Politstreit hinter Explosion in Kroatien vermutet


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Nach der Bombenexplosion im kroatischen Küstenort Sibenik, bei der am Dienstag zwei Österreicher verletzt worden waren, wird ein politischer Hintergrund der Tat vermutet. Medienberichten zufolge explodierte der Sprengsatz - eine Handgranate des Typs M75 - unter dem Auto eines Sicherheitsbeamten vor dem Gebäude des zu diesem Zeitpunkt tagenden Parlaments der Region Sibenik-Knin.
Im Parlament wird derzeit heftig über das Mandat des Bürgermeisters des Küstenorts Primosten, Stipe Petrina, gestritten. Petrina war bei den Regional- und Lokalwahlen im Mai als unabhängiger Kandidat zum Bürgermeister von Primosten gewählt worden. Zugleich errang er ein Mandat im Regionalparlament, doch ist dieses laut kroatischem Recht mit dem Bürgermeisteramt unvereinbar. Petrina will sich damit nicht anfreunden und muss seit Tagen von Sicherheitsbeamten daran gehindert werden, das Parlamentsgebäude zu betreten. Petrinas unabhängige Liste stellt acht der 43 Abgeordneten im Regionalparlament.
Die kroatische Polizei teilte mit, dass im Zusammenhang mit der Explosion vor allem gegen Personen ermittelt werde, "die ein Motiv hatten, das Leben des Autolenkers zu gefährden, in Hinblick auf seine Tätigkeit als Wachebeamter". Insgesamt seien bereits 115 Personen zum Vorfall befragt worden, meldete die kroatische Nachrichtenagentur Hina.
Nicht unter den Einvernommenen befindet sich bisher Petrina selbst. Er stellte jegliche Verbindung mit der Bombenexplosion in Abrede und dementierte auch, dass einer seiner Anhänger hinter der Tat stecken könnte.
Bei der Explosion, die sich gegen 8.00 Uhr am Hafenboulevard von Sibenik ereignete, wurde ein Kroate schwer und zwei österreichische Urlauber aus Salzburg auf einer Jacht leicht verletzt. Es entstand Sachschaden an zwei Autos, zwei Motorrädern und der Jacht.


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