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Wie geht es der Welt wirtschaftlich (in Zahlen)?

Erstellt von Zurich, 30.04.2015, 11:44 Uhr · 37 Antworten · 3.175 Aufrufe

  1. #21
    Avatar von Lorne Malvo

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    Zitat Zitat von Sakib Sejdovic Beitrag anzeigen
    symbolisch wofür genau?
    Heutzutage kann man die Geldmenge mit dem Zinssatz sowieso nur sehr schlecht steuern. Das meiste Geld wird durch Privatbanken geschöpft, und die sind auf die Zentralbank gar nicht so sehr angewiesen, wie man gerne annimmt. Deswegen greifen Zentralbanken ja auch gerne auf sog. "unkonventionelle Geldpolitik" zurück, was v.a. Bondseinkäufe in Billionenhöhe bedeutet. Aber selbst damit nimmt die Zentralbank keinen allzu großen Einfluss auf die Geldmenge. Das sehen wir ja gerade in Europa. Obwohl der Zins bei 0 ist, und die EZB jeden Monat 60 Milliarden zusätzlich in den Markt pumpt, ist die Inflation irgendwo zwischen 0 und 1 (also niedriger, als die EZB eigentlich möchte).

    Dem Zentralbanker kommt aber dazu noch eine ganz wesentliche Rolle in der Volkswirtschaft zu. Und zwar ist er sowas wie der oberste Experte, man könnte auch sagen das Orakel, über die zukünftige volkswirtschaftliche Entwicklung. Zumal er mit seiner Geldpolitik zwar nur sehr begrenzt, aber trotzdem immer noch stärker als alle anderen Akteure das Marktgeschehen beeinflussen kann. Wenn der Zentralbanker also den Zinssatz erhöht, dann ist das ein eindeutiges Signal, das wir uns gerade in einer konjunkturellen Aufschwungphase befinden, und alle, die ihr Geld gehortet haben, sollten es nun investieren. Der Zentralbanker bestimmt also: Jetzt ist Konjunkturhoch, bzw. jetzt ist Konjunkturtief. Wie sehr der Zinssatz steigt oder fällt ist dabei nicht so wesentlich, eher die Richtung ist das entscheidende. Man hätte den Zinssatz auch gleich auf 3 oder 4% heben können, das wäre real egal gewesen. Dass er nur so wenig gehoben wird, deutet aber darauf hin, dass man hier wohl einen schwachen Konjunkturaufschwung erwartet.

    Deswegen ist es eine symbolische Geste. Wobei diese aber wenig überraschend kommt, denn sie wurde schon seit vielen Monaten angekündigt.

  2. #22
    Avatar von Sakib Sejdovic

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    Zitat Zitat von Lorne Malvo Beitrag anzeigen
    Heutzutage kann man die Geldmenge mit dem Zinssatz sowieso nur sehr schlecht steuern. Das meiste Geld wird durch Privatbanken geschöpft, und die sind auf die Zentralbank gar nicht so sehr angewiesen, wie man gerne annimmt. Deswegen greifen Zentralbanken ja auch gerne auf sog. "unkonventionelle Geldpolitik" zurück, was v.a. Bondseinkäufe in Billionenhöhe bedeutet. Aber selbst damit nimmt die Zentralbank keinen allzu großen Einfluss auf die Geldmenge.
    Zitat Zitat von Lorne Malvo Beitrag anzeigen
    Zumal er mit seiner Geldpolitik zwar nur sehr begrenzt, aber trotzdem immer noch stärker als alle anderen Akteure das Marktgeschehen beeinflussen kann.
    bin irgendwie verwirrt. wer hat denn nun am meisten einfluss? die privatbanken? die bekommen den preis des geldes doch von der zentralbank angesagt. oder ist es doch die zentralbank?

