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Wohin steuert die Ukraine?

Erstellt von frank3, 02.12.2013, 21:46 Uhr · 9.045 Antworten · 471.955 Aufrufe

  1. #2431
    Avatar von Yu-Rebell

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    Zitat Zitat von Ts61 Beitrag anzeigen
    Um was geht es da? Ich verstehe nichts!
    Ich auch nicht, aber die Bilder sprechen eine deutliche Sprache. Das sind Bilder des Krieges und zeigen was solch eine Ausnahmesituation aus Menschen machen kann. Für alle die sich über der - mehr als ernsten - Lage in der Ukraine immer noch lustig machen: Krieg heißt nicht "nur" aufeinander zu schießen, Krieg bedeutet Gräueltaten, Vergewaltigungen, regelrechtes gegenseitiges abschlachten...

    Ich hoffe sehr, dass die Lage nicht weiter eskaliert. Wenn ja, dann wird aus diesem Krieg ganz schnell unser Krieg werden, ob wir es wollen oder nicht...

  2. #2432
    Avatar von Dinarski-Vuk

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    Zitat Zitat von DerBossHier Beitrag anzeigen
    Dinarski du bist bestimmt ein Russe oder Serbe :P und Putin Liebhaber natürlich
    Das ist doch wohl mehr als klar, dass es sich nur um die Nationen handeln kann, die zur Achse des Bösen gehören - unglaubwürdig sind sie sowieso

    Tja, der amerikanische Aggressor Stiefel will seine Präsenz in Ost Europa vergrössern, aber einen direkten Konflikt mit Moskau wollen sie auch nicht provozieren - hier will man halt eine Balance finden. Die Kampfflugzeuge werden wahrscheinlich deutlich mehr über dem baltischen Meer patrouillieren, deutlich mehr Kriegsschiffe werden im Baltischen und Schwarzem Meer anlaufen und in Polen, Litauen und Rumänien wird das Kontingent der Truppen weiterhin erhöht werden.

    Die amerikanischen Kriegs-Aggressoren Strategen haben Obama schon lange dafür kritisiert, dass er von seinem erhöhten Engagement in Asien verzichten soll, und (Ost-) Europa nicht vernachlässigen darf. Und nach der Krim-Krise wurde der Druck der Republikaner und der starken polnischen Lobby in den USA auf Obama immer grösser.

    So weit ich mich erinnern kann, hatten die Amis am Höhepunkt des Kalten Krieges (1953-1954) 450'000 Soldaten in über 1'200 Orten in Europa stationiert. Erst Mitte der achtziger Jahren (wegen dem Dollar Kurs) wurden viele Truppen wieder nach Hause geschickt, was vor allem von den Deutschen begrüsst worden ist.

    Heute haben wir in Europa ca. 65'000 amerikanische Soldaten, bzw. 85% weniger präsent in den stationierten Ortschaften, als noch zu Zeiten des Kalten Krieges.

  3. #2433
    Avatar von Arbeiter

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    4.142
    Interessant...

    In Finnland wächst wegen der Ukraine-Krise die Sorge über die wachsende militärische Stärke Russlands. In einer Umfrage sprachen sich zwei Drittel der befragten Armeeoffiziere für einen Nato-Beitritt Helsinkis aus. 40 Prozent der Befragten finden den Umgang der finnischen Regierung mit Russland zu zurückhaltend.
    Ukraine-Krise im Liveticker - SPIEGEL ONLINE

  4. #2434
    Jezersko
    Zitat Zitat von Lilith Beitrag anzeigen
    Nun gut, "Fachleute" sind auch nicht unbedingt nun alle Vertreter der offiziell schreibenden Zunft Ich persönlich gehe auch in dieses Forum nicht mit der Erwartungshaltung nun unbedingt "zu lernen". Die Leute unterhalten sich, manchmal auch so, wie man es wohl einfach auch normal im Freundes- und Bekannten, Familienkreis tun wird. Ab und zu kommen gute Stichworte. Man kann auch Quellen analysieren, bewerten. Und ich sag mal so. Es geht nicht um "Verschwörungstheorien. Aber ich würde mir manchmal mehr einen kritischen Blick auch auf "westliche" Medien gerade in Bezug auf Russlandberichterstattung wünschen. Und da hat sich im Netz, in Foren, auch der Medien selbst auch manch Parallelwelt entwickelt. Man muss die Meinungen nicht befürworten. Aber es ist doch ein Zeichen, dass etliche Konsumenten auch deutscher Medien dies doch tun, hinterfragen. (Und Welt, Axel Springer Verlag, na ja^^) Und für mich ist es etwa ein Armutszeugnis von sog. Meinungsfreiheit, wenn etwa dieser Meinunsgaustausch und die Möglichkeit des Kommentierens dieser Artikel eingeschränkt würde. (Ich meine nicht strafrechtlich relevante Äußerungen etc.) Abgesehen davon, dass es auch mal ein Feedback für teils extrem von sich eingenommenen Redakteuren und "Journalisten" ist

