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Wohin steuert die Ukraine?

Erstellt von frank3, 02.12.2013, 21:46 Uhr · 9.045 Antworten · 471.887 Aufrufe

  1. #6651
    Avatar von BlackJack

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    Zitat Zitat von hrhrhrvat Beitrag anzeigen
    Du wirst nicht mehr lange durchhalten BJ. Diese Leute lecken wirklich alles, was russisch ist. Du brauchst nur ein Mal sagen Ukrainer sind Faschisten und die Russen sind Natifaschisten, dann wirst du ca. 64 Danke dür einen Post kriegen. Geschützt werden diese Leute dann auch noch von Wladmira Putina.
    ach ich will mich hier auch garnicht groß einbringen, habe das Geheule auf Basis einer Spekulation bzw. angeblicher Insiderinfos der parteiischen "Junge Welt" nur zufällig gesehen, verfolge diesen Strang eh nicht aktiv

  2. #6652

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    Zitat Zitat von hrhrhrvat Beitrag anzeigen
    Du wirst nicht mehr lange durchhalten BJ. Diese Leute lecken wirklich alles, was russisch ist. Du brauchst nur ein Mal sagen Ukrainer sind Faschisten und die Russen sind Natifaschisten, dann wirst du ca. 64 Danke dür einen Post kriegen. Geschützt werden diese Leute dann auch noch von Wladmira Putina.
    du bewegst dich irgendwie nicht mehr in der allgemein geteilten und wahrgenommenen Realität. Was ist los mit dir? Niemand hat hier in diesem Thread jemals behauptet, alle Ukrainer wären Faschisten. Auch nicht das alle Russen Antifaschisten wären.
    Es ist komisch was du implizierst. Allein das du Menschen generell auf solch zwei Begriffe reduzierst. Das ist wirklich beschränkt.

  3. #6653

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    Zitat Zitat von BlackJack Beitrag anzeigen
    ach ich will mich hier auch garnicht groß einbringen, habe das Geheule auf Basis einer Spekulation bzw. angeblicher Insiderinfos der parteiischen "Junge Welt" nur zufällig gesehen, verfolge diesen Strang eh nicht aktiv
    Das hälst du eh nicht durch.

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    Zitat Zitat von Lubenica Beitrag anzeigen
    du bewegst dich irgendwie nicht mehr in der allgemein geteilten und wahrgenommenen Realität. Was ist los mit dir? Niemand hat hier in diesem Thread jemals behauptet, alle Ukrainer wären Faschisten. Auch nicht das alle Russen Antifaschisten wären.
    Es ist komisch was du implizierst. Allein das du Menschen generell auf solch zwei Begriffe reduzierst. Das ist wirklich beschränkt.
    Tu ich doch gar nicht. Hört doch mit diesen Unterstellungen auf. Vielen lieben Dank ja.

  4. #6654

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    Zitat Zitat von hrhrhrvat Beitrag anzeigen
    Das hälst du eh nicht durch.

    - - - Aktualisiert - - -



    Tu ich doch gar nicht. Hört doch mit diesen Unterstellungen auf. Vielen lieben Dank ja.
    Du bist es doch der hier am laufenden Band den Usern etliche Dinge unterstellt und du wirst darauf aufmerksam gemacht, dass du es langsam mal sein lassen sollst. Du solltest langsam mal begreifen, dass andere Leute ne andere Sicht auf die Dinge haben und deine Meinung einfach nicht teilen. Das muss man ja auch nicht. Auch du bist nicht dazu verpflichtet die Meinung der "anderen" zu teilen. Du hast deine eigene Meinung und gut ist. Das einzige was ich zB. von dir erwarte ist, das du dir ein wenig mehr Mühe geben könntest, die Diskussion konstruktiver zu gestalten und auch Infos und Quellen postest, die deiner Sicht entsprechen etc.
    Du hast da jetzt ja auch Bilder von russischen Nazis gepostet. Das wäre definitiv auch ein Thema darüber zu diskutieren. Ich weiß allerdings nicht ob hier in diesem Thread oder in einem anderen?!

