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Usbekistans Osten erhebt sich gegen Karimow

Erstellt von Krajisnik, 13.05.2005, 18:02 Uhr · 6 Antworten · 498 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von Krajisnik

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    Usbekistans Osten erhebt sich gegen Karimow

    Im Osten der zentralasiatischen Republik Usbekistan ist ein Aufstand gegen den autoritären Präsidenten Islam Karimow ausgebrochen: Bewaffnete Banden mutmaßlicher Islamisten raubten in der Nacht auf Freitag Waffen aus einer Kaserne und befreiten danach rund 2000 Häftlinge aus einem Gefängnis in der Stadt Andischan. Nach offiziellen Angaben der Staatsführung wurden bei den Ausschreitungen neun Menschen getötet und 34 verletzt. Nur sechs Wochen nach dem gewaltsamen Umsturz in Kirgistan wankt damit erneut einer der totalitär geführten Staaten Zentralasiens.
    Foto-Serie Aufstand in Kirgistan
    Umsturz in Kirgisien Präsident Akajew offenbar geflüchtet


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    Feuergefechte halten an
    Die Auseinandersetzungen mit mutmaßlichen islamistischen Extremisten im Osten der früheren Sowjetrepublik halten offenbar an: In Andischan – einer Stadt mit 320.000 Einwohnern - seien noch immer tausende Menschen auf den Straßen. Bewaffnete Banden lieferten sich Feuergefechte mit der Polizei. Vielerorts seien Schüsse zu hören, berichtete die russische Agentur Interfax. Bislang habe jedoch niemand einen Überblick über das Ausmaß der Gewalt.

    Kirgistan schließt Grenzen zu Usbekistan
    Nach unbestätigten Augenzeugenberichten aus dem betroffenen Konfliktgebiet im Fergana-Tal sollen die bewaffneten Banden die Gebäude der Stadtverwaltung sowie der Sicherheitsdienste in Andischan gestürmt haben. Dagegen berichteten die usbekischen Behörden, in der Stadt an der Grenze zu Kirgistan habe man alles unter Kontrolle. Die kirgisische Regierung meldete allerdings, man habe die Grenzen zu Usbekistan geschlossen.

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    Brennpunkt Fergana-Tal
    Das Fergana-Tal ist seit Jahren Schauplatz gewaltsamer Auseinandersetzungen zwischen Regierung und militanten Islamisten, die von Gesinnungsgenossen aus Tadschikistan und Afghanistan unterstützt werden. Nach unbestätigten Berichten soll Karimow, in die Krisenregion Fergana-Tal geflogen sein.

    US-Verbündeter Karimow für Folter und Mord berüchtigt
    Dem autoritären Präsidenten Karimow – Verbündeter der USA im Kampf gegen den islamischen Terrorismus – werden dagegen von "Amnesty International" und der US-Organisation "Human Rights Watch" Folter und Mord an echten oder vermeintlichen islamischen Oppositionelle vorgeworfen. Mehrere tausend Menschen säßen zudem ohne Anklage in Haft.

    "Anschlagsversuch" mit Bombenattrappe
    Zu einem anderen Zwischenfall kam es in der usbekischen Hauptstadt Taschkent: Wachleute erschossen am Freitag einen Mann, der sich der israelischen Botschaft mit einer Bombenattrappe genähert hatte. Er hatte nach Angaben von Diplomaten versucht, auf das Gelände der Botschaft zu gelangen. Im vergangenen Juli hatten sich Selbstmordattentäter in Taschkent vor den Botschaften der USA und Israel sowie vor einem Justizgebäude in die Luft gesprengt. Dabei starben insgesamt vier Wachleute.

  2. #2
    Avatar von lupo-de-mare

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    Auch dort haben die Bundeswehr und die Amerikaner Militär Stützpunkte, was schon wieder Alles sagt.