    Jezersko. Mir persönlich etwa geht es nicht darum, nun alles abzunicken oder toll zu finden, was sich mit Putin und Russland verbindet. Wobei ich betonen möchte, dass er der Präsident, aber nicht "Russland" ist. Aber ich freue mich über die Bereitschaft des einen oder anderen, auch durch die andere, "gegnerische" Brille zu gucken, wenigstens Stichworte aufzunehmen und zu versuchen, sich ein Bild zu machen. Wenn es um diesen Konflikt geht, bin ich froh, beide Seiten problemlos sehen, hören, lesen und verstehen zu können
    Marcin hat einen interessanten Thread eröffnet. Er weist auf ein latentes Problem hin:
    Antiamerikanismus als Wahnweltbild des modernen Unbehagens
    Antiamerikanismus als Wahnweltbild des modernen Unbehagens

    Auszug aus der verlinkten Seite:
    "Dabei ist es gesellschaftlich müßig, aber intellektuell keineswegs redundant, darauf hinzuweisen, dass Antiamerikanismus nicht nur etwas anderes ist, als Amerikakritik, sondern ihr Gegenteil: Während Kritik an der amerikanischen Politik sich dadurch auszeichnet, dass sie auf Fakten basiert und grundsätzlich widerlegbar ist, basiert Antiamerikanismus gleichermaßen auf einer Resistenz gegenüber Fakten, wie – als hermetisches System – prinzipiellen Unwilligkeit, die eigene Weltsicht zu revidieren: „Damned if you do and damned if you don’t“, brachte Andrei S. Markovits diese Paradoxie der antiamerikanischen Haltung einmal treffend auf den Punkt – egal wie Amerika agiert, es wird so oder so verdammt..."

    Man kann jetzt Amerika 1:1 durch die EU oder Russland ersetzen. Das Problem bleibt in den Köpfen, nämlich die Resistenz gegenüber Fakten und die Unwilligkeit die eigene Weltsicht zu revidieren. Das sture herumeiern auf Dingen, die als "die Wahrheit" wahrgenommen wird ohne zu hinterfragen. In über 2.400 Beiträgen geilt man sich mit immer "aktuelleren" You-tube-Filmchen auf und niemand von den "Kriegsberichterstattern" hier im Forum hat mehr eine Ahnung, wie, wann und warum der ganze Schlamassel in der Ukraine angefangen hat. Wie 4-jährige Kinder wird herumgepitzelt: Aber der hat zurert hingehauen, und der hat viel mehr zurück gehauen, und der ist überhaupt immer schon ein Böser gewesen... Das ist ein unwürdiger Schmarrn, der hier von sich gegeben wird.

    Daher noch ein letzter Versuch, den Auslöser und die potentiellen Folgen der Krise in der Ukraine dar zu stellen:

    Am 21. November 2013 kam es in Kiew zu Protesten gegen die Regierung Janukowytsch. Ausgelöst wurden die Proteste durch die überraschende Ankündigung der ukrainischen Regierung, das Assoziierungsabkommen mit der Europäischen Union nicht unterzeichnen zu wollen. Soweit eine nationale, gesellschaftliche Krise. In Folge des „Euromaidans“ entstand die Krimkrise.


    Nachdem das ukrainische Parlament am 22. Februar den ukrainischen Staatspräsidenten Wiktor Janukowytsch für abgesetzt erklärt hatte, lehnte sich die am 27. Februar unter Ausschluss der Öffentlichkeit und abgeschirmt durch damals offiziell „unbekannte bewaffnete Kräfte“ neu an die Macht gekommene Regierung der Autonomen Republik Krim gegen die Übergangsregierung der Ukraine auf. Vorausgegangen waren gewaltsame Zusammenstöße zwischen proukrainischen Krimtataren und Angehörigen der russischen Bevölkerungsmehrheit vor dem Parlamentsgebäude in Simferopol, in dem die Regierung über den Verbleib der Autonomen Republik Krim in der Ukraine entscheiden wollte.


