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Zensur in der Türkei

Erstellt von Kelebek, 02.04.2011, 11:17 Uhr · 17 Antworten · 1.411 Aufrufe

  1. #11
    Kelebek
    Zitat Zitat von harris Beitrag anzeigen
    Demokratie im Schatten des Militärs und der Islamisierung.
    Der ewige Machtkampf zwischen Kemalisten und Islamisten in der Türkei!!
    Mittleweile zwischen Islamisten und Nationalisten, Kemalisten und anderen.

  2. #12
    Kelebek
    Justiz sieht Buch als "Terrorakt"

    In der Türkei mehren sich die Anzeichen für einen zunehmend autoritären Kurs gegen Journalisten und Oppositionelle. Der aktuellste Anlass dafür ist ein kritisches Buch, dessen Verbreitung von der türkischen Justiz mit einem terroristischen Akt gleichgesetzt wird.

    "Werkzeug des Terrorismus"

    Der türkische Staat werde unterwandert, und zwar von einer geheimnisvollen muslimischen Kaderorganisation, behauptet der Journalist Ahmed Sik in seinem Buch "Die Armee des Imams". Auch bei Polizei und Justiz würden straff organisierte Islamisten immer mehr den Ton angeben - eine Provokation, die Wirkung gezeigt hat. Nicht nur wurde Ahmed Sik von schwer bewaffneten Polizisten aus dem Bett geholt und verhaftet. Auch nach seinem Manuskript, das noch nicht einmal fertig war, wird jetzt gejagt. Es sei ein "Werkzeug des Terrorismus", behauptet der Staatsanwalt, und jeder, der eine Kopie auch nur besitze, mache sich strafbar.

    Tragisch und komisch zugleich

    "Wir erleben heute in der Türkei etwas sehr Seltsames", meint die Schriftstellerin Belma Akcura. "Ein Buch, das Missstände aufdecken will und das noch nicht einmal fertig geschrieben ist, wird von der Justiz mit Terrorismus in Verbindung gebracht. Eine tragische und zugleich komische Situation!"

    Religiöse Schubumkehr

    Dabei ist das, wofür der Journalist Ahmed Sik seit vier Wochen im Gefängnis sitzt, alles andere als eine Neuigkeit. Seit etwa fünf Jahren, also während der zweiten Amtsperiode des Ministerpräsidenten Erdogan, gibt es im Staatsapparat eine Art Schubumkehr. Jahrzehnte lang hatte es in der Türkei als Vorteil gegolten, wenn man nicht religiös war oder seine Frömmigkeit zumindest für sich behalten hat. Jetzt ist es umgekehrt. Weltlich eingestellte Türken fühlen sich gegenüber religiösen Kollegen und Vorgesetzten benachteiligt. Auch in Polizei und Justiz rücken mittlerweile die Frommen schneller vor.

    "Burschenschaft" um Prediger

    Der Hintergrund ist ein Netzwerk, das ungefähr so funktioniert wie eine Burschenschaft - nur dass die türkischen Bundesbrüder jeden Alkoholgenuss meiden und einem 70 Jahre alten muslimischen Prediger folgen, der den Namen Fetullah Gülen trägt. Dabei ist Fetullah Gülen alles andere als ein radikaler Islamist. Eher ein Mystiker, der Sanftmut und Völkerverständigung predigt und bei seinen Auftritten gerne auch öffentlich weint. Fetullah Gülen ist also jener Imam, der in dem verbotenen Buch von Ahmed Sik beschrieben wird. Und dem unterstellt wird, in der Türkei nicht mehr und nicht weniger als einen islamischen Gottesstaat einführen zu wollen, wenn auch auf leisen Sohlen.

    Verschwörungstheorie zur Auswahl

    Teile der Justiz fühlen sich angegriffen und schlagen zurück. Hinter dem Autor des Buches stehe ein anderes mächtiges Netzwerk, bestehend aus Militärs und Nationalisten, die einen Putsch planen. Ahmed Sik habe "Die Armee des Imams" im Auftrag der Militärs geschrieben, um die Regierungspartei und ihre Anhänger zu verunglimpfen. Noch kann man sich als türkischer Zeitungsleser aussuchen, an welche der beiden Verschwörungen man glauben will. Vielleicht sogar an beide. Aber bei der Opposition, also bei allen, die nicht zum islamistischen Lager gehören, breitet sich allmählich eine Bunkerstimmung aus.

