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Auch Spanien vor Linksruck

Erstellt von Grdelin, 01.02.2015, 19:18 Uhr · 39 Antworten · 1.786 Aufrufe

  1. #21
    Avatar von Heraclius

    Registriert seit
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    Zitat Zitat von -Troy- Beitrag anzeigen
    Kein Beitrag von dir ohne Blödsinn zu schreiben. Und das zu einem Thema indem du dich nach eigenen Angaben auskennen müsstest.

    Die Weltwirtschaftskrise hatte Deutschland natürlich viel härter getroffen als heute Griechenland.

    Die Arbeitslosenquote stieg auf über 35%, der Beschäftigungsgrad überhaupt lag nur bei 20%, d. h. viele hatten es schon aufgegeben nach Arbeit zu suchen und wurden in der Statistik überhaupt nicht mehr richtig erfasst. Die echte Arbeitslosenquote hätte damit auch bei 60% liegen können, wenn der Beschäftigungsgrad vor der Krise als Maßstab genommen wird.
    Die Industrieproduktion ist damals um mehr als 40% eingebrochen.
    Der Außenhandel um mehr als 60%.
    Und Deutschland ist nie aus der Krise gekommen, denn die NSDAP hat schlicht und ergreifend einen riesen Berg an Schulden angehäuft, Unternehmen verstaatlicht und damit viele Bürger enteignet auch von den Juden mal abgesehen. Und anschließend Deutschland mit dem Krieg in den totalen Ruin gestürzt.

    - - - Aktualisiert - - -



    Das wars? Schon am Ende mit deiner Argumentation? Was für eine Überraschung



    Hast wohl nicht im Ernst erwartet, dass ich mit dir argumentiere?

    Heraclius

  2. #22
    Avatar von Buntovnik

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    Populistische Sozialdemokraten und pseudolinke Phrasendrescherei. Ein solcher Linksruck ist nicht zu gebrauchen.
    Spätestens nach SYRIZAs Verhandlungen mit den unabhängigen Griechen und den Flirts mit Dugin in Russland müsste man eigentlich merken, dass diese Parteien "neuen" Typus gar nicht neu und eigentlich nur die etwas radikalere Version der Sozialdemokratie sind.

  3. #23
    Avatar von ZX 7R

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    Zitat Zitat von -Troy- Beitrag anzeigen
    Und wer von denen soll "neo-liberale" Politik betrieben haben?

    In den USA und GB wurden Staatsunternehmen als erstes privatisiert, mit der Folge, dass nun Briefe, Flüge, Telefonie, Gas, öffentliche Verkehrsmittel und Strom in diesen Ländern so günstig sind wie nie. Davon profitieren alle, da vieles von dem als Grundbedürfnisse angesehen werden.
    ......


    ....ausser die Arbeiter, die diese Jobs dann hernach machen müssen........oder haste mal nachgefragt was zum Beispiel ein Postbote verdient, oder die zB. bei O2 als Zeitarbeiter beim Kundenservice, Öffentliche Verkehrsmittel.....hahahahaha ich schmeiss mich weg, ich denk grad an den Busfahrer oder Taxifahrer.......und Gas und Strom überbrücken dies mit Absprachen unter Konkurrenten.......


    und bitte nicht verwechseln bei den aufgezählten, dass die früher wirklich gut verdienten, aber die, die keinen 20 Jahre alten Arbeitsvertrag, mit den aufgeführten Unternehmen, verdienen extrem schäbig.


    Ich bin mal gespannt was so in Zukunft dann mit der Wasserversorgung so wird. Nicht, dass ich nicht für Privatisierung bin aber es gibt Zweige die ich lieber staatlich sehen würde......

    Wasserversorgung wär ein sehr gutes Beispiel.

  4. #24
    Avatar von -Troy-

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    Zitat Zitat von Heraclius Beitrag anzeigen
    Hast wohl nicht im Ernst erwartet, dass ich mit dir argumentiere?

    Heraclius
    Was würde es auch bringe?

    Du bist ein Spinner und Anhänger einer Verschwörungstheorie über eine internationale Verschwörung gegen das arme kleine Griechenland.

