Indonesier protestieren gegen USA
Aus Protest gegen die Vereinigten Staaten sind in der indonesischen Hauptstadt Jakarta am Sonntag mehrere tausend Menschen auf die Straßen gegangen. "Zerstört Amerika und seine Verbündeten", forderte während der Kundgebung vor der US-Botschaft ein Sprecher vom Indonesischen Rat der Mudschaheddin. "Tötet diejenigen, die den Islam schänden!"
"Wir sind bereit, in den Krieg zu ziehen"
Es sei für keinen Moslem hinnehmbar, dass der Koran in eine Toilette geworfen werde, sagte ein weiterer Sprecher von der Organisation Hisbut Thahrir. "Wir sind bereit, gegen die Ungläubigen aus Amerika in den Krieg zu ziehen."

39 Moslemgruppen auf der Straße
Auf Schildern, die Teilnehmer hochhielten, stand: "Befreit die islamischen Länder vom Imperialismus der USA" und "Moslems vereint gegen US-Arroganz". An der Kundgebung nahmen Mitglieder und Anhänger von insgesamt 39 Moslemgruppen teil. Nach Angaben der Polizei beteiligten sich rund 7000 Menschen an der Demonstration. Indonesien ist das größte muslimische Land der Welt.

US-Soldaten sollen Koran geschändet haben
Auch in den vergangenen Tagen hatten in muslimischen Staaten tausende Menschen gegen die USA protestiert. Der Hintergrund: Das US-Nachrichtenmagazin "Newsweek" hatte berichtet, dass amerikanische Soldaten im Gefangenenlager Guantánamo auf Kuba den Koran geschändet hätten. In Afghanistan kamen bei den Protesten mindestens 14 Menschen ums Leben. "Newsweek" zog den Bericht am vergangenen Montag zurück. Die Proteste dauerten aber trotzdem an.