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Türkei Sammelthread

Erstellt von Stevan, 09.11.2004, 23:39 Uhr · 1.174 Antworten · 43.968 Aufrufe

  1. #451
    Avatar von Lepoto

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    Zitat Zitat von Albanesi
    Zitat Zitat von port80
    aber hier ist europa und nicht das Steinzeitalter in dem die Türkei maschiert.

    Die Türkei ist sowieso dazu verurteilt eines tages das selbe schicksal anzutretten wie wir es im EX-Yougoslavien gesehen haben.

    Da die Türkei kein rein ethnischer staat ist und aus vielen kleine Puzzleteilen besteht sind die verurteilt in einige stücke zerlegt zu werden.
    Dazu kommt das die Türkei es nicht geschaft hat das KURDEN problem zu lössen und ständige verluste im kampf gegen die Kurden einfahren muss.

    FAZIT:
    armes Türkei
    Was ist eigentlich ein zerfallener , gescheiterter bzw schwacher Staat?

    Serbien z.B ist und war zu Unfähig seine Aufgaben in Sachen Wirtschaft , soziales , und in der Sicherheit allleine alles zu lösen und gar zu erfüllen....

    Ist nicht zu vergleichen mit der Türkei , die Türkei ist in vielen Sachen mit anderen vielen Staaten wie Serbien , Bosnien , Russland , China , Kolumbien , sudan , Afghanistan , Nordkorea ect ect klar überlegen
    hehehe....was bist du doch für ein komplexhaufen.....

    selbst wenn es nicht um serbien geht, denkst du nur an serbien...
    nenne doch die "vielen" sachen bei der die türkei anderen übelegen ist.

    das lustigste bei deiner aussage ist, dass die türkei vielen überlegen sein soll aber so wie's aussieht nicht albanien gegenüber....

    hehehehe....mann bist du ein depp

  2. #452
    Avatar von absolut-relativ

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    hallo ..

    hey magnum ... ich merke , dein wissen über den islam ist mangelhaft , möge allah ( ta-ala) dir mehr licht ins hirn geben !!

    also , es gibt ein hadith , wo sinngemäss geschrieben ist , dass wenn jemand sich nach bestimmtem stil eines volkes oder einer nation anzieht , so gehört er mindestens optisch gesehen zu denen ...wir muslime müssen uns in allen lebenslagen von den nichtgläubigen unterscheiden ..sei es kleidung , denken oder verhalten ...etc...

    hey magnum , bin kein al-kaida ..bin lediglich ein moslem , der seine religion auslebt , was ihr türken aber nicht versteht ...denn ihr habt den islam in europa falsch vermittelt und uns blamiert !! das ist fakt , junge !!

    biba

  3. #453

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    Zitat Zitat von Lepoto


    hehehe....was bist du doch für ein komplexhaufen.....

    selbst wenn es nicht um serbien geht, denkst du nur an serbien...
    nenne doch die "vielen" sachen bei der die türkei anderen übelegen ist.

    das lustigste bei deiner aussage ist, dass die türkei vielen überlegen sein soll aber so wie's aussieht nicht albanien gegenüber....

    hehehehe....mann bist du ein depp
    ´

    Ich schrieb gerade mit einen Serben (pot80) und er hat Ex-Jugoslawien erwähnt , ermeint als ob die Türkei auch dass selbe Schickal erleben würde , nämlich als Staat zu zerfallen , dies ist nicht geschehen

    Im Gegensatz zu Russland (Ex-Sowjetunion) , Serbien (Ex-Jugoslawien)

    Eher würde sogar auch Deutschland eher als Staat scheitern als die Türkei

    Das sind klare Tatsachen.....Albanien wird ebenfalls niemals ein gescheiter Staat sein , aus gewissen Gründen...

  4. #454
    Avatar von Magnificient

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    Zitat Zitat von absolut-relativ
    hallo ..

    hey magnum ...
    Du bist also ein Moslem ?

    Der die Asiaten und Mongolen verachtet und beledigt wie das Zeug hält ?


    Mohammed sav. hat diese eine Religion gegründet und heute gibt es zich Richtungen. Suleymanide, Wahhabitn, Suniten, Schiiten, Hanifeidn, Ahmetayiden, aleviten......

    Welche von denen ist richtg ? Jeder lebt anders !

    Die Türken machen da eine Vorbildhafte Forschungsarbeit, mit Erfolg denn der Islam ist vom Staat getrennt

  5. #455

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    Türkei Sammelthread

    http://www.readers-edition.de/2006/1...-die-armenier/

    Die Gründe für die türkische Leugnung des Völkermordes 1915/1916. Alle Aktionen und Abhandlungen, die sich mit dem armenischen Genozid 1915/16 befassen, rufen eine Serie von Apologien, Entgegnungen und Verleumdungen hervor. Hierbei lässt die Geschlossenheit und das ehrwürdige Alter der türkischen Ablehnungsfront nach ihren Ursachen suchen. Seit über neunzig Jahren leugnet die Türkei den Völkermord an den Armeniern. Der tiefere Grund dafür scheint in der von Kemal Atatürk forcierten Gründungsgeschichte der türkischen Republik zu liegen.

    Zum ersten Präsidenten der Republik gewählt, hat Kemal nach den Modernisierungen auch die türkische Geschichte reformiert. Er ließ 1931 eine „Historische Gesellschaft“ gründen, die eine glorreiche Vergangenheit zu konstruieren hatte. In diesem „Grundriss der türkischen Geschichte“ (Türk Tarihinin Ana Hatlari) werden alle Völkerschaften, die je den Raum der neuen Republik besiedelt hatten, zu Vorläufern oder engen Verwandten der Türken. Die Skythen, die Hethiter, die Phryger, die griechischen Ionier und andere: Sie alle sind zu Prototürken geworden. Die Kurden haben die Kemalisten zu „Bergtürken“ ernannt. Bei der nahezu religiösen Verehrung für Kemal Atatürk und bei Unverletzlichkeit seiner Prinzipien ist eine Korrektur dieses Geschichtsbildes bis heute unterblieben. Es erhebt sich auch das Mausoleum für Atatürk auf einem Hügel in Ankara, der schon den Phrygern im 12. Jahrhundert v. Ch. als Grabstätte gedient hatte.