    - - - Aktualisiert - - -


  5. #6655

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    Zitat Zitat von papodidi Beitrag anzeigen
    Dmitri Kisseljow ist beileibe kein neutraler Journalist mehr, er ist de facto Putins Propagandaminister als Chef der staatlichen Nachrichtenagentur Rossija Sewodnja, die durch Putin per Verordnung gegründet wurde, also selbstverständlich ohne Parlament und Kontrolle...
    Wer ist in der Ukraine Krise schon neutral? Hat der Typ nachweislich direkt Fakten gefälscht und verbreitet oder zur Gewalt aufgerufen?

    Falls ja, dann Beispiel her.

    Falschmeldungen aus Kiev reicht die deutsche Journaille ja auch gerne durch, und die Bomben auf Wohngebiete findet sie auch ok. Wenn das der Unterschied zu Putinrussland sein soll - der eine Journalist lügt direkt und der andere beruft sich auf eine offensichtlich lügende Quelle und setzt noch ein "laut Berichten aus Kiev davor", damit der journalistische Anschein gewahrt bleibt? Neutralität, Distanziertheit und Ausgewogenheit sehen anders aus.

    Der Russe schreibt halt "MH17 hat die ukrainische Armee abgeschossen" und der Deutsche schreibt "Es gibt zwar keine endgültigen Beweis aber mit dem gesunden Menschenverstand muss man annehmen das die Russen das Flugzeug runtergeholt haben".

    Das eine soll Propaganda sein, und das andere Journalismus. Wem's gefällt.

    Aber falls Du irgendwo die Wahrheit findest - ich bin sehr interessiert, ich suche sie schon seit langem.

    Das Beschwören eines "Vorrückens Putin bis Berlin" ist aus meiner Sicht Propaganda, dann dafür gibt es keinerlei Grundlage.

    Die EU soll endlich mal zugeben, das sie in diesem Konflikt nicht Vermittler, sondern Kriegspartei ist, die die andere Kriegspartei bekämpft - indem man den Bürgerkrieg in der Ukraine finanziert, Sanktionen gegen Russland verhängt und mit dem NATO-Säbel rasselt.

    Übrigens: auch vom widerborstigen Leser, dem das einseitige RU-Gebashe Spanish vorkommt, will man nichts mehr hören:

    SZ entfernt Kommentarfunktion unter den Artikeln.

    https://www.freitag.de/autoren/jan-j...mentarfunktion

  6. #6656
    Avatar von babyblue

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    Uwe Krüger hat im Rahmen seiner Dissertation über einen Zeitraum von 2002 - 2009 am Beispiel des Afghanistaneinsatzes untersucht, wie elitenkonform die Berichterstattung in den "Qualitätszeitschriften" sind. Dabei zählte SZ-Ressorchef Kornelius als leuchtendes Beispiel:

    (...) Beispielhaft sei das Netzwerk von SZ-RessortchefKornelius dargelegt (Abb. 2). Im Untersuchungszeitraum 2002 bis 2009 nahm Kornelius an der Münchner Sicherheitskonferenz teil, war Mitglied in der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik, dieFührungskräfte aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Medien vernetzt, und Beirat von derenZeitschrift Internationale Politik. Er saß im Präsidium der Deutschen Atlantischen Gesellschaft, dieLobbyarbeit für die Nato betreibt; vom AmericanInstitute for Contemporary German Studies (AICGS)in Washington, D.C., wurde er als »frequent contributor to AICGS programs and events« bezeichnet.Außerdem saß er im Beirat der Bundesakademie fürSicherheitspolitik, einem Think Tank des Verteidigungsministeriums. Laut Satzung der Akademie sind deren Beiräte dafür da, die Bundesregierung inaußen- und sicherheitspolitischen Fragen zu beraten– mit der journalistischen Berufsrolle scheint diesnur schwer vereinbar zu sein.

    Das ist ein Auszug aus einer von Uwe Krüger selbst verfassten Zusammenfassung seiner Dissertation - ist sehr lesenswert!

    http://www.message-online.com/wp-con...age_1_2013.pdf

  7. #6657

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    Zitat Zitat von 2hands1blatt Beitrag anzeigen
    Weil die EU bereit ist, die Ukraine per Notenpresse zu finanzieren. Teuere Liebhaberei, die sich die EU-Politiker auf Kosten ihrer Wähler leisten.

