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Wehrpflicht oder Profiheer? (20. Jänner - Österreich)

Erstellt von Esseker, 07.01.2013, 02:15 Uhr · 254 Antworten · 7.712 Aufrufe

  1. #51
    Slavo
    Zitat Zitat von D.Hans Beitrag anzeigen
    Einigermaßen moderne Panzer haben seit Jahrzehnten Servolenkung, Bremskraftverstärker und meistens auch Automatikgetriebe. OK - ESP und Rückfahrkamera gibts nicht. Panzer sind aber ERWIESENERMASSEN von Frauen zu fahren.

    - - - Aktualisiert - - -



    Ich weiß - fürchte aber zu wissen was dabei rauskommt.
    Sinnlose Stammtischparolen ohne Hand und Fuß + eklige Diskussionskultur ohne jegliche konkrete Lösung?

  2. #52
    Avatar von Buntovnik

    Registriert seit
    31.03.2012
    Beiträge
    2.826
    Zitat Zitat von John Wayne Beitrag anzeigen
    auch frauen können die muskeln trainieren...

    Können sie nicht, sie haben kein Tääästoostäärooon

  3. #53
    Avatar von Vukovarac

    Registriert seit
    10.06.2011
    Beiträge
    11.957
    ....schließe mich lance strongos meinung an....pro wehrpflicht/sozialdienst....

  4. #54

    Registriert seit
    06.01.2013
    Beiträge
    25
    Ich finde es nicht akzeptabel Leute zum Wehrdienst zu zwingen die ihn nicht machen wollen, oder sie mit Sozialdienst zu "bestrafen".

  5. #55
    Avatar von Ibrišimović

    Registriert seit
    30.11.2005
    Beiträge
    3.564
    Zitat Zitat von Legenda1 Beitrag anzeigen

    Können sie nicht, sie haben kein Tääästoostäärooon
    Achja?



    Und beim Diskuswerfen liegt der Weltrekord der Männer und Frauen nur ein paar Zentimeter auseinander!

  6. #56
    Avatar von Domoljub

    Registriert seit
    27.08.2008
    Beiträge
    4.883
    Ich kann mich nicht ganz entscheiden, wenn ich ehrlich bin. Aber eines steht fest, wenn man beim Grundwehrdienst Modell bleibt, dann sind aber gewaltige Verbesserungen notwendig:

    1.) Das Gehalt ist ein Witz...man verdient gerade einmal 300 Euro pro Monat und das ist einfach viel zu wenig, besonders wenn man an mehr gewohnt ist. Es ist schon klar, man bekommt eine Unterkunft (folgt dann in Punkt 2) wo man praktisch für 6 Monate leben kann und deswegen bekommt man weniger als beim Zivildienst.

    2.) Die Unterkünfte sind extrem schlecht. Die meisten Kasernen sind extrem alt. Teils reine Glasfenster...natürlich auch zum Teil zerbrochen und darunter eine Heizung, man kann also nicht einmal ordenlicht heizen und muss sich in der Nacht und am Tag den Arsch abfrieren. ^^ Also die Unterkünfte müssen wirklich verbessert werden, die sind nämlich extrem Schrott. Betten...gut da könnten auch neue her...6 Monate mehr od. weniger auf Schaumstoff zu pennen ist auch nicht das wahre....

    3.) Die Soldatenheime...wenn man nach Dienst noch Zeit hat kann man da hingehen um ein wenig zu relaxen...also etwas essen Radio/Fernsehen...wären auch Verbesserungswürdig. Es gibt da keinen Standard. Von Kaserne zu Kaserne sind die Soldatenheime besser od. schlechter.

    4.) Die Ausbildungszeit ist eines der größten Probleme. Es sollte einen geregelten Ablauf geben. Man ist eigentlich durch die ganzen 6 Monate (vorrausgesetzt man wird kein Systemerhalter) vom launischen Kaderpersonal abhängig, also wann man aus hat usw. Gut die ersten paar Wochen wird man halt gedrillt u. fertig gemacht, das ist eh klar und kein Problem..."sie müssen einem zeigen wer hier der Boss ist"....so nach der Art. Aber nach der Grundausbildung auch noch schiss haben zu müssen, wann Dienstschluss ist und wann nicht ist auch nicht gerade das wahre.