    Die Armenier widerlegen schon mit ihrer Existenz den kemalistischen Gründermythos. Die Armenier sind Nachfahren der sehr alten Hochkultur von Urartu (assyrisch für: Bergland). Urartu rund um den Berg Ararat war ein Rivale Assyriens und bestand bis ins 5. Jahrhundert v. Ch. Aus der Bevölkerung Urartus entwickelten sich die Armenier. König Tigran, dem Grossen, gelang um 70 v.Ch. die Bildung eines grosses Reiches. 313 n. Ch. nahm Armenien unter König Trdat III. als erstes Volk der Geschichte das Christentum als Staatsreligion an. Armenien hatte sich ständig gegen Byzanz, gegen Perser und Arabern und zuletzt gegen die Osmanen zu behaupten. Die Turkstämme Zentrasiens hatten um 1000 n.Ch. mit einer einer Expansion in Richtung Westen begonnen. Nach Zerfall des seldschukischen Reiches herrschte Sultan Osman Anfang des 14. Jahrhunderts über einen kleinen Stamm in Anatolien. Die Osmanen setzten sich gegen alle Rivalen durch. 1453 eroberten sie Konstantinopel. 1529 standen sie vor Wien.

    Um 1900 waren im Osmanischen Reich 66 Prozent des Handels und 80 Prozent von Handwerk und Industrie in Händen der Armenier, Griechen und Aramäer. Dem Land fehlte ein türkisches Bürgertum bzw. eine Mittelschicht. Durch Auslöschung oder Deportation der Christen sind ungeheure Besitztümer in die Hände von Moslems gefallen, die dann auch die kemalistische Nationalbewegung unterstützt haben und die neue Klasse bildeten. Der Aufstieg Kemals zum Vater der Türken (Atatürk) und die Gründung der Republik sind daher indirekt mit der Vernichtung der Armenier und Griechen verbunden. Kemal Atatürk soll den Genozid einmal als „Schandtat der Vergangenheit“ bezeichnet haben. Der im türkischen Nationalen Sicherheitsrat angesiedelte „Ausschuss zur Bekämpfung der Völkermord-Anschuldigungen“ will das Zitat nicht gelten lassen. Vielmehr habe Kemal bei der Parlamentseröffnung am 23.4.1920 erklärt: „Unsere Feinde haben… die eine Lüge darstellenden, angeblichen Armeniergenozid erfunden.“ Allerdings war das Wort „Genozid“ 1920 noch unbekannt.

    Die offizielle Version geht dahin, dass die Deportationen „kriegsbedingte Maßnahmen gegen die Sezessionspolitik der Nichtmuslime“ gewesen seien. Doch der jungtürkische Ideologe Nazim Bey hatte, durch ein Telegramm nachweisbar, gefordert: „Es ist erforderlich, das armenische Volk vollständig auszurotten.“ Bis heute agitieren türkische Botschaften und Vertretungen, aber auch in Westeuropa lebende Türken gegen Ausstellungen, Feierlichkeiten und Schulbücher, in denen der Genozid historisch korrekt dargestellt wird. So verlangte man von den USA und von Frankreich Korrekturen in den Schulbüchern. Ankara protestierte gegen die Umwandlung des Potsdamer Lepsius-Hauses in eine Gedenkstätte. Akten des Theologen mussten versteckt werden, weil man einen Angriff türkischer Extremisten befürchtete.

    Die französische Nationalversammlung hatte am 12.10. mit 106 zu 19 Stimmen bei 577 abwesenden Abgeordneten ein Gesetz beschlossen, das die Leugnung dieses Völkermordes unter Strafe stellt. Obwohl das Gesetz als Vorwahlmanöver nie Rechtskraft erlangen wird, anwortete die Türkei mit einem Bündel von Sanktionen. In einer Sondersitzung des Parlamentes wurde ein Boykott französischer Firmen erwogen. Frank-reich soll von allen türkischen Großprojekten ausgeschlossen werden. Man überlegte eine Resolution zu verabschieden, in der französische Repressionen in Algerien als „Völkermord“ bezeichnet werden. Ebenso sollen in der Türkei keine französischen Filme mehr gezeigt werden.

    Historikerkommission und historische Tatsachen

    Eine Historikerkommission zur Untersuchung des Genozids kam bisher nicht zustande, weil Armenien (Wikipedia) als Vorbedingung die Aufnahme diplomatischer Beziehungen und die Öffnung der Grenzen fordert. So können weiterhin historische Tatsachen von der Ablehnungsfront verschleiert, verzerrt oder uminterprätiert werden. Mit der gleichen Hartnäckigkeit bekämpft die Türkei auch alle Bestrebungen der Kurden, eine Autonomie in der Region Diyabakir oder einen Staat im Nordirak zu erreichen.

    Als gesicherte Tatsache darf gelten: England, Frankreich und Russland haben die nicht-türkischen Bevölkerungsgruppen innerhalb des Osmanischen Reiches unterstützt und gefördert. Die Russen setzten hierbei vor allem auf die Armenier, die im kaukasischen Grenzgebiet und in den großen Städten der Türkei siedelten. Die Hohe Pforte erkannte in den starken Minoritäten die Ursache dies Niedergangs und begann mit Maßnahmen einer Osmanisierung. Das führte zu den Massakern von 1894 und 1896 in Sasun und in Urfa. Nach dem Kriegsausbruch 1914 hat das jungtürkische Regime mit den Paschas Enver, Talat und Djemal an der Spitze den schwachen Sultan zu einem Beistandspakt mit dem deutschen Kaiser veranlasst. Die Armenier lebten damals in Russland, in Nordostanatolien, in Enklaven und in den großen türkischen Städten. An der Kaukasusfront kämpften armenische Freiwillige auf Seiten der russischen Armee gegen die Osmanen. Auch hinter den russisch-türkischen Kampflinien wurden Armenier aktiv. Außerdem haben die Armenier als Deserteure und Spione wie auch durch Sabotage die türkische Kampfkraft geschwächt. Im Nordosten des Landes würde ein Generalaufstand der Armenier drohen, hieß es damals, obwohl die meisten wehrfähigen Männer mit Kriegsausbruch eingezogen worden waren. Der türkische Autor Erdem Ilter beschreibt in seinem Werk: „Ermeni ve Rus Mezalimi“ (Ankara, 1996) das Bündnis Russlands mit den Armeniern.