  3. #3
    Avatar von Krajisnik

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    Usbekisches Militär riegelt Unruheherd Andischan ab


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    Die östliche Hälfte von Uskekistan: ganz rechts das aufständische Fergana-Tal (Grafik: dpa)
    Nach neuen Gefechten mit den Aufständischen hat das usbekische Militär die Stadt Andischan am Samstag von der Außenwelt abgeriegelt. Polizei und Armee sperrten alle Zugänge ab, berichtete ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP. Weder Anwohner noch Medienvertreter konnten einreisen. Alle Journalisten wurden dazu aufgerufen, die 300. 000-Einwohner-Stadt zu verlassen.
    Aufstand in Usbekistan Dutzende Tote


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    Rücktritt des Präsidenten gefordert
    Die Kämpfe zwischen Regierungstruppen und Aufständischen ebbten am Samstagmorgen vorerst ab. Die letzten Rebellen verließen das umkämpfte Gebäude der Gebietsverwaltung in Andischan. Möglicherweise befanden sich bis zu 15 Polizisten und Soldaten als Geiseln in der Gewalt der Aufständischen. Im Zentrum von Andischan gingen erneut Anwohner auf die Straßen und forderten den Rücktritt von Präsident Islam Karimow. Bei den Kämpfen wurden nach Krankenhausangaben bislang mindestens 50 Menschen getötet und mehr als hundert weitere verletzt.

    Busse mit Leichen aus der Stadt gefahren
    Nach Einschätzung eines örtlichen Menschenrechtlers wurden hunderte Menschen getötet. "Am Freitagabend haben die Militärs das Feuer auf friedliche Bürger eröffnet. Dabei starben hunderte Menschen", sagte der Leiter der usbekischen Menschenrechtsorganisation "Apellazija", Saidschachon Sainabitdinow, der russischen Agentur Interfax. Mehrere Lastwagen und Busse seien überfüllt mit Leichen aus der Stadt gefahren.

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    Augenzeugen berichten von hunderten Toten in Andischan (Foto: dpa)
    2000 Häftlinge befreit
    Die Behörden sprachen dagegen von nur zehn Toten. Aufständische hatten in der Nacht zum Freitag eine Militärgarnison und ein Gefängnis gestürmt und dabei rund 2000 Häftlinge befreit. Die usbekischen Sicherheitskräfte gingen am Freitag gewaltsam gegen Rebellen und Zivilisten vor, die einen Machtwechsel gefordert hatten.

    Usbeken fliehen nach Kirgisien
    Mehr als 600 Usbeken flohen nach dem Blutbad in Andischan über die etwa 30 Kilometer entfernte Grenze in das benachbarte Kirgisien. Einige Flüchtlinge hätten Schussverletzungen, teilte ein Sprecher des südkirgisischen Gebietes Dschalal-Abad mit.

  4. #4
    Avatar von Krajisnik

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    Hunderte Tote in Usbekistan


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    Die östliche Hälfte von Uskekistan: ganz rechts das aufständische Fergana-Tal (Grafik: dpa)
    Bei den Unruhen im Osten Usbekistans haben Militärs nach Augenzeugenberichten deutlich mehr Menschen als bislang angenommen erschossen. In der Stadt Andischan berichteten Bewohner am Samstag von hunderten Toten, die mit Lastwagen und Bussen abtransportiert würden. Unter den Opfern seien auch Frauen und Kinder. Krankenhäuser meldeten mindestens 50 Tote. Der Präsident der zentralasiatischen Republik, Islam Karimow, lobte das brutale Vorgehen seiner Sicherheitskräfte und bezeichnete die getöteten Landsleute als "Extremisten" und "Kriminelle".

    Schwerste Konflikte in der Geschichte des Landes
    Am Tag nach dem Blutbad von Andischan blieben die Berichte aus der Provinzhauptstadt des islamistisch geprägten Fergana-Tals weiter widersprüchlich. Ein Korrespondent von Deutsche Welle-TV gab die Zahl der Toten mit 200 oder mehr an. Er selbst habe viele Tote auf den Straßen gesehen. Militärs hätten die Stadt abgeriegelt. Es waren die schwersten Konflikte in der Geschichte Usbekistans seit der Unabhängigkeit der Ex-Sowjetrepublik im Jahr 1991.

