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Sofia fordert von der Türkei Entschädigung für Vertriebene

Erstellt von Barney Ross, 13.04.2011, 12:33 Uhr · 67 Antworten · 3.463 Aufrufe

  1. #51
    Avatar von El Greco

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    Zitat Zitat von ALB-EAGLE Beitrag anzeigen
    jetzt hast du alles versaut oh maaaaaan
    Jetzt werden nochmal 5 seiten folgen

  2. #52
    Avatar von Paokaras

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    Zitat Zitat von BlackJack Beitrag anzeigen
    Initiator dieses "Zentrums" ist der deutsche "Bund der Vertriebenen", die sich vor 1999 einen Scheiß um andere Völker gekümmert haben:


    Bei der Statistik unten findest du ja Quellen.Vielleicht übertreiben sie ja bei den Vetriebenen und ermordeten Zahlen über die Deutschen.

    Wieso sollten sie aber über die 300.000 Türken lügen die 1989 vertrieben wurden?

  3. #53
    Yunan
    Davon habe ich noch nie gehoert. Vertreibung von Tuerken 1989? Klingt fuer mich ziemlich unglaubwuerdig und erfunden.

  4. #54
    Avatar von Paokaras

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    Zitat Zitat von Yunan Beitrag anzeigen
    Davon habe ich noch nie gehoert. Vertreibung von Tuerken 1989? Klingt fuer mich ziemlich unglaubwuerdig und erfunden.
    Ab Anfang der 1980er Jahre verstärkten sich die Repressionen gegen die moslemischen und türkischen Minderheiten Bulgariens. 1986 zwangen die bulgarischen Behörden die türkische Minderheit zur Annahme slawischer Namen und verboten den Schulunterricht in türkischer Sprache. Rund 380.000 ethnische Türken wurden mit drastischen Maßnahmen zur Auswanderung in die Türkei gezwungen, oder gerieten in Arbeitslager wie Belene. Dies dauerte bis zum Anfang der 1990er Jahre. Dabei sind nach offiziellen Angaben etwa 400 Menschen durch Folter und Massaker umgekommen. Bis heute ist dieses Kapitel in der bulgarischen Gesellschaft nicht aufgearbeitet, denn die Archive der ehemaligen Staatssicherheit sind noch immer geschlossen, obwohl deren Öffnung im Assoziierungsvertrag mit der EU gefordert wurde. Der Öffnung der Archive widersetzen sich vor allem Kreise in der Nachfolgepartei der Kommunisten, der Bulgarischen Sozialistischen Partei (BSP).

    Aus wiki : Geschichte Bulgariens


    Hier wird von 380.000 vetrieben gesprochen,die Todesopfer sind auch hier mit 400 angegeben.
    Wie du siehst ist das net erlogen,die EU fordert schon seit Jahren die Öffnung der Archive von den Bulgaren.

    Die Bulgaren haben sich ins eigene Bein geschossen mit den Forderungen an die Türken

  5. #55
    Avatar von El Greco

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    Zitat Zitat von Paokaras Beitrag anzeigen
    Ab Anfang der 1980er Jahre verstärkten sich die Repressionen gegen die moslemischen und türkischen Minderheiten Bulgariens. 1986 zwangen die bulgarischen Behörden die türkische Minderheit zur Annahme slawischer Namen und verboten den Schulunterricht in türkischer Sprache. Rund 380.000 ethnische Türken wurden mit drastischen Maßnahmen zur Auswanderung in die Türkei gezwungen, oder gerieten in Arbeitslager wie Belene. Dies dauerte bis zum Anfang der 1990er Jahre. Dabei sind nach offiziellen Angaben etwa 400 Menschen durch Folter und Massaker umgekommen. Bis heute ist dieses Kapitel in der bulgarischen Gesellschaft nicht aufgearbeitet, denn die Archive der ehemaligen Staatssicherheit sind noch immer geschlossen, obwohl deren Öffnung im Assoziierungsvertrag mit der EU gefordert wurde. Der Öffnung der Archive widersetzen sich vor allem Kreise in der Nachfolgepartei der Kommunisten, der Bulgarischen Sozialistischen Partei (BSP).