    Zitat Zitat von Lorne Malvo Beitrag anzeigen
    Man hätte den Zinssatz auch gleich auf 3 oder 4% heben können, das wäre real egal gewesen. Dass er nur so wenig gehoben wird, deutet aber darauf hin, dass man hier wohl einen schwachen Konjunkturaufschwung erwartet.
    verstehe echt nicht, wie du sowas behaupten kannst. das letzte mal, als die fed damit anfing, die zinsen hochzuschrauben (2004-2006), führte dies zu fallenden immobilienpreisen in den usa (ab 2006). der rest der geschichte war ne globale finanzkrise.

    wenn dieses mal die ebbe kommt, wird man wieder mal sehen, dass einige nackt geschwommen sind. ich tippe, dass es die schwellenländer und crib-staaten dieses mal erwischen wird.

  3. #23
    Avatar von Lorne Malvo

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    Zitat Zitat von Sakib Sejdovic Beitrag anzeigen
    bin irgendwie verwirrt. wer hat denn nun am meisten einfluss? die privatbanken? die bekommen den preis des geldes doch von der zentralbank angesagt. oder ist es doch die zentralbank?



    verstehe echt nicht, wie du sowas behaupten kannst. das letzte mal, als die fed damit anfing, die zinsen hochzuschrauben (2004-2006), führte dies zu fallenden immobilienpreisen in den usa (ab 2006). der rest der geschichte war ne globale finanzkrise.

    wenn dieses mal die ebbe kommt, wird man wieder mal sehen, dass einige nackt geschwommen sind. ich tippe, dass es die schwellenländer und crib-staaten dieses mal erwischen wird.
    Die Zentralbank als einzelner Akteur hat den größten Einfluss auf die Geldmenge. Jedoch haben alle andere Akteure zusammen (das beinhaltet auch Schattenbanken u.ä.) einen viel größeren Einfluss.

    Die Zentralbank hat 2004 die Zinsen erhöht, weil sich die US-Wirtschaft von der Dotcom-Blase wieder erholt hatte. Ein Zusammenhang zu der Immobilienblase besteht nicht. Blasenbildung hat wenig mit dem Leitzinssatz zu tun in der Realität. In der Theorie würde außerdem ein niedriger Zins die Blasenbildung fördern, nicht ein hoher. Die Dotcom-Blase ist bspw. in einer Hochzinsphase entstanden und geplatzt. Theoretisch entstehen Blasen nur in Niedrigzinsphasen.
    Blasen an sich sind auch nichts sonderlich schlimmes. Hohes Risiko bedeutet hohe Rendite, kann ja dann jeder selber entscheiden, ob es das wert ist. Die Finanzkrise von 2008 war deswegen so desaströs, weil Risiken ganz gezielt unterschätzt wurden und man Finanzprodukte in den USA erzeugt hat, die in Wahrheit viel risikoreicher waren, als sie verkauft wurden. Der Grund, weswegen die Banken das tun könnten, war mangelnde Regulierung, und nicht ein zu hoher oder zu niedriger Leitzins.

    - - - Aktualisiert - - -

    Übrigens, sollte das Weltfinanzsystem mal wieder baden gehen, dann, weil das chinesische Schattenbankensystem kollabiert. Schattenbanken sind komplett unreguliert, und können theoretisch alles mögliche an Giftpapieren au dem Markt werfen. Auch in den USA soll das Schattenbankensystem angeblich schon größer sein, als das reguläre.

  4. #24
    Avatar von Sakib Sejdovic

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    Zitat Zitat von Lorne Malvo Beitrag anzeigen
    Die Zentralbank als einzelner Akteur hat den größten Einfluss auf die Geldmenge. Jedoch haben alle andere Akteure zusammen (das beinhaltet auch Schattenbanken u.ä.) einen viel größeren Einfluss.
    wie denn, wenn die fed den preis des geldes bestimmt?

    Zitat Zitat von Lorne Malvo Beitrag anzeigen
    Theoretisch entstehen Blasen nur in Niedrigzinsphasen.
    ja, genau. und ansteigende zinsen führen dazu, dass diese dann halt platzen, weil geld teurer/knapper geworden ist (siehe dot-com und housing bubble).