    Panzer gegen die Menschen eingesetzt
    "Am Freitagabend haben die Militärs das Feuer auf friedliche Bürger eröffnet. Dabei starben hunderte Menschen, sagte der Leiter der Menschenrechtsorganisation Apellazija, Saidschachon Sainabitdinow, der russischen Agentur Interfax. Die Militärs sollen ohne Vorwarnung gegen die Menschen vorgegangen sein und dabei auch Panzer eingesetzt haben.

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    Fischer besorgt über die zugespitzte Lage
    Während Russland der "befreundeten Regierung Usbekistans" seine Unterstützung zusicherte, äußerte sich das westliche Ausland deutlich distanzierter. "Insbesondere die Berichte über anhaltende Gewalt und die zugespitzte Lage im südost-usbekischen Andischan und im Fergana-Tal sind beunruhigend", erklärte Außenminister Joschka Fischer in Berlin. Er rief dazu auf, eine weitere Verschärfung der Situation zu verhindern.

    Keine Gefahr für deutsche Soldaten
    Für die deutschen Soldaten im Land besteht nach Angaben von Verteidigungsminister Peter Struck keine Gefahr. "Im Süden Usbekistans sind 305 deutsche Soldaten stationiert. Dieses deutsche Kontingent ist nicht von den Unruhen betroffen. Es hält sich 900 Kilometer entfernt auf. Unsere Soldaten sind in Sicherheit", sagte Struck der "Bild am Sonntag".
    Wahllos in Menschenmenge gefeuert
    Am Freitagabend hatten in Andischan Sicherheitskräfte das von bewaffneten Aufständischen besetzte Gebäude der Gebietsverwaltung gestürmt. Dabei schossen die Militärs nach Berichten von Augenzeugen auch wahllos in die Menschenmenge, die vor dem Sitz der Gebietsregierung gegen das Regime protestierte.

    Tausende Häftlinge befreit
    Die Unruhen in Andischan hatten sich an einem Prozess gegen 23 örtliche Geschäftsleute entzündet. Ihnen wurde die Mitgliedschaft in der islamistischen Gruppierung Akryma zur Last gelegt. Bewaffnete Banden hatten die Angeklagten und tausende weitere Häftlinge in der Nacht auf Freitag aus einem Gefängnis der Stadt befreit.

    Präsident gibt Islamisten die Schuld
    Der seit 15 Jahren mit autoritären Methoden regierende Karimow gab der Islamistenbewegung Akryma die Schuld an dem Blutbad. Die Rebellen hätten die Freilassung von religiösen Anführern aus Gefängnissen in anderen Regionen des Landes gefordert. "Wir konnten darauf nicht eingehen, sonst hätten wir morgen dutzende ähnlicher Konflikte", betonte Karimow. Religionsexperten betonten dagegen, die Akryma-Bewegung sei keineswegs als extremistisch einzustufen.

    Militärmaschinen landen in Andischan
    Nach dem Ende der Schießereien am Samstagmittag kamen wieder tausende Menschen im Stadtzentrum von Andischan zusammen. Regionale Agenturen berichteten, auf dem Regionalflughafen der Stadt seien zahlreiche Transportmaschinen gelandet. Es sei unklar, ob die Staatsmacht damit weitere Militäreinheiten in das Konfliktgebiet bringe.