    Aus wiki : Geschichte Bulgariens


    Hier wird von 380.000 vetrieben gesprochen,die Todesopfer sind auch hier mit 400 angegeben.
    Wie du siehst ist das net erlogen,die EU fordert schon seit Jahren die Öffnung der Archive von den Bulgaren.

    Die Bulgaren haben sich ins eigene Bein geschossen mit den Forderungen an die Türken
    Hab davon noch nie was gehört :S

    Naja wenn das so ist. Schande über Bulgarien!!!

  6. #56
    Kelebek
    Zitat Zitat von Yunan Beitrag anzeigen
    Davon habe ich noch nie gehoert. Vertreibung von Tuerken 1989? Klingt fuer mich ziemlich unglaubwuerdig und erfunden.
    Natürlich glaubst du nicht dran, denn in Europa zeigt man mit dem Finger nur auf Verbrechen der Türken, aber nie an die begangenen Verbrechen AN Türken. Das ist eines von vielen zahlreichen Verbrechen an Türken. Und dass irgendwo Türken vertrieben worden sind, passt eben nicht zu deinem Feindbild, darum auch kein Wunder, dass es für dich unglaubwürdig und erfunden klingt.
    Zitat Zitat von Yunan Beitrag anzeigen
    War doch nie ihr Land.

    Trotzdem ist die Forderung aus Bulgarien nicht mehr ganz zeitgemaess...
    Und das rechtfertigt eine Vertreibung? Deutschland ist auch nicht unser Land, sollen jetzt alle Ausländer hier vertrieben werden, würdest du es dann auch gutheißen?

  7. #57
    Avatar von BlackJack

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    Zitat Zitat von Paokaras Beitrag anzeigen
    Bei der Statistik unten findest du ja Quellen.Vielleicht übertreiben sie ja bei den Vetriebenen und ermordeten Zahlen über die Deutschen.

    Wieso sollten sie aber über die 300.000 Türken lügen die 1989 vertrieben wurden?
    ich meine nicht diese bestimmte Zahl, ich misstraue einfach im Allgemeinen deren Auswahlverfahren weil es ihnen um ganz andere Dinge geht

    Zu dem "Vertreibungsverhältnis" Bulgaren/Türken kann ich garnichts sagen, meine bisherigen Posts dazu sollten eher Provo sein

  8. #58
    Yunan
    Zitat Zitat von CAPO Beitrag anzeigen
    Natürlich glaubst du nicht dran, denn in Europa zeigt man mit dem Finger nur auf Verbrechen der Türken, aber nie an die begangenen Verbrechen AN Türken. Das ist eines von vielen zahlreichen Verbrechen an Türken. Und dass irgendwo Türken vertrieben worden sind, passt eben nicht zu deinem Feindbild, darum auch kein Wunder, dass es für dich unglaubwürdig und erfunden klingt.

    Und das rechtfertigt eine Vertreibung? Deutschland ist auch nicht unser Land, sollen jetzt alle Ausländer hier vertrieben werden, würdest du es dann auch gutheißen?
    Ich lasse mich gerne eines besseren belehren und hier habe ich mich eben getaeuscht. Dann frage ich mich, wie so etwas unbemerkt geschehen konnte und die Protokolle dieser Vertreibungen in den Archiven verrotten.

    Der Vergleich mit Tuerken in Deutschland hinkt aber, das ist nicht vergleichbar. Die Tuerken in D wurden von der deutschen Regierung angeworben, in Bulgarien oder allgemein auf dem Balkan haben sie sich diese Gebiete vor Jahrhunderten blutig erobert und sich dort auf Grund angesiedelt, den die Osmanen in Blut getraenkt hatten.

    Trotzdem haette es so etwas in den 80'ger und 90'ger Jahren nicht geben duerfen, genauso wie die Jugo-Kriege.