    Das jungtürkische „Zentralkomitee für Einheit und Fortschritt“ beschloss unter Generalsekretär Nazim Bey schon im Dezember 1914 ein geheimes Programm zur Behandlung der christlichen Minderheiten im Osmanischen Reich. Die Armenier sollten aus Nordostanatolien in den Süden deportiert werden. Dazu war aus Kurden und Strafgefangenen eine Sonderorganisation, die „Teskilat i Mahsusa“, formiert worden. Das Zentralkomitee bestimmte Fristen und Marschrouten. Alles wurde genau vorbereitet und geplant, was für die UNO-Definition des Genozids von Bedeutung ist. Am 24.4.1915 begann die Aktion. In Konstantinopel wurden 2 000 Geschäftsleute und Intellektuelle festgenommen, darunter viele Führer der armenischen Daschnaken-Partei. Armenische Soldaten, die in der osmanischen Armee dienten, sind entwaffnet, in Arbeitsbattaillone abgeschoben und später exekutiert worden. Die Zivilbevölkerung wurde an mehreren Plätzen konzentriert. Die Soldateska zwang Alte Männer, Frauen und Kinder zu Gewaltmärschen in Richtung Süden. Hierbei ist es zu ungeheuerlichen Verbrechen gekommen. Augenzeugen wollen gesehen haben, wie nackte Armenierinnen gekreuzigt wurden. Dem Bischof von Diyabakir soll man glühende Hufeisen an die Füße genagelt haben. Tausende wurden gefesselt in den Euphrat geworfen. Frauen wurden von den am Wegrand lauernden Moslems vergewaltigt oder als Nebenfrauen genommen. Viele konnten sich durch eine Bekehrung zum Islam retten. Hier gilt wie in anderen Fällen: Der Sachbeweis ist dem Augenzeugenbericht überlegen. Die einzelnen Greuel werden von Augenzeugen beschrieben, wobei es nur wenig Sachbeweise wie etwa die Fotos des deutschen Sanitäters Armin Wegener gibt. Durch Sachbeweise ist gesichert, dass die Türkei hunderttausende in den Tod hat gehen lassen. Die Türkei führt immer als Entschuldigung Verbrechen an, die armenische und russische Truppen an der türkischen Zivilbevölkerung begangen haben. Dies geschah jedoch nicht zu Beginn des Krieges, sondern erst mit dem russischen Vorstoß 1916. Diese Verbrechen sind als Rache für die Todesmärsche anzusehen und haben nicht das Ausmaß der vorherigen Deportationen durch die Türken.

    Wissen der deutschen und österreichische Verbündete

    Die deutschen und auch die österreichischen Verbündeten waren informiert. Pastor Johannes Lepsius suchte Berlin mit Dokumenten und Augenzeugenberichten zum Eingreifen zu bewegen, da die deutsche Heeresleitung rund 800 Offiziere als Militärhilfe nach Konstantinopel entsandt hatte und die Hohe Pforte beeinflussen konnte. Es gibt Berichte deutscher und österreichischer Diplomaten. Johannes Lepsius hat nach dem Krieg im Auftrag des Außenministeriums 444 Aktenstücke über den armenischen Genozid veröffentlicht. Diese Akten wurden dahingehend manipuliert, da zuvor all jene Stellen eliminiert worden waren, die auf Mitwissen und Mitschuld Deutschlands hinwiesen. Dass in den Akten gestrichen und gelöscht wurde, bedeutet nicht, dass sie, wie die Türkei behauptet, in ihrer Gänze gefälscht worden sind. Seit kurzem sind die Lepsius-Akten auch vollständig einsehbar. (Wolfgang Gust: „Der Völkermord an den Armeniern 1915/1916“ Von Kampen, 2005)

    Der jungtürkischer Offizier Mustafa Kemal war nach Streit mit Kriegsminister Enver als Militärattache nach Bulgarien abgeschoben wurde. Während der Deportationen tobte von Ende März bis Ende August 1915 mit ungeheuren Verlusten die Schlacht um Gallipoli. Kemal war auf Druck Berlins zum Kommandanten der Abwehrfront gegen britische, französische, australische und neuseeländische Truppen ernannt worden. Er hat mit dem Genozid nichts zu tun, da er noch eine unter-geordnete Rolle spielte und die ganzen Monate an der Front gewesen war. Er wurde nach Gallipoli als „Retter“ gefeiert und zum Pascha ernannt. Kemal diente als Kommandant an verschiedenen Frontabschnitten. Nach der russischen Oktoberrevolution 1917 konnte sich im Kaukasus eine kleine Republik Armenien bilden, da die Pforte und die Boleschwiken anderweitig beschäftigt waren. Anfangs lief alles gut. Großwesir Halil Pascha besuchte Erewan. Die armenischen Minister Ahoranian und Chattarian kamen nach Istanbul. Wer an den wachsenden Spannungen schuld war, ist nicht geklärt. 1920 stieß die türkische Armee unter Kazim Karabekim im Kaukasus vor. Der Armenierstaat wurde ausgelöscht. Weitere 150 000 Armenier wurden dabei getötet. Darunter waren Zehntausende, die aus den Deportationen hierher geflüchtet waren. Das Territorium wurde zwischen der Türkei und Russland aufgeteilt. Am 19.11.1920 wurde die armenische Sowjetrepublik proklamiert.

