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Wohin steuert die Ukraine?

Erstellt von frank3, 02.12.2013, 21:46 Uhr · 9.045 Antworten · 471.108 Aufrufe

  1. #3641

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    Zitat Zitat von Emperor Beitrag anzeigen
    Das Standbild von Youtube, mit dem Typen der die Frisur von 1994 trägt: "Alle labern rum, aber keiner kennt sich aus"
    Irgendwie glaub ich ihm, er trägt ja schließlich Krawatte, auch wenn nicht richtig gebunden.
    Und sonst so?

  2. #3642
    Avatar von Emperor

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    Zitat Zitat von Lubenica Beitrag anzeigen
    Und sonst so?
    Hatte einen Unfall auf der Autobahn und seitdem versuch ich mich an der Gitarre.
    Klar will ich die Kohle, aber ich will eine Botschaft rüber bringen, die Botschaft, dass ich Kohle will.

    Ich habe eine 200 Dollar Krawatte, was kann ich da reissen?
    Komm ich damit Seriös rüber?

    - - - Aktualisiert - - -

    Recht hat er, schön dass er mit dem Internet nichts zu tun hat,echt REAL www.jpg

  3. #3643
    Avatar von Allih der Große

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    Zitat Zitat von Emperor Beitrag anzeigen
    Hatte einen Unfall auf der Autobahn und seitdem versuch ich mich an der Gitarre.
    Klar will ich die Kohle, aber ich will eine Botschaft rüber bringen, die Botschaft, dass ich Kohle will.

    Ich habe eine 200 Dollar Krawatte, was kann ich da reissen?
    Komm ich damit Seriös rüber?

    - - - Aktualisiert - - -

    Recht hat er, schön dass er mit dem Internet nichts zu tun hat,echt REAL www.jpg
    An dem, das muss man dazusagen, die Russen SCHULD sind.
    Du solltest Putin deswegen verklagen.

  4. #3644
    Avatar von DerBossHier

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    Bei dem geleakten " Fuck the EU " Telefonat hat Frau Nuland deutlich gemacht, dass Klitschko nicht der Übergangspräsident wird sondern Jazenuk.

    Artikel vom 5.5.14

    Ukraine: Poroschenko auch ohne Wahl an die Macht

    In der Ukraine soll die Mailbox einer Staatsanwaltschaft gehackt worden sein. CIA-Marionette Poroschenko soll auf jeden Fall der neue Präsident werden.
    Kürzlich gab es eine Meldung, dass eine Mailbox der Staatsanwaltschaft von Lwow, einer Stadt in der Westukraine, gehackt worden sein soll. Die Mails wiesen darauf hin, dass in Kiew der nächste Machtumsturz vorbereitet wird, um den Milliardär und Präsidentschaftskandidaten Poroschenko auch ohne Wahlen an die Spitze zu bringen. Man geht davon aus, dass angesichts der Situation im Land die Wahlen immer unwahrscheinlicher werden.
    Poroschenko gehört zu den Leuten die die Aufstände auf dem Maidan finanziert haben. Ebenso wie die westlichen Staaten, die über ihre Botschaften den Aufstand mit Millionen VS-Dollars unterstützten, wie ein Interview mit dem ehemaligen Chef des Sicherheitsdienst der Ukraine, Alexander Jakimenko, zeigt. Den Geldstrom konnte weder der Innere Dienst noch der SBU stoppen. Millionen Dollars wurden in 2 Monaten vom Westen nach Kiew gebracht. "Plötzlich gab es auf dem Maidan das westliche Geld, die amerikanischen Dollar Scheine neuen Typs, in den anliegenden Wechselstuben tauchten sie dann auch auf“, sagte Jakimenko bei einem Interview.

    Er gibt an, dass die Oligarchen nur die Befehle aus dem Westen ausgeführt hätten. "Es blieb denen nichts anderes übrig als den Maidan zu unterstützen, denn anderenfalls hätten sie ihre Aktiva verloren, die sie im Ausland haben. In diesem Fall haben sie nicht ans Land gedacht. Sie dachten an ihre Finanzen“, so der ehemalige Leiter des Sicherheitsdienstes (SBU) der Ukraine, Generalmajor Alexander Jakimenko.

    Schweiz Magazin - Das Schweizer Nachrichten online Magazin - Ukraine: Poroschenko auch ohne Wahl an die Macht


    Artikel vom 25.5.14

    Ukrainer gehen nicht wählen

    Laut der Zentralen Wahlkommission der Ukraine war die die Wahlbeteilgung sehr schwach. Bis 15 Uhr Ortszeit hatten laut offiziellen Angaben nur 17,52 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben, berichten Medien am Sonntag. Kurz danach hiess es dann 40,4 Prozent der Wahlberechtigten hätten abgestimmt und kaum eine Stunde später waren es auf wundersame Weise über 60 Prozent.



    An der Legitimität der Wahlen bleiben generell grosse Zweifel. Das Putschisten-Parlament hatte vorher sogar noch das ukrainische Wahlgesetz umgeschrieben, damit eine Wahl auch dann gültig ist, wenn sie in Teilen des Landes nicht durchgeführt werden kann.
    Die vorgezogenen Wahlen in der Ukraine können nicht als frei und demokratisch bezeichnet werden, erklärte der ständige Vertreter Russlands bei der Uno, Vitali Tschurkin.
    Es wird von 19 Rechtsverletzungen berichtet. Räumlichkeiten oder Eigentum der Wahlkommissionen sollen beschädigt worden sein. Wählerlisten und Siegel seien gestohlen worden, heisst es.
    Viele Bürger in der ganzen Ukraine fordern die Schliessung der Wahllokale. Es gibt auch Berichte von beschädigten Stimmzetteln.