    Und wie schon oft klargestellt, ich habe keine Abneigung gegen Türken, wenn überhaupt richtet sich meine Abneigung gegen die Regierungen, nicht gegen die Menschen.

  9. #59

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    Zitat Zitat von Paokaras Beitrag anzeigen
    Ab Anfang der 1980er Jahre verstärkten sich die Repressionen gegen die moslemischen und türkischen Minderheiten Bulgariens. 1986 zwangen die bulgarischen Behörden die türkische Minderheit zur Annahme slawischer Namen und verboten den Schulunterricht in türkischer Sprache. Rund 380.000 ethnische Türken wurden mit drastischen Maßnahmen zur Auswanderung in die Türkei gezwungen, oder gerieten in Arbeitslager wie Belene. Dies dauerte bis zum Anfang der 1990er Jahre. Dabei sind nach offiziellen Angaben etwa 400 Menschen durch Folter und Massaker umgekommen. Bis heute ist dieses Kapitel in der bulgarischen Gesellschaft nicht aufgearbeitet, denn die Archive der ehemaligen Staatssicherheit sind noch immer geschlossen, obwohl deren Öffnung im Assoziierungsvertrag mit der EU gefordert wurde. Der Öffnung der Archive widersetzen sich vor allem Kreise in der Nachfolgepartei der Kommunisten, der Bulgarischen Sozialistischen Partei (BSP).

    Aus wiki : Geschichte Bulgariens


    Hier wird von 380.000 vetrieben gesprochen,die Todesopfer sind auch hier mit 400 angegeben.
    Wie du siehst ist das net erlogen,die EU fordert schon seit Jahren die Öffnung der Archive von den Bulgaren.

    Die Bulgaren haben sich ins eigene Bein geschossen mit den Forderungen an die Türken

    Manche von diesen vertriebenen Türken sind inzwischen zurückgekehrt und sind politisch aktiv.
    Also wenn Bulgarien tatsaechlich Entschaedigung gefordert hat, wurde die Büchse der Pandora geöffnet.

  10. #60
    Kelebek
    Ich kann mich noch an die Worte meines Opas erinnern. Sie standen unter kilometer langen Autokolonnen unter unmenschlichen Bedingungen. Er war einer von vielen Türken, die mit dem Auto in die Türkei über Bulgarien fuhren und damals bekam man von den Vertreibungen und Massakern in Bulgarien gar nichts mit. Mein Opa gab alles her, Zigaretten, Lebensmittel und Kleidung. Mit Mühe und Not konnte er doch über die türkische Grenze. Viele Tankstellen schlossen ihre Tanke für Türken und die ganzen Leute mussten ihre Wagen Kilometer lang schieben. Man hat sie regelrecht tyrannisiert. Von den einheimischen Türken mal ganz abgesehen.

    Jan Krcmar sen. schildert im folgenden Teil seiner Serie den Exodus ethnischer Türken aus Bulgarien im Schicksalsjahr 1989:

    Viel wurde darüber geschrieben und gesagt, dass die Menschen aus dem ehemaligen kommunistischen Ostblock mit ihren Füßen abgestimmt und damit letztlich die Fesseln ihrer "Volks-Demokratie", die das gar nicht war, abgeschüttelt haben. Die meisten, die die Massenflucht von Bürgern der Deutschen Demokratischen Republik, gemeinhin als Ostdeutschland bekannt, erfahren hatten oder Augenzeugen wurden, konnten schwer verstehen, dass diese Tausenden willens waren, ein begrenzt sicheres Leben für eine ungewisse Existenz im Westen aufzugeben und das meiste von dem zurückzulassen, was sie über Jahrzehnte aufgebaut hatten. Aber mehrere Monate vor der Flucht der Ostdeutschen in den Westen, über die viel berichtet wurde, ging dem der größte Exodus seit dem Zweiten Weltkrieg voraus, als fast unbemerkt von der Öffentlichkeit fast eine halbe Million ethnischer Türken, die in Bulgarien lebten, ihre Arbeit niederlegten und sich für das Exil in der Türkei entschlossen.