    5.) Ärzte....Man kann sich manchmal wirklich verletzen bzw. Probleme haben. Die Ärzte im BH, sind aber zum Teil die reinste Frechheit. Aus Zeitdruck, wird man nicht einmal anständig kontrolliert.... Bin z.B. einmal hingegangen weil ich einfach Medikamente gegen Kopfschmerzen haben wollte. Und der wollte mich tatsächlich ins Krankenrevier stecken, obwohl ich nicht einmal Fieber hatte....ehm keine Chance. Manche wurden sogar verstauchungen ins Krankenrevier aufgenommen....einfach weil dem Arzt danach war...

    6.) Das Bundesheer braucht generell einen besseren Ruf. Ja ok klar, manche Frauen stehen auf Männer in Uniformen, kann auch durchaus ein Vorteil sein, aber wenn man zum Teil sogar auf der Straße beschimpft wird auch sogar teils von älteren Leuten, dann denkt man sich schon ein wenig, was eigentlich falsch läuft... Ich meine das ist ein Dienst für den Staat. Vielleicht hinkt jetzt ein wenig der Vergleich, aber wenn ein Marine zurück vom Irak kommt oder generell bei der US Army ist, dann sind ihm gegenüber die meisten Menschen positiv gestimmt. Er dient seinem Vaterland. Hier in Österreich sieht man den Soldaten irgendwie, als Sozialversager (es stimmt zum Teil, wenn man ehrlich ist) aber an diesem schlechten Image muss unbedingt etwas getan werden!

    Ansonsten würde mir sicher noch was einfallen....aber wie gesagt, wenn man den Rekruten ficken will, ist das schön und gut (alles kann man ertragen, wenn der Wille da ist) aber dann sollte man zumindest ein ordentliches Gehalt dafür bekommen. Der Zivildiener pennt jeden Tag daheim, hat um 4 uhr aus und hat ein chilliges Leben. Der Grundwehrdiener pennt mindestens 3. Wochen (jetzt abgesehen vom Wochenende) nicht daheim, sieht Familie und Freunde nicht (wenn man Glück hat wie ich sind es 8 Wochen) nach der Grundausbildung muss man noch immer bis zur 10 Woche warten, bis man dann wirklich daheim schlafen kann (und ja der Schlaf daheim ist um einiges besser als in den Bundesheer Betten). Grundsätzlich hat man um 4 aus, außer das Kaderpersonal benötigt Überstunden, dann muss der Rekrut länger bleiben. Natürlich ist man bei Feldtagen, Märschen und Feldwochen dabei und das für 300 Euro....

    Versteht mich nicht falsch Leute , ich heule nicht deswegen, weil es hart war oder sonst etwas. Ich fand den Gefechtsdienst immer geil, gut die Feldwochen waren scheiß kalt, aber was solls. Aber wie gesagt, es muss ein anständiges Gehalt her, die Kasernen müssen modernisiert werden und eine bessere ärztliche Behandlung wäre auch nicht zu viel verlangt....

    Zitat Zitat von ojswisa Beitrag anzeigen
    Jbg, auf der einen Seite sagt man wenn ein Junger Mann zum Heer geht wird er zu einem richtigen Mann, auf der anderen ist das Zeitverschwendung aber extremst (kaum Geld, habe fast nichts gemacht)
    Wer wird zu einem Mann? Irgendeiner der gerade einmal 3 Wochen eine Ausbildung macht und anschließend dann bei einer Stellungskomission hockt und den Urin von Zivilisten testet? Na klar...der is ja voll zum Mann geworden. haha

    Wenn man in einem Vollkontingent ist, kann man das sagen aber die meisten werden sowieso "nur" zu Systemerhaltern und machen die restlichen 5 Monate meistens genau garnichts (und das ist eigentlich auch ein Problem)....was für einen Hass wir auf die hatten. hahaha

