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Wohin steuert die Ukraine?

Erstellt von frank3, 02.12.2013, 21:46 Uhr · 9.045 Antworten · 471.378 Aufrufe

  1. #4071
    Avatar von DerBossHier

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    Bester Mann


  2. #4072

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    Zitat Zitat von DerBossHier Beitrag anzeigen
    Bester Mann

    Geil. Bringt es wirklich mal auf den Punkt.

    Rasmussen dieser Verbrecher gehört nach Den Haag. Ich habe das Gefühl, der NATO geht es nur noch um den Krieg mit Russland.

  3. #4073
    Avatar von Damien

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    Rüstungsdeals mit Russland: Poroschenko fordert Lieferstopp



    Der neue ukrainische Präsident Pjotr Poroschenko ruft die EU zur Einstellung der militärtechnischen Zusammenarbeit mit Russland auf, schreibt die Zeitung "Nowyje Iswestija" am Montag.

    Dabei hat er in seinem jüngsten Telefonat mit seinem französischen Amtskollegen Francois Hollande geäußert, dass diese Entscheidung Brüssels „solidarisch“ sein und „unverzüglich“ getroffen werden sollte. Das Thema Sanktionen gegen Russland wird auf der Tagesordnung des für den 26. und 27. Juni geplanten EU-Gipfels stehen.

    Zuvor hatte der britische Außenminister William Hague mitgeteilt, dass sein Land das militärische Zusammenwirken mit Russland wegen der Ukraine-Krise auf Eis lege. Unter anderem gehe es um die Einstellung des Exports von Dual-Use-Produkten und die Absage der geplanten gemeinsamen Seemanöver.

    Frankreich, Russlands größter Partner im Rüstungsbereich, wird jedoch den milliardenschweren Vertrag über den Bau von zwei Mistral-Hubschrauberträgern für Moskau erfüllen. Hollande hatte das während des jüngsten Gipfeltreffens in der Normandie abermals zugesichert. Das ist Russlands größter Rüstungsvertrag mit Europa. Ansonsten aber beläuft sich das Zusammenwirken in diesem Bereich auf lediglich 200 Millionen Dollar jährlich. Das ist eine Lappalie, wenn man bedenkt, dass Russlands Waffenhandel 15 Milliarden Dollar pro Jahr übertrifft.

    Außer den Briten, mit denen Russland keine Waffenverträge hat, hat nur die schwedische Unternehmensgruppe Volvo AB die Einstellung der Kooperation zwischen der Firma Renault Trucks und dem russischen Waffenbetrieb Uralwagonsawod bei einem neuen Kampffahrzeug wegen der Ukraine-Krise verkündet. Ein Uralwagonsawod-Sprecher sagte jedoch, dass es dieses Fahrzeug, das künftig in Drittländer exportiert werden solle, bislang nur als Modell gebe, wobei die eigentliche Entwicklung noch nicht begonnen habe.

    In diesem Kontext sind auch der Bau der italienischen Panzerwagen Iveco LMV M65 und der französischen Navigationssysteme Sigma (Produkt des französischen Konzerns Sagem) in Russland erwähnenswert. Aber dabei handelt es sich um relativ kleine Verträge, die keine Rolle für Russlands nationale Sicherheit spielen.

    Falls aber die Europäer den Export von Dual-Use-Technologien nach Russland stoppen sollten, könnte das sehr schmerzhaft für die russische Rüstungsindustrie werden, warnte der Direktor des Zentrums für internationale Sicherheit beim Institut für Weltwirtschaft und internationale Beziehungen, Alexej Arbatow. Dann müssten „vor allem die Pläne zur Modernisierung unserer Rüstungsindustrie begraben werden“, betonte er.

