Die umworbene Bank beschäftigt knapp 900 Mitarbeiter und ist die Nummer 13 am serbischen Banken-Markt


Wien - In Kürze wird entschieden sein, wer das Rennen um die zum Verkauf stehende serbische Novosadska Bank macht. Die börsenotierte Erste Bank der oesterreichischen Sparkassen hat zeitgerecht vor Ablauf der Annahmefrist für verbindlich Gebote ein Kaufoffert für die Novosadska gelegt. Die Offertfrist endet heute, Montag.


Im Herbst 2004 hatte die serbische Regierung den Verkauf mehrerer staatlicher Geschäftsbanken, darunter die Novosadska banka, angekündigt. Nach Abgabe der zunächst unverbindlichen Interessensbekundungen verblieben zuletzt - unmittelbar vor Ende der Einreichfrist für bindende Kaufangebote - als Konkurrenten der Erste Bank zwei weitere Kaufinteressenten: Der italienische UniCredito sowie die griechische Finanzgruppe EFG.

Bieterwettbewerb ist schärfer geworden

Bankenkäufe in Osteuropa und Südosteuropa sind in jüngster Zeit teurer geworden als früher. Der Bieterwettbewerb um am Markt befindliche Banken ist schärfer geworden. Den reinen Buchwert der Novosadska banka hat Erste Bank-Chef Andreas Treichl im April mit rund 26 Mio. Euro beziffert.

Die Novosadska banka betreibt 72 Filialen und beschäftigt aktuell 873 Mitarbeiter, die rund 260.000 Kunden betreuen. Ende 2004 kam das Institut auf eine Bilanzsumme von 132,6 Mio. Euro. Im Bankmarkt Serbien rangiert die Bank zur Zeit auf Platz 13. In der an Kroatien, Ungarn und Rumänien grenzenden Region Vojvodina ist sie besonders stark vertreten, hier belegt sie nach Erste Bank-Angaben den 2. Platz.

Die Erste Bank hat jedenfalls vor, auch in Serbien möglichst hohe Marktpräsenz zu erreichen, dem Vernehmen nach durchaus mit weiteren Zukäufen. "Wir wollen in jedem Land, das für unsere Strategie interessant ist - so auch in Serbien - einen Marktanteil von mindestens 20 Prozent erreichen", hatte Treichl zuletzt angekündigt. (APA)

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