    Am 16. März wurde ein Referendum über den Status der Krim abgehalten, an dem sich die Mehrheit der Krim für einen Beitritt zur Russischen Föderation aussprach. Bereits am Tag darauf stellte die Republik Krim einen Beitrittsantrag an die Russischen Föderation, worauf am 18. März mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin ein Beitrittsabkommen unterzeichnet wurde. Seit der Ratifikation dieses Vertrags durch den russischen Föderationsrat am 21. März 2014 sieht die Russische Föderation die Republik Krim und die Stadt Sewastopol als zwei neue Föderationssubjekte und somit als Teil Russlands an.
    Die Ukraine erkennt dies nicht an, sondern betrachtet die gesamte Krim weiterhin als ukrainisches Staatsgebiet. In der UN-Vollversammlung fand eine Resolution eine Mehrheit, in der das Referendum und die Sezession der Krim für ungültig erklärt wurden.


    Abgesehen von der de facto Unmöglichkeit, ein Referendum dieser Tragweite binnen weniger Tage ohne politische und gesellschaftliche Diskussion ab zu halten, argumentierte Russland schon damals mit dem „Schutz der russischen Minderheit“ – im Falle Krims eigentlich der Mehrheit.


    „Russland ist dort, wo ein Russe lebt!“ Das ist genau das Kernproblem!!! Mit dieser Ideologie kann an jedem Ort der Welt ein Krieg vom Zaum gebrochen werden! Und dieser Gedanke ist FALSCH. Selbst wenn er hundert Mal wiederholt wird, wird er nicht richtiger. Russland ist die Fläche innerhalb der Grenzen Russlands. Dieser Fakt ist UNVERHANDELBAR. Alles Andere ist völkerrechtlich nicht zulässig und stellt eine Aggression und Einmischung in einen souveränen Staat dar!


    Warum ist das so schwer zu kapieren?

    Lilith, seit dem Ende meiner Schulzeit, und das ist schon ein paar Jahrzehnte her, bin ich ein sehr politisch denkender Mensch. Dabei versuche ich IMMER auch durch die andere Brille zu gucken (ich vermeide den Ausdruck "gegnerisch"). Genau dieses Betrachten beider Seiten ist Teil eines Prozesses, an dessen Ende eine Meinung steht. Und diese Meinung vertrete ich! Es handelt sich dabei NIE um ein Vorurteil oder um Pauschalierung. Es ist das Ergebnis von eigener Erfahrung, Analyse qualifizierter Medienberichte, Informationen von Personen vor Ort und Lektüre einer Reihe von Büchern. Das Internet spielt natürlich auch eine Rolle, dient aber zumeist nur als erste, grobe Orientierung.

  5. #2435
    Avatar von DerBossHier

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  6. #2436

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    zur Abwechslung mal was nicht so ernstes
    Ukrainischer Fernsehjournalist wollte wissen ob es leicht ist den Kreishaus in Tscherkassi zu besetzen. Die Stadt Tscherkassi befindet sich im Zentrum der Ukraine



    der Reporter verkleidete sich als ein "Grünmännchen"- zog sich russische Uniform ohne Hoheitsabzeichen an und fuhr mit einer Kalaschnikow-Attrappe los. Hilfsbereit zeigten ihm Die Anwohner den Weg zum Kreishaus wenn er sie auf Rusisch nach dem Weg dorthin fragte.
    "Darf man ihn besetzen?"
    "?... Bitteschön"
    "Russland ist mit ihnen!"...