    Du glaubst irgendjemand beutet alle auf der Welt aus und das nennt sich neo-liberal und vielleicht wärst du mir sogar mit Öl in Griechenland gekommen oder so ein scheiß.

    Da diese Dinge aber schon erwähnt worden sind, ist deine Argumentation am Ende.

  5. #25
    Avatar von ZX 7R

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    Komisch wusste nicht, dass die grünen auch linke sind.


  6. #26
    Avatar von -Troy-

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    Zitat Zitat von ZX 7R Beitrag anzeigen
    ....ausser die Arbeiter, die diese Jobs dann hernach machen müssen........oder haste mal nachgefragt was zum Beispiel ein Postbote verdient, oder die zB. bei O2 als Zeitarbeiter beim Kundenservice, Öffentliche Verkehrsmittel.....hahahahaha ich schmeiss mich weg, ich denk grad an den Busfahrer oder Taxifahrer.......und Gas und Strom überbrücken dies mit Absprachen unter Konkurrenten.......


    und bitte nicht verwechseln bei den aufgezählten, dass die früher wirklich gut verdienten, aber die, die keinen 20 Jahre alten Arbeitsvertrag, mit den aufgeführten Unternehmen, verdienen extrem schäbig.


    Ich bin mal gespannt was so in Zukunft dann mit der Wasserversorgung so wird. Nicht, dass ich nicht für Privatisierung bin aber es gibt Zweige die ich lieber staatlich sehen würde......

    Wasserversorgung wär ein sehr gutes Beispiel.
    Und wer hat diese Leute bei der Post, Telekom, Lufthansa, allen Energieversorgern und der Bahn ihre völlig überdurchschnittlichen und nicht zu rechtfertigen Gehälter bezahlt?

    Richtig, alle anderen, die sich einen schlechtbezahlten Job in der freien Wirtschaft suchen mussten.

    Wie genau geht dein System denn auf? Sozial ist angeblich, wenn alle gleich viel verdienen und es keine Kaste in Staatsunternehmen, die trotz gleicher Ausbildung und gleicher Verantwortung aber das doppelte bekommt wie der Rest der Bevölkerung bei ähnlichen Jobs. Und genau das ist dort gelaufen. Telefonie war extrem überteuert, in den 80ern musste man noch aufpassen bloß kein langes Ferngespräch zu führen. Wer häufiger in die Nachbarstadt telefonieren musste kam schnell auf telefonrechnungen von 200 Mark. Ein Flug nach Griechenland kostete locker 500 Mark pro Person und ein Paket abschicken sollte man sich gut überlegen.
    Zusätzlich wurde man wie scheiße behandelt, da alle Unternehmen Monopole waren und man sich gar nicht über irgendwas beschweren konnte.
    Aber ja, im sozialen Paradies durften diese privilegierten Leute dann mehr verdienen, hatten 14 Jahresgehälter und eine doppelte Rente durch Unternehmensbeiträge alle auf Kosten von Steuerzahler und Kunden.

    Das jetzige System ist natürlich asozial, wo sich jeder Telefon und Flüge leisten kann. In Deutschland hat es mit der Bahn und Energieversorgung ja nicht geklappt aus diversen Gründen. Und in Griechenland hat nichts davon geklappt.

  7. #27
    Avatar von Heraclius

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    Zitat Zitat von -Troy- Beitrag anzeigen
    Was würde es auch bringe?

    Du bist ein Spinner und Anhänger einer Verschwörungstheorie über eine internationale Verschwörung gegen das arme kleine Griechenland.

    Du glaubst irgendjemand beutet alle auf der Welt aus und das nennt sich neo-liberal und vielleicht wärst du mir sogar mit Öl in Griechenland gekommen oder so ein scheiß.

    Da diese Dinge aber schon erwähnt worden sind, ist deine Argumentation am Ende.




    Hast mich durchschaut, muss mich geschlagen geben, bin wegen dir mit meinem Latein bereits am Ende.

