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Was will Pegida eigentlich?

Erstellt von BlackJack, 16.12.2014, 18:44 Uhr · 997 Antworten · 52.662 Aufrufe

  1. #21
    Avatar von BlackJack

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    Zitat Zitat von Sazan Beitrag anzeigen
    wenn es weiterhin friedlich bleibt, ist es doch ganz okay.. kein grund zur panik
    Ich habe keine Panik weil die kein gemeinsames Fundament haben wie z.B. noch HoGeSa, die waren deutlich gefährlicher, und wie kampfbereit die waren konnte man auch sehen in Köln

    - - - Aktualisiert - - -

    Zitat Zitat von DerBossHier Beitrag anzeigen
    Offiziell hat die Pegida Bewegung im Westen 48% und im Osten über 53% Befürworter .Inoffiziell ist die Zahl bestimmt viel höher.
    ja, aber wenn man die wirre Liste im Eingangsthread sieht müsste man die Befürworter entsprechend aufteilen um zu sehen was die eigentlich befürworten. Ich wette es gibt auch Punkte die befürwortet werden, die jedoch nie gefordert wurden

  2. #22
    Avatar von Lorne Malvo

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    Zitat Zitat von Sazan Beitrag anzeigen
    wenn es weiterhin friedlich bleibt, ist es doch ganz okay.. kein grund zur panik
    Diese PEGIDA ist doch nur eine Entwicklung die dem Umstand geschuldet ist, dass die deutsche Öffentlichkeit immer so krass auf alles reagiert, was auch nur dem Anschein nach rechts seien könnte. Die politischen Forderungen der meisten Demonstranten sind sicherlich keine radikalen Ideen. Dass die europäische Einwanderungspolitik in vielen Punkten verbesserungswürdig ist wird niemand bestreiten können. Darunter leiden v.a. auch die Flüchtlinge, die mit großen Hoffnungen nach Deutschland kommen, aber dann kaum Möglichkeiten finden Teil der Gesellschaft zu werden, außer als billiger Schwarzarbeiter. Diese Diskussion wird aber in Deutschland so gar nicht geführt, weil ja jeder, der nicht für ungezügelte Einwanderung ist ein Rassist sein muss. Das führt dann dazu, dass solche merkwürdigen Gestalten wie dieser Lutz Bachmann mit ihren scharfen Ideologien a la "Gefährdung des Abendlandes" plötzlich in der Mitte der Gesellschaft stehen.

  3. #23

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    ?
    "Pegida ist das Volk, keine Horde von Neonazis"

    INTERVIEW | BIRGIT BAUMANN AUS BERLIN
    17. Dezember 2014, 05:30



    Man könne nicht alle Bürger, die aus Sorge vor Islamisierung auf die Straße gehen, als Rechtsradikale verdammen, sagt der deutsche Politologe Werner Patzelt

    STANDARD: Seit Wochen gehen "Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes", kurz Pegida, auf die Straße. Warum wächst diese Bewegung so rasant?