    Solange die Wirtschaft in DACH, FR und NL brummt ist den Bürgern egal, ob sie Griechenland, Spanien und Ukraine finanzieren, da sie den Eindruck haben, von der EU zu profitieren. Aber wehe, es geht in den Kernländern wirtschaftlich abwärts, dann werden die Herrschaften in Brüssel hinweggefegt und die Ukraine hat dann nur noch die USA als potentielle Geldgeber.

    - - - Aktualisiert - - -
    Und da wundert man sich, warum die EU Skeptiker in Deutschland zulauf bekommen. Übrigens stellt man die AfD hier - berechtigt oder nicht - in der Mainstreampresse auch gerne mal in die rechte Ecke, will sie also mit der Nazi-Keule erschlagen. Nur wenn Putin die "Nazi-Keule" nutzt, ist man selbstverständlich empört

    AfD: Triumphe setzen Union und SPD unter Druck - SPIEGEL ONLINE

    Man hätte ja gerne, dass das Volk in Russland sich gegen Putin erhebt. Soll man mal aufpassen, dass sich das träge Wahlvieh in Deutschland nicht erhebt und AfD wählt.

    - - - Aktualisiert - - -

    Zitat Zitat von hrhrhrvat Beitrag anzeigen
    Bitte hör auf mit deinen Unterstellungen mir gegenüber ok? Du wirst keinen Post von mir finden, der das beweist, was du mal wieder mir unterstellst. Das ist sehr frech von dir Putinka.

    Du brauchst nicht deine Muskeln spielen lassen vor deinen Russenleckkollegen.
    Nix für ungut, aber vielleicht würde Dir so was helfen?

    http://www.die-kuschelparty.de


    Testimonial eines Anwenders: "Ich bin ganz ohne Worte und fühle mich sehr entspannt und tief erfüllt."

  8. #6658

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    Zitat Zitat von Damien Beitrag anzeigen
    Meines Wissens hat die EU schon einen Reporter auf die Sanktionsliste gesetzt den Chef der staatlichen nachrichtenagentur Russia Today

    So viel zur meinungsfreiheit
    meinungsfreiheit? lol
    russische propaganda verbreiten hat nichts mit meinungsfreiheit zu tun!

  9. #6659
    Jezersko
    Zitat Zitat von babyblue Beitrag anzeigen
    Uwe Krüger hat im Rahmen seiner Dissertation über einen Zeitraum von 2002 - 2009 am Beispiel des Afghanistaneinsatzes untersucht, wie elitenkonform die Berichterstattung in den "Qualitätszeitschriften" sind. Dabei zählte SZ-Ressorchef Kornelius als leuchtendes Beispiel:




    Das ist ein Auszug aus einer von Uwe Krüger selbst verfassten Zusammenfassung seiner Dissertation - ist sehr lesenswert!

    http://www.message-online.com/wp-con...age_1_2013.pdf
    Naja, "leuchtendes" Beispiel...

    Generell stellt sich die Frage, was einen "guten" Journalisten ausmacht. Ist er nicht entsprechend vernetzt, kommt er zu keinen Informationen und kann letztlich nur seine eigene Meinung wiedergeben. Dann würde ich ihn einfach als engagierten Blogger bezeichnen. Allzu kritische Journalisten werden immer und überall von der Kritisierten Seite vom Informationsfluss abgeschnitten. Aus meiner Sicht macht die PERSÖNLICHKEIT einen guten Journalisten aus. Wenn jemand menschlich in Ordnung ist und korrekt auftritt, dann wird er (üblicherweise) auch von allen Seiten akzeptiert. So wie im täglichen Leben gibt es aber auch unter den Journalisten nur wenige HERVORRAGENDE PERSÖNLICHKEITEN. Zu diesen zähle ich z.B. Christian Wehrschütz, Karim el-Gawhary oder Andreas Koller.
    Zudem muss man auch einem Journalisten eine politische Orientierung zugestehen - sofern er nicht versucht, diese zu verleugnen.

    - - - Aktualisiert - - -

    Zitat Zitat von 2hands1blatt Beitrag anzeigen
    Und da wundert man sich, warum die EU Skeptiker in Deutschland zulauf bekommen. Übrigens stellt man die AfD hier - berechtigt oder nicht - in der Mainstreampresse auch gerne mal in die rechte Ecke, will sie also mit der Nazi-Keule erschlagen. Nur wenn Putin die "Nazi-Keule" nutzt, ist man selbstverständlich empört

    Man hätte ja gerne, dass das Volk in Russland sich gegen Putin erhebt...