    Nach dem Waffenstillstand 1918

    Mit dem Waffenstillstand im Oktober 1918 und der beginnenden Besetzung durch die Alliierten hatte Kemal die Truppen aufgerufen, sich als Guerillas in Anatolien zu sammeln. Er gründete in Sivas ein Nationalkomitee, sodass die Türkei nun zwei Regierungen hatte. Im Vertrag von Sevres am 10.8.1920 sollten die Osmanen riesige Gebiete verlieren. Kemal hat Sevres nicht anerkannt und den Kampf fortgesetzt. Er hat Vorstöße der Briten und Griechen mehrfach zurückgeschlagen. Er hat dann auch die griechische Bevölkerung von der Smyrnaküste in die Ägäis gejagt. In Izmir weist Kemal als Denkmal mit herrischer Geste ins Meer. Der von Ruhm umglänzte General und Chef des Nationalkomitees hat schließlich den Sultan abgesetzt und die Republik gegründet. 1923 wurde im Vertrag von Lausanne die Türkei in ihren heutigen Grenzen bestätigt.

    Den Verantwortlichen für den Kriegseintritt und für die Deportationen war schon 1919 nach britischem Druck vor Sondergerichten des Sultans der Prozess gemacht worden. Den obersten Tätern, Talat und Enver Pascha, gelang mit deutscher Hilfe die Flucht. Talat wurde später in Berlin auf offener Straße von einem Armenier erschossen. Enver suchte großtürkische Träume in Zentralasien zu verwirklichen. Andere zum Tod Verurteilte flüchteten zu den Truppen Kemals, um nach Ausrufung der Republik hohe Ämter zu übernehmen. Sükrü Kaya wurde sogar Innenminister. Bald entwickelte sich in der Türkei ein quasireligiöser Kult um den Staatsgründer, der bis heute fortgesetzt wird. Die alewitische Sekte feierte Kemal sogar als „mehdi“, als Erlöser. Atatürk starb 1938 an Leberzirrhose.

  6. #456

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    Atatürk und die Armenier

    http://www.readers-edition.de/2006/1...-die-armenier/

    Die Gründe für die türkische Leugnung des Völkermordes 1915/1916. Alle Aktionen und Abhandlungen, die sich mit dem armenischen Genozid 1915/16 befassen, rufen eine Serie von Apologien, Entgegnungen und Verleumdungen hervor. Hierbei lässt die Geschlossenheit und das ehrwürdige Alter der türkischen Ablehnungsfront nach ihren Ursachen suchen. Seit über neunzig Jahren leugnet die Türkei den Völkermord an den Armeniern. Der tiefere Grund dafür scheint in der von Kemal Atatürk forcierten Gründungsgeschichte der türkischen Republik zu liegen.

    Zum ersten Präsidenten der Republik gewählt, hat Kemal nach den Modernisierungen auch die türkische Geschichte reformiert. Er ließ 1931 eine „Historische Gesellschaft“ gründen, die eine glorreiche Vergangenheit zu konstruieren hatte. In diesem „Grundriss der türkischen Geschichte“ (Türk Tarihinin Ana Hatlari) werden alle Völkerschaften, die je den Raum der neuen Republik besiedelt hatten, zu Vorläufern oder engen Verwandten der Türken. Die Skythen, die Hethiter, die Phryger, die griechischen Ionier und andere: Sie alle sind zu Prototürken geworden. Die Kurden haben die Kemalisten zu „Bergtürken“ ernannt. Bei der nahezu religiösen Verehrung für Kemal Atatürk und bei Unverletzlichkeit seiner Prinzipien ist eine Korrektur dieses Geschichtsbildes bis heute unterblieben. Es erhebt sich auch das Mausoleum für Atatürk auf einem Hügel in Ankara, der schon den Phrygern im 12. Jahrhundert v. Ch. als Grabstätte gedient hatte.

    Die Armenier widerlegen schon mit ihrer Existenz den kemalistischen Gründermythos. Die Armenier sind Nachfahren der sehr alten Hochkultur von Urartu (assyrisch für: Bergland). Urartu rund um den Berg Ararat war ein Rivale Assyriens und bestand bis ins 5. Jahrhundert v. Ch. Aus der Bevölkerung Urartus entwickelten sich die Armenier. König Tigran, dem Grossen, gelang um 70 v.Ch. die Bildung eines grosses Reiches. 313 n. Ch. nahm Armenien unter König Trdat III. als erstes Volk der Geschichte das Christentum als Staatsreligion an. Armenien hatte sich ständig gegen Byzanz, gegen Perser und Arabern und zuletzt gegen die Osmanen zu behaupten. Die Turkstämme Zentrasiens hatten um 1000 n.Ch. mit einer einer Expansion in Richtung Westen begonnen. Nach Zerfall des seldschukischen Reiches herrschte Sultan Osman Anfang des 14. Jahrhunderts über einen kleinen Stamm in Anatolien. Die Osmanen setzten sich gegen alle Rivalen durch. 1453 eroberten sie Konstantinopel. 1529 standen sie vor Wien.

    Um 1900 waren im Osmanischen Reich 66 Prozent des Handels und 80 Prozent von Handwerk und Industrie in Händen der Armenier, Griechen und Aramäer. Dem Land fehlte ein türkisches Bürgertum bzw. eine Mittelschicht. Durch Auslöschung oder Deportation der Christen sind ungeheure Besitztümer in die Hände von Moslems gefallen, die dann auch die kemalistische Nationalbewegung unterstützt haben und die neue Klasse bildeten. Der Aufstieg Kemals zum Vater der Türken (Atatürk) und die Gründung der Republik sind daher indirekt mit der Vernichtung der Armenier und Griechen verbunden. Kemal Atatürk soll den Genozid einmal als „Schandtat der Vergangenheit“ bezeichnet haben. Der im türkischen Nationalen Sicherheitsrat angesiedelte „Ausschuss zur Bekämpfung der Völkermord-Anschuldigungen“ will das Zitat nicht gelten lassen. Vielmehr habe Kemal bei der Parlamentseröffnung am 23.4.1920 erklärt: „Unsere Feinde haben… die eine Lüge darstellenden, angeblichen Armeniergenozid erfunden.“ Allerdings war das Wort „Genozid“ 1920 noch unbekannt.