    Zitat Zitat von Lorne Malvo Beitrag anzeigen
    Ein Zusammenhang zu der Immobilienblase besteht nicht. Blasenbildung hat wenig mit dem Leitzinssatz zu tun in der Realität.
    das ist das, was du glaubst. wenn geld zu billig ist, bekommen auch diejenigen kredit, die ihn eigentlich nicht bekommen dürften. wenn dann aber weniger geld im system da ist, bekommen gerade diese probleme damit, ihre schulden zu bedienen.

    ich sehe, dass wir da nicht weiterkommen. jeder hat da seine eigene meinung. lassen wir das also lieber mal so stehen.

  5. #25
    Avatar von Lorne Malvo

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    Zitat Zitat von Sakib Sejdovic Beitrag anzeigen
    wie denn, wenn die fed den preis des geldes bestimmt?
    Die Fed bestimmt den Preis, zu welchem du Geld bei der Fed bekommst. Eine Bank muss sich aber nicht unbedingt Geld bei der Zentralbank holen. Natürlich ist ein gewisser Prozentsatz immer Zentralbankgeld, den man indirekt aufgenommen hat, aber dieser Prozentsatz kann auch sehr gering sein. In der EU muss eine Bank nur 1% seines Kreditvolumens tatsächlich bei der Zentralbank besitzen. Also nehmen wir mal an, eine Bank besitzt 1 Millionen €, die sie sich bei der Zentralbank besorgt hat. Dann kann sie nun bis zu 100 Millionen € schöpfen, oder auch nur 2 Millionen. Es obliegt ganz ihrem Willen, darauf hat die Zentralbank keinen Einfluss.

    Dazu gibt es neuerdings ein großes Schattenbanksystem, welches strenggenommen ein völlig eigenständiges Geldsystem ist, welches parallel existiert. Die Zentralbank hat hier überhaupt keinen Einfluss.


    ja, genau. und ansteigende zinsen führen dazu, dass diese dann halt platzen, weil geld teurer/knapper geworden ist (siehe dot-com und housing bubble).



    das ist das, was du glaubst. wenn geld zu billig ist, bekommen auch diejenigen kredit, die ihn eigentlich nicht bekommen dürften. wenn dann aber weniger geld im system da ist, bekommen gerade diese probleme damit, ihre schulden zu bedienen.

    ich sehe, dass wir da nicht weiterkommen. jeder hat da seine eigene meinung. lassen wir das also lieber mal so stehen.
    Nur weil das Geld billiger geworden ist, heißt es nicht, dass Banken nun riskanter werden. Riskanter zu sein ist prinzipiell auch kein großes Problem, solange die Risiken richtig eingeschätzt wurden und v.a. auch offen deklariert. Wie gut Risiken eingeschätzt werden hat nichts mit der Geldmenge zu tun, und erst Recht nicht, wenn man über die Risiken absichtlich getäuscht wird, wie es 2007 der Fall war.

  6. #26
    Avatar von Sakib Sejdovic

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    Zitat Zitat von Lorne Malvo Beitrag anzeigen
    Also nehmen wir mal an, eine Bank besitzt 1 Millionen €, die sie sich bei der Zentralbank besorgt hat. Dann kann sie nun bis zu 100 Millionen € schöpfen, oder auch nur 2 Millionen. Es obliegt ganz ihrem Willen, darauf hat die Zentralbank keinen Einfluss.
    wann würde die bank denn deiner meinung nach mehr geld schöpfen? wenn die zinsen hoch oder bei null sind?


    Zitat Zitat von Lorne Malvo Beitrag anzeigen
    Nur weil das Geld billiger geworden ist, heißt es nicht, dass Banken nun riskanter werden.
    muss nicht sein, aber irgendjemand wird anfangen riskanter zu werden. der rest kann dann zuschauen, wie die anderen das große geschäft machen oder einfach dem markt folgen.


