Polens Premier Tusk erwartet von den USA weitere Zugeständnisse.
WARSCHAU (kk).


Den halben Weg haben die USA geschafft. Tschechien hat sich mit Washington auf den Bau des Radarsystems für die geplante US-Raketenabwehr in Europa geeinigt. US-Außenministerin Condoleezza Rice werde am Dienstag oder Mittwoch zur Vertragsunterzeichnung nach Prag reisen, hieß es aus Washington.


Aus einer Weiterreise nach Warschau wird indes nichts. Denn die Verhandlungen mit Polen konnten noch nicht abgeschlossen werden. Der Grund: Die Regierung von Premierminister Donald Tusk ist mit den angebotenen Gegenleistungen aus den USA nicht zufrieden. „Der Abwehrschirm würde vor allem die Sicherheit der USA erhöhen“, erklärte Tusk weiter. Das erhöhte Risiko aber trügen die Länder, in denen das Schild aufgestellt werde.

Die USA wurden von den neuen polnischen Forderungen überrascht, denn noch im vergangenen Sommer hatten sie mit ihren Plänen in Warschau offene Türen eingerannt. Der damalige Premier Jaroslaw Kaczynski profilierte sich als EU-Kritiker und ergebener Diener Washingtons. Unter dem neuen Regierungschef hat sich dies jedoch umgekehrt.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 05.07.2008)