    Zitat Zitat von Bambi Beitrag anzeigen
    Ich war immer gegen Wehrpflicht, bin aber mittlerweile nicht mehr sooo sicher, weil meine Befürchtung ist, dass es USA-Ausmaße (vllt nicht jetzt, aber irgendwann) annehmen könnte, will heißen: In die Armee gehen nur die sozial schwachen, die quasi nichts zu verlieren haben. Die ganzen Politikersöhne und sonstigen VIPs haben damit nichts zu tun und entsprechend scheißt man drauf, die Armee in den Krieg zu schicken, man hat ja keine Angehörigen zu verlieren.
    Das ist sowieso schon zum Teil so. Wenn man sich manche Ausbildner ansieht, sieht man bereits eindeutig was für ein Mensch es ist. Besonders wenn man mit ihm 6 Monate zu tun hat. Das zählt natürlich nicht für alle, aber die meisten haben gerade mal einen Hauptschulabschluss und haben eine Lehre entweder abgebrochen oder hatten keinen Bock im Betrieb zu bleiben. Diejenigen die von unserer Kompanie damals im BH geblieben sind...mehr od. weniger same story. Wenn man auf die Militärakademie geht ist es etwas anderes, die haben schon was im Kopf...aber die meisten Ausbildner leider eher weniger.

  7. #57
    Esseker
    Hab heute, zugegen in der "Österreich", gelesen, dass ein Profiheer genauso teuer wäre in den nächsten 5 Jahren wie ein Heer mit Wehrpflicht.

    - - - Aktualisiert - - -

    Zitat Zitat von Domoljub Beitrag anzeigen
    Ich kann mich nicht ganz entscheiden, wenn ich ehrlich bin. Aber eines steht fest, wenn man beim Grundwehrdienst Modell bleibt, dann sind aber gewaltige Verbesserungen notwendig:

    1.) Das Gehalt ist ein Witz...man verdient gerade einmal 300 Euro pro Monat und das ist einfach viel zu wenig, besonders wenn man an mehr gewohnt ist. Es ist schon klar, man bekommt eine Unterkunft (folgt dann in Punkt 2) wo man praktisch für 6 Monate leben kann und deswegen bekommt man weniger als beim Zivildienst.

    2.) Die Unterkünfte sind extrem schlecht. Die meisten Kasernen sind extrem alt. Teils reine Glasfenster...natürlich auch zum Teil zerbrochen und darunter eine Heizung, man kann also nicht einmal ordenlicht heizen und muss sich in der Nacht und am Tag den Arsch abfrieren. ^^ Also die Unterkünfte müssen wirklich verbessert werden, die sind nämlich extrem Schrott. Betten...gut da könnten auch neue her...6 Monate mehr od. weniger auf Schaumstoff zu pennen ist auch nicht das wahre....

    3.) Die Soldatenheime...wenn man nach Dienst noch Zeit hat kann man da hingehen um ein wenig zu relaxen...also etwas essen Radio/Fernsehen...wären auch Verbesserungswürdig. Es gibt da keinen Standard. Von Kaserne zu Kaserne sind die Soldatenheime besser od. schlechter.

    4.) Die Ausbildungszeit ist eines der größten Probleme. Es sollte einen geregelten Ablauf geben. Man ist eigentlich durch die ganzen 6 Monate (vorrausgesetzt man wird kein Systemerhalter) vom launischen Kaderpersonal abhängig, also wann man aus hat usw. Gut die ersten paar Wochen wird man halt gedrillt u. fertig gemacht, das ist eh klar und kein Problem..."sie müssen einem zeigen wer hier der Boss ist"....so nach der Art. Aber nach der Grundausbildung auch noch schiss haben zu müssen, wann Dienstschluss ist und wann nicht ist auch nicht gerade das wahre.

    5.) Ärzte....Man kann sich manchmal wirklich verletzen bzw. Probleme haben. Die Ärzte im BH, sind aber zum Teil die reinste Frechheit. Aus Zeitdruck, wird man nicht einmal anständig kontrolliert.... Bin z.B. einmal hingegangen weil ich einfach Medikamente gegen Kopfschmerzen haben wollte. Und der wollte mich tatsächlich ins Krankenrevier stecken, obwohl ich nicht einmal Fieber hatte....ehm keine Chance. Manche wurden sogar verstauchungen ins Krankenrevier aufgenommen....einfach weil dem Arzt danach war...