    Zitat Zitat von Lorne Malvo Beitrag anzeigen
    Wie gut Risiken eingeschätzt werden hat nichts mit der Geldmenge zu tun, und erst Recht nicht, wenn man über die Risiken absichtlich getäuscht wird, wie es 2007 der Fall war.
    worin genau bestand damals das risiko? vielleicht etwa darin, dass leute immokredite bekommen haben, obwohl sie nicht mal nen job hatten.

  7. #27
    Avatar von Lorne Malvo

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    Zitat Zitat von Sakib Sejdovic Beitrag anzeigen
    wann würde die bank denn deiner meinung nach mehr geld schöpfen? wenn die zinsen hoch oder bei null sind?




    muss nicht sein, aber irgendjemand wird anfangen riskanter zu werden. der rest kann dann zuschauen, wie die anderen das große geschäft machen oder einfach dem markt folgen.




    worin genau bestand damals das risiko? vielleicht etwa darin, dass leute immokredite bekommen haben, obwohl sie nicht mal nen job hatten.
    Je höher die Zinsen am Markt, desto mehr Geld wird durch Privatbanken geschöpft.

    Solchen Leuten kann man ruhig Kredite geben, solange man sie auch richtigerweise als hochriskant ausweist.

  8. #28
    Avatar von Jezersko

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    Zitat Zitat von Sakib Sejdovic Beitrag anzeigen
    ...

    worin genau bestand damals das risiko? vielleicht etwa darin, dass leute immokredite bekommen haben, obwohl sie nicht mal nen job hatten.
    Die Immokredite wurde praktisch JEDER/JEDEM vergeben, weil man ja das Pfandrecht auf die Immobilie hielt und man davon ausging, dass der Wert einer Immobilie IMMER steigt. Wenn Alles "normal" läuft, ist das ja auch so und eine Immo-Kredit ist für eine Bank praktisch ein immer ein Gewinn. Einzelne Ausfälle gehen unter und sind einkalkuliert. Man brauchte die "Kunden" nur als Namensgeber auf dem Kreditvertrag. Praktischerweise haben die dann auch gleich die Spesen (Grunderwerbsteuer, Grundbucheintragung usw.) übernommen.

    Blöd nur, dass eben nicht Alles "normal" gelaufen ist...

  9. #29
    Avatar von Sakib Sejdovic

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    Zitat Zitat von Lorne Malvo Beitrag anzeigen
    Je höher die Zinsen am Markt, desto mehr Geld wird durch Privatbanken geschöpft.
    hehe, einfach nur hehe. ´wieso waren die zinsen dann die ganze zeit lang unten? etwa damit die banken in der krise weniger geld schöpfen können?

  10. #30
    Avatar von Lorne Malvo

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    Zitat Zitat von Sakib Sejdovic Beitrag anzeigen
    hehe, einfach nur hehe. ´wieso waren die zinsen dann die ganze zeit lang unten? etwa damit die banken in der krise weniger geld schöpfen können?
    In der Theorie nach Wicksell soll der Zinssatz genau entgegengesetzt zur Konjunktur sein. Weitet sich die Geldmenge durch die Konjunktur aus, wie es bei einem Aufschwung der Fall ist, dann hebt die Zentralbank den Zins, um eine noch größere Ausweitung der Geldmenge zu verhindern. Wächst die Geldmenge weniger oder schrumpft sie sogar, weil Abschwung ist, dann senkt die Zentralbank den Zins, um dem entgegenzuwirken. Allerdings ist, wie ich schon beschrieben habe, die Geldmengensteuerung durch Leitzinsen in der Realität relativ wirkungslos.

    ? Geldmenge M3 - Entwicklung in der Euro-Zone bis 2015 | Statistik

    Wie man hier sieht wächst die Geldmenge in Europa überhaupt nicht mehr, obwohl die Zinsen bei 0 sind und dazu noch Anleihen in Billionenhöhe gekauft werden.

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