    Nur 667 von 27.000 in Moskau lebenden Ukrainern hatten bis 16 Uhr ihre Stimme für die Präsidentschaftswahlen abgegeben.
    Laut dem nationalen Exit Poll erhielt der Maidan-Finanzier Poroschenko angeblich 55,9 Prozent der Stimmen vor Ex-Regierungschefin Timoschenko mit 12,9 Prozent und dem Chef der Radikalen Partei Oleg Ljaschko mit acht Prozent. Es sind aber erst 25,85% der Stimmen ausgezählt.

    Die Wahl Poroschenkos stand bereits fest. Er wurde von den VSA ins Amt gebracht und wäre auch ohne Wahl Präsident geworden. Er gilt als Marionette der VS-Administration.

    Schweiz Magazin - Das Schweizer Nachrichten online Magazin - Ukrainer gehen nicht wählen

    Zufälle gibts..

  5. #3645
    Avatar von Damien

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    Ukrainische Soldaten aus Truppenteil in Lugansk ergaben sich der Volkswehr



    Alle 80 Soldaten aus einem Truppenteil am Stadtrand von Lugansk haben sich der Volkswehr ergeben, wie ein RIA-Novosti-Korrespondent berichtet.

    Vor einigen Stunden kam es am Stadtrand von Lugansk zu einem Zusammenstoß zwischen ukrainischen Soldaten und Angehörigen der Volkswehr, wonach die letzteren den Truppenteil blockierten.
    Zurzeit werden die Soldaten ohne Waffen von Angehörigen der Volkswehr aus dem Truppenteil herausgeführt.

    Gennadi Zepkalo, Kommandeur der Armee des Südostens, teilte Journalisten mit, dass sich alle Armeeangehörigen der Volkswehr ergeben haben. Er versprach, sie alle in der nächsten Zeit nach Hause gehen zu lassen.

    Ukrainische Soldaten aus Truppenteil in Lugansk ergaben sich der Volkswehr | Sicherheit und Militär | RIA Novosti

    - - - Aktualisiert - - -

    Gefechte in Slawjansk: Milizen schießen zwei Militärhubschrauber ab



    Die Volksmilizen im umkämpften Slawjansk haben bei Gefechten am Donnerstag nach Augenzeugenberichten zwei Hubschrauber der ukrainischen Armee abgeschossen.

    Die Hubschrauber hätten Stellungen der Volkswehr beschossen und seien durch Gegenfeuer aus einem Maschinengewehr zum Absturz gebracht worden, berichtete ein Ortsbewohner. Eine der Maschinen stürzte in der Ortschaft Tscherwonny Molotschar ab. Der zweite abgeschossene Hubschrauber stürzte im Raum Andrejewka ab. Ob die Piloten überlebt haben, ist nicht bekannt.

    „Der Hubschrauber kreiste direkt über den Häusern. Es fielen Schüsse und er fing Feuer und stürzte ab“, erzählten Augenzeugen RIA Novosti. „Der Helikopter liegt auf dem Boden und brennt. „Wir können uns nicht nähern, denn es wird weiter geschossen.“

    Die Kämpfe zwischen der Regierungsarmee und den Volksmilizen in den ostukrainischen Kohlebergbau-Gebieten Donezk und Lugansk haben sich nach der ukrainischen Präsidentenwahl am Sonntag intensiviert. Auf beiden Seiten gibt es Opfer. Am Mittwoch demonstrierten rund 3000 Bergleute in der Kohlebergbau-Metropole Donezk gegen den Krieg. Mehrere Steinkohle-Bergwerke streiken.

    http://de.ria.ru/politics/20140529/268621984.html

  6. #3646
    Avatar von Damien

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    Poroschenko nach Konsultation bei US-Botschafter: 2000 Tote bei Sondereinsatz wären akzeptabel



    Der gewählte ukrainische Präsident Pjotr Poroschenko hat mit US-Botschafter Geoffrey Pyatt den „Anti-Terror-Einsatz“ im Osten der Ukraine erörtert. Das erfuhr RIA Novosti am Donnerstag aus unterrichteter Quelle in Kiew.

    Gleich nach den Konsultationen in der US-Botschaft, die noch am Wahltag (25. Mai) stattfand, habe Poroschenko in einer Beratung mit leitenden Repräsentanten der Militär- und Sicherheitsstrukturen ultimativ gefordert, das Territorium der Gebiete Donezk und Lugansk noch vor seiner (für den 7. Juni geplanten – Anm. der Redaktion) Amtseinführung zu „säubern“. Dabei sei auch die akzeptable Zahl der Toten genannt worden – 2000, sagte der Gesprächspartner, der anonym bleiben wollte.

    Pyatt habe Poroschenko zum Wahlsieg gratuliert und sich für aktivere Handlungen der Armee im Osten der Ukraine ausgesprochen. Für den Fall, dass die Zahl der Todesopfer dabei zu hoch sein sollte, habe der Amerikaner versichert, dass die USA den „negativen Effekt abfedern und die internationale Reaktion werden herunterspielen können“, hieß es.