    Heraclius

  8. #28
    Avatar von ZX 7R

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    Zitat Zitat von -Troy- Beitrag anzeigen
    Und wer hat diese Leute bei der Post, Telekom, Lufthansa, allen Energieversorgern und der Bahn ihre völlig überdurchschnittlichen und nicht zu rechtfertigen Gehälter bezahlt?

    Richtig, alle anderen, die sich einen schlechtbezahlten Job in der freien Wirtschaft suchen mussten.

    Wie genau geht dein System denn auf? Sozial ist angeblich, wenn alle gleich viel verdienen und es keine Kaste in Staatsunternehmen, die trotz gleicher Ausbildung und gleicher Verantwortung aber das doppelte bekommt wie der Rest der Bevölkerung bei ähnlichen Jobs. Und genau das ist dort gelaufen. Telefonie war extrem überteuert, in den 80ern musste man noch aufpassen bloß kein langes Ferngespräch zu führen. Wer häufiger in die Nachbarstadt telefonieren musste kam schnell auf telefonrechnungen von 200 Mark. Ein Flug nach Griechenland kostete locker 500 Mark pro Person und ein Paket abschicken sollte man sich gut überlegen.
    Zusätzlich wurde man wie scheiße behandelt, da alle Unternehmen Monopole waren und man sich gar nicht über irgendwas beschweren konnte.
    Aber ja, im sozialen Paradies durften diese privilegierten Leute dann mehr verdienen, hatten 14 Jahresgehälter und eine doppelte Rente durch Unternehmensbeiträge alle auf Kosten von Steuerzahler und Kunden.

    Das jetzige System ist natürlich asozial, wo sich jeder Telefon und Flüge leisten kann. In Deutschland hat es mit der Bahn und Energieversorgung ja nicht geklappt aus diversen Gründen. Und in Griechenland hat nichts davon geklappt.

    Hopsala, jetzt bin ich in die Schublade Kommunist gelandet.

    ...Bahn....auch so ein gutes Thema.....weil Du Großbritannien erwähntest....ich weiss noch was mit der passierte als die Privatisiert worden ist.


    Komm, lull Deine Stammuser weiter ein. ich schrieb bereits ich habe nichts gegen Privatisierungen, es gibt aber bestimmte sachen wo ich sicherer bin wenn des der Staat in der Hand hat. Ich erwähnte bereits die Wasserversorgung.

    Auch hoffe ich, dass die Polizei zB. Staatlich bleibt. Oder sollten wir die auch privatisieren? Dann kann sich jeder einen Bullen leisten.....24 Std, pro Tag.


  9. #29
    koelner
    Günter Jauch Talkrunde heute. Ein Fazit, das in der hiesigen Darstellung oft zu kurz kommt: die extreme Verteilung des Vermögens (2000 Familien besitzen 80%), und der damit einhergehende politische Einfluss der Vermögenden. Das klingt erstmal nach einem Vorwurf aus dem sozialistischen Lager.

    Aber: wenn es soweit geht, dass die Vermögenden für sich und ihre Unternehmen faktisch absolute Steuerfreiheit beanspruchen, dann ist das ein volkswirtschaftlich-strukturelles Problem. Und sowohl Nea Dimokratia als auch Pasok haben sich damit offenbar über Jahrzehnte abgefunden. Von daher können die notwendigen Impulse wohl nur von einer bisher aussenstehenden Partei kommen, die die Unabhängigkeit und den Mut für Änderungen an diesem System hat.

  10. #30
    Avatar von Poliorketes

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    Griechenland: Tsipras bringt Merkel in Bedrängnis - DIE WELT

    Hat Merkel in Europa bald nichts mehr zu sagen?Der Triumph von Alexis Tsipras in Griechenland verändert die EU. Rechts- und Linkspopulisten bejubeln seinen Erfolg – und wittern ihre Chance, den von der Kanzlerin verordneten Sparkurs zu beenden.