  7. #2437
    Avatar von Lorik

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    Zitat Zitat von Jezersko Beitrag anzeigen
    Marcin hat einen interessanten Thread eröffnet. Er weist auf ein latentes Problem hin:
    Antiamerikanismus als Wahnweltbild des modernen Unbehagens
    Antiamerikanismus als Wahnweltbild des modernen Unbehagens

    Auszug aus der verlinkten Seite:
    "Dabei ist es gesellschaftlich müßig, aber intellektuell keineswegs redundant, darauf hinzuweisen, dass Antiamerikanismus nicht nur etwas anderes ist, als Amerikakritik, sondern ihr Gegenteil: Während Kritik an der amerikanischen Politik sich dadurch auszeichnet, dass sie auf Fakten basiert und grundsätzlich widerlegbar ist, basiert Antiamerikanismus gleichermaßen auf einer Resistenz gegenüber Fakten, wie – als hermetisches System – prinzipiellen Unwilligkeit, die eigene Weltsicht zu revidieren: „Damned if you do and damned if you don’t“, brachte Andrei S. Markovits diese Paradoxie der antiamerikanischen Haltung einmal treffend auf den Punkt – egal wie Amerika agiert, es wird so oder so verdammt..."

    Man kann jetzt Amerika 1:1 durch die EU oder Russland ersetzen. Das Problem bleibt in den Köpfen, nämlich die Resistenz gegenüber Fakten und die Unwilligkeit die eigene Weltsicht zu revidieren. Das sture herumeiern auf Dingen, die als "die Wahrheit" wahrgenommen wird ohne zu hinterfragen. In über 2.400 Beiträgen geilt man sich mit immer "aktuelleren" You-tube-Filmchen auf und niemand von den "Kriegsberichterstattern" hier im Forum hat mehr eine Ahnung, wie, wann und warum der ganze Schlamassel in der Ukraine angefangen hat. Wie 4-jährige Kinder wird herumgepitzelt: Aber der hat zurert hingehauen, und der hat viel mehr zurück gehauen, und der ist überhaupt immer schon ein Böser gewesen... Das ist ein unwürdiger Schmarrn, der hier von sich gegeben wird.

    Daher noch ein letzter Versuch, den Auslöser und die potentiellen Folgen der Krise in der Ukraine dar zu stellen:

    Am 21. November 2013 kam es in Kiew zu Protesten gegen die Regierung Janukowytsch. Ausgelöst wurden die Proteste durch die überraschende Ankündigung der ukrainischen Regierung, das Assoziierungsabkommen mit der Europäischen Union nicht unterzeichnen zu wollen. Soweit eine nationale, gesellschaftliche Krise. In Folge des „Euromaidans“ entstand die Krimkrise.


    Nachdem das ukrainische Parlament am 22. Februar den ukrainischen Staatspräsidenten Wiktor Janukowytsch für abgesetzt erklärt hatte, lehnte sich die am 27. Februar unter Ausschluss der Öffentlichkeit und abgeschirmt durch damals offiziell „unbekannte bewaffnete Kräfte“ neu an die Macht gekommene Regierung der Autonomen Republik Krim gegen die Übergangsregierung der Ukraine auf. Vorausgegangen waren gewaltsame Zusammenstöße zwischen proukrainischen Krimtataren und Angehörigen der russischen Bevölkerungsmehrheit vor dem Parlamentsgebäude in Simferopol, in dem die Regierung über den Verbleib der Autonomen Republik Krim in der Ukraine entscheiden wollte.


    Am 16. März wurde ein Referendum über den Status der Krim abgehalten, an dem sich die Mehrheit der Krim für einen Beitritt zur Russischen Föderation aussprach. Bereits am Tag darauf stellte die Republik Krim einen Beitrittsantrag an die Russischen Föderation, worauf am 18. März mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin ein Beitrittsabkommen unterzeichnet wurde. Seit der Ratifikation dieses Vertrags durch den russischen Föderationsrat am 21. März 2014 sieht die Russische Föderation die Republik Krim und die Stadt Sewastopol als zwei neue Föderationssubjekte und somit als Teil Russlands an.
    Die Ukraine erkennt dies nicht an, sondern betrachtet die gesamte Krim weiterhin als ukrainisches Staatsgebiet. In der UN-Vollversammlung fand eine Resolution eine Mehrheit, in der das Referendum und die Sezession der Krim für ungültig erklärt wurden.


    Abgesehen von der de facto Unmöglichkeit, ein Referendum dieser Tragweite binnen weniger Tage ohne politische und gesellschaftliche Diskussion ab zu halten, argumentierte Russland schon damals mit dem „Schutz der russischen Minderheit“ – im Falle Krims eigentlich der Mehrheit.