    Dass Poroschenkos Forderung ungesetzt wird, ist jedoch eher unwahrscheinlich „Die Ukraine ist kein EU-Mitglied und ist nicht berechtigt, Sanktionen von der EU zu verlangen“, sagte der Vorsitzende des Moskauer Kollegiums der Rechtsanwälte „Europa – Asien“, Tejub Scharifow. „Außerdem bedarf es für die Kündigung von Verträgen zwischen russischen und westlichen Betrieben juristischer Gründe. Da die Verträge bereits geschlossen wurden und gewisse Sanktionen für Vertragsverstöße vorsehen, darf Russland vor Gericht gehen und würde dabei Recht bekommen. Nicht zu vergessen ist auch, dass die moderne Welt von der Wirtschaft gelenkt wird. Aus diesem Grund hat beispielsweise Frankreich bereits klar zu verstehen gegeben, dass es den Mistral-Vertrag mit Russland erfüllen wird“, so der Jurist.

    Rüstungsdeals mit Russland: Poroschenko fordert Lieferstopp | Zeitungen | RIA Novosti

    Russland hat auch damit begonnen seine Importe vor allem auf wirtschaftschwache EU Länder umzusellen.
    Weil diese Weniger dazu neigen würden Sanktionen zu erlassen.

    Das betrifft aber nicht nur den Waffenbereich.

    Erst vor kurzem hat man sich gegen Siemens entschieden. Nach dem Deutschland angefangen hat exporte deutscher Firmen zu verzögern.

    Siemens solte das Russische Eisenbahnnetz mit Hochgeschwindigkeits Zügen Sapsan ausstattung.
    Den Auftrag hat jetzt Spanien bekommen mit den Talgo Zügen.

  4. #4074

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    Hier nochmal ein Video von der Demo in Berlin, die sich gegen den Krieg und die Eskalationspolitik in der Ukraine und gegen die Medienhetze gegen Russland richtet!


  5. #4075
    Avatar von Damien

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    Miller: Russland bot Kiew bessere Bedingungen für Gaslieferungen als unter Janukowitsch an



    Russland hat in den Gas-Verhandlungen mit der Ukraine bessere Bedingungen als unter Präsident Viktor Janukowitsch angeboten, wie Gazprom-Chef Alexej Miller bei einem Treffen mit Premier Dmitri Medwedew mitteilte.

    Miller zufolge war Russland bereit, zu garantieren, dass sich die Höhe des Rabatts von 100 US-Dollar nicht ändern wird. In letzter Konsequenz sei der Vorschlag unterbreitet worden, dass die russische Seite die Unveränderlichkeit dieses Rabatts bis zum Vertragsablauf, bis Ende 2019, garantiere.

    Medwedew wies seinerseits darauf hin, dass den ukrainischen Kollegen im Grunde genommen ein Aufschub bei der Tilgung der angehäuften Schulden angeboten worden sei.

    Außerdem wurde die Frage der Preisbildung besprochen. Dabei wurde Russland vorgeschlagen, diesen Preis ohne die Überweisung des Importzolls zu bilden.

    Der russische Energiekonzern Gazprom wird der Ukraine von nun an nur noch gegen Vorkasse Gas liefern: Heute ab 10.00 Uhr Moskauer Zeit (08.00 Uhr MESZ) wurde der ukrainische Gasversorger Naftogaz auf Vorkasse umgestellt.
    Gazprom hat auch beim Stockholmer Schiedsgericht eine Klage gegen Naftogaz bezüglich der Einziehung der Schulden in Höhe von 4,5 Milliarden US-Dollar eingereicht.

    Miller: Russland bot Kiew bessere Bedingungen für Gaslieferungen als unter Janukowitsch an | Politik | RIA Novosti

  6. #4076
    Avatar von Damien

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    Interessante historische Fakten um die Krim

    Der Senator in der Staatsduma Sergej Naryschkin veröffentlichte interessante Informationen über die Krim. Danach hat die Ukraine im Jahre 1991 die Krim annektiert.

    Der Senator in der Staatsduma Sergej Naryschkin beschuldigte die Ukraine in der gewaltsamen Angliederung der Krim an sein Territorium im Jahre 1991. „Eigentlich fand genau vor 23 Jahren die Annexion der Krim statt, allerdings mit friedlichen Mitteln, aber es war eine Annexion“, - so der Senator.