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    Werner Patzelt: Pegida hat einen Nerv getroffen. In Deutschland - wie in anderen Ländern auch - ist der öffentliche Diskurs, der in politischen Parteien und Medien gepflogen wird, von dem deutlich abgewichen, was an den Stamm- und Abendbrottischen der Nation gesprochen wird. Es trat eine gewisse Linksverschiebung im Parteienspektrum ein. Zuwanderung und Integration gelten als rechte Themen. Die CDU versuchte daher lange, das Thema gar nicht anzusprechen.
    STANDARD: Mittlerweile erklärt aber auch sie, Deutschland sei ein Einwanderungsland.
    Patzelt: Ja. Aber zuerst sagte sie jahrelang: Wir sind kein Einwanderungsland, also brauchen wir darüber auch nicht zu diskutieren. Danach hieß es: Wir sind jetzt doch ein Einwanderungsland, und das ist alternativlos. Aber es gibt keine Einwanderungs- und Integrationspolitik. Die Bevölkerung hat das Gefühl, die Politik spricht gar nicht mit ihr über dieses wichtige Thema. Daraus erklärt sich der Zulauf zu Pegida.
    STANDARD: Die Parteien haben aber doch ihre Positionen in der Asylpolitik. Und Deutschland hat internationale Konventionen unterzeichnet.
    Patzelt: Das ist ein Sammelsurium von Einzelbestimmungen. Aber es gibt kein Einwanderungs- und Integrationsgesetz aus einem Guss, sondern nur sehr viel Passivität. Mich wundert nicht, dass Pegida so viele Menschen anspricht. Es ist sträflich, dass die CDU ihre Aufgabe vernachlässigt, Menschen am rechten Rand zu integrieren und dass die anderen Parteien - also SPD, Grüne und Linke - jeden kleinen Versuch, wenn es ihn doch mal gibt, gleich heftig verunglimpfen.
    STANDARD: Wer geht bei diesen Pegida-Märschen auf die Straße?
    Patzelt: Die Teilnehmerschaft von Pegida lässt sich durch Beobachtungen und Befragungen so beschreiben: vom Alter her zwischen jungen Erwachsenen und Rentnern. Die Erwerbstätigen üben einfachere bis mittlere Berufe aus, die Bildung ist bodenständig bis mittel, die politische Ausrichtung reicht von der Mitte bis zum rechten Rand. Es gibt CDU und AfD-Wähler, aber vor allem sehr viele Nichtwähler. Kurzum: Pegida ist das normale Volk, keine Horde von Neonazis.
    STANDARD: Die im Bundestag vertretenen Parteien haben Pegida aber gleich ins rechte Eck geschoben.
    Patzelt: Eine typisch deutsche Reaktion. Wenn etwas von einer Position der Mitte nicht nach links abweicht, dann ist es rechts. Und rechts ist in Deutschland gleichgesetzt mit rechtsradikal und rassistisch. Es waren übrigens auch die Medien, die das so dargestellt haben. Aber natürlich gibt es im Internet Bekundungen zu Pegida, bei denen die xenophoben Töne nicht zu überhören sind. In der Zwickmühle ist vor allem die CDU, die scharf auf Pegida reagierte: Sie will sich rechts nicht überholen lassen, aber es sich links nicht verderben.
    STANDARD: In Dresden, wo die Bewegung ihren Ursprung hat, demonstrierten auch Neonazis mit.
    Patzelt: Es ist unmöglich, ihnen zu verbieten, an einer Demonstration teilzunehmen. Die Organisatoren distanzieren sich heftig von allen Rechtsradikalen. Was sie sagen und in ihren 19 Thesen vertreten, ist alles andere als rechtsradikal. Am Anfang haben Ordner noch darauf geachtet, dass keine rechtsradikalen Transparente, Zeichen und Parolen zu sehen sind. Aber mit dem Anwachsen der Bewegung wird das immer schwieriger.
    STANDARD: Sind die Botschaften und Forderungen rechtspopulistisch?
    Patzelt: Die Frage ist zunächst, was man als rechtspopulistisch bezeichnet. In Deutschland hört man jetzt, dass die Forderung, europäische Kultur zu erhalten, eine rechte oder rechtsradikale Forderung sei. Wenn man es so sieht, ist Pegida natürlich rechtspopulistisch.
    STANDARD: Wie soll die deutsche Politik auf Pegida reagieren?
    Patzelt: Sie muss die Sorgen der Menschen aufgreifen. Es wäre wichtig, für längeren Planungsvorlauf zu sorgen, damit Bürgermeister und Landräte die Bevölkerung informieren können, was auf sie zukommt. Auf der großen Ebene muss die Bundesregierung die Debatte über ein Bundeseinwanderungs- und Integrationsgesetz führen. Und sie muss über die Sache reden, nicht über ideologische Voreingenommenheit. (Birgit Baumann aus Berlin, DER STANDARD, 17.12.2014)


    [COLOR=#325757 !important]foto: hanschke, tu dresden



    [/COLOR]
    Werner Patzelt (61), Politologe aus Passau, war Gastprofessor in Salzburg. 1992 wurde er Gründungsprofessor des Instituts für Politikwissenschaft an der TU Dresden, seither lehrt er dort politische Systeme und Systemvergleich. Pegida hat er mit seinen Studenten von Anfang an in Dresden beobachtet.