    Poroschenko nach Konsultation bei US-Botschafter: 2000 Tote bei Sondereinsatz wären akzeptabel | Im postsowjetischen Raum | RIA Novosti

    - - - Aktualisiert - - -

    Slawjansk: General und 13 Soldaten bei Hubschrauber-Abschuss getötet



    Ein General und 13 weitere Armeeangehörige sind am Donnerstag im umkämpften Slawjansk in der Ost-Ukraine getötet worden, wie der ukrainische Übergangspräsident Alexander Turtschinow mitteilte. Die Militärangehörigen waren in einem der Hubschrauber unterwegs, die die Volkswehr dann abgeschossen hat.

    „Ich habe gerade erst erfahren, dass unser Hubschrauber mit Soldaten abgeschossen wurde“, sagte Turtschinow, der auch Parlamentschef ist, am Donnerstag in einer Sitzung der Rada (Abgeordnetenhaus in Kiew). Alle 14 Armeeangehörigen, darunter Generalmajor Sergej Kultschizki, seien umgekommen. Die Soldaten sollten ihre Kameraden ablösen, die sich davor am Berg Karatschun festgesetzt hatten.

    Nach Augenzeugenberichten haben die Volksmilizen am Donnerstag in Slawjansk insgesamt zwei Hubschrauber der ukrainischen Armee abgeschossen, nachdem diese ihre Stellungen angegriffen hatten.

    http://de.ria.ru/politics/20140529/268624272.html

  7. #3647
    Avatar von Vasile

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    Bürgermeister von Slawjansk warnt Westen: "Spione" sollen zuhause bleiben

    Aktualisiert am Donnerstag, 29.05.2014, 18:48


    Thomson Reuters
    Unterstützung für Separatisten: Bergarbeiter protestieren gegen Kiew


    Prorussische Rebellen haben nahe Slawjansk einen Helikopter der ukrainischen Armee abgeschossen. Unter den 14 Toten ist auch ein General. Unterdessen halten die Rebellen eine Gruppe von OSZE-Beobachtern in der Ostukraine fest. Die Entwicklungen im News-Ticker.



    +++ OSZE hat Kontakt zu Beobachtern in Ostukraine verloren ++++++ Lawrow und Poroschenko zu Krisen-Gesprächen bereit +++
    +++ Poroschenko gewinnt Präsidentschaftswahl mit 54 Prozent +++
    +++ Weitere Gefechte zwischen Separatisten und Regierung +++
    AFP Wjatscheslaw Ponomarjow


    18.46 Uhr: Der selbst ernannte Bürgermeister von Slawjansk, Wjatscheslaw Ponomarjow, hat westliche Mitarbeiter von Regierungen und internationalen Organisationen aufgefordert, die von Separatisten beherrschten Gebiete in der Ostukraine zu verlassen. Ponomarjow sagte der „Bild“-Zeitung: „Die West-Spione sollen zuhause bleiben, das habe ich der OSZE auch klipp und klar gesagt. Ich kann nicht verstehen, warum ihre Mitarbeiter das ignorieren und trotzdem an unseren Checkpoints unterwegs sind.“ Laut Ponomarjow befinden sich die OSZE-Geiseln nicht in Slawjansk. Ponomarjow: „Sie sind in Luhansk und werden dort verhört, wir müssen erst genau rausbekommen, was sie bei uns wollten. Wir haben sie südöstlich von Slawjansk fest genommen.“ Ponomarjow sagte weiter, dass sich Slawjansk auf einen Angriff der ukrainischen Armee einstelle: „Wir haben die Kinder aus der Stadt gebracht und alle, die kämpfen können sind aufgefordert, uns gegen die Angriffe der Ukrainer zu verteidigen.“
    17.47 Uhr: Der neue ukrainische Präsident Petro Poroschenko soll am Samstag der kommenden Woche in sein Amt eingeführt werden.
    Wie Poroschenkos Wahlkampfteam in Kiew mitteilt, ist der Termin für die Feierlichkeiten auf den 7. Juni festgesetzt. Der 48-jährige Milliardär Poroschenko ist nun als klarer Sieger aus dem ersten Durchgang der Präsidentschaftswahl am Sonntag hervorgegangen. Auf Poroschenko entfielen 54,7 Prozent der Stimmen.
    Für den 6. Juni ist Poroschenko vom französischen Präsidenten François Hollande zu den Feierlichkeiten zum 70. Jahrestag der Alliierten-Landung in der Normandie eingeladen. Dort könnte es auch zu einem Zusammentreffen Poroschenkos mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin kommen, der ebenfalls eingeladen ist.

    +++ Ukraine im News-Ticker +++: Bürgermeister von Slawjansk warnt Westen: "Spione" sollen zuhause bleiben - News-Ticker Krim bzw. Ukraine - FOCUS Online - Nachrichten

    - - - Aktualisiert - - -

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    Trotz Rückzugsversprechen Tausende russische Soldaten an der Grenze zur Ukraine

    Drei Mal verkündete Wladimir Putin, er habe den Befehl zum Rückzug russischer Truppen erteilt. Mit den Kämpfen im Osten der Ukraine aber begründet Moskau nun, dass nach wie vor „einige tausend“ Soldaten an der Grenze zum Nachbarland versammelt sind.
    29.05.2014, von Friedrich Schmidt, Moskau


    © dpa Unterstützung ist nah: Ein prorussischer Separatist vor Slaviansk



    Entgegen der mehrfachen Ankündigung von Präsident Wladimir Putin belässt Russland tausende Soldaten nahe der Grenze zur Ukraine. Der Plan, die Truppen abzuziehen, sei aufgrund der „Verschärfung“ der Antiterroroperation im Südosten der Ukraine geändert worden, zitierte das russische Nachrichtenportal RBK eine Quelle im Generalstab der Streitkräfte. „Einige tausend“ Soldaten und eine große Menge militärischen Geräts befänden sich weiterhin in dem Gebiet nahe der Grenze.