    Der Politiker erinnerte daran, dass im Januar 1991 auf der Krim ein Referendum zur Übergabe der Krim an die Ukraine stattfand. 93 Prozent der Bewohner der Halbinsel stimmten dagegen. Die Wahlbeteiligung lag damals bei 81 Prozent. Die Vereinnahmung der Krim durch die Ukraine konnte zum damaligen Zeitpunkt nur durch die verantwortungslose Gleichgültigkeit einer Reihe russischer Politiker erfolgen.

    Interessante historische Fakten um die Krim | russland.RU

  7. #4077
    Avatar von DerBossHier

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    Wikileaks: Poroschenko ist seit Jahren Informant für die USA



    Nach Informationen von Wikileaks hat der neue ukrainische Präsident seit Jahren ein sehr enges Verhältnis zu den Amerikanern. Er hielt die US-Botschaft über aktuelle politische Entwicklungen auf dem Laufenden. Als besonders nützlich betrachteten die Amerikaner Poroschenkos Tätigkeit für die Zentralbank der Ukraine.


    Der Präsident der Ukraine, Petro Poroschenko, hat seit 2006 ein enges Vertrauens-Verhältnis zur US-Botschaft in Kiew. Das geht aus Wikileaks-Dokumenten hervor. So wird Poroschenko von der amerikanischen Botschaft in Kiew als „Insider in der Partei Unsere Ukraine (OU)“ bezeichnet, dessen Informationen die Amerikaner vertrauen könnten.
    Poroschenko wurde von den Amerikanern geschätzt, weil er als Oligarch Interessen in unterschiedlichen Industrien hatte. Besonders von Vorteil schien dem US-Außenministerium Poroschenkos Verankerung im ukrainischen Banken-System: Er war mehrere Jahre Aufseher der Zentralbank in Kiew. Außerdem, so lobt die Botschaft den heutigen Präsidenten in einer Depesche: „Er spricht Englisch.“
    In einer vertraulichen Nachricht der US-Botschaft in Kiew vom 29. April 2006 heißt es zu den Koalitions-Verhandlungen in der Ukraine:

    „Während eines Treffens am 28. April bestritt Poroschenko, dass er seinen Einfluß auf den Generalstaatsanwalt ausgenutzt habe, um Druck auf Timoschenkos Oberleutnant Olexandr Turtschynow auszuüben. Die Koalitionsverhandlungen mit dem Timoschenko-Block (BYuT) würden weiterlaufen. Doch es gäbe keine Forschritte.“
    Zudem soll Poroschenko in einem Gespräch mit US-Diplomaten Timoschenko als „nicht vertrauenswürdig“, „unaufrichtig“ und „prinzipienlos“ eingestuft haben. Auch in den darauffolgenden Jahren hielt Poroschenko engen Kontakt zur US-Botschaft in Kiew.


    In einer vertraulichen Nachricht vom 9. Oktober 2009 schreibt die US-Botschaft:

    „Poroschenko, ein reicher Geschäftsmann mit zahlreichen politischen Kontakten, setzte sich für eine verstärkte europäische Integration und pragmatische Beziehungen zu Russland ein.“
    Poroschenko besitze die Fähigkeit, zwischen Timoschenko und Juschtschenko eine ausgleichende Rolle zu spielen. Das sei der Schlüssel für seine Nominierung als Außenminister.

    Die gute politische Vernetzung und sein Pragmatismus zeichnen den aktuellen ukrainischen Präsidenten aus.
    Nun soll er zwischen dem Westen und Russland eine Art ausgleichende Rolle spielen. Denn Poroschenko hat Interessen auf beiden Seiten. Seine Unternehmen operieren sowohl in der EU als auch in Russland. Er ist für beide Seiten ein akzeptabler Verwalter (mehr hier).


    Im Zusammenhang mit der Annäherungs-Politik zur EU hat er es bisher offen gelassen, ob die Ukraine das Assoziierungs-Abkommen unterschreiben werde oder nicht. Intakte Wirtschafts-Beziehungen zwischen Russland und der Ukraine sind auch in seinem persönlichen Interesse. Poroschenko ist Inhaber des Süßwarenherstellers Roshen.

