern, sonst ist Mahmud Abbas bloßgestellt. Und dann werden ihm alle vertrauensbildenden Maßnahmen der Welt nichts helfen. (DER STANDARD, Printausgabe, 9.2.2005)

  6. #296
    jugo-jebe-dugo
    09.02.2005

    Israel räumt binnen drei Wochen fünf Städte im Westjordanland
    Erstmals konkreter Zeitplan für Übergabe - Sofortige Freilassung von 500 Palästinensern vereinbart - Entschädigung jüdischer Siedler
    Jerusalem - Israelische Truppen werden sich binnen drei Wochen vollständig aus fünf Städten im Westjordanland zurückziehen und die Kontrolle in die Hände der Palästinensischen Autonomiebehörde legen. Dies wurde am Dienstag beim israelisch-palästinensischen Gipfeltreffen im ägyptischen Badeort Sharm el-Sheikh vereinbart, wie der palästinensische Unterhändler Hassan Abu Libdeh mitteilte. Damit wurde erstmals ein Zeitplan für die Übergabe genannt.

    Bereits am Mittwoch würden Militärvertreter zusammenkommen, um die Übergabe von Jericho vorzubereiten, sagte Libdeh. Jericho steht an erster Stelle der Liste, die die Namen von fünf Städten umfasst.

    Palästinenser sollen Kontrollposten übernehmen

    Beim Abzug sollen nach Angaben des palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas auch mehrere Straßensperren in dem Gebiet geräumt werden. Diese Kontrollposten würden allerdings nicht abgebaut, sondern künftig von palästinensischen Sicherheitskräften bemannt, teilte Abbas am Mittwoch bei seiner Rückkehr nach Ramallah mit.

    Freilassung von Gefangenen

    Wenige Stunden nach der Einigung auf einen Gewaltverzicht hat Israel die Freilassung hunderter palästinensischer Gefangener angekündigt. "Israel wird Anfang nächster Woche 500 Gefangene freilassen, auch wenn noch kein exaktes Datum bestätigt wurde", sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums am Dienstag.

    Als Zeichen des guten Willens hatte Israel in der vergangenen Woche angekündigt, 900 der knapp 8000 inhaftierten Palästinenser freizulassen. Dabei hat es die Regierung Sharons aber abgelehnt, auch Gefangene zu entlassen, die eine Haftstrafe wegen Tötungsdelikten verbüßten. Abbas steht in den eigenen Reihen massiv unter Druck, Freiheit für alle in israelischen Gefängnissen einsitzenden Palästinenser zu erreichen.

    Finazielle Entschädigung

    Ein israelischer Parlamentsausschuss billigte unterdessen ein Gesetz zur finanziellen Entschädigung jüdischer Siedler, die von dem geplanten israelischen Rückzug aus dem Gazastreifen und der Aufgabe von vier Siedlungen im Westjordanland betroffen sind. Nach den Plänen von Sharon soll der Abzug aus den Gebieten bis zum Sommer abgeschlossen sein. Der Finanzausschuss der Knesset billigte das Entschädigungsgesetz mit zehn zu neun Stimmen. Die entscheidende Stimme zur Annahme kam von dem arabischen Abgeordneten Mohammed Barakeh. In Sharons Likud-Block ist der Abzugsplan umstritten. (APA/AP)

  7. #297
    jugo-jebe-dugo
    09.02.2005

    Erez-Übergang zum Gazastreifen wieder geöffnet
    Ägypten: Rückkehr des Botschafters nach Israel "Frage der Zeit"
    Jerusalem/Kairo - Einen Tag nach Vereinbarung einer Waffenruhe mit den Palästinensern hat Israel am Mittwoch den Erez-Übergang zum Gazastreifen wieder geöffnet. Damit solle palästinensischen Arbeitskräften die Einreise nach Israel ermöglicht werden, meldete der Armeesender. Zunächst erhielten etwa tausend Arbeiter und weitere 500 Händler Einreisegenehmigungen. Die Wiedereröffnung ist eine von mehreren Gesten, die Israel in den kommenden Wochen plant. Der israelische Ministerpräsident Ariel Sharon und der palästinensische Präsident Mahmud Abbas hatten am Dienstag in Sharm el Sheikh eine Waffenruhe vereinbart.

    Israel wolle ferner die Besuchsrechte palästinensischer Häftlinge verbessern und etwa 400 Mitarbeitern internationaler Hilfsorganisationen das freie Reisen in den Palästinensergebieten ermöglichen, hieß es. Die Palästinenser fordern allerdings viel weiter gehende Zugeständnisse von Israel, darunter die Freilassung aller etwa 8.000 Häftlinge in israelischen Gefängnissen.

    Der ägyptische Außenminister Ahmed Abul Gheit sagte indes, die Rückkehr des Kairoer Botschafters nach Israel sei nur noch "eine Frage der Zeit". "Der Auftrag des ägyptischen Botschafters in Israel unterscheidet sich nicht von dem irgendeines anderen Botschafters, er wird den Interessen seines Landes dienen", sagte Gheit am Mittwoch vor Reportern in Kairo.