    „Russland ist dort, wo ein Russe lebt!“ Das ist genau das Kernproblem!!! Mit dieser Ideologie kann an jedem Ort der Welt ein Krieg vom Zaum gebrochen werden! Und dieser Gedanke ist FALSCH. Selbst wenn er hundert Mal wiederholt wird, wird er nicht richtiger. Russland ist die Fläche innerhalb der Grenzen Russlands. Dieser Fakt ist UNVERHANDELBAR. Alles Andere ist völkerrechtlich nicht zulässig und stellt eine Aggression und Einmischung in einen souveränen Staat dar!


    Warum ist das so schwer zu kapieren?

    Lilith, seit dem Ende meiner Schulzeit, und das ist schon ein paar Jahrzehnte her, bin ich ein sehr politisch denkender Mensch. Dabei versuche ich IMMER auch durch die andere Brille zu gucken (ich vermeide den Ausdruck "gegnerisch"). Genau dieses Betrachten beider Seiten ist Teil eines Prozesses, an dessen Ende eine Meinung steht. Und diese Meinung vertrete ich! Es handelt sich dabei NIE um ein Vorurteil oder um Pauschalierung. Es ist das Ergebnis von eigener Erfahrung, Analyse qualifizierter Medienberichte, Informationen von Personen vor Ort und Lektüre einer Reihe von Büchern. Das Internet spielt natürlich auch eine Rolle, dient aber zumeist nur als erste, grobe Orientierung.
    sehr guter beitrag...

  8. #2438
    Avatar von Yu-Rebell

    Registriert seit
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    Zitat Zitat von Jezersko Beitrag anzeigen
    Marcin hat einen interessanten Thread eröffnet. Er weist auf ein latentes Problem hin:
    Antiamerikanismus als Wahnweltbild des modernen Unbehagens
    Antiamerikanismus als Wahnweltbild des modernen Unbehagens

    Auszug aus der verlinkten Seite:
    "Dabei ist es gesellschaftlich müßig, aber intellektuell keineswegs redundant, darauf hinzuweisen, dass Antiamerikanismus nicht nur etwas anderes ist, als Amerikakritik, sondern ihr Gegenteil: Während Kritik an der amerikanischen Politik sich dadurch auszeichnet, dass sie auf Fakten basiert und grundsätzlich widerlegbar ist, basiert Antiamerikanismus gleichermaßen auf einer Resistenz gegenüber Fakten, wie – als hermetisches System – prinzipiellen Unwilligkeit, die eigene Weltsicht zu revidieren: „Damned if you do and damned if you don’t“, brachte Andrei S. Markovits diese Paradoxie der antiamerikanischen Haltung einmal treffend auf den Punkt – egal wie Amerika agiert, es wird so oder so verdammt..."

    Man kann jetzt Amerika 1:1 durch die EU oder Russland ersetzen. Das Problem bleibt in den Köpfen, nämlich die Resistenz gegenüber Fakten und die Unwilligkeit die eigene Weltsicht zu revidieren. Das sture herumeiern auf Dingen, die als "die Wahrheit" wahrgenommen wird ohne zu hinterfragen. In über 2.400 Beiträgen geilt man sich mit immer "aktuelleren" You-tube-Filmchen auf und niemand von den "Kriegsberichterstattern" hier im Forum hat mehr eine Ahnung, wie, wann und warum der ganze Schlamassel in der Ukraine angefangen hat. Wie 4-jährige Kinder wird herumgepitzelt: Aber der hat zurert hingehauen, und der hat viel mehr zurück gehauen, und der ist überhaupt immer schon ein Böser gewesen... Das ist ein unwürdiger Schmarrn, der hier von sich gegeben wird.

    Daher noch ein letzter Versuch, den Auslöser und die potentiellen Folgen der Krise in der Ukraine dar zu stellen:

    Am 21. November 2013 kam es in Kiew zu Protesten gegen die Regierung Janukowytsch. Ausgelöst wurden die Proteste durch die überraschende Ankündigung der ukrainischen Regierung, das Assoziierungsabkommen mit der Europäischen Union nicht unterzeichnen zu wollen. Soweit eine nationale, gesellschaftliche Krise. In Folge des „Euromaidans“ entstand die Krimkrise.