    Usbeken fliehen nach Kirgisien
    Mehr als 600 Usbeken flohen nach dem Blutbad in Andischan über die nahe Grenze in das benachbarte Kirgisien. Einige Flüchtlinge hätten Schussverletzungen, teilte ein Sprecher des südkirgisischen Gebietes Dschalal-Abad mit. Auch aus der Grenzstadt Karassu, knapp 50 Kilometer östlich von Andischan, wurden Unruhgen gemeldet. Die Agentur "Fergana.ru" berichtete unter Berufung auf Informanten von Ausschreitungen gegen die Polizei. Die Behörden dementierten dies.

  5. #5
    Avatar von Krajisnik

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    Tausende in Usbekistan auf der Flucht


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    Nadelöhr: Usbeken versuchen, über eine Behelfsbrücke nach Kirgistan zu entkommen (Foto: Reuters)
    Nach Meldungen des Senders "CNN" versuchen tausende Menschen, aus der usbekischen Stadt Andischan ins Nachbarland Kirgistan zu fliehen. Die kirgisische Regierung habe zwar die Grenzen für Flüchtlinge geschlossen, viele nutzten jedoch illegale Übergänge, um aus Ostusbekistan zu entkommen. Ein Grenzübergang sei in der Zwischenzeit wieder geöffnet worden, hieß es. Beobachter sagten, zwischen 3500 und 10.000 Menschen seien auf der Flucht. In der usbekischen Stadt Andischan war es zuvor zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Staatsmacht gekommen. Dabei sollen bis zu 500 Menschen - meist Zivilisten - von Soldaten und Polizisten erschossen worden sein.
    Foto-Serie Aufstand in Usbekistan
    Aufstand in Usbekistan Hunderte Tote
    Das Fergana-Tal Überbevölkerung und Armut


    Straßen von Andischan wie ausgestorben
    Die Sicherheitskräfte verschärften nach den blutig niedergeschlagenen Protesten ihre Kontrolle über die Stadt Andischan. Sie riegelten bis Sonntagmorgen zahlreiche öffentliche Gebäude komplett ab, darunter vor allem die Leichenhalle und die Krankenhäuser. Obwohl offiziell keine Ausgangssperre herrschte, trauten sich nur wenige Einwohner auf die Straßen. Märkte und Geschäfte blieben leer. Die Stadt sei "wie ausgestorben" sagten Einwohner.

    Zahl der Opfer weiter unklar
    Nach wie vor unklar war, wie viele Menschen am Freitagabend und Samstagmorgen von den Sicherheitskräften bei der Niederschlagung einer Kundgebung erschossen worden waren. Usbekistans autoritärer Präsident Islam Karimow sprach von 30 Toten. Nach Berichten von Augenzeugen und einer örtlichen Menschenrechtsorganisation kamen dagegen bei den Unruhen vermutlich mehrere hundert Menschen ums Leben.

    Angehörige dürfen Opfer nicht sehen
    Ein Polizist berichtete von Dutzenden von Toten, die in der abgeriegelten Leichenhalle aufgebahrt seien. Auch den Angehörigen von mutmaßlichen Opfern wurde der Zutritt verwehrt. Karimow machte die islamische Gruppe Hizb ut-Tahrir für die Aufstände verantwortlich, diese wies am Samstag jede Verantwortung zurück.

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    Britischer Ex-Botschafter: Keinerlei Hilfe von USA und Großbritannien
    Derweil warf der ehemalige britische Botschafter in Usbekistan, Craig Murray, den USA und Großbritannien vor, den usbekischen Präsidenten Islam Karimow zu lange unterstützt zu haben. "Die Amerikaner und Briten werden nichts tun, um der Demokratie in Usbekistan zu helfen", sagte Murray in einem Interview mit der Zeitung "The Independent on Sunday". Er habe Vertreter der Oppositionsbewegung in der Stadt Andischan vor einem Jahr selbst getroffen und das Außenministerium in London anschließend gebeten, sie zu unterstützen. Doch das sei abgelehnt worden.