    Die offizielle Version geht dahin, dass die Deportationen „kriegsbedingte Maßnahmen gegen die Sezessionspolitik der Nichtmuslime“ gewesen seien. Doch der jungtürkische Ideologe Nazim Bey hatte, durch ein Telegramm nachweisbar, gefordert: „Es ist erforderlich, das armenische Volk vollständig auszurotten.“ Bis heute agitieren türkische Botschaften und Vertretungen, aber auch in Westeuropa lebende Türken gegen Ausstellungen, Feierlichkeiten und Schulbücher, in denen der Genozid historisch korrekt dargestellt wird. So verlangte man von den USA und von Frankreich Korrekturen in den Schulbüchern. Ankara protestierte gegen die Umwandlung des Potsdamer Lepsius-Hauses in eine Gedenkstätte. Akten des Theologen mussten versteckt werden, weil man einen Angriff türkischer Extremisten befürchtete.

    Die französische Nationalversammlung hatte am 12.10. mit 106 zu 19 Stimmen bei 577 abwesenden Abgeordneten ein Gesetz beschlossen, das die Leugnung dieses Völkermordes unter Strafe stellt. Obwohl das Gesetz als Vorwahlmanöver nie Rechtskraft erlangen wird, anwortete die Türkei mit einem Bündel von Sanktionen. In einer Sondersitzung des Parlamentes wurde ein Boykott französischer Firmen erwogen. Frank-reich soll von allen türkischen Großprojekten ausgeschlossen werden. Man überlegte eine Resolution zu verabschieden, in der französische Repressionen in Algerien als „Völkermord“ bezeichnet werden. Ebenso sollen in der Türkei keine französischen Filme mehr gezeigt werden.

    Historikerkommission und historische Tatsachen

    Eine Historikerkommission zur Untersuchung des Genozids kam bisher nicht zustande, weil Armenien (Wikipedia) als Vorbedingung die Aufnahme diplomatischer Beziehungen und die Öffnung der Grenzen fordert. So können weiterhin historische Tatsachen von der Ablehnungsfront verschleiert, verzerrt oder uminterprätiert werden. Mit der gleichen Hartnäckigkeit bekämpft die Türkei auch alle Bestrebungen der Kurden, eine Autonomie in der Region Diyabakir oder einen Staat im Nordirak zu erreichen.

    Als gesicherte Tatsache darf gelten: England, Frankreich und Russland haben die nicht-türkischen Bevölkerungsgruppen innerhalb des Osmanischen Reiches unterstützt und gefördert. Die Russen setzten hierbei vor allem auf die Armenier, die im kaukasischen Grenzgebiet und in den großen Städten der Türkei siedelten. Die Hohe Pforte erkannte in den starken Minoritäten die Ursache dies Niedergangs und begann mit Maßnahmen einer Osmanisierung. Das führte zu den Massakern von 1894 und 1896 in Sasun und in Urfa. Nach dem Kriegsausbruch 1914 hat das jungtürkische Regime mit den Paschas Enver, Talat und Djemal an der Spitze den schwachen Sultan zu einem Beistandspakt mit dem deutschen Kaiser veranlasst. Die Armenier lebten damals in Russland, in Nordostanatolien, in Enklaven und in den großen türkischen Städten. An der Kaukasusfront kämpften armenische Freiwillige auf Seiten der russischen Armee gegen die Osmanen. Auch hinter den russisch-türkischen Kampflinien wurden Armenier aktiv. Außerdem haben die Armenier als Deserteure und Spione wie auch durch Sabotage die türkische Kampfkraft geschwächt. Im Nordosten des Landes würde ein Generalaufstand der Armenier drohen, hieß es damals, obwohl die meisten wehrfähigen Männer mit Kriegsausbruch eingezogen worden waren. Der türkische Autor Erdem Ilter beschreibt in seinem Werk: „Ermeni ve Rus Mezalimi“ (Ankara, 1996) das Bündnis Russlands mit den Armeniern.

    Das jungtürkische „Zentralkomitee für Einheit und Fortschritt“ beschloss unter Generalsekretär Nazim Bey schon im Dezember 1914 ein geheimes Programm zur Behandlung der christlichen Minderheiten im Osmanischen Reich. Die Armenier sollten aus Nordostanatolien in den Süden deportiert werden. Dazu war aus Kurden und Strafgefangenen eine Sonderorganisation, die „Teskilat i Mahsusa“, formiert worden. Das Zentralkomitee bestimmte Fristen und Marschrouten. Alles wurde genau vorbereitet und geplant, was für die UNO-Definition des Genozids von Bedeutung ist. Am 24.4.1915 begann die Aktion. In Konstantinopel wurden 2 000 Geschäftsleute und Intellektuelle festgenommen, darunter viele Führer der armenischen Daschnaken-Partei. Armenische Soldaten, die in der osmanischen Armee dienten, sind entwaffnet, in Arbeitsbattaillone abgeschoben und später exekutiert worden. Die Zivilbevölkerung wurde an mehreren Plätzen konzentriert. Die Soldateska zwang Alte Männer, Frauen und Kinder zu Gewaltmärschen in Richtung Süden. Hierbei ist es zu ungeheuerlichen Verbrechen gekommen. Augenzeugen wollen gesehen haben, wie nackte Armenierinnen gekreuzigt wurden. Dem Bischof von Diyabakir soll man glühende Hufeisen an die Füße genagelt haben. Tausende wurden gefesselt in den Euphrat geworfen. Frauen wurden von den am Wegrand lauernden Moslems vergewaltigt oder als Nebenfrauen genommen. Viele konnten sich durch eine Bekehrung zum Islam retten. Hier gilt wie in anderen Fällen: Der Sachbeweis ist dem Augenzeugenbericht überlegen. Die einzelnen Greuel werden von Augenzeugen beschrieben, wobei es nur wenig Sachbeweise wie etwa die Fotos des deutschen Sanitäters Armin Wegener gibt. Durch Sachbeweise ist gesichert, dass die Türkei hunderttausende in den Tod hat gehen lassen. Die Türkei führt immer als Entschuldigung Verbrechen an, die armenische und russische Truppen an der türkischen Zivilbevölkerung begangen haben. Dies geschah jedoch nicht zu Beginn des Krieges, sondern erst mit dem russischen Vorstoß 1916. Diese Verbrechen sind als Rache für die Todesmärsche anzusehen und haben nicht das Ausmaß der vorherigen Deportationen durch die Türken.