    Nachdem das ukrainische Parlament am 22. Februar den ukrainischen Staatspräsidenten Wiktor Janukowytsch für abgesetzt erklärt hatte, lehnte sich die am 27. Februar unter Ausschluss der Öffentlichkeit und abgeschirmt durch damals offiziell „unbekannte bewaffnete Kräfte“ neu an die Macht gekommene Regierung der Autonomen Republik Krim gegen die Übergangsregierung der Ukraine auf. Vorausgegangen waren gewaltsame Zusammenstöße zwischen proukrainischen Krimtataren und Angehörigen der russischen Bevölkerungsmehrheit vor dem Parlamentsgebäude in Simferopol, in dem die Regierung über den Verbleib der Autonomen Republik Krim in der Ukraine entscheiden wollte.


    Am 16. März wurde ein Referendum über den Status der Krim abgehalten, an dem sich die Mehrheit der Krim für einen Beitritt zur Russischen Föderation aussprach. Bereits am Tag darauf stellte die Republik Krim einen Beitrittsantrag an die Russischen Föderation, worauf am 18. März mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin ein Beitrittsabkommen unterzeichnet wurde. Seit der Ratifikation dieses Vertrags durch den russischen Föderationsrat am 21. März 2014 sieht die Russische Föderation die Republik Krim und die Stadt Sewastopol als zwei neue Föderationssubjekte und somit als Teil Russlands an.
    Die Ukraine erkennt dies nicht an, sondern betrachtet die gesamte Krim weiterhin als ukrainisches Staatsgebiet. In der UN-Vollversammlung fand eine Resolution eine Mehrheit, in der das Referendum und die Sezession der Krim für ungültig erklärt wurden.


    Abgesehen von der de facto Unmöglichkeit, ein Referendum dieser Tragweite binnen weniger Tage ohne politische und gesellschaftliche Diskussion ab zu halten, argumentierte Russland schon damals mit dem „Schutz der russischen Minderheit“ – im Falle Krims eigentlich der Mehrheit.


    „Russland ist dort, wo ein Russe lebt!“ Das ist genau das Kernproblem!!! Mit dieser Ideologie kann an jedem Ort der Welt ein Krieg vom Zaum gebrochen werden! Und dieser Gedanke ist FALSCH. Selbst wenn er hundert Mal wiederholt wird, wird er nicht richtiger. Russland ist die Fläche innerhalb der Grenzen Russlands. Dieser Fakt ist UNVERHANDELBAR. Alles Andere ist völkerrechtlich nicht zulässig und stellt eine Aggression und Einmischung in einen souveränen Staat dar!


    Warum ist das so schwer zu kapieren?

    Lilith, seit dem Ende meiner Schulzeit, und das ist schon ein paar Jahrzehnte her, bin ich ein sehr politisch denkender Mensch. Dabei versuche ich IMMER auch durch die andere Brille zu gucken (ich vermeide den Ausdruck "gegnerisch"). Genau dieses Betrachten beider Seiten ist Teil eines Prozesses, an dessen Ende eine Meinung steht. Und diese Meinung vertrete ich! Es handelt sich dabei NIE um ein Vorurteil oder um Pauschalierung. Es ist das Ergebnis von eigener Erfahrung, Analyse qualifizierter Medienberichte, Informationen von Personen vor Ort und Lektüre einer Reihe von Büchern. Das Internet spielt natürlich auch eine Rolle, dient aber zumeist nur als erste, grobe Orientierung.
    In meinen Augen hast Du dich mit diesem Post in Sachen Neutralität ins offside geschossen. Du hast in "Sache" Ukraine ganz klar gezeigt an wessen Seite Du bist.

    Erstens: wenn ich die USA Politik kritisiere, heißt das nicht, dass ich antiamerikanisch eingestellt bin.

    Zweitens: in deinem Post blendest Du es vollkommen aus, dass in der Ukraine ein Putsch verübt worden ist und dass diese Regierung dadurch keine wirkliche, auf die ganze Ukraine bezogene, Legitimität besitzt. Wer hat sie denn gewählt? Wir könnten mal ein Experiment starten und unsere Regierungen putschen, mal schauen was dann passiert...

    Drittens: das was auf der Krim passiert ist, ist mit Sicherheit keine richtige, aber zu diesem Zeitpunkt die einzig mögliche Antwort an Westens Adresse gewesen. Das war ein Warnsignal, dass das Glas kurz davor ist zu überlaufen. Der Russe hat Geduld, sehr viel Geduld sogar, aber irgendwann geht auch seine Geduld eben zu Ende.