    Roshen ist auf dem russischen Markt aktiv.
    Doch im März hatte Moskau die Bankkonten von Roshen sperren lassen. Eine Produktionsanlage des Unternehmens wurde vorübergehend stillgelegt, berichtet Die Presse.

    Poroschenkos aktuelle Kriegs-Rhetorik und Drohgebärden gegen Russland dürften nicht lange andauern. Ende Mai sagte er selbst, dass eine Stabilisierung der Unruheregion „ohne russische Vertreter, ohne ein Treffen mit der russischen Führung unmöglich“ sei, zitiert ihn AFP.

    Wikileaks: Poroschenko ist seit Jahren Informant für die USA | DEUTSCHE WIRTSCHAFTS NACHRICHTEN

  8. #4078

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    Zitat Zitat von Damien Beitrag anzeigen
    Interessante historische Fakten um die Krim

    Der Senator in der Staatsduma Sergej Naryschkin veröffentlichte interessante Informationen über die Krim. Danach hat die Ukraine im Jahre 1991 die Krim annektiert.

    Der Senator in der Staatsduma Sergej Naryschkin beschuldigte die Ukraine in der gewaltsamen Angliederung der Krim an sein Territorium im Jahre 1991. „Eigentlich fand genau vor 23 Jahren die Annexion der Krim statt, allerdings mit friedlichen Mitteln, aber es war eine Annexion“, - so der Senator.
    Das muss man sich mal reinziehen. Von wegen Chruschtschow hat die Krim der Ukraine "geschenkt". !954 war die Ukraine kein Staat, sondern nur eine Verwaltungseinheit.

    Das in den Wirren nach dem Zerfall der SU, wo ein Grossteil der Bevölkerung nicht mal Brot kaufen konnte, russische Politiker andere Prioritäten hatten, als die Ukraine an der Annexion der Krim zu hindern, dürfte doch selbst jedem Nato-Hirn verständlich sein. Zumal ja die Krim-Bevölkerung schon 1991 mehrheitlich gegen eine Annexion durch die Ukraine war.

  9. #4079
    Jezersko
    Der tägliche Pressespiegel der vier Kreml-Lakaien!

  10. #4080
    Avatar von skenderbegi

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    Zitat Zitat von Jezersko Beitrag anzeigen
    Der tägliche Pressespiegel der vier Kreml-Lakaien!
    ganz nachdem Motto alle für Putin


    Putins PR-TruppeDer Job Hunderter Russen besteht darin, Onlinediskussionen einen kremlfreundlichen Dreh zu geben. Was bisher bloss ein Verdacht war, belegen nun von Hackern publik gemachte Strategiepapiere.

    Der russische Präsident Wladimir Putin tut viel dafür, dass er im besten Licht erscheint. Foto: Wladimir Smirnow (Photoshot)

    Julian Hans Moskau16.06.2014











    Achtung, liebe Eltern, Harry Potter macht schwul! Ein Video, das jemand unter dem Pseudonym «The American Dream» auf Youtube veröffentlicht hat, erbringt vermeintlich den Beweis: Erst sieht man den Schauspieler Daniel Radcliffe als Zauberlehrling Harry verschiedene Abenteuer bestehen; so wie er zum Vorbild für Millionen Jungen geworden ist. Dann sieht man Radcliffe nackt mit einem jungen Mann im Bett: Es ist eine Szene aus dem Film «Junge Wilde» über die Beat-Generation, der 2013 in die Kinos kam. Eltern sollten sich nicht wundern, wenn sie ihren Sohn demnächst mit einem Jungen erwischen: «Sie ahmen nur Harry nach», erklärt das Video. «Das Hollywood von heute zeigt uns, wie unsere Kinder morgen sein werden.»
    Was wie das Werk eines Verwirrten wirkt – viele Terabyte Mumpitz werden täglich im Internet veröffentlicht –, ist in Wahrheit sorgfältig geplant, kalkuliert und platziert. Der Nutzer mit dem irreführenden Namen «The American Dream» wurde von der russischen Agentur zur Analyse des Internets angelegt. Die Firma mit Sitz in Sankt Petersburg beschäftigt gegen 600 Mitarbeiter. Ihre Hauptaufgabe: Meinungen im Internet im Sinne des Kremls zu manipulieren. Gut eine Million Dollar liess sich die Firma dies zuletzt kosten, pro Monat. Das belegen interne Dokumente und E-Mails leitender Mitarbeiter, die anonyme Informanten im Internet veröffentlich haben.

