Rund 34 Jahre nach der Teilung der Mittelmeerinsel Zypern haben beide Seiten einen neuen Anlauf zur Wiedervereinigung unternommen. Der neue zyprische Präsident Dimitris Christofias zeigte sich vor Beginn der Gespräche mit dem politischen Führer von Nordzypern, Mehmet Ali Talat, betont optimistisch. Er hoffe auf einen Beschluss zur Öffnung der Ledra-Straße in der Altstadt von Nikosia, sagte Christofias. Ein solcher Schritt hätte erhebliche symbolische Bedeutung. Die Ledra-Straße ist eine zentrale Fußgängerzone, die an der "Grünen Linie" zum türkisch-zyprischen Teil von Nikosia abrupt endet.
Die beiden Politiker trafen sich in der von den Vereinten Nationen überwachten Pufferzone in der Nähe des seit langem aufgegebenen Flughafens von Nikosia. Als Moderator nahm der UN-Sonderbeauftragte für Zypern, Michael Möller, teil. Christofias und Talat hatten sich zwar beide für einen Neuanfang des Friedensprozesses ausgesprochen, sind aber weiterhin uneins in der Bewertung des gescheiterten UN-Friedensplans. Während Talat neue Verhandlungen auf dieser Grundlage führen will, wollen sich die griechischen Zyprer davon lösen. "Wenn man bei dem letzten Plan bleibt, hat man die Garantie, dass nichts geschehen wird", sagte Regierungssprecher Stefanos Stefanou. Eine fortgesetzte Sackgasse wäre aber eine Katastrophe und würde die Teilung zementieren, fügte der Regierungssprecher hinzu.
Das seit 1974 geteilte Zypern gehört seit 2004 zur Europäischen Union. Das EU-Regelwerk gilt allerdings nur im griechischen Süden der Inselrepublik. Im Norden liegt die nur von der Türkei anerkannte Türkische Republik Nordzypern.

Quelle: Zypern: Türken und Griechen wollen Teilung überwinden | tagesschau.de