    Warum Putin Feinde braucht

    SN Print | 08.09.2014

    Russlands Präsident hat den Ukraine-Konflikt vor allem angezettelt, um seine diktatorische Macht zu sichern. Das erklärt der angesehene russische Schriftsteller Michail Schischkin im Gespräch mit Helmut L. Müller. Den Friedensplan Moskaus für die Ukraine sieht Michail Schischkin misstrauisch. Denn Kremlchef Putin ist für ihn ein Meister der Lüge.

    Was treibt Wladimir Putin, und wohin treibt er uns?

    Schischkin: Die Angst treibt ihn, die Angst eines sehr einsamen und alternden Diktators. Die TV-Bilder vom kläglichen Ende Saddam Husseins, Mubaraks und Gadafis waren für ihn noch die Schicksalsgrüße aus den exotischen Ländern. Hunderttausende Menschen protestierten dann in Moskau gegen die gefälschten Wahlen und haben dem Usurpator den Genuss der Inauguration verdorben – das war für ihn bereits eine Warnung vor der drohenden Gefahr. Die schmähliche Flucht des ukrainischen Staatschefs Janukowitsch musste das Alarmsignal sein: Wenn die Ukrainer ihre politische Bande weggejagt haben, dann kann das ein Beispiel für das russische Brudervolk werden.

    Das Rettungsrezept für jede Diktatur hat nicht Putin erfunden: Man muss Feinde kreieren. Dazu ist die TV-Propaganda da. Nun haben wir das perfekte Weltbild: Die „ukrainischen Faschisten“, unterstützt vom Westen, führen den Krieg gegen die „russische Welt“. Wir müssen unsere Heimat wieder verteidigen, heißt es. Der Kriegszustand ist das Lebenselixier für das Regime: Man bekommt eine Patriotismus-Welle und die Unzufriedenen können als nationale Verräter angeprangert werden. Wohin treibt er uns? Putin treibt uns in den Krieg.

    Putin isoliert Russland jetzt zusehends von Europa. Fallen wir damit in eine Ära der Konfrontation zurück?

    Es ist schwierig für die menschliche Psyche, den Schritt aus der Nachkriegszeit in die Vorkriegszeit zu tun. Putin hat es geschafft, die Massenmedien in Russland zu Massenvernichtungswaffen zu machen. Dank dieser Gehirnwäsche haben die Russen diesen Schritt schon gemacht. Das Land ist bereits im unerklärten Krieg gegen den Westen. Europa ist psychologisch im Verzug: Man will weiter Spaß haben. Aber es ist Schluss mit der Spaßgesellschaft.

    Wie sollte der Westen auf Putins Kurs reagieren?

    Der Westen will seine Ruhe haben: Arbeitsplätze, Gas, Frieden und keine Waffenlieferungen an die Ukraine. Macht uns, heißt es, die Zeiten so, wie es früher war! Aber es wird nichts mehr wie früher.

    Der Ukraine-Konflikt wirkt massiv auf die russische Gesellschaft zurück. Hat Putin jetzt die Möglichkeit, seine Diktatur zu perfektionieren?

    Und wie! Er hat nach dem Beispiel der Sowjetunion einen Gesellschaftsvertrag mit der Bevölkerung abgeschlossen. Ein Contrat Social der Lüge: Wir lügen und wissen, dass wir lügen, und sie wissen es auch, aber sie unterstützen uns in dieser Lüge. „Es gibt keine russischen Soldaten auf der Krim“ – das hat die ganze Welt im Frühjahr gehört. Er könne ja dem eigenen Volk nicht so frech ins Gesicht lügen, hatte man im Westen gedacht. Aber das war für das eigene Volk keine Lüge, sondern die List unseres Generals im Krieg. Die Feinde anzulügen ist doch keine Sünde, sondern Heldenmut. Die Annexion der Krim hat ihm eine Welle der Unterstützung gebracht. Wenn diese nachlässt, wird er eine neue brauchen. Nun ist er ein Wellenreiter.

    Aber kann das nachhaltig, also von Dauer sein? Russlands Wirtschaft spürt schon jetzt die Folgen des Ukraine-Konflikts . . .