  4. #24
    Avatar von Rafi

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    Zitat Zitat von HAL9000 Beitrag anzeigen
    Diese PEGIDA ist doch nur eine Entwicklung die dem Umstand geschuldet ist, dass die deutsche Öffentlichkeit immer so krass auf alles reagiert, was auch nur dem Anschein nach rechts seien könnte. Die politischen Forderungen der meisten Demonstranten sind sicherlich keine radikalen Ideen. Dass die europäische Einwanderungspolitik in vielen Punkten verbesserungswürdig ist wird niemand bestreiten können. Darunter leiden v.a. auch die Flüchtlinge, die mit großen Hoffnungen nach Deutschland kommen, aber dann kaum Möglichkeiten finden Teil der Gesellschaft zu werden, außer als billiger Schwarzarbeiter. Diese Diskussion wird aber in Deutschland so gar nicht geführt, weil ja jeder, der nicht für ungezügelte Einwanderung ist ein Rassist sein muss. Das führt dann dazu, dass solche merkwürdigen Gestalten wie dieser Lutz Bachmann mit ihren scharfen Ideologien a la "Gefährdung des Abendlandes" plötzlich in der Mitte der Gesellschaft stehen.
    Das triffts so ziemlich. Deutschland will Einwanderungsland sein hat aber keine Einwanderungspolitik. Diese Entwicklung ist u.a. der Tatsache geschuldet, dass es bald keine Mittelschicht mehr gibt, die die Mitte der Gesellschaft ausmacht. Teils auf dem Arbeitsmarkt, wie du richtig schreibst als billiger Schwarzarbeiter, aber auch als billige Zeitarbeitskraft aus der Gesamtbevölkerung und in der allzuschnellen Verschubladung "rechts" - "links".

    Es ist traurig, dass es solche Gruppierungen, Pegida, Hogesa oder auch der "Friedenswinter" offensichtlich brauch um die Regierung aus dem Tiefschlaf zu holen.

    Es brauch dringend eine Diskussion und keine Verächtlichmachung von Leuten, denen keine andere Alternative als "pegida" geboten wird. Wenn diese nicht bald kommt, dann spielt man den Rechtsaußen voll in die Hände. Passiert ja jetzt schon teilweise. Nicht gut. "Pegida" ist nicht nur Dresden. Zustimmung kommt aus ganz Deutschland. :/

  5. #25
    Avatar von Achillis TH

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    PEGIDA ist das Ergebnis Jahrelanger falsch Politik in Deutschland aber auch in Europa die kriegen jetzt ihr Fett ab.

  6. #26
    Avatar von Rockabilly

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    Langsam läufts. Gut so

  7. #27
    Avatar von BlackJack

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    Zitat Zitat von Achillis TH Beitrag anzeigen
    PEGIDA ist das Ergebnis Jahrelanger falsch Politik in Deutschland aber auch in Europa die kriegen jetzt ihr Fett ab.
    Pegida ist ein billiger Abklatsch von HoGeSa, der bizarrer nicht sein kann, sowohl von der Themenauswahl als auch von der Teilnehmerschaft her.

  8. #28
    onrbey
    Viel interessanter finde ich es wie diese Demonstrationen im Ausland aufgenommen werden.