    Offiziell bestätigten weder der Kreml noch das Verteidigungsministerium die Meldung. Putin hat insgesamt drei Mal verkündet, der Befehl zum Rückzug der Truppen in ihre Kasernen sei erteilt worden. Unter anderem begründete er dies am Dienstag vergangener Woche damit, „wohlwollende Bedingungen“ für die Präsidentenwahl in der Ukraine zu schaffen und „Spekulationen“ vermeiden zu wollen. Das russische Verteidigungsministerium teilte vielfach mit, wie der Abzug der Truppen voranschreite.


    Die Nato, welche die Zahl der russischen Truppen an der Grenze auf rund 40.000 bezifferte, hatte auf die russischen Meldungen mit Skepsis reagiert und lediglich mitgeteilt, einige Hinweise auf einen Rückzug zu haben. Walerij Gerassimow, Generalstabschef der russischen Streitkräfte, hatte Ende voriger Woche geäußert, der Abzug der Soldaten werde zwanzig Tage dauern, womit er am 8. Juni abgeschlossen wäre, wohingegen der stellvertretende Verteidigungsminister Anatolij Antonow lediglich von einer Zeitspanne von „einigen Tagen“ gesprochen hatte.
    Außenminister Sergej Lawrow forderte Kiew am Donnerstag neuerlich auf, die „Strafoperation“ im Südosten der Ukraine zu beenden. Der Ton im russischen Staatssender „Rossija 24“ wurde im Vergleich zu den vergangenen Tagen wieder schärfer; so machte der Sender nun einen „territorialen Genozid“ im Südosten der Ukraine aus. Die „Ermächtigung“ Putins, Truppen in die Ukraine einzusetzen, war am 1. März mit der Notwendigkeit begründet worden, dort Russen zu „schützen“.

    Quelle: FAZ.NET

  8. #3648
    Avatar von papodidi

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    29. Mai 2014 18:11

    Donezk in der Ostukraine

    Wie Donezk den Alltag meistert


    Die Beamten in Donezk arbeiten in notdürftig hergerichteten Büros, seitdem Separatisten die Verwaltung besetzt haben. Unter widrigen Umständen müssen sie nun den Alltag eines Gebiets mit mehr als vier Millionen Einwohnern organisieren. Den Finanzverkehr tasten die prorussischen Kräfte bewusst nicht an.
    ...
    Tausend Staatsdiener arbeiten für den Gouverneur

    Und deshalb arbeiten dem Gouverneur neben Jelena Ljubimowa etwa tausend weitere Staatsdiener zu und kümmern sich um die Belange der 4,4 Millionen Bürger sowie Tausender Unternehmen in der von Kohleförderung und Stahlverarbeitung geprägten Region. Auch das Regionalparlament tagte im Verwaltungssitz.

    "Als die Separatisten das Gebäude zum ersten Mal stürmten, wollten die Abgeordneten gerade eine Petition über die Rolle der russischen Sprache und über mehr Macht für die Regionen beschließen und an die Regierung nach Kiew schicken", sagt Abteilungsleiterin Irina Timoschenko. "Dazu kam es nicht mehr. Jetzt regieren bei uns Bewaffnete mit der Sprache der Gewalt." Gouverneur und Verwaltung arbeiten weiter - improvisiert, wie in einem Erdbebengebiet. Und das liegt nicht nur daran, dass sie aus ihren Büros vertrieben wurden und nun notdürftig in zehn anderen Verwaltungsgebäuden der Stadt Unterschlupf gefunden haben. "Vor zehn Jahren haben wir uns angesehen, wie Polen seine Verwaltung modernisiert hat, seitdem verwalten wir alle Dokumente, Anträge, Anweisungen und Gesetze elektronisch", sagt Timoschenko. "Alle Abteilungen und Behörden sind miteinander verbunden. Und die Bürger konnten über das Internet mit uns Kontakt aufnehmen."

    Anfang April aber rissen die Rebellen in Donezk das Herz aus dem Regierungssystem. Sie zerschnitten die Kabel der Server, die Gouverneur und Verwaltung mit anderen Abteilungen verbanden, mit allen Städten und Gemeinden der Region - und mit Kiew. Auch der Zugang zu den gespeicherten Datenbanken und Archiven des vorigen Jahrzehnts war gekappt. "Wir haben fast alles verloren und keine Ahnung, ob die Separatisten nur die Verbindung gekappt oder die Server ebenso zerstört oder geplündert haben, und die Daten unwiderruflich verloren sind", sagt Ljubimowa...
    ...
    "Das meiste machen wir wieder per Handarbeit - wie in den vergangenen Jahrzehnten." Neben Ljubimowa steht ein Pappkarton mit handgeschriebenen Dokumenten: "Für den Ministerrat der Ukraine". Besonders wichtige Dokumente werden von besonderen Regierungskurieren transportiert. Für den großen Rest benutzen die Beamten, da sie mit ihren Büros auch ihre Telefonnummer und mit dem Server auch den Zugang zu ihren Dienst-E-Mail-Adressen verloren haben, Handys und private Mail-Adressen. Gouverneur Sergej Taruta residiert seit der Erstürmung seines Büros in einem Hotel. "Wenn wir dem Gouverneur etwas schicken, rufen wir seinen Assistenten auf dem Handy an und sagen: Sieh mal in deine Mail - wir haben dir was für den Chef geschickt", erzählt Irina Timoschenko.

