Den Berner Abfallkalender gibts bereits in acht Sprachen. Nun fordern linke Stadträte, dass die Ghüder-Infos auch ins Albanische und Tamilische übersetzt werden.

«Die Abfallentsorgung wird in Bern immer komplizierter», sagt Nadia Omar, Stadträtin der Grünen Freien Liste Bern. Der neue Ghüderkalender sei schon für Deutschsprachige nicht leicht zu verstehen. Immigranten können ihn deshalb in acht verschiedenen Sprachen beziehen. «Für die zwei grössten ausländischen Bevölkerungsgruppen in Bern, die Tamilen und Albaner, gibt es aber keine Übersetzung», so Omar. Damit sich das bald ändert, haben die Grüne Freie Liste und die EVP nun einen Vorstoss zum Thema eingereicht.

SVP-Stadtrat Peter Bühler kann darüber nur den Kopf schütteln: «Es ist völlig übertrieben, den Kalender in zehn Sprachen herauszugeben», so Bühler. «Ich finde es wichtig, dass die Ausländer Deutsch lernen.» Er befürchtet, dass sonst auch alle andere Minderheiten eine eigene Übersetzung fordern.

Fest steht: Bern hat ein Müllproblem. Mehr als 230 Kilo Abfall produziert jeder Berner pro Jahr. Immer häufiger laden die Bewohner ihren Ghüder illegal auf der Strasse ab – so etwa im Lorraine-Quartier (20 Minuten berichtete). Für nächsten Frühling plant die Stadt verschiedene Aktionen, um die Leute zu sensibilisieren.


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