    Unterstützung der BRD von Neo-Nazis in der Ukraine, dann laufen hier 4.500 Neo-Nazis durch Köln und jetzt 15.000 durch Leipzig, fast 90 Moscheebrände in 2014 und die Hand des Verfassungsschutzes im NSU-Skandal.

    Ich denke vielen ausländischen Medieninstituten reicht das alles um Deutschland einen faschistischen Stempel aufzudrücken. Dagegen gilt es zu kämpfen und am besten sollte man mit Pegida anfangen.

  9. #29
    Avatar von Zurich

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    Egal was man von Pegida haltet.....

    Aber... bei allen Völkern der Welt und in allen Epochen, seit es Völker gibt, herrscht immer eine gewisse Skepsis, Ablehnung,..etc.. wenn eine fremde Kultur einwandert und sich rasant ausbreitet.
    Man sollte nicht alles einfach unter Ausländerfeindlichkeit, Islamfeindlichkeit,..etc.. abstempeln.

    Fakt ist, solche Themen brennen vielen Leuten in der einheimischen Bevölkerung des jeweiligen Landes unter den Nägeln.

    Ich habe mich oft mit solchen Gedanken auseinandergesetzt, bezüglich der SVP in der Schweiz, welche ja immerhin stärkste Partei ist. Ich mag diese Partei zwar gar nicht, aber irgendwo gibt es da eben schon ein gewisses "Verständnis", oder Nachvollziehbarkeit, dass es eben Leute gibt, bei denen die "Angst um den Verlust der Volksidentität" und einheimischen Kultur real ist. Dies gnadenlos zu verurteilen ohne ohne 0.1% Verständnis, ist für mich unsachlich. Gerade als Balkaner, wo in unseren Völker solche Sachen einen noch höheren Stellenwert haben.

    Vor allem europäische Völker haben aufgrund ihrer Historie ein grosses Bestreben zu Volksstaaten bzw. Nationalstaaten (auch wenn diese offiziell abgeschafft wurden) und welche sich mit dem Model Multikulti-Volk bzw. Mischvolk a la "Kanadier", "Amerikaner", "Australier",..etc.. nicht anfreunden können.

    Es geht gar nicht um Terrorismus. Ich meine... Die Terrorgefahr in der Schweiz ist nahe Null. Und trotzdem herrscht hier eine Skepsis gegenüber dem Ansturm fremden Kulturen und um "Angstwörtern" wie "Vermischung", "Multikulti",..etc.
    Und je weiter eine Kultur entfernt von der eigenen (Bsp. dem Orient), desto höher diese Skepsis.


    Und beim Islam gibt es da 3 entschiedene Punkte:
    * Grosse kulturelle Differenz zum Abendland und europäischen Wertvorstellungen
    * Sehr progressive ("Expansions-anstrebende") Religion bzw. Kultur (neben dem Christentum, die einzigen beiden auf der Welt)
    * Grosser Flüchtlingsstrom und Ansturm nach Europa aus dem Orient (Naher Osten und Nordafrika) aufgrund von Kriegen, Krisen oder aussichtslosen Wirtschaftslagen


    Und diese 3 Punkte gemischt mit dem Bestreben europäischer Völker nach Homogenität, Nationaler Identität und abendländischer Monokultur,.... ist nun man eine explosive Mischung.

  10. #30
    Avatar von Zurich

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    Ein anderer Punkt:

    Das Abendland bzw. Christentum (samt Glaube und Kultur) ist sich in Fernost rasant am Expandieren (nicht durch Einwanderung, sondern einserseits durch Missionierung und anderseits durch Einpflanzung abendländischer Wertvorstellungen und Kultur durch Wirtschaft und Medien). - Habe aber keine Ahnung, wie die Völker dort reagieren. Wahrscheinlich nicht so stark paranoid wie Europäer. Aber wenn ich die glücklichen Chinesen, Koreaner und Japaner sehe, wie sie Weihnachten nachahmen, dann wird das wohl so sein.

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