    Nach dem Gipfel zwischen Abbas und Sharon hatte er die Rückkehr des Botschafters angekündigt, der nach Beginn des Palästinenseraufstands im Herbst 2000 aus Tel Aviv abberufen worden war, um gegen das Vorgehen der israelischen Armee zu protestieren. Bereits Anfang Dezember hatte Kairo die Rückkehr des Botschafters in Aussicht gestellt. Ungeachtet des Friedensvertrages von 1979 waren die Beziehungen zwischen beiden Ländern in den vergangenen Jahren sehr frostig.

    Gheit war am Mittwoch auch mit der Schweizer Außenministerin Micheline Calmy-Rey zusammengetroffen. Calmy-Rey sicherte dabei ihre Unterstützung für einen nachhaltigen Frieden im Nahen Osten zu und bezeichnete den israelischen Gaza-Rückzugsplan als "wichtigen Test". Der Rückzug werde nur erfolgreich sein, wenn die Grundbedürfnisse der Bevölkerung sichergestellt werden könnten. In diesem Zusammenhang erörterte Calmy-Rey mit ihrem ägyptischen Kollegen den Schweizer Vorschlag, eine Expertengruppe einzusetzen. Sie soll Regeln für den Zugang der Palästinenser zu Arbeitsplatz, Waren und Gütern festlegen. (APA/dpa/sda)

  8. #298
    jugo-jebe-dugo
    09.02.2005

    Gaza: Hamas-Bombe explodierte vorzeitig
    Erster Toter im seit Waffenruhe-Vereinbarung - Israelis nehmen Al-Aksa-Aktivisten fest
    Gaza - Bei der Explosion eines Sprengsatzes im Gazastreifen ist am Mittwoch erstmals seit Vereinbarung einer Waffenruhe wieder ein Palästinenser getötet worden. Nach palästinensischen Angaben kam das 31 Jahre Mitglied des bewaffneten Hamas-Arms Ezzedin al-Kassam bei der versehentlichen Zündung einer Bombe ums Leben, die er am Straßenrand deponieren wollten. Der Sprengsatz habe offenbar einer israelischen Patrouille gegolten. Der Vorfall ereignete sich nahe des Kissufim-Übergangs nach Israel.

    "Arbeitsunfall"

    Außerhalb des Flüchtlingslagers Khan Yunis im Gazastreifen wurde die Leiche eines Hamas-Aktivisten entdeckt. Ärzte sagten, die Arme des Toten seien abgetrennt gewesen, und er habe schwere Verbrennungen an Gesicht und Brust aufgewiesen. Nach Angaben der Hamas hatte der Mann einen "Arbeitsunfall" erlitten, was bedeutet, dass eine Bombe, die er bauen oder legen wollte, vorzeitig explodierte. Die Hamas hatte am Dienstag erklärt, sie fühle sich nicht an die vom palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas verkündete Waffenruhe gebunden.

    Palästinenser angeschossen

    In der Nähe einer jüdischen Siedlung im Süden des Gazastreifens ist am Mittwoch ein Palästinenser angeschossen und schwer verletzt worden. Die Schüsse seien aus Richtung der Siedlung gekommen, teilten palästinensische Sicherheitskräfte mit. Der 22-Jährige lief den Angaben zufolge an der Siedlung unweit der Grenze zu Ägypten entlang, als er in den Bauch geschossen wurde.

    Israelische Soldaten nahmen in Tubas im nördlichen Westjordanland ein Mitglied der radikalen Al-Aksa-Märtyrerbrigaden fest, die mit der Fatah-Bewegung des palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas (Abu Mazen) verbunden sind. Bei einem anderen Vorfall im nördlichen Westjordanland eröffneten militante Palästinenser das Feuer auf eine israelische Patrouille. Dabei wurde jedoch niemand verletzt.

    Zwischenfall im Westjordanland

    Nur wenige Stunden nach Ausrufung der Waffenruhe wurde ein Zwischenfall aus dem Westjordanland gemeldet. In der Nähe einer jüdischen Siedlung wurde ein Auto beschossen, außerdem wurde ein Militärposten unter Feuer genommen. Verletzt wurde nach israelischen Armeeangaben niemand. Die Al-Aksa-Märtyrerbrigaden, die der Fatah-Bewegung des palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas nahe stehen, bekannten sich zu der Tat.

    Abbas und der israelische Ministerpräsident Ariel Sharon hatten bei ihrem Treffen im ägyptischen Seebad Sharm el Sheikh einen bilateralen Waffenstillstand verkündet, die vier Jahren Gewalt ein formelles Ende setzen soll. (APA/AP/dpa)

  9. #299
    jugo-jebe-dugo
    09.02.2005

    Nach Gaza auch Abzug in der Westbank?
    Der israelische Politiologe Gad Arnsberg hält im STANDARD-Gespräch einen Paradigmenwechsel für möglich

    Politiologe Arnsberg: Wenn jemand sich jemand gegen die radikalen Siedler durchsetzen kann, dann Ariel Sharon.
    Wien – Hat sich der alte Hardliner und Champion der Siedlerbewegung, Ariel Sharon, gewandelt und strebt nicht nur einen Abzug der Siedlungen aus Gaza, sondern in nennenswertem Ausmaß auch aus der Westbank an?