    "Westen schluckt Regierungspropaganda"
    Der Westen haben die usbekische Regierungspropaganda geschluckt, die die Opposition als islamische Extremisten darstelle. "Die Menschen greifen jetzt zur Gewalt, weil wir ihnen nicht geholfen haben", sagte Murray. Der Diplomat war im vergangenen Jahr suspendiert worden, nachdem er der britischen Regierung öffentlich vorgeworfen hatte, Informationen zu verwenden, die in Usbekistan unter Folter erpresst worden seien. Außenminister Jack Straw sagte dagegen, Großbritannien habe die usbekische Regierung "konsequent" ermahnt, dass sie Andersdenkende nicht unterdrücken dürfe.

    AI: Folter und "Auftragsjustiz" an der Tagesordnung
    Nach Angaben der internationalen Menschenrechtsorganisation "Amnesty International" (AI) sind Menschenrechtsverletzungen wie Folter, Inhaftierung von Unschuldigen und "Auftragsjustiz" an der Tagesordnung. Der Usbekistan-Experte von AI, Georg Warning, sagte am Sonntag: "Der Apparat an Miliz und Geheimdienst ist gewaltig, und jeder weiß, dass er unter beliebigem Vorwurf hinter Gittern verschwinden kann." Das Regime verhindere "brutal" alle friedlichen Möglichkeiten der Veränderung. Nach Einschätzung von Georg Warning glaubt Usbekistans Präsident Islam Karimow, "dass er weggefegt wird, wenn der Druck nachlässt".

  6. #6
    Avatar von Krajisnik

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    Der Aufstand im Osten Usbekistans hat mindestens 500 Todesopfer gefordert. Tausende Flüchtlinge sind auf dem Weg zur kirgisischen Grenze. Präsident Islam Karimow hat demonstriert, dass er seine Macht mit allen Mitteln verteidigt.

    Foto-Serie Aufstand in Usbekistan
    Aufstand in Usbekistan Tausende fliehen
    Das Fergana-Tal Überbevölkerung und Armut

    Präsident macht Islamisten verantwortlich
    In seiner Rede zur Nation machte Karimow Radikalislamisten für den Ausbruch der Gewalt verantwortlich. Die Gruppe Hizb ut Tahrir und ihre lokale Untergruppierung Akramija, die er beschuldigte, galten lange Zeit als friedliche Widerstandsbewegung. Allerdings soll Hizb ut Tahrir bereits im vergangenen Jahr die Unruhen in der Hauptstadt Taschkent angezettelt haben, bei der etwa 20 Menschen ums Leben kamen. Auch beim Umsturz in Kirgisien soll die Organisation beteiligt gewesen sein. Die Gruppe selbst streitet eine Beteiligung an den Ereignissen in der ostusbekischen Region Andischan freilich ab.

    Verbindungen zu den Taliban?
    Aus russischen Geheimdienstkreisen sickerte durch, dass die Revolutionäre in Andischan Verbindungen zu den Taliban in Afghanistan gehabt haben sollen. Außenminister Sergej Lawrow verurteilte den Umsturzversuch als Provokation Taliban-ähnlicher Verbrechergruppen. Tatsächlich war der Aufstand gut vorbereitet. Die Rädelsführer kaperten erst ein Waffenlager der Armee, dann - gut bewaffnet - ein Gefängnis und schließlich einige Regierungsgebäude in der ostusbekischen Stadt.
    Die Antwort Karimows auf die Bedrohung seiner Macht war eindeutig und hart. Sie richtete sich nicht nur gegen die Rebellenführer, sondern auch gegen demonstrierende Zivilisten. Schützenpanzer richteten ein Blutbad in der Menge an. Die Toten wurden anschließend in LKW weggefahren.