    Viertens: ganz egal wie Du Youtube Videos siehst, diese bieten uns momentan (auch hier in Deutschland) fast die einzige Möglichkeit auch die andere Seite zu sehen. Zu sehen (ARD hat auch - Dank diesen Videos - zähneknirschend darüber berichtet), dass die ach so tolle Opposition auf "eigene" Unterstützer auf unschuldige Menschen geschossen hat. Wenn Janukowitsch im Haager Gerichtssaal als Angeklagter sitzen sollte, dann müssten Klitschko & Co ebenso angeklagt werden.

    Fünftens: Gewalt erzeugt Gegengewalt, ob es dir passt oder nicht. Das ist eine ganz natürliche Reaktion. Der Schwache wehrt sich nur (siehe Afghanistan, Egipten, Venezuela, Palästina...) und der Starke schlägt irgendwann zurück (siehe Russland).

  9. #2439
    Jezersko
    Zitat Zitat von Yu-Rebell Beitrag anzeigen
    In meinen Augen hast Du dich mit diesem Post in Sachen Neutralität ins offside geschossen. Du hast in "Sache" Ukraine ganz klar gezeigt an wessen Seite Du bist.

    Erstens: wenn ich die USA Politik kritisiere, heißt das nicht, dass ich antiamerikanisch eingestellt bin.

    Zweitens: in deinem Post blendest Du es vollkommen aus, dass in der Ukraine ein Putsch verübt worden ist und dass diese Regierung dadurch keine wirkliche, auf die ganze Ukraine bezogene, Legitimität besitzt. Wer hat sie denn gewählt? Wir könnten mal ein Experiment starten und unsere Regierungen putschen, mal schauen was dann passiert...

    Drittens: das was auf der Krim passiert ist, ist mit Sicherheit keine richtige, aber zu diesem Zeitpunkt die einzig mögliche Antwort an Westens Adresse gewesen. Das war ein Warnsignal, dass das Glas kurz davor ist zu überlaufen. Der Russe hat Geduld, sehr viel Geduld sogar, aber irgendwann geht auch seine Geduld eben zu Ende.

    Viertens: ganz egal wie Du Youtube Videos siehst, diese bieten uns momentan (auch hier in Deutschland) fast die einzige Möglichkeit auch die andere Seite zu sehen. Zu sehen (ARD hat auch - Dank diesen Videos - zähneknirschend darüber berichtet), dass die ach so tolle Opposition auf "eigene" Unterstützer auf unschuldige Menschen geschossen hat. Wenn Janukowitsch im Haager Gerichtssaal als Angeklagter sitzen sollte, dann müssten Klitschko & Co ebenso angeklagt werden.

    Fünftens: Gewalt erzeugt Gegengewalt, ob es dir passt oder nicht. Das ist eine ganz natürliche Reaktion. Der Schwache wehrt sich nur (siehe Afghanistan, Egipten, Venezuela, Palästina...) und der Starke schlägt irgendwann zurück (siehe Russland).
    Wenn wir beim numerischen Aufzählen bleiben wollen:

    Erstens: Ich habe nie und nirgends behauptet, dass ich neutral bin. Ich habe eine bestimmte Meinung, und ich habe nie einem Hehl daraus gemacht, dass ich mit der Vorgangsweise Putins nicht einverstanden bin. In den Ländern der EU oder auch in den USA darf man das öffentlich sagen. Den Unterschied zwischen Amerikakritisch und antiamerikanisch habe ich erläutert. Ich nehme an, Du hast es kapiert.

    Zweitens: Die Vorgänge in der Ukraine können innerhalb weniger Monate ganze Geschichtsbücher füllen. Erwarte daher nicht, dass ich jede Detail hier unterbringe. Natürlich ist es eine Sache, was in den letzten sechs Monaten in der Ukraine vor sich gegangen ist. Ein Großteil davon ist nicht gut zu heißen (-ich habe das auch nie gemacht!), und dennoch ist es Sache der Ukraine, diese Phase des politischen Umbruchs selbst zu meistern. Ein anderes Land, und zwar egal welches, hat dabei nichts zu suchen.