    Es gibt im Russischen ein Sprichwort: Schlage die eigenen Leute, damit die anderen Angst bekommen! Können Sie sich vorstellen, dass Wien oder Berlin oder Paris von heute auf morgen beschließen, die Lebensmittelimporte zu verbieten? Am selben Tag noch käme es zum Ausbruch von Protesten. Und was machen die Russen? Na ja. Die gute alte Sowjetmentalität ist zurück. Eher wird die westliche Bevölkerung eigene Regierungen abwählen, als dass die russische Bevölkerung wegen der ruinierten Wirtschaft auf die Straße geht.

    Was kann der Oppositionsbewegung gegen Putin in Russland auf die Beine helfen?

    Wir haben es mit einer Diktatur des 21. Jahrhunderts zu tun: Alle, die unzufrieden sind, werden unzweideutig aufgefordert, das Land zu verlassen. Die meisten Oppositionsführer sind bereits unter Arrest oder in der Emigration. Und diejenigen, die bleiben, haben Angst zu protestieren. In diesem Moment ist die Oppositionsbewegung in Russland zerschlagen, das muss man klar sehen.
    Die Hoffnung geht jetzt von der Ukraine aus. Wenn sich die junge Demokratie dort behaupten kann, dann hat auch Russland Chancen. Aber Europa muss der Ukraine helfen, allein ist sie der Vergewaltigung durch Russland ausgeliefert.

    Die Ukraine und Russland gelten als Brudervölker. Ist es nicht besonders zynisch, dass Putin jetzt die Zerstörung der Ukraine in Kauf nimmt?

    Meine Mutter ist Ukrainerin, mein Vater – Russe. Solche Mischehen gibt es millionenfach.
    Es ist eine verbrecherische Gemeinheit, unsere Völker aufeinanderzuhetzen. In der jüngsten Zeit quält mich das Gefühl der Scham für mein Land.
    Ich schäme mich jetzt für das neue Russland genau so, wie ich mich als junger Mann für die Sowjetunion geschämt habe.

    Müssen auch bald die Balten befürchten, zum Opfer russischer Destabilisierung zu werden?

    Die Wissenschafter erzählen Horrorgeschichten über die schwarzen Löcher im Universum, aber das hat mit uns persönlich nichts zu tun. Nun aber haben wir ein echtes schwarzes Loch im Donbass. Dieses schwarze Loch saugt alles in sich hinein. In diesem Loch sind nun Russland und die Ukraine. Die anderen Länder sind an der Reihe – egal, ob sie in der Nähe liegen oder weit weg. Wir sind die Augenzeugen, wie dieses schwarze Loch Europa einsaugt.

    Michail Pawlowitsch Schischkin

    Schischkin studierte Germanistik und Anglistik an der Staatlichen Pädagogischen Universität Moskau. Nach seinem Studienabschluss arbeitete er drei Jahre als Journalist für die Jugendzeitschrift „Rowesnik“, danach unterrichtete er zehn Jahre Deutsch und Englisch an der „Schule Nummer 444“ in Moskau.

    Michail Schischkin heiratete eine Schweizerin und lebt seit 1995 mit seiner Familie in Zürich, wo er als Russischlehrer, Lehrer und Dolmetscher für das Migrationsamt arbeitet. Im Herbstsemester 2009 war Schischkin Lehrbeauftragter für Russisch an der Washington and Lee University in Lexington (Virginia).

  10. #6660

    Registriert seit
    09.05.2014
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    1.218
    Zitat Zitat von Jezersko Beitrag anzeigen
    Naja, "leuchtendes" Beispiel...

    Generell stellt sich die Frage, was einen "guten" Journalisten ausmacht. Ist er nicht entsprechend vernetzt, kommt er zu keinen Informationen und kann letztlich nur seine eigene Meinung wiedergeben. Dann würde ich ihn einfach als engagierten Blogger bezeichnen. Allzu kritische Journalisten werden immer und überall von der Kritisierten Seite vom Informationsfluss abgeschnitten. Aus meiner Sicht macht die PERSÖNLICHKEIT einen guten Journalisten aus. Wenn jemand menschlich in Ordnung ist und korrekt auftritt, dann wird er (üblicherweise) auch von allen Seiten akzeptiert. So wie im täglichen Leben gibt es aber auch unter den Journalisten nur wenige HERVORRAGENDE PERSÖNLICHKEITEN. Zu diesen zähle ich z.B. Christian Wehrschütz, Karim el-Gawhary oder Andreas Koller.
    Zudem muss man auch einem Journalisten eine politische Orientierung zugestehen - sofern er nicht versucht, diese zu verleugnen.