    Hunderte tote Zivilisten und Tausende Flüchtlinge
    Eine Ärztin berichtete, sie habe 500 aufgebahrte Leichen in einer Schule gesehen. Das Gebäude wird schwer bewacht. Zutritt erhalten die Verwandten nur, um die Opfer zu identifizieren. Tausende Flüchtlinge versuchen, über die Grenze nach Kirgisien zu entkommen. Ein erstes Flüchtlingslager wurde eilig aufgebaut. Andere wurden mit Schussverletzungen in kirgisische Krankenhäuser eingeliefert. Unter den Entkommenen sollen auch ehemalige Häftlinge des gestürmten Gefängnisses sein. Doch bei weitem nicht allen Aufständischen gelang die Flucht. Die Grenze zwischen beiden Staaten wurden weitgehend dicht gemacht.

    Reaktion vorhersagbar
    Beobachter hatten die Reaktion Karimows auf eine Krisensituation vorausgesehen. Der Moskauer TV-Kommentator Michail Leontjew sagte, als er die Revolution in Kirgisien kommentierte: "In Usbekistan wird diese Nummer nicht funktionieren. Denn das dortige Regime wird niemanden um Erlaubnis fragen, ob es in eine Menge von Pogrom-Helden schießen darf." Die Demonstration von Stärke hat die Revolte im Blut erstickt. Karimows Herrschaft stützt sich nicht auf freie Wahlen, sondern einzig auf die Nomenklatura und die Sicherheitsorgane Armee, Polizei und Geheimdienst. Im Gegensatz zu Akajew, dem ehemaligen Präsidenten Kirgisiens, kämpft er mit allen Mitteln um den Erhalt seiner Macht.

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    Krise der postsowjetischen Regime
    Das Aufflammen der Unruhen in Andischan zeigte jedoch einmal mehr, dass die postsowjetischen Regime derzeit eine Krise durchleben. In Georgien, der Ukraine und Kirgisien gab es schon Umstürze. In Aserbaidschan oder Kasachstan wird der nächste erwartet. Wer dann an die Macht kommt, ist ungewiss. Deshalb halten sich sowohl die Vereinigten Staaten als auch Russland mit ihrer Unterstützung für die Aufständischen zurück.

    Putin besorgt, USA zurückhaltend
    Russlands Präsident Putin zeigte sich in einem Telefongespräch mit Karimow besorgt über eine mögliche Destabilisierung des gesamten mittelasiatischen Raumes. Am Samstag hatte ihn Islam Karimow angerufen, um sich der Unterstützung Russlands im Konflikt zu versichern. Die USA haben Militärbasen im Land, deren Zukunft bei einem Regimewechsel ungewiss ist. Da ist den Großmächten ein verlässlicher, wenn auch autoritärer Machthaber in Taschkent deutlich lieber als ein islamistisch geführter, grün gefärbter Umsturz in einem mittelasiatischen Land. Usbekistan grenzt an Afghanistan, das immer noch weit von Stabilität entfernt ist.

  7. #7
    Avatar von Krajisnik

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    Usbekische Revolution im Blut erstickt



    Usbekische Truppen schlugen den Aufstand in Andischan blutig nieder (Foto: Reuters)
    Der Aufstand im Osten Usbekistans hat mindestens 500 Todesopfer gefordert. Tausende Flüchtlinge sind auf dem Weg zur kirgisischen Grenze. Präsident Islam Karimow hat demonstriert, dass er seine Macht mit allen Mitteln verteidigt.


    Präsident macht Islamisten verantwortlich
    In seiner Rede zur Nation machte Karimow Radikalislamisten für den Ausbruch der Gewalt verantwortlich. Die Gruppe Hizb ut Tahrir und ihre lokale Untergruppierung Akramija, die er beschuldigte, galten lange Zeit als friedliche Widerstandsbewegung. Allerdings soll Hizb ut Tahrir bereits im vergangenen Jahr die Unruhen in der Hauptstadt Taschkent angezettelt haben, bei der etwa 20 Menschen ums Leben kamen. Auch beim Umsturz in Kirgisien soll die Organisation beteiligt gewesen sein. Die Gruppe selbst streitet eine Beteiligung an den Ereignissen in der ostusbekischen Region Andischan freilich ab.