    Die Trolle in Olgino
    Die mehr als 138 Megabyte an Daten vermitteln ein Bild davon, wie Scharen bezahlter Manipulatoren vorgehen, um Diskussionen auf grossen Nachrichtenportalen und in sozialen Netzwerken zu beeinflussen. Die sogenannten Trolle sind im Schutz der Anonymität von gewöhnlichen Diskutanten kaum zu unterscheiden. Das Bild deckt sich mit Enthüllungen, welche die oppositionelle «Nowaja Gaseta» vor zwei Jahren gemacht hat. Eine Reporterin hatte sich als Mitarbeiterin bei den Trollen im Petersburger Vorort Olgino eingeschlichen. Dort erlebte sie, wie PR-Spezialisten im russischsprachigen Internet gegen Kritiker des Kremls vorgingen, indem sie diskreditierende Blogeinträge über sie verfassten, Schmäh-Collagen bastelten und diese durch massenhafte Posts zu einem meistdiskutierten Twitterthema machten.
    Nun gibt es erstmals Belege dafür, dass die Manipulatoren auch Nachrichtenportale und soziale Netzwerken im Ausland anpeilen. Den Verdacht gab es, seit westliche Medien in der Ukrainekrise überschwemmt wurden mit Kommentaren, die die Maidan-Proteste abtaten als von Washington gesteuert und die Regierung in Kiew als Nazi-Junta diskreditierten. Auch in Deutschland. Die Kommentarflut bei «Spiegel online» oder Sueddeutsche.de erweckte den Eindruck, wer die Annexion der Krim verurteile, stehe allein. Ein falscher Eindruck: Zwei Drittel der Deutschen bekunden in Umfragen kein Verständnis für Putins Vorgehen und halten es für sinnvoll, dass EU und USA der Ukraine Wirtschaftshilfe leisten und politischen Druck auf Moskau ausüben.

    Facebook, Twitter und Youtube
    Wie PR-Profis ein solches Zerrbild vermitteln, geht aus Strategiepapieren der Petersburger Agentur hervor. Ausgangspunkt sind eingehende Analysen der sozialen Netzwerke Facebook, ­Twitter, Linkedin und Youtube. Die Altersverteilung der Nutzer wird ebenso unter die Lupe genommen wie die Tageszeit mit den meisten Aktivitäten oder die politische Einstellung des Publikums. So wird vermerkt, US-Demokraten nutzten Twitter intensiv und die Networking-Plattform Linkedin wenig.
    Die Troll-Analysten legen im Detail dar, welche Regeln für Kommentare auf den Nachrichtenportalen «Politico», «Huffington Post» und «Fox News» gelten. Werden Kommentare sofort veröffentlicht oder vorher geprüft? Gehen Beleidigungen durch wie: «Obama wird wegen seiner Ukrainepolitik in der Hölle schmoren und Satan seine Frau vergewaltigen.» Welches Echo lösen provokative Kommentare auf unterschiedlichen Portalen aus? Welcher Grad an Schärfe verspricht den grössten Erfolg? Die russischen Propaganda-Experten raten, bei der «Huffington Post» «bis zu 100 Profile» zu pflegen, weil dort jene Kommentare ganz oben angezeigt werden, deren Autoren die meisten Kontakte haben.