    Wissen der deutschen und österreichische Verbündete

    Die deutschen und auch die österreichischen Verbündeten waren informiert. Pastor Johannes Lepsius suchte Berlin mit Dokumenten und Augenzeugenberichten zum Eingreifen zu bewegen, da die deutsche Heeresleitung rund 800 Offiziere als Militärhilfe nach Konstantinopel entsandt hatte und die Hohe Pforte beeinflussen konnte. Es gibt Berichte deutscher und österreichischer Diplomaten. Johannes Lepsius hat nach dem Krieg im Auftrag des Außenministeriums 444 Aktenstücke über den armenischen Genozid veröffentlicht. Diese Akten wurden dahingehend manipuliert, da zuvor all jene Stellen eliminiert worden waren, die auf Mitwissen und Mitschuld Deutschlands hinwiesen. Dass in den Akten gestrichen und gelöscht wurde, bedeutet nicht, dass sie, wie die Türkei behauptet, in ihrer Gänze gefälscht worden sind. Seit kurzem sind die Lepsius-Akten auch vollständig einsehbar. (Wolfgang Gust: „Der Völkermord an den Armeniern 1915/1916“ Von Kampen, 2005)

    Der jungtürkischer Offizier Mustafa Kemal war nach Streit mit Kriegsminister Enver als Militärattache nach Bulgarien abgeschoben wurde. Während der Deportationen tobte von Ende März bis Ende August 1915 mit ungeheuren Verlusten die Schlacht um Gallipoli. Kemal war auf Druck Berlins zum Kommandanten der Abwehrfront gegen britische, französische, australische und neuseeländische Truppen ernannt worden. Er hat mit dem Genozid nichts zu tun, da er noch eine unter-geordnete Rolle spielte und die ganzen Monate an der Front gewesen war. Er wurde nach Gallipoli als „Retter“ gefeiert und zum Pascha ernannt. Kemal diente als Kommandant an verschiedenen Frontabschnitten. Nach der russischen Oktoberrevolution 1917 konnte sich im Kaukasus eine kleine Republik Armenien bilden, da die Pforte und die Boleschwiken anderweitig beschäftigt waren. Anfangs lief alles gut. Großwesir Halil Pascha besuchte Erewan. Die armenischen Minister Ahoranian und Chattarian kamen nach Istanbul. Wer an den wachsenden Spannungen schuld war, ist nicht geklärt. 1920 stieß die türkische Armee unter Kazim Karabekim im Kaukasus vor. Der Armenierstaat wurde ausgelöscht. Weitere 150 000 Armenier wurden dabei getötet. Darunter waren Zehntausende, die aus den Deportationen hierher geflüchtet waren. Das Territorium wurde zwischen der Türkei und Russland aufgeteilt. Am 19.11.1920 wurde die armenische Sowjetrepublik proklamiert.

    Nach dem Waffenstillstand 1918

    Mit dem Waffenstillstand im Oktober 1918 und der beginnenden Besetzung durch die Alliierten hatte Kemal die Truppen aufgerufen, sich als Guerillas in Anatolien zu sammeln. Er gründete in Sivas ein Nationalkomitee, sodass die Türkei nun zwei Regierungen hatte. Im Vertrag von Sevres am 10.8.1920 sollten die Osmanen riesige Gebiete verlieren. Kemal hat Sevres nicht anerkannt und den Kampf fortgesetzt. Er hat Vorstöße der Briten und Griechen mehrfach zurückgeschlagen. Er hat dann auch die griechische Bevölkerung von der Smyrnaküste in die Ägäis gejagt. In Izmir weist Kemal als Denkmal mit herrischer Geste ins Meer. Der von Ruhm umglänzte General und Chef des Nationalkomitees hat schließlich den Sultan abgesetzt und die Republik gegründet. 1923 wurde im Vertrag von Lausanne die Türkei in ihren heutigen Grenzen bestätigt.

    Den Verantwortlichen für den Kriegseintritt und für die Deportationen war schon 1919 nach britischem Druck vor Sondergerichten des Sultans der Prozess gemacht worden. Den obersten Tätern, Talat und Enver Pascha, gelang mit deutscher Hilfe die Flucht. Talat wurde später in Berlin auf offener Straße von einem Armenier erschossen. Enver suchte großtürkische Träume in Zentralasien zu verwirklichen. Andere zum Tod Verurteilte flüchteten zu den Truppen Kemals, um nach Ausrufung der Republik hohe Ämter zu übernehmen. Sükrü Kaya wurde sogar Innenminister. Bald entwickelte sich in der Türkei ein quasireligiöser Kult um den Staatsgründer, der bis heute fortgesetzt wird. Die alewitische Sekte feierte Kemal sogar als „mehdi“, als Erlöser. Atatürk starb 1938 an Leberzirrhose.

  7. #457
    Avatar von Magnificient

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    Kurultai der Turkstaaten in Antalya

    BISCHKEK, 16. November (RIA Novosti). Der kirgisische Präsident Kurmanbek Bakijew wird am Gipfel der Turkstaaten teilnehmen, der am 17. November in der türkischen Stadt Antalya beginnt.
    Wie RIA Novosti am Donnerstag aus dem Presseamt des kirgisischen Staatschefs erfuhr, wird sich Bakijew an Diskussionen über eine engere Zusammenarbeit der Turkvölker in Wirtschaft und Kultur sowie über die Wiederherstellung der Großen Seidenstraße beteiligen.
    Besondere Aufmerksamkeit werde dabei dem Ausbau des wirtschaftlichen Potentials der Turkstaaten gelten, die in an Energieressourcen und Bodenschätzen reichen Gebieten gelegen sind.

    Die Staatschefs von Aserbaidschan, Kasachstan, Kirgisien, Turkmenistan, der Türkei und Usbekistan werden zudem über Gefahren und Herausforderungen beraten, denen ihre Staaten ausgesetzt sind. Es handelt sich vor allem um den gemeinsamen Kampf gegen den Terrorismus und den Drogenschmuggel sowie gegen die organisierte Kriminalität und um die Lösung von Umweltproblemen. Zum Abschluss ihres Treffens soll eine gemeinsame Deklaration angenommen werden. Der erste Gipfel der Turkstaaten hatte im Oktober 1992 auf Anregung des damaligen türkischen Staatspräsidenten Turgut Özal stattgefunden.

    http://de.rian.ru/world/20061116/55712151.html

  8. #458
    Avatar von Magnificient

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    Russland verliert immer mehr Einfluß an den ehemaligen Sowjetstaaten und die Türkei gewinnt dazu !