    Todor Zhivkov versuchte vor dem Sturz vergeblich, eine halbe Million türkischstämmiger Bulgaren an die Türkei loszuwerden (li.), re.: Massen-Exodus in die Türkei

    Flieger nach Varna

    „Nimm einen Flieger nach Varna, du kannst es in einem Tag schaffen“, sagte Nick, unser Reuters Mitarbeiter in Bulgarien, als er mich an einem Sonntag Ende Mai 1989 frühmorgens anrief. Als ich ihn fragte, warum ich plötzlich in den Urlaubsort Varna ans Schwarze Meer sollte, antwortete er mit erregter Stimme: „Es ist das Finale der europäischen Basketball-Meisterschaft der Frauen und schau, dass Du den Flieger nicht verpasst“, und hing auf. Ich arbeitete mit Nick fast zehn Jahre lang zusammen und kannte ihn so gut, dass ich realisierte, da gehe es um viel mehr als nur um Basketball, dass er mir dies aber am Telefon so nicht sagen konnte, weil wir ja wahrscheinlich nicht die einzigen waren, die bei unserem Gespräch zuhörten, aus einem der am strengsten polizeilich überwachten Länder des kommunistischen Ostblocks. Ich packte also meine Sachen und meine Frau holte mir ein Taxi, resigniert, dass sie und unsere drei Kinder ein weiteres Wochenende als Stroh-Witwe mit Stroh-Waisen verbringen würden.

    Da ist die Hölle los

    Ich landete in Varna am frühen Nachmittag, wo mich Nick abholte und sagte: „Da ist die Hölle los, zehntausende Türken haben ihre Sachen gepackt und emigrieren. Überallhin in die Türkei. Wer wollte in die Türkei auswandern?“ Als wir in die Stadt fuhren, wurden die Fakten langsam ersichtlich. Am 18. Mai hatte Bulgariens kommunistischer Diktator Todor Zhivkov in einer plötzlichen Kehrtwende verkündet, dass alle „zum Islam konvertierten Bulgaren“ ein 90 Tage Ausreise-Visum ins Ausland erhalten könnten. Vorher hatte Zhivkov noch einen Rückschlag bei seiner Zwangs-Assimilierungs-Politik an schätzungsweise einer Million ethnischer Türken hinnehmen müssen. Und es begann die größte Flucht einer ethnischen Entität in der Geschichte Nachkriegs-Europas.

    Gold für die Türkei

    Jahrhundertelang haben viele Türken in Regionen gelebt, die heute zu Bulgarien gehören und früher Teil des Osmanischen Reiches waren. Nach der Entstehung Bulgariens als unabhängiger Staat im 19. Jahrhundert blieb etwa eine Million Türken in Bulgarien, überwiegend im Nordosten des Landes, wo sie meist als Bauern und kleine Handwerker lebten und ihre muslimische Religion praktizierten. Im Allgemeinen wurden sie zwar von der slawischen Mehrheit toleriert, wurden aber als ziemlich rückständige, konservative Minderheit angesehen. 1984 begann dann eine konzertierte Phase der Zwangs-Assimilation, zum Teil auch angetrieben durch die rückläufige Geburtenrate unter christlichen Bulgaren. Das Hauptargument war, dass diese Personen nicht Türken, sondern „zum Islam konvertierte Bulgaren“ wären. Das Resultat war, dass ethnische Türken gezwungen wurden, slawische Namen anzunehmen, dass ihnen verboten wurde, ihre charakteristische, türkische Kleidung zu tragen, privat und öffentlich Türkisch zu sprechen, und dass viele ihrer Moscheen geschlossen wurden. Die türkische Bevölkerung widersetzte sich dem mit erbittertem Widerstand, der vom Regime brutal niedergeschlagen wurde, was dazu führte, dass viele Demonstranten getötet und Tausende eingesperrt wurden. Eine der offensten Demonstrationen des Widerstandes ereignete sich 1986, als Bulgariens Weltrekordler im Gewichtheben, Naum Suleymanov, offen seinen Absprung verkündete, wieder seinen ursprünglichen Namen Naim Suleymanoglu annahm und erklärte, er werde in Zukunft für die Türkei antreten. Er gewann Goldmedaillen für die Türkei bei den darauf folgenden Olympiaden in Seoul, Barcelona und Atlanta.