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    Wien
    Jeder Bezirk hat seine Stadtgeschichten
    bezahlte EinschaltungDer renommierte israelische Politikwissenschafter Gad Arnsberg vom Beit Berl College hält es für nicht ganz ausgeschlossen. Arnsberg hielt kürzlich in Wien auf Initiative des "Israelforum" eine Reihe von Vorlesungen. Im Gespräch mit dem STANDARD entwirft er zwei Szenarien:


    1) Es gibt einen echten Wandel auch im Denken von Sharon, einen Paradigmenwechsel und er hat sich der Meinung seines konservativen Likud-Kollegen Ehud Olmert angeschlossen, dass "Israel nicht über ein anderes Volk herrschen kann", wenn es eine Demokratie und ein jüdischer Staat bleiben will. Laut Arnsberg deuten interne Äußerungen auch von Sharon darauf hin.

    Oder Sharon will

    2) in Gaza und eventuell auch im Norden des Westjordanlandes "Ballast abwerfen" und Siedlungen aufgeben, um dafür im Rest vollendete Tatsachen zu schaffen. Er habe ja von Bush die Zusicherung erhalten, dass die größten Ballungsgebiete jüdischer Siedlungen im Westjordanland bleiben könnten.

    Allerdings könnte es dann zu einem Gebietsaustausch kommen, indem man – eine Idee des israelischen Rechtspolitikers Avigdor Lieberman – die von Arabern besiedelten Gebiete Israels einem neuen Palästinenserstaat zuschlägt, während die Siedlungen nahe der Waffenstillstandsgrenze von 1967 an Israel kommen.

    Auf jeden Fall, so Arnsberg, sei Sharon die einzige wirkliche politische Kraft in Israel. Er sei populär und wird von einer Mehrheit unterstützt. Wenn jemand sich gegen die radikalen Siedler durchsetzen könne, dann er. Allerdings sei er für diese der "Verräter schlechthin". Umgekehrt hätten er und Israels Militärs erkannt, was sie da herangezogen haben. Die israelische Linke jedenfalls sei nicht zu kraftvollen Aktionen imstande,

    Arnsberg hält es für längerfristig möglich, dass es in Zukunft zu einer wirtschaftlichen, später vielleicht auch politischen Verbindung zwischen Israel, einem neuen Palästinenserstaat und Jordanien kommen könne – einer Mini-EU in Nahost. In diesem Zusammenhang sollte auch eine Einbindung Israels in die EU diskutiert werden. Die EU könne überdies Druck auf die Palästinenser ausüben, die wirtschaftlich von ihr praktisch abhängig seien, wirklich auf Gewalt zu verzichten. Das wiederum würde Israel in Zugzwang bringen.

    Die EU könne viel bewegen, meint Arnsberg im Gegensatz zu vielen Israelis, die nur auf die USA setzen. (Hans Rauscher/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 10.2.2005)

  10. #300
    jugo-jebe-dugo
    10.02.2005

    Unterschriften von 10.000 Reservisten gegen Abzug
    Aufgabe der Siedlungen wird von Mehrheit der Israelis befürwortet
    Jerusalem - Jüdische Siedler im Gaza-Streifen haben nach eigenen Angaben 10.000 Unterschriften von Reservisten gesammelt, die einen Räumungsbefehl der israelischen Regierung verweigern würden. Israels Ministerpräsident Ariel Sharon hat die geplante Auflösung der Siedlungen in dem Küstenstreifen als Schritt hin zu einem Frieden im Nahen Osten bezeichnet.


    Mehr zum Thema
    Wissen
    Windows vs. Linux: Fakten, Studien & Analysen
    bezahlte EinschaltungFür jede Unterschrift gebe es etwa fünf weitere Soldaten, die ebenfalls gegen die Räumung seien, sagte der Siedler Noam Liwnat am Mittwoch, während er eine Liste von Namen vor Journalisten hochhielt. Noam Liwnat ist der Bruder von Bildungsminister Limor Liwnat, der Sharons Likud-Partei angehört.

    "Zehntausende Soldaten werden ihm nicht folgen"

    "Wenn, was Gott verhüten möge, der zerstörerische Befehl gegeben wird, sollte das Verteidigungsministerium wissen, dass zehntausende Soldaten ihm nicht folgen werden", sagte Noam Liwnat. Die Aufgabe der Siedlungen im Gaza-Streifen wird von der Mehrheit der Israelis befürwortet, von radikalen Siedlergruppen jedoch abgelehnt. Im vergangenen Monat hatte die israelische Armee sechs Reserve-Offiziere entlassen, die in einem Brief jeden Befehl zur Räumung des Gaza-Streifens als illegal bezeichnet hatten. Sharon hat Aufrufe, derartige Befehle zu verweigern, als eine Bedrohung der Existenz Israels bezeichnet. (APA/Reuters)

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