    Die Rebellen überlassen der etablierten Verwaltung nicht nur gern die Organisation der 61 Sommerlager, in denen 215 000 Kinder aus der Region in diesen Monaten mehrere Wochen Urlaub verbringen dürfen, sondern auch das sonstige Verwalten und Regieren. In der Rebellenhochburg Slawjansk und einem anderen Ort musste die Verwaltung vor einigen Tagen Zahlungen einstellen. Sonst aber werden Löhne, Kindergeld und Renten in der Region Donezk dem Gouverneur Taruta zufolge weiter ausgezahlt. Im März stürmten die Rebellen zwar die Staatskasse. "Aber als sie feststellen mussten, dass es dort kein Bargeld gab, sondern alles per Überweisung abgewickelt wird, zogen sie wieder ab", sagt Tarutas Sprecher Ilja Susdaljew. Wie bisher werden Steuern gezahlt, Löhne und Renten weiter auf Bankkonten überwiesen - oder vom Postboten ins Haus gebracht.

    "Die Separatisten haben den Finanzverkehr bewusst nicht angerührt", sagt Susdaljew. "Die meisten ihrer Anhänger sind arme Bürger oder Rentner, die von staatlichen Zahlungen abhängen. Wenn die ihr Geld nicht mehr pünktlich bekommen, ist es mit der Unterstützung für die Separatisten schnell vorbei. Und den Separatisten fehlen erstens die Fachleute, die sich mit Finanzen und anderen Verwaltungsangelegenheiten auskennen. Und zweitens bekommt unsere Region entgegen der Propaganda der Separatisten einen großen Teil ihres Geldes von der Regierung in Kiew." Würden die Separatisten in die Finanzämter einziehen, würde die Regierung in Kiew die Überweisungen wohl sofort stoppen.
    ...
    "Physische Sprechstunden haben wir aus Sicherheitsgründen fürs Erste eingestellt. Die Bürger können uns nur schreiben - an unsere alte Adresse am Puschkin-Boulevard 34", sagt Kupiljowa. "Da sitzen zwar jetzt die Separatisten, aber wir holen die gesamte Post jetzt direkt beim Postamt ab." Auch im Internet geht das Regierungsgeschäft auf der improvisierten Seite donpress.com weiter. Schon verhandeln die Beamten von Gouverneur Taruta über die Restaurierung des Datenverkehrs - der neue Server soll vorsichtshalber in Deutschland stehen.

    Ostukraine - Der improvisierte Staat - Politik - Süddeutsche.de

    Es sieht wohl nicht nach einer Mehrheit in der Bevölkerung für die Separatisten dort aus...

  9. #3649
    Avatar von Damien

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    Nato-Sprecher: Russische Truppen verlassen Grenzgebiet zu Ukraine



    Dass Russland seine Truppen von der ukrainischen Grenze abzieht, ist nun auch für die Nato offensichtlich. Das bestätigte der Nachrichtenagentur Reuters ein Bündnissprecher.
    „Tausende Soldaten haben die Gebiete an der ukrainischen Grenze verlassen“, sagte der Sprecher.

    Russlands Präsident Wladimir Putin hatte in der vergangenen Woche einen Truppenabzug von der ukrainischen Grenze verfügt, um, wie er äußerte, gute Bedingungen für die Präsidentenwahl in der Ukraine zu schaffen. Laut dem Generalstabschef Waleri Gerassimow wird der Abzug rund 20 Tage in Anspruch nehmen. Nato-Vertreter und westliche Politiker sagten wiederholt, sie sähen keine Anzeichen für einen Abzug der russischen Truppen von der ukrainischen Grenze. Daraufhin forderte der russische Vize-Verteidigungsminister Anatoli Antonow den Westen auf, eine genaue Distanz zu nennen, auf die Russland seine Truppen von der ukrainischen Grenze abziehen solle.

    Nato-Sprecher: Russische Truppen verlassen Grenzgebiet zu Ukraine | Sicherheit und Militär | RIA Novosti

  10. #3650
    Avatar von Vasile

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    17:26 Ukraine

    "Gib uns die Krim zurück, wir zahlen Gasschulden"

    Der in Wien lebende Oligarch Dmitri Firtasch steuert ein Milliardenimperium und unterstützt die neue Regierung in Kiew. Sein Vorschlag: Gasrechnungen nur begleichen, wenn Putin die Krim zurückgibt.