    Geisterdörfer und nicht endende Schlangen

    Innerhalb von Stunden nach der Ankündigung von Zhivkov stürmten zehntausende Türken lokale Pass-Ämter, legten umgehend ihre Arbeit nieder, ließen Herden von Schafen auf den Hügeln zurück, verließen Felder, auf denen sie arbeiteten, verkauften, was sie konnten, erstanden jeden möglichen Transport, den sie ergattern konnten, darunter alte Busse, LKWs, Traktoren und Anhänger, und brachen in schier nicht mehr endenden Schlangen Richtung türkische Grenze auf. Wir fuhren durch zahllose Geister-Dörfer, die wie leere Sets von Folklore-Filmen aussahen, kamen durch Städte, wo die einzige Aktivität im Schlangestehen vor Pass-Ämtern bestand, besuchten Genossenschafts-Farmen, auf denen ein paar zurückgebliebene bulgarische Angestellte und Buchhalter plötzlich gezwungen waren, Kühe zu melken oder Tabak zu pflücken, und sahen Warteschlangen von Menschen vor Bussen, die von türkischen Fahrern zurückgelassen worden waren.

    Ich will meinen Namen zurück

    Der größte Verkehr spielte sich auf der Hauptstraße Richtung Süden zur türkischen Grenze ab. Die war verstopft mit Rostschüsseln von Autos, LKWs, alten Bussen und selbst uralten Traktoren mit Anhängern, alle zum Bersten vollgeladen mit teils drei bis vier Generationen von Familien mit Habseligkeiten, die sie noch aufladen konnten – Bettzeug, Töpfe, Pfannen, Sessel, Körbe, voll gestopft mit Kleidern und sogar einigen Haustieren. Berichte von der bulgarisch-türkischen Grenze sprachen von einem andauernden Strom tausender Menschen in die Türkei, mit denen die türkische Grenzpolizei völlig überfordert war und die im Inland in Bulgarien Staus von einigen zehn Kilometern an Fahrzeugen verursachten. Um mit der Situation fertig zu werden, errichtete die bulgarische Polizei Straßen-Sperren und versuchte, den Verkehr Richtung Süden zu koordinieren, um ein noch größeres Chaos zu verhindern. An einer dieser Straßensperren, wo der Verkehr mindestens drei bis vier Kilometer zurück reichte, hatten die Behörden Erste-Hilfe-Stationen für jene errichtet, die unter der Hitze litten. Am Rande der Straße saßen Familien und warteten geduldig, einige mehr als zwei Tage, die Erlaubnis zur Weiterfahrt zu bekommen. Alle, mit denen wir sprachen, hatten nur einen Wunsch: aus diesem Land hinauszukommen, wo sie unerwünscht waren, in ein Land, in dem sie mit ihrer eigenen Identität leben konnten. „Die haben mir meinen Namen weggenommen, mit dem ich geboren wurde“, sagte ein älterer Mann und zeigte seinen Pass mit dem bulgarischen Namen Christo Bonev. „Wie kann ich damit leben? Das bin nicht ich, ich will meinen wirklichen Namen zurück. Und ich möchte in meiner eigenen Sprache sprechen, was sie mir verboten haben“. Er sagte, er habe sein Haus zurückgelassen, in dem er geboren worden sei und wo seine Familie seit Jahrzehnten gelebt habe. „Es ist mir schon alles egal, das einzige, was ich will, ist, ein freier Mensch zu sein”, meinte er verbittert.