    6.) Das Bundesheer braucht generell einen besseren Ruf. Ja ok klar, manche Frauen stehen auf Männer in Uniformen, kann auch durchaus ein Vorteil sein, aber wenn man zum Teil sogar auf der Straße beschimpft wird auch sogar teils von älteren Leuten, dann denkt man sich schon ein wenig, was eigentlich falsch läuft... Ich meine das ist ein Dienst für den Staat. Vielleicht hinkt jetzt ein wenig der Vergleich, aber wenn ein Marine zurück vom Irak kommt oder generell bei der US Army ist, dann sind ihm gegenüber die meisten Menschen positiv gestimmt. Er dient seinem Vaterland. Hier in Österreich sieht man den Soldaten irgendwie, als Sozialversager (es stimmt zum Teil, wenn man ehrlich ist) aber an diesem schlechten Image muss unbedingt etwas getan werden!
    Dann müsste der gesamte Wehrdienst teurer werden und dann geht ja für ÖVP/FPÖ auch nicht.

  8. #58
    Slavo
    Auch wenn es gleich so teuer sein würde, menschlicher + profesioneller wäre es auf jeden Fall.

  9. #59
    D.Hans
    Zitat Zitat von Domoljub Beitrag anzeigen
    Ich kann mich nicht ganz entscheiden, wenn ich ehrlich bin. Aber eines steht fest, wenn man beim Grundwehrdienst Modell bleibt, dann sind aber gewaltige Verbesserungen notwendig:

    1.) Das Gehalt ist ein Witz...man verdient gerade einmal 300 Euro pro Monat und das ist einfach viel zu wenig, besonders wenn man an mehr gewohnt ist...
    Domoljub, ich gebe Dir in ALLEN Punkten recht!!! Egal wie es in Österreich mit der sog. "Landesverteidigung" weitergeht - beim Bundesheer muss sich ENTSCHEIDENDES verbessern. Hauptsächlich beim "Dienstplan". Dabei spielt es keine rolle ob kämpfender oder versorgender Soldat. Wenn auch immer wieder die Argumente "Schreibtischler, Kellner, Systemerhalter2 bemüht werden - In jedem funktionierenden Militärverband kommen auf einen kämpfenden 5-7 versorgende Soldaten. Jeder einzelne erfüllt eine wichtige Funktion im Uhrwerk. Nicht jeder Bursch ist für jede Funktion geeignet (ohne das abwertend zu meinen!). Nur muß man das den Leuten auch sagen.

    Mit dem "Gehalt" ist das auch so eine Sache. Jeder weiß, dass die 6 Monate Grundwehrdienst nicht dafür vorgesehen sind Geld zu verdienen. 300 Euro sind tatsächlich wenig. Ob es ZU wenig ist, da bin ich mir gar nicht so sicher. Grundsätzlich ist man ja gar nicht so schlecht versorgt, aber eben nur mit der Abdeckung der Grundbedürfnisse. Auch ich habe mir damals etwas mehr gewünscht - aber ich bin damals einigermaßen durch gekommen. (Es waren übrigens umgerechnet und inflationsbereinigt nicht einmal 200 €)

    Im Nachhinein gesehen war das Auskommen mit einem Minibudget eine der wichtigsten Lehren fürs Leben. Ich hatte nach dem Militärdienst immer wieder Situationen, wo es einfach sauknapp mit der Kohle war. teilweise länger als 6 Monate. Aber ich wusste, wie man trotzdem ohne Schulden durchkommt und worauf man verzichten kann, ohne das einem was fehlt. 3x pro Woche fortgehen, neuestes Handy, Markenklamotten, Leasing-BMW usw... - wer braucht das WIRKLICH??? Ich hörte sogar zu rauchen auf um Geld zu sparen. Meinen Ford Granada habe ich verschenkt und mir einen Fiat Uno zu gelegt. Monatliche Kosten damals: 30,- €! Mobil war ich trotzdem. Wie gesagt - für mich war es damals der Abschied vom Konsumwahn (obwohl eh noch nicht besonders ausgeprägt)!