    Drittens: Die einzige Antwort an die Adresse des "Westens" worauf? Hatte "der Westen" jemals Ambitionen sich die Krim oder überhaupt die Ukraine unter den Nagel zu reißen?

    Viertens: You-Tube Videos sind TEIL der Information, welche der ganzen, freien Welt (Türkei und Nord-Korea vielleicht ausgenommen) zugänglich sind. Wie gesagt - TEIL. In letzter Zeit gab es hier ja schon eine wahre Inflation an you-tube Postings. Das hat mich gestört. Niemand bildet sich scheinbar noch eine eigene Meinung. Einfach schnell ein Filmchen gepostet... "Seht her, was der/die sagt..." Selber denken und selber formulieren lautet meine Devise.
    Sollte Janukowytsch jemals in Den Haag landen - wer sagt, dass es nicht Klitschko genau so ergehen kann?

    Fünftens: Weiß das Putin auch? Ich behaupte ja. Aber für ihn gilt das Recht des Stärkeren! Willkommen im Neandertal!

  10. #2440
    Avatar von Yu-Rebell

    Registriert seit
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    Zitat Zitat von Jezersko Beitrag anzeigen
    Wenn wir beim numerischen Aufzählen bleiben wollen:

    Erstens: Ich habe nie und nirgends behauptet, dass ich neutral bin. Ich habe eine bestimmte Meinung, und ich habe nie einem Hehl daraus gemacht, dass ich mit der Vorgangsweise Putins nicht einverstanden bin. In den Ländern der EU oder auch in den USA darf man das öffentlich sagen. Den Unterschied zwischen Amerikakritisch und antiamerikanisch habe ich erläutert. Ich nehme an, Du hast es kapiert.

    Zweitens: Die Vorgänge in der Ukraine können innerhalb weniger Monate ganze Geschichtsbücher füllen. Erwarte daher nicht, dass ich jede Detail hier unterbringe. Natürlich ist es eine Sache, was in den letzten sechs Monaten in der Ukraine vor sich gegangen ist. Ein Großteil davon ist nicht gut zu heißen (-ich habe das auch nie gemacht!), und dennoch ist es Sache der Ukraine, diese Phase des politischen Umbruchs selbst zu meistern. Ein anderes Land, und zwar egal welches, hat dabei nichts zu suchen.

    Drittens: Die einzige Antwort an die Adresse des "Westens" worauf? Hatte "der Westen" jemals Ambitionen sich die Krim oder überhaupt die Ukraine unter den Nagel zu reißen?

    Viertens: You-Tube Videos sind TEIL der Information, welche der ganzen, freien Welt (Türkei und Nord-Korea vielleicht ausgenommen) zugänglich sind. Wie gesagt - TEIL. In letzter Zeit gab es hier ja schon eine wahre Inflation an you-tube Postings. Das hat mich gestört. Niemand bildet sich scheinbar noch eine eigene Meinung. Einfach schnell ein Filmchen gepostet... "Seht her, was der/die sagt..." Selber denken und selber formulieren lautet meine Devise.
    Sollte Janukowytsch jemals in Den Haag landen - wer sagt, dass es nicht Klitschko genau so ergehen kann?

    Fünftens: Weiß das Putin auch? Ich behaupte ja. Aber für ihn gilt das Recht des Stärkeren! Willkommen im Neandertal!
    Erstens: in Russland darf man das auch sagen. By the way: Heutiges Russland ist nicht mit der UdSSR gleichzusetzen.

    Zweitens: da bin ich deiner Meinung, es stört mich aber trotzdem, dass Du (von so vielen Geschehnissen die in den letzten Monaten in der Ukraine stattgefunden haben) nur diese erwähnst die Russland in einem schlechten Licht erscheinen lassen... Und das mit der Einmischung, naja, ich leite es weiter an Frau Merkel & Co....

    Drittens: ja das hatte er und das nicht nur um näher an Russlands Grenzen zu rücken. Im Schwarzen Meer gibt es auch Bodenschätze. Dreimal darfst Du raten welche...

    Viertens: sehe es nicht so eng. Wir argumentieren und die Jungs und Mädels posten You Tube Videos rein. Eine gute Zusammenarbeit.

    Fünftens: Putin weiß viel mehr als man ihm "zumutet" und handelt mehr als rational. Warum bitteschön soll er in Den Haag landen?

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