    Verbindungen zu den Taliban?
    Aus russischen Geheimdienstkreisen sickerte durch, dass die Revolutionäre in Andischan Verbindungen zu den Taliban in Afghanistan gehabt haben sollen. Außenminister Sergej Lawrow verurteilte den Umsturzversuch als Provokation Taliban-ähnlicher Verbrechergruppen. Tatsächlich war der Aufstand gut vorbereitet. Die Rädelsführer kaperten erst ein Waffenlager der Armee, dann - gut bewaffnet - ein Gefängnis und schließlich einige Regierungsgebäude in der ostusbekischen Stadt. Die Antwort Karimows auf die Bedrohung seiner Macht war eindeutig und hart. Sie richtete sich nicht nur gegen die Rebellenführer, sondern auch gegen demonstrierende Zivilisten. Schützenpanzer richteten ein Blutbad in der Menge an. Die Toten wurden anschließend in LKW weggefahren.

    Hunderte tote Zivilisten und Tausende Flüchtlinge
    Eine Ärztin berichtete, sie habe 500 aufgebahrte Leichen in einer Schule gesehen. Das Gebäude wird schwer bewacht. Zutritt erhalten die Verwandten nur, um die Opfer zu identifizieren. Tausende Flüchtlinge versuchen, über die Grenze nach Kirgisien zu entkommen. Ein erstes Flüchtlingslager wurde eilig aufgebaut. Andere wurden mit Schussverletzungen in kirgisische Krankenhäuser eingeliefert. Unter den Entkommenen sollen auch ehemalige Häftlinge des gestürmten Gefängnisses sein. Doch bei weitem nicht allen Aufständischen gelang die Flucht. Die Grenze zwischen beiden Staaten wurden weitgehend dicht gemacht.

    Reaktion vorhersagbar
    Beobachter hatten die Reaktion Karimows auf eine Krisensituation vorausgesehen. Der Moskauer TV-Kommentator Michail Leontjew sagte, als er die Revolution in Kirgisien kommentierte: "In Usbekistan wird diese Nummer nicht funktionieren. Denn das dortige Regime wird niemanden um Erlaubnis fragen, ob es in eine Menge von Pogrom-Helden schießen darf." Die Demonstration von Stärke hat die Revolte im Blut erstickt. Karimows Herrschaft stützt sich nicht auf freie Wahlen, sondern einzig auf die Nomenklatura und die Sicherheitsorgane Armee, Polizei und Geheimdienst. Im Gegensatz zu Akajew, dem ehemaligen Präsidenten Kirgisiens, kämpft er mit allen Mitteln um den Erhalt seiner Macht.




    Krise der postsowjetischen Regime
    Das Aufflammen der Unruhen in Andischan zeigte jedoch einmal mehr, dass die postsowjetischen Regime derzeit eine Krise durchleben. In Georgien, der Ukraine und Kirgisien gab es schon Umstürze. In Aserbaidschan oder Kasachstan wird der nächste erwartet. Wer dann an die Macht kommt, ist ungewiss. Deshalb halten sich sowohl die Vereinigten Staaten als auch Russland mit ihrer Unterstützung für die Aufständischen zurück.


    Putin besorgt, USA zurückhaltend
    Russlands Präsident Putin zeigte sich in einem Telefongespräch mit Karimow besorgt über eine mögliche Destabilisierung des gesamten mittelasiatischen Raumes. Am Samstag hatte ihn Islam Karimow angerufen, um sich der Unterstützung Russlands im Konflikt zu versichern. Die USA haben Militärbasen im Land, deren Zukunft bei einem Regimewechsel ungewiss ist. Da ist den Großmächten ein verlässlicher, wenn auch autoritärer Machthaber in Taschkent deutlich lieber als ein islamistisch geführter, grün gefärbter Umsturz in einem mittelasiatischen Land. Usbekistan grenzt an Afghanistan, das immer noch weit von Stabilität entfernt ist.

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