    Von Elisalex Henckel Donnersmarck, Wien



    Foto: Getty Images Der ukrainische Milliardär Dmitri Firtasch lebt zwangsweise in Wien und geht nie ohne Leibwächter aus dem Haus. Die US-Behörden haben ein Auslieferungsverfahren wegen des Verdachts auf Korruption angestrengt. Bis zu einer Entscheidung darüber darf der Oligarch Österreich nicht verlassen

    Dmitri Firtasch, 49, zählt zu den reichsten, aber umstrittensten Männern der Ukraine. Der Sohn eines Fahrlehrers erwarb sein Vermögen unter anderem als Gaszwischenhändler. Sein gemeinsam mit dem russischen Staatskonzern Gazprom gegründetes Joint Venture RosUkrEnergo (RUE) avancierte nach dem russisch-ukrainischen "Gaskrieg" von 2006 zum alleinigen Gasimporteur der Ukraine. Der US-Botschafter in der Ukraine schätzte Firtaschs Vermögen 2008 auf einen zweistelligen Milliarden-Dollar-Betrag.
    Bald darauf handelte Julia Timoschenko als Premierministerin jedoch einen neuen Gas-Deal ohne Zwischenhändler mit den Russen aus. Firtasch begann, Viktor Janukowitsch zu unterstützen, gegen den sie 2010 die Präsidentenwahl verlor. Inzwischen kontrolliert er über seine DF Group auch Unternehmen im Chemie-, Banken- und Medienbereich, darunter neun ukrainische TV-Sender.
    Vier Tage vor dem Krim-Referendum wurde Firtasch auf Ersuchen der USA an seinem Wiener Firmensitz verhaftet. Die US-Justiz wirft ihm vor, indische Beamte mit 18,5 Millionen Dollar bestochen zu haben, um eine Lizenz zum Titanabbau zu bekommen. Ende März kam er gegen eine Rekordkaution von 125 Millionen Euro frei, darf aber Österreich nicht verlassen, bis über den US-Auslieferungsantrag entschieden ist.
    Firtasch beschäftigt neben 17 Leibwächtern zahlreiche Anwälte und PR-Leute, darunter einen ehemaligen FPÖ-Justizminister und einen Krisenmanager, der Bill Clinton in der Lewinski-Affäre beraten hat. In Wien fiel der Ukrainer auch deshalb auf, weil er sich und seine "Mannschaft" in Range-Rover-Konvois direkt vor ein Szenelokal in einer innerstädtischen Fußgängerzone vorfahren ließ. Nach Beschwerden kam er umringt von einer Phalanx von Bodyguards zu Fuß – und freundlich winkend. Seine Gesprächspartner empfängt er in einem eleganten Gründerzeithaus, das mehrere seiner Firmen beherbergt. Privat wohnt er mit seiner Familie derzeit in einem Wiener Luxushotel.