    Ethnische Türken in Dzhebel bei Gedenkveranstaltung an den Exodus vor 20 Jahren

    Exodus wesentlicher Faktor für den Sturz

    Nach Schätzungen verließen mindestens eine halbe Million Personen Bulgarien, das eine Bevölkerung von rund acht Millionen hatte. Der Exodus verursachte auch extreme, wirtschaftliche Schwierigkeiten, weil die meisten, die das Land verließen, in der Landwirtschaft arbeiteten, besonders in den Sektoren Tabak, Obst und Gemüse, einigen Hauptstützen des bulgarischen Exports. Er war auch ein wesentlicher Faktor, der im Herbst 1989 zum Sturz von Zhivkov führte, einem der am längsten amtierenden kommunistischen Machthaber im damaligen Warschauer Pakt. Aber der Exodus hatte auch Auswirkungen auf einfache Bulgaren wie meinen Kollegen Nick. Für sie brach ein Mythos zusammen, mit dem sie aufgewachsen waren, und sie sahen, dass eine lange verachtete Minderheit keine zum Islam konvertierten Bulgaren waren, sondern eine tatsächliche ethnische Entität, die nur friedlich in dem Land leben wollte, in dem sich deren Vorfahren vor Jahrhunderten angesiedelt hatten.

    http://www.wieninternational.at/de/node/14860
    Zitat Zitat von Yunan Beitrag anzeigen
    Ich lasse mich gerne eines besseren belehren und hier habe ich mich eben getaeuscht. Dann frage ich mich, wie so etwas unbemerkt geschehen konnte und die Protokolle dieser Vertreibungen in den Archiven verrotten.

    Der Vergleich mit Tuerken in Deutschland hinkt aber, das ist nicht vergleichbar. Die Tuerken in D wurden von der deutschen Regierung angeworben, in Bulgarien oder allgemein auf dem Balkan haben sie sich diese Gebiete vor Jahrhunderten blutig erobert und sich dort auf Grund angesiedelt, den die Osmanen in Blut getraenkt hatten.

    Trotzdem haette es so etwas in den 80'ger und 90'ger Jahren nicht geben duerfen, genauso wie die Jugo-Kriege.

    Und wie schon oft klargestellt, ich habe keine Abneigung gegen Türken, wenn überhaupt richtet sich meine Abneigung gegen die Regierungen, nicht gegen die Menschen.
    Du bist einfach nur lächerlich und beweist mal wieder deine rassistische Denkweise. Was haben diese unschuldigen Menschen mit den Osmanen am Hut? Sie sind vor Jahrhunderten da eingewandert und leben dort, punkt aus. Nichts rechtfertigt eine Vertreibung, du bist einfach nur verrückt. Versuchst eine Vertreibung von Menschen zu rechtfertigen, nur weil sie vor Jahrhunderten durch Eroberer dort angesiedelt wurden. Und dann schön drehen und wenden, dass es schön aussieht, als habe der Yunan keine Abneigung gegenüber Menschen anderer Nationen. Ist klar, hast dich oft genug als Falschen bewiesen. Ich kenn deine Meinung über Türken mittlerweile sehr gut, so dass ich dich einschätzen kann. Es ist mehr als Krank und faschistisch Vertreibungen an Türken mit der Begründung sie wären vor Jahrhunderten durch osmanische Herrscher dort angesiedelt zu rechtfertigen. Würdest du auch Vertreibung oder gar Tod an "Türken im Balkan" bzw formulier ich es mal so, dass du es auch verstehst : "osmanische Überbleibsel" in Kosovo oder Mazedonien rechtfertigen? Heute leben schließlich noch tausende Türken im Balkan und die sind in deinen Augen wahrscheinlich auch osmanische Siedler, die vor Jahrhunderten kamen.

    Lern es endlich. Kein Mensch hat ein eigenes Land. Alles enstand durch Siedlungen und Eroberungen. Griechenland oder Türkei könnte genauso woanders liegen. Aber es sind nun mal Grenzen enstanden und die Menschen in diesen Grenzen verdienen Freiheit und nicht Vertreibung oder Tod, nur weil sie vor Jahrhunderten durch ehemalige feindliche Herrscher angesiedelt wurden.

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