Die Probleme, welche hier aufgezählt werden, kennt man eigentlich nur aus Süd Amerika und in gemässigter Form, auch von Izmir und Äygpten.

Das wilde Bebauen, Grundstücke besetzen, Anzapfen von jeder Art von Wasser Systemen und das Zuschütten der Abwässer Kanäle, für illegale Bauten, hat weite Teile vom Albanischen Raum zerstört. Vor allem sind es in jüngster Zeit, die Geldwäsche der Drogen Clans, welche durch Hochhaus Bauten, irgendwo auf privaten und Staatlchen Grundstücken, später über Legalisierungs Gesetze, ihren Raub von Grund, gnadenlos durchziehen! Gnadenlos sind diese Familien ebenso mit Ihrer Abfall Entsorgung: Alles wird in den nächsten offenen Gulli Deckel der Abwasser Rohre gekippt, oder in die nächsten Wälder, Parks und Kinder Spiel Plätze.

Geteilt – und doch untrennbar
Illustration - Die Brücke über den Ibar, der als Grenzfluss die serbische Nordhälfte Mitrovicas von der albanischen Südhälfte trennt, wird von der KFOR bewacht. Foto: Seiß/ URBAN+

Die Brücke über den Ibar, der als Grenzfluss die serbische Nordhälfte Mitrovicas von der albanischen Südhälfte trennt, wird von der KFOR

bewacht. Foto: Seiß/ URBAN+
Von Reinhard Seiß


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Die Verwüstung der Stadt, ihre Teilung sowie die daraus resultierenden Probleme der Nachkriegszeit veranlassten die internationale Hilfsorganisation CARE, ein sogenanntes "Re-Urbanisation Project" in Mitrovica zu betreiben. Als vordergründiges Ziel nennt Projektleiter Fabio Borba, Architekt und Stadtplaner aus Brasilien, die Verbesserung der alltäglichen Bedingungen: ganze Viertel sind durch die unkontrollierte Bautätigkeit der Flüchtlinge überbelegt, die Trinkwasserversorgung kollabiert regelmäßig in Folge illegaler Wasserentnahme, staubige und schlammige Straßen sind ohne Entwässerung und Beleuchtung, Parks und Spielplätze werden als Mülldeponien zweckentfremdet. Für den Planer drängt sich der Vergleich mit den Favelas seiner Heimat auf: "Hier wie dort handelt es sich um Siedlungen, die aus der Not heraus ohne jegliche Infrastruktur entstanden sind. Und ihren Bewohnern gewährt die Stadtverwaltung weder grundlegende Dienstleistungen noch notwendige Unterstützung."

Mit seinen in den Slums von Rio de Janeiro gemachten Erfahrungen versuchte Borba in Mitrovica, die illegalen Bauten wenn möglich von der Stadtverwaltung legalisieren zu lassen und somit einen Investitionsanreiz für die Bewohner zu schaffen. Die Kommune drängte er, die Quartiere – so weit es die leeren Stadtkassen erlauben – mit der nötigen Ver- und Entsorgung nachzurüsten. Diese pragmatische und an konkreten Erfordernissen orientierte Form von Stadtplanung, oder besser "Stadtmanagement", stellt für die meisten Planer im Kosovo, die sich – in sozialistischer Tradition – nach wie vor auf idealisierte Stadtentwürfe und allumfassende Masterpläne stützen, ein Novum dar. Bis heute, so der Entwicklungshelfer, achten sie weniger auf die Bedürfnisse der Bevölkerung als auf die technokratischen Direktiven aus der Hauptstadt, sei es aus Belgrad, sei es aus Pristina.

Die Umstellung auf westliche Planungsprinzipien fällt vor allem den serbischen Experten schwer, weil dies die Anerkennung der internationalen Präsenz in Mitrovica und damit der neuen politischen Situation bedeuten würde, in der sie – ihrem Anteil von 30 Prozent der Stadtbevölkerung entsprechend – nur noch eine untergeordnete Rolle spielen könnten. Den Albanern, die in der Ära Milosevic von höherer Bildung und verantwortungsvollen Posten ausgeschlossen waren, fehlt es vielfach an planerischer Kompetenz und organisatorischer Erfahrung.

http://www.wienerzeitung.at/DesktopD...wzo&cob=249240