    Die Welt:
    Haben Sie am vergangenen Sonntag gewählt, Herr Firtasch?
    Dmitri Firtasch: Nein, ich wollte, aber ich habe es versäumt, mich zwei Wochen vorher registrieren zu lassen, wie es ein neues Gesetz verlangt.
    Die Welt: Wen wollten Sie denn wählen?
    Firtasch: Die Demokratie.
    Die Welt: Also Wahlsieger Petro Poroschenko?
    Firtasch: Ja.
    Die Welt: Dann müssten Sie jetzt sehr zufrieden sein.
    Firtasch: Das Ergebnis zeigt, wie wichtig die Wahl den Ukrainern war – und dass sie keinen zweiten Wahlgang wollten. Jetzt haben sie hohe Erwartungen.
    Die Welt: Welche haben Sie? Wird Poroschenko das Land befrieden können?
    Firtasch: Poroschenko ist in der schwierigsten Situation, in der je ein Präsident der Ukraine war. Er hat keine Zeit, um in Gang zu kommen. Er muss schon vor Amtsantritt Entscheidungen treffen.
    Die Welt: Vor zwei Monaten hat Poroschenko gemeinsam mit Vitali Klitschko Sie hier in Wien besucht, angeblich, um sich Ihre Unterstützung im Wahlkampf zu sichern. Wie sah die aus?
    Firtasch: Das will ich nicht kommentieren. Meine Worte könnten aus dem Zusammenhang gerissen werden. Ich bin kein Politiker, auch wenn ich politisch Einfluss nehme.
    Die Welt: Wie tun Sie das?
    Firtasch: Unsere Gruppe beschäftigt 110.000 Menschen. Wir erwirtschaften fünf Prozent des ukrainischen Bruttoinlandprodukts und sind in allen Teilen der Ukraine präsent. Um unsere Fabriken gibt es Städte, die von diesen Fabriken leben. Die Fabriken haben große Auswirkungen auf die lokalen Budgets und auf die Wählerschaft.
    Die Welt: Ihr Oligarchenkollege Rinat Achmetow hat die Separatisten öffentlich verurteilt, Petro Poroschenko war auf dem Maidan. Sie haben nie so klar Stellung bezogen.
    Firtasch: Ich habe als Vorsitzender des Arbeitgeberverbandes oft Stellung genommen und sage schon seit 2012: Das Land muss stark, unabhängig und neutral sein. Dafür habe ich heftige Kritik geerntet. Bei uns gibt es nämlich nur zwei Kategorien von Politikern. Die einen wollen uns nach Russland zerren, die anderen nach Europa. Ich vermisse eine ukrainische Position.
    Die Welt: Sie sind gegen das Assoziierungsabkommen mit der Europäischen Union?
    Firtasch: Die Ukraine braucht europäische Werte. Wir wollen nicht als Russen leben. Wir schicken unsere Kinder zum Studieren nach Europa, nicht nach Moskau. Wir machen Ferien in Europa, nicht in Russland. Wir wollen unsere Chancen in Europa ergreifen, visafreien Zugang zu Europa, die maximale Integration mit Europa. Wir sind ein europäischer Staat. Aber als Geschäftsmann muss ich das pragmatisch angehen. Energie-intensive postsowjetische Schwerindustrie macht die Hälfte unserer Wirtschaft aus, 50 Prozent unseres Absatzes geht nach Russland. Von der Energie will ich gar nicht anfangen. Diese Chancen zu verlieren wäre für den Staatshaushalt sehr schwierig zu verkraften.
    Die Welt: War es falsch von der EU, der Ukraine das Assoziierungsabkommen anzubieten?
    Firtasch: Nein, das war ein tolles Signal an die Ukraine. Trotzdem sollten wir Ukrainer uns genau überlegen, ob Europa uns in unserem derzeitigen Zustand brauchen kann. Ich glaube, für Europa wäre es nützlicher, wenn die Ukraine so neutral wie die Schweiz wäre. Die Ukraine könnte eine Brücke zwischen Europa und Russland werden. Diese Haltung ist nicht sehr populär in meinem Land. Die Leute glauben, dass Europa das ganze Land für sie aufbauen würde. Aber das wird uns leider niemand abnehmen.
    Die Welt: Sollten die Separatisten im Osten militärisch bekämpft werden?
    Firtasch: Nein. Wir nennen es Anti-Terror-Operationen, aber in Wirklichkeit ist es ein Krieg. Ein Krieg, in dem Ukrainer gegen Ukrainer kämpfen. Das ist falsch. Außerdem ist unsere Armee nicht bereit. Anfangs gab es viele Freiwillige für die Armee, doch der Patriotismus nahm ab, als die ersten Särge eintrafen. Ich plädiere dafür, dass die Ukraine dezentralisiert wird. Die Leute sollten ihre Bürgermeister und Gouverneure wählen können, damit sie die spezifischen Probleme in ihrer Region lösen können. Wenn die Hälfte des Budgets in der Region bleibt, würden es Leute verwalten, die besser verstehen, was die Region braucht. Die Organisatoren der Referenden in Donezk und Lugansk haben genau das gefordert. Ich bin nur in einer Hinsicht nicht ihrer Meinung: Sie sollten keine unabhängige Republik werden dürfen. Das Land muss eine Einheit bleiben.
    Die Welt: Inklusive der Krim?
    Firtasch: Ja.
    Die Welt: Sie sind mit Ihren Unternehmen dort sehr präsent. Können Sie noch Geschäfte machen?
    Firtasch: Wir arbeiten. Wir bezahlen unsere Leute.
    Die Welt: In Rubel?
    Firtasch: Das ist ein Problem. Ich habe heute unserem Premierminister geschrieben, weil uns verboten wurde, auf der Krim mit der ukrainischen Währung Hrywnja zu zahlen. Ich will dafür eine Erklärung.
    Die Welt: Vom Premier der Ukraine? Der kann doch auf der Krim nichts ausrichten.
    Firtasch: Die Situation hat eine politische und eine geschäftliche Seite. Politisch haben wir die Krim verloren. Wir wissen alle, dass der russische Präsident Wladimir Putin sie nicht zurückgeben wird, jedenfalls nicht so bald. Für die nächsten sieben bis acht Jahre können wir das vergessen. Das sagen mir auch deutsche Bundestagsabgeordnete.
    Die Welt: Was genau sagen die?
    Firtasch: Sie sagen: Wir Deutsche haben nach 1945 einen Teil von Deutschland verloren. Und wir haben nicht darum gebeten, dass die Teilung rückgängig gemacht wird, weil wir wussten, dass das unmöglich ist. Seht ihr nicht, dass Putin euch die Krim nicht zurückgeben wird?
    Die Welt: Wer genau sagt das?
    Firtasch lacht und zuckt mit den Achseln.
    Die Welt: An wen zahlen Ihre Fabriken auf der Krim die Steuern?