    Download als "Widerstand"

    Die Schriftstellerin Belma Akcura ist eine von 20.000 Türken und Türkinnen, die sich in den letzten Tagen das verbotene Manuskript aus dem Internet herunter geladen haben - aus Protest. "Das ist ein Akt des zivilen Widerstands", sagt sie. Nur ausdrucken will sie die Armee des Imam lieber nicht. Immerhin könnte es demnächst auch bei ihr eine Hausdurchsuchung geben, meint sie. Und dann gäbe es wohl Schwierigkeiten.

    oe1.ORF.at Politik

  3. #13
    Avatar von Lilith

    Registriert seit
    15.04.2010
    Beiträge
    19.294
    Zitat Zitat von CAPO Beitrag anzeigen
    Er hat doch hunderte Generäle verhaften lassen. Die Zeit ist vorbei, langsam aber sicher hat er auch die Armee unter seiner Herrschaft. Die Armee ist längst nicht mehr der unabhängige Schützer der Republik.
    Ist schon klar, dass die Armee in der Türkei aus vielen Gründen einen anderen Status hat als hier. Allerdings war sie mir ein wenig zu stark. Von den Morden usw. des "tiefen Staates" will ich gar nicht reden. Wenn einer nicht demokratisch gewählte Institution wie die Armee eines Landes sich das Recht anmaßt, ggf. zu regieren wenn ihr etwas nicht passt, dann ist etwas faul im Staate Dänemark. Und Erdogan hat bezüglich der Armee an sich nichts anderes gemacht als wie in den meisten anderen Ländern auch, wo Armee der Kontrolle von demokratisch gewählten Regierungen und Parlamenten untersteht.

    Das mal konkret dazu meine Gedanken.

  4. #14
    Avatar von Heraclius

    Registriert seit
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    13.284
    Zitat Zitat von CAPO Beitrag anzeigen
    Der Bericht gefällt mir sehr. Pure Diktatur.

    Hatte ich schon lange vermutet, dass in der Türkei nicht alles mit rechten Dingen zugeht!

    Im übrigen muss man sagen, in welchem Staat wird schon nicht zensiert? Überall wo eine Elite herrscht muss sie die Voraussetzungen dafür schaffen, dass die Schafe (..die Menschen) folgen.

    Heraclius

  5. #15

    Registriert seit
    21.01.2011
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    680
    AKP ist super.

  6. #16
    Avatar von Timur

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    2.294
    Türkei dehnt Zensur des Internets aus

    Seit Jahren sperren türkische Richter unbequeme Domains. Nun hat die Regierung im Netz 138 "schädliche" Wörter verboten. Ohne gesetzliche Grundlage, wie Provider glauben.

    Auf der Liste mit insgesamt 138 "schädlichen" Wörtern stehen unter anderem englische Ausdrücke wie "gay", "free" oder "adult" und türkische Übersetzungen von "nackt", "heiß" oder "Schwiegermutter". Auch die Zahl "31" ist demnach verboten, weil sie im Türkischen ein Slangausdruck für Masturbation ist. Die englische Kurzbezeichnung "pic", die für Pictures, also Bilder steht, darf nicht mehr verwendet werden, weil das Wort auf türkisch Bastard heißt. Konsequenterweise ist das türkische Wort "yasak" nun auch verboten – es heißt verboten.

    Netzsperren: Türkei dehnt Zensur des Internets aus | Digital | ZEIT ONLINE

    Auch wenn ich es begrüße, dass Ausdrücke wie gay und adult gesperrt werden, das hat nichts mit Demokratie und freier Meinungsäußerung zu tun.

  7. #17
    Avatar von BlackJack

    Registriert seit
    11.10.2009
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    65.418
    Zitat Zitat von Alphα Beitrag anzeigen
    Auch wenn ich es begrüße, dass Ausdrücke wie gay und adult gesperrt werden, das hat nichts mit Demokratie und freier Meinungsäußerung zu tun.
    Warum sollte denn gay und adult gesperrt werden?

    Aber "Schwiegermutter" ist der Hammer ...

  8. #18
    Avatar von Timur

    Registriert seit
    24.11.2011
    Beiträge
    2.294
    Zitat Zitat von BlackJack Beitrag anzeigen
    Warum sollte denn gay und adult gesperrt werden?

    Aber "Schwiegermutter" ist der Hammer ...

    Ja noch mehr Hammer sind die, die gegen das Pornoverbot mit solchen Plakaten protestieren



    "Halt die Finger fern von meinen Pornos"

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