    Viele Kasernen sind von der Gebäudesubstanz eine Katastrophe und stammen oft noch aus der Kaiserzeit. Geplant und gebaut für die damaligen Erfordernisse. Heute kann man diese Klötze oft nichteinmal zu vertretbaren Kosten beheizen. Das Geld für erforderliche Sanierungen wird nicht bereitgestellt. Was nicht heisst, das es nicht da wäre. Es wird nur wo anders benötigt, z.B. bei den Personalkosten. Und da wären wir schon beim nächsten Punkt. Die rechtliche Grundlage fürs Kaderpersonal ist das Beamtendienstrecht (!). Das ist einmal von Haus aus schon ungeeignet für die besonderen Anforderungen eines durchgehenden Betriebes, wie es eben Militär ist. "Landesverteidigung nur an Bürozeiten Mo-Do 08-16 Uhr, Fr. 08-12 Uhr, Sa, So + Fei bitte keine Angriffe!" Dazu kommt, dass auch die Pensionen aus dem Heeresbudget - und nicht wie in der Privatwirtschaft von einer Pensionskasse - bezahlt werden müssen. Das ist ein Batzen Geld, der natürlich im laufenden Betrieb fehlt...

    So, jetzt will ich Euch aber nicht länger langweilen...

  10. #60
    Avatar von Domoljub

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    Zitat Zitat von Esseker Beitrag anzeigen
    Dann müsste der gesamte Wehrdienst teurer werden und dann geht ja für ÖVP/FPÖ auch nicht.
    Ja ist so, aber wenn man ein System behalten will muss man auch bereits sein daran etwas zu ändern bzw. etwas zu verbessern. Ansonsten gehen die Wählerstimmen sehr schnell verloren. Ich glaube, dass das System von der SPÖ gewaltig Punkten wird, da hier in Österreich nicht sehr viele Menschen pro Bundesheer sind.

    Zitat Zitat von D.Hans Beitrag anzeigen
    Domoljub, ich gebe Dir in ALLEN Punkten recht!!! Egal wie es in Österreich mit der sog. "Landesverteidigung" weitergeht - beim Bundesheer muss sich ENTSCHEIDENDES verbessern. Hauptsächlich beim "Dienstplan". Dabei spielt es keine rolle ob kämpfender oder versorgender Soldat. Wenn auch immer wieder die Argumente "Schreibtischler, Kellner, Systemerhalter2 bemüht werden - In jedem funktionierenden Militärverband kommen auf einen kämpfenden 5-7 versorgende Soldaten. Jeder einzelne erfüllt eine wichtige Funktion im Uhrwerk. Nicht jeder Bursch ist für jede Funktion geeignet (ohne das abwertend zu meinen!). Nur muß man das den Leuten auch sagen.
    Nein, abwertend meine ich es nicht. Nicht jeder hat die selben körperlichen Voraussetzungen und Fähigkeiten, du hast auf jeden Fall Recht! Sicher leisten auch Systemerhalter einen sehr bedeutenden Beitrag, keine Frage. Aber manche fragen sich sicher nach dem Sinn ihrer Tätigkeit, wenn sie im Herbst Laub gekehrt haben, im Winter den Schnee und im Sommer das Reinigen der Gebäude oder sonst etwas. Köche, Wachen usw. habens auch schlecht keine Frage. In unserer Kaserne war es so, dass die Köche z.B. ca 10 Tage durchgehend dienst hatten und dann 4 Tage frei hatten. Wenn man Pech hatte musste man am freien Tag den Chargendienst od. Bereitschaftsdienst verrichten....das ist ja auch eigentlich eine extreme Frechheit, dass man das quasie in seiner Freizeit verrichten musste.

    Zitat Zitat von D.Hans Beitrag anzeigen
    Mit dem "Gehalt" ist das auch so eine Sache. Jeder weiß, dass die 6 Monate Grundwehrdienst nicht dafür vorgesehen sind Geld zu verdienen. 300 Euro sind tatsächlich wenig. Ob es ZU wenig ist, da bin ich mir gar nicht so sicher. Grundsätzlich ist man ja gar nicht so schlecht versorgt, aber eben nur mit der Abdeckung der Grundbedürfnisse. Auch ich habe mir damals etwas mehr gewünscht - aber ich bin damals einigermaßen durch gekommen. (Es waren übrigens umgerechnet und inflationsbereinigt nicht einmal 200 €)