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    Warum Putin Feinde braucht

    SN Print | 08.09.2014

    Russlands Präsident hat den Ukraine-Konflikt vor allem angezettelt, um seine diktatorische Macht zu sichern. Das erklärt der angesehene russische Schriftsteller Michail Schischkin im Gespräch mit Helmut L. Müller. Den Friedensplan Moskaus für die Ukraine sieht Michail Schischkin misstrauisch. Denn Kremlchef Putin ist für ihn ein Meister der Lüge.

    Was treibt Wladimir Putin, und wohin treibt er uns?

    Schischkin: Die Angst treibt ihn, die Angst eines sehr einsamen und alternden Diktators. Die TV-Bilder vom kläglichen Ende Saddam Husseins, Mubaraks und Gadafis waren für ihn noch die Schicksalsgrüße aus den exotischen Ländern. Hunderttausende Menschen protestierten dann in Moskau gegen die gefälschten Wahlen und haben dem Usurpator den Genuss der Inauguration verdorben – das war für ihn bereits eine Warnung vor der drohenden Gefahr. Die schmähliche Flucht des ukrainischen Staatschefs Janukowitsch musste das Alarmsignal sein: Wenn die Ukrainer ihre politische Bande weggejagt haben, dann kann das ein Beispiel für das russische Brudervolk werden.

    Das Rettungsrezept für jede Diktatur hat nicht Putin erfunden: Man muss Feinde kreieren. Dazu ist die TV-Propaganda da. Nun haben wir das perfekte Weltbild: Die „ukrainischen Faschisten“, unterstützt vom Westen, führen den Krieg gegen die „russische Welt“. Wir müssen unsere Heimat wieder verteidigen, heißt es. Der Kriegszustand ist das Lebenselixier für das Regime: Man bekommt eine Patriotismus-Welle und die Unzufriedenen können als nationale Verräter angeprangert werden. Wohin treibt er uns? Putin treibt uns in den Krieg.

    Putin isoliert Russland jetzt zusehends von Europa. Fallen wir damit in eine Ära der Konfrontation zurück?

    Es ist schwierig für die menschliche Psyche, den Schritt aus der Nachkriegszeit in die Vorkriegszeit zu tun. Putin hat es geschafft, die Massenmedien in Russland zu Massenvernichtungswaffen zu machen. Dank dieser Gehirnwäsche haben die Russen diesen Schritt schon gemacht. Das Land ist bereits im unerklärten Krieg gegen den Westen. Europa ist psychologisch im Verzug: Man will weiter Spaß haben. Aber es ist Schluss mit der Spaßgesellschaft.

    Wie sollte der Westen auf Putins Kurs reagieren?

    Der Westen will seine Ruhe haben: Arbeitsplätze, Gas, Frieden und keine Waffenlieferungen an die Ukraine. Macht uns, heißt es, die Zeiten so, wie es früher war! Aber es wird nichts mehr wie früher.

    Der Ukraine-Konflikt wirkt massiv auf die russische Gesellschaft zurück. Hat Putin jetzt die Möglichkeit, seine Diktatur zu perfektionieren?

    Und wie! Er hat nach dem Beispiel der Sowjetunion einen Gesellschaftsvertrag mit der Bevölkerung abgeschlossen. Ein Contrat Social der Lüge: Wir lügen und wissen, dass wir lügen, und sie wissen es auch, aber sie unterstützen uns in dieser Lüge. „Es gibt keine russischen Soldaten auf der Krim“ – das hat die ganze Welt im Frühjahr gehört. Er könne ja dem eigenen Volk nicht so frech ins Gesicht lügen, hatte man im Westen gedacht. Aber das war für das eigene Volk keine Lüge, sondern die List unseres Generals im Krieg. Die Feinde anzulügen ist doch keine Sünde, sondern Heldenmut. Die Annexion der Krim hat ihm eine Welle der Unterstützung gebracht. Wenn diese nachlässt, wird er eine neue brauchen. Nun ist er ein Wellenreiter.