  9. #459
    Avatar von absolut-relativ

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    hallo ...

    habe gestern abend eine doku über die staaten gesehen ... es stimmt , dass der einfluss der türken zunimmt , besonder aber auch der islam !!!

    soviel ich jedoch weiss , hassen sich die länder untereinander ...komisch , aber wahr

    tataa

  10. #460
    Popeye

    Die grauen Wölfe

    Herkunft des Namens

    Der Name Graue Wölfe ist an ein mythisches Tier namens Bozkurt angelehnt, das entsprechend der Göktürken-Legende die türkischen Stämme aus Ergenekon im Altay-Gebirge in Zentralasien herausführte. Diese hatten sich nach der Niederlage gegen die Chinesen im 8. Jahrhundert hierhin zurückgezogen.


    Ziele

    Ziel der Grauen Wölfe ist eine sich vom Balkan über Zentralasien bis in die Volksrepublik China erstreckende Nation, die alle Turkvölker vereint (Panturkismus). Zentrum der von ihr beanspruchten Gemeinschaft aller Turkvölker ist eine starke, unabhängige und vor allem selbstbewusste Türkei.


    Feindbilder

    Ein Thema der Grauen Wölfe ist der Kurden-Konflikt in der Türkei. Die Grauen Wölfe sehen im kurdischen Streben nach Autonomie und in ihrer Vorgehensweise Terrorismus. Dieses Streben läuft auch deren Ziel der Assimilation in eine einheitliche Türkei entgegen. Daher ist u.a. die kurdische Bewegung zu einem Feindbild der Grauen Wölfe geworden. Die Auseinandersetzung darüber kostete Todesopfer auf beiden Seiten. Es wird von einer Kollaboration zwischen Kurden und Israel (den Juden) gewarnt, damit werden Ängste und Hass in der Bevölkerung geschürt. Als weitere mögliche Feindbilder sind Griechen, Armenier, Perser und Amerikaner zu nennen.



    Aktivitäten

    Siehe auch: Politisches System der Türkei

    Das Aktionsgebiet der Gruppe geht über die Staatsgrenzen der Türkei hinaus. In den Ländern Aserbaidschan, Turkmenistan und besonders der chinesisch autonomen Provinz Xinjiang (türkisch Sincan; Ostturkestan) erfreut sich die Organisation immer größerer Beliebtheit. Die Organisation hat einen starken Zulauf in den Migrantenkulturen vieler westeuropäischer Länder, darunter auch Deutschland, wo ihr nahe stehende Gruppierungen an den Wahlen zu Ausländerbeiräten teilnehmen.

    Als paramilitärischer Arm der türkischen Partei der Nationalistischen Bewegung („Milliyetçi Hareket Partisi“ – MHP) haben Graue Wölfe die Militäroffensive der türkischen Regierung gegen die separatistische und sozialistische kurdische Arbeiterpartei Partiya Karkerên Kurdistan (PKK) unterstützt.

    Um die Behauptung zu untermauern, sie hätten auch kurdische Unterstützer, berufen sich die Grauen Wölfe auf die Zugehörigkeit mancher Mitglieder des Zaza-Volkes zu ihrer Bewegung, obwohl viele Zaza sich nicht als Kurden verstehen. Erwähnenswert hierbei ist, dass sich der Anführer der PKK, Abdullah Öcalan, zu Beginn seiner "politischen" Laufbahn verschiedenen Unterorganisationen der Grauen Wölfe anschließen wollte. Weitere Unterstützer der Bewegung stammen aus den ethnischen Gruppen der Lasen, Araber, Zaza und Tscherkessen.

    In den 60er Jahren konzentrierte sich die Bewegung unter der Führung des früheren Vorsitzenden der MHP Alpaslan Türkeş † darauf, die Jugend für die sog. „panturanistische Ideologie“ zu gewinnen. Es wurden die ersten Kommandolager gegründet, in denen Jugendliche eine militärische und politische Ausbildung erhielten. Nachdem die Kommandos aufgebaut waren, wurde im Jahre 1969 die MHP gegründet. Symbol der Partei ist eine Fahne mit drei auf den Rücken gekehrten Halbmonden, die der Fahne der Okkupationstruppen der osmanischen Besatzungsarmee entnommen sind.

    In Kommandolagern bildete die Partei Schätzungen zufolge bis zu 100.000 Kommandoangehörige aus. Diese Kommandos erhielten den Namen Bozkurtçular („Graue Wölfe“). Ab 1968 begannen die „Grauen Wölfe“ mit Gewaltaktionen gegen die erstarkende türkische Linke. Schätzungen zufolge ermordeten die „Grauen Wölfe“ in der Türkei bis 1980 mehr als 5.000 Menschen.

    1975 wurde die MHP zum Bündnispartner der konservativen Partei des rechten Wegs (Doğru Yol Partisi, DYP; heute Gerechtigkeitspartei [Adalet Partisi, AP], nicht zu verwechseln mit der Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung [AKP]; bis 1960 Demokratische Partei [Demokrat Parti, DP]) unter dem damaligen Ministerpräsidenten und späteren Staatspräsidenten Süleyman Demirel und damit Regierungspartei. Alpaslan Türkeş wurde stellvertretender Ministerpräsident und hatte hierdurch staatliche Rückendeckung für Aktionen der Grauen Wölfe gegen die linke Opposition.

    1980 wurde die MHP, wie alle anderen Parteien, nach dem damaligen Militärputsch verboten. Der Vorsitzende wurde mit einem später aufgehobenen Politikverbot belegt. Dennoch machten viele Anhänger der Grauen Wölfe im Laufe der 1980er Jahre Karriere beim Militär und anderen staatlichen Einrichtungen. Ende der 1980er wurde das Verbot der MHP offiziell wieder aufgehoben.