    Im Nachhinein gesehen war das Auskommen mit einem Minibudget eine der wichtigsten Lehren fürs Leben. Ich hatte nach dem Militärdienst immer wieder Situationen, wo es einfach sauknapp mit der Kohle war. teilweise länger als 6 Monate. Aber ich wusste, wie man trotzdem ohne Schulden durchkommt und worauf man verzichten kann, ohne das einem was fehlt. 3x pro Woche fortgehen, neuestes Handy, Markenklamotten, Leasing-BMW usw... - wer braucht das WIRKLICH??? Ich hörte sogar zu rauchen auf um Geld zu sparen. Meinen Ford Granada habe ich verschenkt und mir einen Fiat Uno zu gelegt. Monatliche Kosten damals: 30,- €! Mobil war ich trotzdem. Wie gesagt - für mich war es damals der Abschied vom Konsumwahn (obwohl eh noch nicht besonders ausgeprägt)!
    Ich hatte keine Probleme mit dem Gehalt, es war ok aber es hätte mehr sein können. Zuvor habe ich nur Nebenbei verdient und nur etwas mehr verdient, als ich Schüler war. Von daher hatte ich keine Probleme. Aber diejenigen die eine Lehre abgeschlossen hatten, waren halt nicht sonderlich glücklich....das kann ich auch verstehen um ehrlich zu sein. Ja wie du sagst, 3 mal die Woche fortgehen usw. ist nicht notwenidg, da hast du auf jeden Fall Recht. Man muss sich halt an die Situation anpassen können. Aber wie gesagt, für die erbrachte Leistung zumindest ein Gehalt von 500-600 Euro schon um einiges besser. Das Gehalt ist auch irgendwie ein Motivationsfaktor. Bei den 300 Euro ist es eher so, dass man froh ist, dass man überhaupt etwas bekommt. ^^


    Zitat Zitat von D.Hans Beitrag anzeigen
    Viele Kasernen sind von der Gebäudesubstanz eine Katastrophe und stammen oft noch aus der Kaiserzeit. Geplant und gebaut für die damaligen Erfordernisse. Heute kann man diese Klötze oft nichteinmal zu vertretbaren Kosten beheizen. Das Geld für erforderliche Sanierungen wird nicht bereitgestellt. Was nicht heisst, das es nicht da wäre. Es wird nur wo anders benötigt, z.B. bei den Personalkosten. Und da wären wir schon beim nächsten Punkt. Die rechtliche Grundlage fürs Kaderpersonal ist das Beamtendienstrecht (!). Das ist einmal von Haus aus schon ungeeignet für die besonderen Anforderungen eines durchgehenden Betriebes, wie es eben Militär ist. "Landesverteidigung nur an Bürozeiten Mo-Do 08-16 Uhr, Fr. 08-12 Uhr, Sa, So + Fei bitte keine Angriffe!" Dazu kommt, dass auch die Pensionen aus dem Heeresbudget - und nicht wie in der Privatwirtschaft von einer Pensionskasse - bezahlt werden müssen. Das ist ein Batzen Geld, der natürlich im laufenden Betrieb fehlt...

    So, jetzt will ich Euch aber nicht länger langweilen...
    Klar ist das Geld da. Im Bundesheer geht eben so viel für andere Sachen verloren. Man kann sich dumm und deppert beim Heer verdienen, jedoch auf Kosten des privaten Lebens. Die Ausbildner cashen besonders bei der Grundausbildung ab, wenn es ein Ort ist, der entfernt von ihrem zu Hause ist. Jetzt rechnen wir noch die Zulage für Feldwochen und sonstige Übungen + Wohnungsförderungen für das Kaderpersonal, + angebliche Überstunden (welche nur gemacht werden, wenn etwas nicht passt)....da geht sehr viel Geld verloren. Das ganze Bundesheer sollte man im Bezug auf Kosten mal ordentlich durchchecken. Und die Dienstzeiten natürlich.....Offiziere und höhere unter Offiziere (also ca. ab dem Rang Stabswachtmeister, wenn man eine Funktion wie z.B. Nachsschubsoffizier hat usw.), kommen und gehen teils wie es ihnen passt.

    Aber wenn es um den Grundwehrdiener geht, dann spart man nur wo´s geht....eigentlich hat man sogar im Knast eine bessere Infrastruktur wenn man ehrlich ist...

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