    Abschreckende Bilder
    Ein anderes Papier gibt Ratschläge, mit welchen Argumenten das russische Publikum am ehesten vom Vorgehen des Kremls zu überzeugen ist. «Europa ist in einer schweren Krise. Vergleicht das mit unserem Land. Wir haben keine Schulden.» In den Daten findet sich auch das Konzept für eine Facebook-Gruppe namens «The American Dream»: In der ersten Phase sollten dort positive Beiträge über die USA veröffentlicht und mit der Zeit immer kritischer werden. Das Harry-Potter-Video hatte nur mässigen Erfolg – gut 700 Aufrufe in drei Wochen. Der Clip davor lief ungleich besser: Mehr als 35 000 Nutzer schauten sich «US Democracy-Building in Ukraine» an. Das Video beginnt mit dem Satz, die Demokratie sei das wichtigste Gut in den USA, behauptet dann, Washington habe 5 Milliarden Dollar ausgegeben, um Faschisten in Kiew an die Macht zu bringen, und kulminiert nach dramatischen Bildern von getöteten Zivilisten in der Gleichung: «US-Demo­cracy = Death».
    Wer gibt solche Kampagnen in Auftrag? Die Dokumente der Internetmanipulatoren weisen auf den Petersburger Unternehmer Jewgeni Prigoschin hin, der von der russischen Opposition als «Putins Koch» bezeichnet wird. Die beiden kennen sich seit den 90er-Jahren, als Prigoschin in Sankt Petersburg das Casino Conti betrieb und Putin in der Stadtverwaltung für die Überwachung des Glücksspiels zuständig war. Inzwischen gebietet Glatzkopf Prigoschin über ein Gastronomie-Imperium – dank einigen Grossaufträgen vom Staat. Neben diversen Restaurants in Petersburg und Moskau bestreitet seine Concord-Gruppe das Catering bei offiziellen Anlässen wie dem Sankt Petersburger Wirtschaftsforum und beliefert Schulen und Streitkräfte mit Fertiggerichten.

    Spione auf Redaktionen
    Prigoschin fällt nicht zum ersten Mal damit auf, dass er sich auch jenseits des Kulinarischen um das Wohl des Kremls kümmert. Er soll 2012 den Film «Anatomie des Protests» finanziert haben, der führende Kritiker der gefälschten Wahlen in Russland als Verschwörer im Solde Georgiens und der USA darstellte. Eine Reihe von Prozessen gegen Kreml-Gegner folgte. Und er war auch der Auftrag­geber jener im letzten Jahr aufgeflogenen Spione, die sich in Redaktionen kritischer Medien eingeschlichen hatten.
    Aus dem abgefangenen E-Mail-Verkehr geht hervor, dass die «Agentur zur Analyse des Internets» ihre Monatsabrechnungen an Prigoschins Firma schickt. Tätigkeitsberichte gehen gleichzeitig an einen Mann, der in den Dokumenten nur mit Nachnamen Wolodin auftaucht. Laut den anonymen Informanten soll es sich um Wjatscheslaw Wolodin handeln, den stellvertretenden Leiter von Putins Präsidialamt. Er wurde im Dezember 2011 auf dem Höhepunkt der Proteste in den Kreml geholt, um das Internet in den Griff zu bekommen.

    Informationen aus dem Kreml
    Die Firma Concord lehnt jeden Kommentar zu den Vorwürfen mit der Begründung ab, die Daten seien auf illegalem Weg an die Öffentlichkeit gelangt. An der Echtheit des Materials gibt es wenig Zweifel. Die Gruppe, die sich Anonymous International nennt, hat seit letztem Dezember wiederholt brisante Dokumente publik gemacht, die sich alle als authentisch erwiesen haben. Es begann mit der Neujahrsansprache von Wladimir Putin, deren Text im Blog der Hacker erschien, bevor das Fernsehen sie ausstrahlte. Vertrauliche Details über die Vorbereitung des Referendums auf der Krim durch Moskauer PR-Experten wurden ebenso veröffentlicht wie der E-Mail-Verkehr von Igor Girkin, jenem russischen Ex-Geheimdienstler, der unter dem Pseudonym Igor Strelkow heute Militärführer der selbst ernannten Volksrepublik Donezk in der Ukraine ist.
    An den Veröffentlichungen fällt auf, dass die anonymen Informanten ihr ­Material nicht nur aus gehackten Post­fächern beziehen. Manche sind in Kreml-Büros abfotografiert wurden. Russische Medien mutmassen, dass hinter den Veröffentlichungen vielleicht Widersacher von Wolodin im Kreml stehen. Oder aber Geheimdienstler, die wenig Freude daran haben, dass nachrichtendienstliche Aufgaben wie die Manipulation der öffentlichen Meinung privaten PR-Firmen überlassen werden.