    Im Laufe der späten 1980er und 1990er Jahre wandelte die Partei sich. Sie ist heute viel stärker religiös orientiert und ist radikal islamistisch und nationalistisch einzustufen. Die Anhänger sind zumeist sunnitische Moslems, und die Aktivitäten richten sich auch gegen alewitische Türken.

    Vieles spricht dafür, dass einige Führungskader der Grauen Wölfe tief in mafiöse Strukturen und die organisierte Kriminalität in der Türkei verstrickt sind.

    Die MHP war an der Regierung 1999 bis 2002 unter Bülent Ecevit beteiligt. Bei den frühzeitig vorgezogenen Wahlen 2002 schaffte die Partei die Zehn-Prozent-Hürde nicht und engagiert sich derzeit außerparlamentarisch. 2005 organisierte die Partei eine große Demonstration in Ankara gegen den EU-Beitritt der Türkei. An der Demonstration nahmen ca. 50.000 Menschen teil.



    Kritische Betrachtung in Europa

    Die sich selbst als türkische Idealisten (türkisch: Ülkücü) ansehende Gruppierung wird in Europa sehr kritisch gesehen. Der Verfassungsschutz Nordrhein-Westfalens wirft ihr vor, „zur Entstehung einer Parallelgesellschaft in Europa“ beizutragen, und sieht in ihr „ein Hindernis für die Integration der türkischstämmigen Bevölkerung“. Gelegentlich wird die Gruppe mit der Milli-Görüş-Bewegung verwechselt, obwohl Milli Görüş stärker islamistische Ziele verfolgt, während die Grauen Wölfe eher nationalistische Ziele haben.

    Mehmet Ali Ağca, der das Attentat 1981 auf Papst Johannes Paul II. beging, war Mitglied der Grauen Wölfe, ein weiteres Mitglied soll 1984 ein Attentat auf den Kreuzberger Frauenladen TIO ausgeführt haben, bei dem die türkisch-kurdische Jurastudentin Seyran Ates lebensgefährlich verletzt wurde. Zwischenzeitlich scheint die Gewaltbereitschaft in Westeuropa nachgelassen zu haben.


    MEHMET ALI AGCA:

    Mehmet Ali Ağca (* 9. Januar 1958 in Yesiltepe) ist ein türkischer Rechtsextremist, der den grauen Wölfen nahe steht. 1979 ermordete er den Chef der türkischen Zeitung Milliyet, den Journalisten Abdi İpekçi. Zuvor organisierte Ağca in Ankara und Istanbul Schießereien und Straßenkämpfe (zusammen mit seinem Weggefährten Abdullah Çatlı) gegen Linksradikale. Nach dem Mord an İpekçi verließ er Istanbul und flüchtete mit Haluk Kırcı, einem anderen hochrangigen Mitglied der Grauen Wölfe, nach Erzurum und versteckte sich dort. Anfang der 80'er flüchtete er nach Bulgarien und handelte dort mit der bulgarischen Mafia über einen möglichen Waffen- und Drogenkauf. Zu der Zeit soll er den Befehl von der KGB erhalten haben, auf den Papst zu schießen.

    Bekannt wurde Ağca am 13. Mai 1981 durch ein Schussattentat auf Papst Johannes Paul II. auf dem Petersplatz in Rom. Drei Kugeln trafen den Papst, eine davon verletzte ihn schwer. Während zwei der Kugeln lediglich den linken kleinen Finger zertrümmerten und einen Streifschuss am rechten Unterarm verursachten, zerstörte die dritte Kugel mehrere Dünndarmschlingen und trat schließlich knapp neben der Wirbelsäule wieder aus.

    Über sein Tatmotiv äußerte Ağca im Lauf der Jahre Widersprüchliches. Die Drahtzieher des Attentats vermutete die CIA beim sowjetischen Geheimdienst KGB bzw. dem bulgarischen Geheimdienst als ausführende Instanz. Ağca selbst gab bis heute keine Informationen über die Logistik des Anschlags preis. 2006 kam ein Untersuchungsausschuss des Italienischen Parlaments zu dem Ergebnis, dass das Attentat im Auftrag Breschnews vom russischen Geheimdienst GRU in Zusammenarbeit mit dem bulgarischen Geheimdienst sowie der Stasi in Auftrag gegeben wurde.

    Nachdem er drei Tage nach dem Attentat zu lebenslanger Haft verurteilt worden war, amnestierte ihn im Jahr 2000 der italienische Präsident, und Ağca wurde der Türkei ausgeliefert. Dort war er bereits wegen des Mordes an İpekçi in Abwesenheit zum Tode verurteilt worden. Dieses Urteil wurde vor seiner Auslieferung in lebenslange Haft umgewandelt und später verkürzt, sodass er samt Verurteilungen wegen zweier weiterer Verbrechen in den 1970er Jahren in der Türkei 36 Jahre Haft vor sich gehabt hätte. Strafminderungen und eine Amnestie führten zu seiner Freilassung auf Bewährung am 12. Januar 2006. Die Aussetzung der Haft auf Bewährung wurde jedoch vom Obersten Türkischen Gerichtshof am 20. Januar 2006 aufgehoben, und Ağca erneut verhaftet.

    Ağca wird nicht zum türkischen Wehrdienst eingezogen, dem er sich in den 1970er Jahren entzogen hatte. Er wurde in einem Militärgefängnis in Istanbul untersucht und für untauglich befunden, ob aus psychischen oder physischen Gründen ist nicht bekannt.

    Reaktion Johannes Pauls II.

    Aufsehen erregte der Papst, als er dem Attentäter schon auf dem Krankenbett in der Gemelli-Klinik vergab und ihn zwei Jahre nach der Genesung im Gefängnis besuchte. Da der Tag des Attentates auf den Tag fiel, an dem sich im portugiesischen Fátima die erste Marienerscheinung ereignet haben soll, schrieb Johannes Paul II. seine Rettung Maria, der Mutter Jesu, zu und bedankte sich später mit einer Wallfahrt in den Wallfahrtsort Fátima. Ağca selbst brachte bei einer Gerichtsverhandlung 1985 das Attentat mit Fátima in Verbindung und bezeichnete sich selbst als "wiedergeborener Christus".

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