    Von Claus Christian Malzahn, Jan Dams, Martin Greive Martin GreiveBiografie und alle Artikel des Autors




    Europas Populistenriege hat mit dem Griechen Alexis Tsipras (2. v. l.) nun einen besonders gefährlichen Gegenspieler für die Kanzlerin. Auch andere (v. l.) wollen Angela Merkels angebliche Herrschaft über Europa brechen, unter ihnen Pablo Iglesias (Spanien), Nigel Farage (Großbritannien), Marine Le Pen (Frankreich) und Beppo Grillo (Italien)Foto: pa/dpa,REUTERS,Getty

    "Ein Gespenst geht um in Europa – das Gespenst des Kommunismus. Alle Mächte des alten Europa haben sich zu einer heiligen Hetzjagd gegen dies Gespenst verbündet ..." Manifest der Kommunistischen Partei – Karl Marx, Friedrich Engels
    Ein Gespenst geht um in Europa. Das Gespenst heißt Alexis Tsipras. Es lächelt, trägt weiße Hemden zu engen, dunklen Anzügen. Das Gespenst sieht gut aus, der offene Hemdknopf ist Teil einer gewinnenden politischen Strategie.
    Doch die alten Mächte in Brüssel und Berlin hat der alerte Grieche kräftig aufgeschreckt. Gut möglich, dass sich Angela Merkel, Jean-Claude Juncker, Mario Draghi und Christine Lagarde bald zu einer heiligen Hetzjagd auf die Schreckensgestalt aus Athen verabreden. Denn Alexis Tsipras hat sich nichts weniger vorgenommen, als die Sparpolitik der deutschen Kanzlerin zu Fall zu bringen. Er allein könnte das natürlich nie zuwege bringen. Doch der Revoluzzer aus Athen ist kein einsamer Streiter, auch wenn ihn die Spindoktoren in Brüssel und Berlin im Moment als Geisterfahrer beschreiben.
    Denn Tsipras' Anti-Merkel-Kurs genießt offene und heimliche Sympathien in ganz Südeuropa. Und so müssen die Kanzlerin und ihr Finanzminister befürchten, dass über den Regierungswechsel in Athen mithilfe anderer Regierungen ein genereller Kurswechsel in Europa eingeleitet werden könnte. "Frech und unverschämt" findet EU-Kommissar Günther Oettinger das Auftreten des griechischen Newcomers. Das kann schon sein. Aber es ist trotzdem gut möglich, dass Tsipras am Ende dieses Jahres nicht der einzige politische Außenseiter sein wird, der sich plötzlich im Zentrum der Macht wiederfindet.

    Einen genauen Schlachtplan hat Tsipras nicht

    Tsipras glaubt, dass seine Landsleute genug gelitten haben – ein Lebens- und Leidensgefühl, das viele Portugiesen, Spanier oder Italiener teilen. Die Krise hat seit 2010 vor allem die Mittelschicht brutal getroffen. Die Arbeitslosigkeit stieg in Griechenland auf 27 Prozent, die Gehälter sanken um fast ein Drittel. Selbst in der Großen Depression in den USA während der 1930er-Jahre waren die Zahlen nicht so schlimm.
    Verzweifelte Zeiten erfordern manchmal verzweifelte Maßnahmen – das scheint die Devise der griechischen Wähler gewesen zu sein. Alexis Tsipras hofft allerdings, dass seine Wahl viel mehr bedeutet als nur einen demokratischen Regierungswechsel. Er will einen Systemwechsel in der Europäischen Union. Wie das genau aussehen und wie es sich finanzieren soll, weiß er wohl selbst noch nicht ganz genau. Nur eines ist gewiss: In Tsipras' Europa gibt es sehr wenig Merkelismus und sehr viel Sozialismus – auf Kosten der Deutschen.
    Der 40-jährige unverheiratete Familienvater will für seine gebeutelten Landsleute deutliche Verbesserungen herausholen. Die Staatsquote in Griechenland soll wieder rauf, ein 50-prozentiger Schuldenschnitt durchgesetzt werden. In der Wahl seiner Mittel ist er dabei nicht zimperlich. Als Koalitionspartner suchte sich Tsipras ausgerechnet die rechte Kleinpartei Anel aus. Ungläubig schauen selbst hartgesottene Politprofis auf das Populisten-Kabinett.