    In Online-Jobbörsen angeworben
    Ein Geschäftsführer der «Agentur zur Analyse des Internets» hat sich jetzt für die Flucht nach vorn entschieden. Michail Burtschik bestätigte dem «Tages-Anzeiger» die Authentizität des Materials, wollte sich aber nicht weiter zur ­Tätigkeit der Agentur äussern. In seinem Blog nennt er sich nun den «geschäfts­führenden Troll» und erklärt, es sei gar nichts dabei an der meinungsbildenden Arbeit, Journalisten würden schliesslich auch dafür bezahlt. Manche Mitarbeiter seien als Patrioten sogar stolz darauf, nun «Trolle von Olgino» genannt zu werden: «Lieber Troll sein und seine Heimat lieben als anonym auf die Regierung schimpfen», schreibt Burtschik; dabei übergeht er geflissentlich, dass die bezahlten Kommentatoren stets anonym auftreten und erst von den Hackern enttarnt worden sind.
    Bezahlte Kommentatoren könnten relativ kurzfristig in Online-Jobbörsen angeworben werden, sagt eine Managerin einer Moskauer PR-Firma, die auch Aufträge von staatlichen Stellen bekommt. Fremdsprachen seien kein Problem, erklärt die Frau, die anonym bleiben will: «Die Sprachausbildung an unseren Hochschulen ist gut.» Bezahlt werden die Trolle nach Leistung: Jeder Blog-Eintrag oder Kommentar wird fotografiert, danach wird abgerechnet.

    «Der Westen hat keine Antwort»
    Dass Russland seine Ukrainepolitik mit Propaganda in den sozialen Medien begleitet, überrascht den Politikberater Simon Anholt nicht. Der Brite wird von Regierungen weltweit als Experte gerufen, wenn es um das Image von Staaten geht. Regelmässig bekomme er Einladungen aus Russland, sagt er. Wissenschaftler dort beschäftigten sich intensiv damit, wie die öffentliche Meinung manipuliert werden kann.
    Laut einem Bericht der Zeitung «Kommersant» hat der Kreml gerade neue Forschungsaufträge ausgeschrieben. Geklärt werden soll unter anderem, wie in anderen Ländern das Wahlrecht eingeschränkt wird, wie soziale Netze die öffentliche Meinung beeinflussen und wie man das Internet besser steuern kann. Es sei ein Irrtum, dass das Internet als grenzenloser Kommunikationsraum automatisch zu mehr Freiheit führe, sagt Anholt: «Weil es frei ist, ist es eben nicht immun gegen Manipulationen. Soziale Medien können gehackt werden. Und der Westen hat darauf keine Antwort.» Zensur kann in einer demokratischen Gesellschaft schliesslich keine Lösung sein.
    Das wirksamste Mittel gegen Trolle haben die Analysten aus Olgino selbst herausgefunden: Ein Papier mit dem Titel «Negative Kommentare» gibt zu bedenken, dass allzu eindeutige Beiträge beim Publikum zu Abwehrreaktionen führen. «Ausserdem schöpfen die Nutzer Verdacht, dass diese Kommentare aus ideologischen Gründen oder gegen Bezahlung geschrieben wurden», heisst es. Als Beispiel wird eine Diskussion auf der CNN-Webseite angeführt. Eine Tirade gegen das «vom Westen bezahlte Marionetten-Regime in Kiew» quittierte ein User mit der Bemerkung: «Wie ist das Wetter heute Abend in Moskau?» (Tages-Anzeiger)
    (Erstellt: 16.06.2014, 23:11 Uhr)

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