    Firtasch: Bis jetzt an den ukrainischen Staat. Aber wir wurden von Russland gewarnt, dass Konsequenzen drohten, wenn wir unsere Unternehmen nicht in der russischen Föderation registrieren lassen.
    Die Welt: Sie werden mit Enteignung bedroht?
    Firtasch: So offen wird es nicht gesagt. Aber wir verstehen, was gemeint ist. Ich habe mein Management angewiesen sich vorzubereiten.
    Die Welt: Wenn Sie sich in Russland registrieren lassen, werden Sie in der Ukraine als Verräter gelten. Wenn nicht, verlieren Sie Ihre Unternehmen.
    Firtasch: Ich kümmere mich nicht darum, als was ich gelte. Abgeordnete kommen und gehen, meine Fabriken bleiben. Die Städte sind von ihnen abhängig. Verschwindet die Fabrik, verschwindet auch die Stadt. Die Leute sagen, dass ich Parlamentsabgeordnete kontrolliere. Das stimmt schon. Für jeden Abgeordneten, die in dieser Region gewählt werden will, ist meine Meinung wichtig. Wenn ich den Arbeitern sage: "geht wählen", dann werden sie wählen gehen.
    Die Welt: Was will Putin in der Ukraine?
    Firtasch: Sie müssen die Frage anders stellen: Was wollen die Amerikaner? Sie haben den Kreis rund um Russland immer enger gezogen, Polen, Tschechien und dann kam die Krim. Für die Russen war das inakzeptabel. Stellen Sie sich vor, Russland würde Raketensysteme in Mexiko stationieren.
    Die Welt: Es gibt keine amerikanischen Raketensysteme in der Ukraine.
    Firtasch: Das nicht. Aber Putin ist lange an der Macht, und in diesen Jahren versuchte Amerika, Russland kleiner zu machen. Jetzt wollen sie zeigen, wer sie sind und was sie können. Ich halte das für einen großen Fehler. Putin hätte die Rückkehr der Ukrainer zur Verfassung von 1992 akzeptieren sollen: Mit großer Selbstständigkeit für die Krim innerhalb der Ukraine. Ich weiß nicht, warum das nicht geschah. Jetzt kann er nicht mehr zurück, wird diese Bürde langfristig aber kaum tragen können. Russlands Wirtschaft ist nicht so stark, dass sie die Isolation überleben könnte.
    Die Welt: Russland fordert von der Ukraine, die Altschulden aus dem Gasgeschäft zu bezahlen. Wird Putin seine Drohung wahr machen und den Gashahn zudrehen?
    Firtasch: Ich würde dem ukrainischen Premier raten, Putin eine Bedingung zu stellen: Gib uns die Krim zurück, und wir zahlen die Gasschulden. Wenn Russland Öl- und Gashahn zudreht, schneidet es sich von jährlich 300 Milliarden Dollar Exporteinnahmen ab. Wir sind nicht gegen Bezahlung. Aber man hat unser Territorium genommen. Wenn Sie mir meine Wohnung wegnehmen, soll ich dann weiterhin für Strom und Gas bezahlen?
    Die Welt: Sie unterstützten einst den gestürzten prorussischen Präsidenten Viktor Janukowitsch. Nun halten Sie zu Poroschenko. Fürchten Sie nicht um Ihre Glaubwürdigkeit, wenn Ihre Loyalitäten so schnell wechseln?
    Firtasch: Was ist das schon, Reputation? Es gab einen Moment, da wurde mir und meinen Freunden klar: Die Zeit von Timoschenko und Janukowitsch ist vorbei. Das Land muss ein neues Kapitel aufschlagen. 2012 begannen wir uns mit diesen Fragen zu beschäftigten. Wir bereiteten uns für einen Wandel 2015 vor. Wir nahmen an, dass Janukowitsch die Wahlen nicht gewinnen würde und die Regierung auf demokratischem Weg geändert werden könnte. Diese Transformation geschah nun schon 2014.
    Die Welt: Auch andere Oligarchen haben politische Verantwortung übernommen. Wie beurteilen Sie, zum Beispiel, die Tätigkeit von Igor Kolomojski in Dnepropetrowsk?
    Firtasch: Wir sollten klar zwischen Politik und Business trennen. Ich sehe, dass die Geschäfte durch die Taten der Politik leiden. Nicht nur auf der Krim. Ich habe auch Fabriken im Osten, in den Regionen Lugansk und Donezk. Wir haben dort die Produktion gestoppt, obwohl wir Geld verdienen könnten. Es sind chemische Fabriken, in denen hochexplosive Stoffe lagern. Jetzt gehen dort maskierte Männer mit Waffen herum.
    Die Welt: Unter ihnen vielleicht auch einige Ihrer Arbeiter?
    Firtasch: Nein, unsere Mitarbeiter tragen keine Masken. Die Menschen in den Städten der Ostukraine sind selbst Geiseln. Sie wissen nicht, wer die Maskierten sind und woher sie kommen. Mein Fabrikdirektor erzählte mir von Verwandten, die ihren 18-jährigen Sohn seit Wochen verstecken, weil junge Männer auf der Straße entführt und zur Verteidigung der "Volksrepublik Donezk" gezwungen würden.
    Die Welt: Dennoch sagen Sie, dass Präsident Poroschenko die Separatisten nicht militärisch bekämpfen darf. Was soll er sonst tun?
    Firtasch: Ich würde in den Osten gehen, mit den Leuten reden und ihnen ihre eigene Regierung geben, aber als Teil der Ukraine. Wir müssen eine Lösung gemeinsam mit Russland finden, sonst wird das Feuer lange brennen. Würden wir den ersten Schritt setzten, könnte das unsere Position deutlich verbessern.
    Die Welt: Sie müssen jetzt in Österreich bleiben, bis ein Gericht über Ihre Auslieferung in die USA entschieden hat. Warum stellen Sie sich nicht freiwillig den amerikanischen Behörden?
    Firtasch: Ich war noch nie in den Vereinigten Staaten und habe keine geschäftlichen Verbindungen in die USA. Der Haftbefehl der Amerikaner kam völlig unerwartet. Sie hätten mich jederzeit kontaktieren können. Ich versteckte mich nicht, ich reiste durch Europa. Ich weiß nicht, was sie von mir wollen. Ich denke, das hat politische Gründe. Die Amerikaner wurden falsch informiert.
    Die Welt: Präsident Poroschenko erklärte, er werde sein Schokoladen-Imperium verkaufen. Sind Sie interessiert?
    Firtasch: Nein. Ich habe mein Business mit Gas begonnen, und fast alles, was ich danach tat, hatte mit Gas zu tun. Schokolade? Klingt gut, aber ich kenne mich damit nicht aus.
    Das Interview wurde gemeinsam mit dem Schweizer "Tagesanzeiger" geführt.


    Ukraine : "Gib uns die Krim zurück, wir zahlen Gasschulden" - Nachrichten Politik - Ausland - DIE WELT

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