    Griechenland
    Varoufakis erteilt EU-Hilfskonzept eine Absage
    Kaum im Amt, sorgte der neue Finanzminister Janis Varoufakis nach einem Treffen mit Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem am Freitag in Athen für einen Eklat, als er die Zusammenarbeit mit der Troika aufkündigte. Der neue Verteidigungsminister, Anel-Chef Panos Kammenos, verbreitete vor Kurzem die Verschwörungstheorie, Juden müssten in Griechenland keine Steuern bezahlen. Und der neue, linke Außenminister Nikos Kotzias rühmt sich bester Kontakte zu russischen Rechtsradikalen. Rechts, links – egal. Wenn es gegen Merkel geht, verschwimmen in Europa inzwischen die Grenzen – und es scheinen fast alle Bündnisse und Methoden erlaubt.

    Auf Merkel könnten harte Zeiten zukommen

    Im politischen Guerillakampf kennt sich Tsipras bestens aus. Seit seiner Schulzeit gehört er linksradikalen Organisationen an. Die Syriza-Bewegung verwandelte er in den Zeiten der griechischen Wirtschafts- und Finanzkrise aus einer Splittergruppe in eine Volkspartei. Die Pasok, jahrzehntelang Griechenlands mächtige sozialdemokratische Partei und vor wenigen Jahren noch über 40 Prozent stark, liegt nach Korruptionsskandalen atomisiert im Staub der Geschichte. Tsipras hat sie weggefegt. Und er will noch mehr.
    "Wir befinden uns in einem weltweiten Finanzkrieg. Und in Griechenland liegt die Front!", erklärte der Regierungschef im arabischen TV-Sender al-Dschasira. Der Revolutionär hat eine Heilsbotschaft im Gepäck: "Wenn es in Griechenland gelingt, die barbarischen Attacken des Neoliberalismus abwehren zu können, dann profitiert ganz Europa davon." Solche selbstbewussten sozialistischen Töne hat man in der Welt seit Fidel Castro und Che Guevara nicht mehr gehört. In den Hauptstädten Europas, vor allem in Brüssel und Berlin, fragt man sich nun: Meint der Kerl das womöglich auch noch ernst?
    Um diese Frage zu klären, flog der Präsident des EU-Parlaments Martin Schulz am vergangenen Donnerstag zu Tsipras nach Athen. Es war nicht die erste Begegnung zwischen dem erfahrenen Europapolitiker und dem jungen Wilden aus Griechenland. Während andere europäische Politgrößen Tsipras in den vergangenen Jahren gemieden hatten, suchte Schulz nach einem "Draht". Es sei "kein einfaches Gespräch gewesen", das Bündnis zwischen Syriza und den Rechtspopulisten hat selbst Schulz überrascht. Eine "bemerkenswerte ideologische Flexibilität" sei das. Europa müsse Tsipras zwar nicht fürchten – aber man solle sich auf "harte Verhandlungen" einstellen.

    Foto: Getty ImagesEU-Parlamentspräsident Martin Schulz (SPD, l.) und Tsipras am 29. Januar in Athen
    Harte Verhandlungen sind das Mindeste, was man erwarten kann. Es könnten schnell auch harte Zeiten für die deutsche Kanzlerin werden.

    Ein spanischer Tsipras ruft zum Kampf

    Mag sein, dass Ministerpräsident Tsipras selbst noch nicht entschieden hat, ob er künftig nur als harter Sachwalter griechischer Interessen oder als Anführer einer antideutschen, pseudorevolutionären Bewegung auftreten will. Bei aller Kampfesrhetorik sind seinem Handeln enge Grenzen gesetzt: Im März ist Griechenland pleite, wenn es seine Schulden nicht bedient. Und dennoch repräsentiert Tsipras mehr als nur das leidige griechische Problem. Für viele europäische Politiker, nicht zuletzt die immer stärker werdenden Rechts- und Linkspopulisten, ist der Grieche die heiß ersehnte, fleischgewordene Antwort auf die ungeliebte Domina Europas, die Teutonin Angela Merkel.

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