    Aber kann das nachhaltig, also von Dauer sein? Russlands Wirtschaft spürt schon jetzt die Folgen des Ukraine-Konflikts . . .

    Es gibt im Russischen ein Sprichwort: Schlage die eigenen Leute, damit die anderen Angst bekommen! Können Sie sich vorstellen, dass Wien oder Berlin oder Paris von heute auf morgen beschließen, die Lebensmittelimporte zu verbieten? Am selben Tag noch käme es zum Ausbruch von Protesten. Und was machen die Russen? Na ja. Die gute alte Sowjetmentalität ist zurück. Eher wird die westliche Bevölkerung eigene Regierungen abwählen, als dass die russische Bevölkerung wegen der ruinierten Wirtschaft auf die Straße geht.

    Was kann der Oppositionsbewegung gegen Putin in Russland auf die Beine helfen?

    Wir haben es mit einer Diktatur des 21. Jahrhunderts zu tun: Alle, die unzufrieden sind, werden unzweideutig aufgefordert, das Land zu verlassen. Die meisten Oppositionsführer sind bereits unter Arrest oder in der Emigration. Und diejenigen, die bleiben, haben Angst zu protestieren. In diesem Moment ist die Oppositionsbewegung in Russland zerschlagen, das muss man klar sehen.
    Die Hoffnung geht jetzt von der Ukraine aus. Wenn sich die junge Demokratie dort behaupten kann, dann hat auch Russland Chancen. Aber Europa muss der Ukraine helfen, allein ist sie der Vergewaltigung durch Russland ausgeliefert.

    Die Ukraine und Russland gelten als Brudervölker. Ist es nicht besonders zynisch, dass Putin jetzt die Zerstörung der Ukraine in Kauf nimmt?

    Meine Mutter ist Ukrainerin, mein Vater – Russe. Solche Mischehen gibt es millionenfach.
    Es ist eine verbrecherische Gemeinheit, unsere Völker aufeinanderzuhetzen. In der jüngsten Zeit quält mich das Gefühl der Scham für mein Land.
    Ich schäme mich jetzt für das neue Russland genau so, wie ich mich als junger Mann für die Sowjetunion geschämt habe.

    Müssen auch bald die Balten befürchten, zum Opfer russischer Destabilisierung zu werden?

    Die Wissenschafter erzählen Horrorgeschichten über die schwarzen Löcher im Universum, aber das hat mit uns persönlich nichts zu tun. Nun aber haben wir ein echtes schwarzes Loch im Donbass. Dieses schwarze Loch saugt alles in sich hinein. In diesem Loch sind nun Russland und die Ukraine. Die anderen Länder sind an der Reihe – egal, ob sie in der Nähe liegen oder weit weg. Wir sind die Augenzeugen, wie dieses schwarze Loch Europa einsaugt.

    Michail Pawlowitsch Schischkin

    Schischkin studierte Germanistik und Anglistik an der Staatlichen Pädagogischen Universität Moskau. Nach seinem Studienabschluss arbeitete er drei Jahre als Journalist für die Jugendzeitschrift „Rowesnik“, danach unterrichtete er zehn Jahre Deutsch und Englisch an der „Schule Nummer 444“ in Moskau.

    Michail Schischkin heiratete eine Schweizerin und lebt seit 1995 mit seiner Familie in Zürich, wo er als Russischlehrer, Lehrer und Dolmetscher für das Migrationsamt arbeitet. Im Herbstsemester 2009 war Schischkin Lehrbeauftragter für Russisch an der Washington and Lee University in Lexington (Virginia).
    Interessant, aber einen gewissen Fatalismus muss man dem Herrn schon unterstellen.

    Seine Meinung, ok. Aber ausgewogen? "Vergewaltigung der Ukraine durch Russland" "Meister der Lüge" - herrje. Gehts auch ne Nummer sachlicher?

    Das ist generell mein Problem, mir eine politische Meinung zu Russland zu bilden: wenn ich die Kandidaten der Opposition reden höre, dann wirkt das nicht gerade vertrauenserweckend.

    Das die Russen leidensfähiger sind als die verwöhnte Westbevölkerung, davon kann man ausgehen.

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