BalkanForum - das Forum für alle Balkanesen
Erweiterte Suche
Kontakt
BalkanForum - das Forum für alle Balkanesen
Benutzerliste

Willkommen bei BalkanForum - das Forum für alle Balkanesen.
Ergebnis 1 bis 4 von 4

Geldwäsche-Paradies Serbien

Erstellt von TigerS, 31.10.2006, 16:17 Uhr · 3 Antworten · 951 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von TigerS

    Registriert seit
    04.11.2005
    Beiträge
    7.474

    Geldwäsche-Paradies Serbien

    Geldwäsche-Paradies Serbien


    Kriminalität. Auf 500 Verdachtsfälle kommt nur eine Verurteilung wegen Korruption.


    Belgrad. Schön, wenn der Handel so floriert: Serbien importierte 2004 Güter im Wert von 585 Mio. Euro aus Zypern. Doch dieser Wert erregt Misstrauen. Im aktuellen OSZE-Report "Geldwäsche in Serbien" rechneten die Experten nach. Der höchstmögliche Wert aller zypriotischen Exportgüter liege für 2004 bei 2,9 Mrd. Euro: "Diese Zahl passt eindeutig nicht zu den 585 Mio. an Exporten alleine nach Serbien." Mit expliziten Schlüssen hält sich der Bericht zurück, doch wird vielsagend darauf verwiesen, dass die Mittelmeerinsel als beliebte Geldwäsche-Destination gilt.



    Deutlicher wird man beim Thema Auslandsüberweisungen: Hier liegt Zypern zwar hinter Schweiz und USA auf Platz drei, doch beim durchschnittlichen Wert der Transaktionen (9581 Euro) klar an der Spitze. Nun ist die Schweiz eine traditionelle Lagerstätte für Kapital, die USA beherbergen viele serbische Auswanderer und sind die führende Wirtschaftsmacht. Aber Zypern? Geldströme aus Zypern "scheinen nicht durch ähnliche Motivation gerechtfertigt", sie seien ein möglicher Weg, auf dem "exportiertes Vermögen repatriiert und vielleicht gewaschen wird", so die Autoren, die die Mittelmeerinsel freilich nur als anschauliches Beispiel präsentieren.


    Im Übrigen spricht aus dem Bericht blanke Verzweiflung über die miserable Datenbasis: Staatsinstitutionen würden auf so unterschiedliche Weise "buchführen" (oder auch nicht!), dass seriöse Analysen über die Tragweite des Problems unmöglich sind. Dem Phänomen der Phantomfirmen entsprächen "Phantom-Datensätze".

    Dass dies den Behörden es nicht gerade erleichtert, Geldwäsche auf die Spur zu kommen, liegt auf der Hand. Zudem konstatiert die OSZE (Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa) "mangelnde Neugier" in Fällen, wo die Statistik Ungereimtheiten nahe legen würde. Nun hofft man, dass das neue Anti-Geldwäsche-Gesetz Früchte trägt. Doch dass die Justiz dem Problem nicht immer ganz gewachsen ist, räumte jüngst auch Finanzminister Mladjan Dinkic ein. Auf mehr als 500 Verdachtsfälle kommt eine Verurteilung.

    Korruption und Geldwäsche sind auch ein Problem schwacher Institutionen: "Die Strafverfolger sind oft schwach und unqualifiziert, und zu sehr von der Regierung abhängig. Zeigt einer, dass er sein Geschäft versteht, läuft er Gefahr, entlassen zu werden", schimpft Verica Barac, die kämpferische Chefin des "Antikorruptionsrates", die gerne mehr Gehör bei der Regierung finden würde.


    Auf dem Papier gibt es Fortschritte in Gestalt besserer Gesetze: "Aber was nützt das, wenn sie nicht umgesetzt werden", meint Barac. So gebe es etwa noch immer keinen Rechnungshof, obwohl die Frist im Juni abgelaufen ist. Und wenn es Institutionen gibt, "fehlt oft der politische Wille, sie zu unterstützen", klagt Nemanja Nenadic von "Transparency Serbia".

    Die großen Fische bleiben also meist unbehelligt. Außer sie begehen den Fehler Bogoljub Karics, in die Politik zu gehen: "Gegen Karic ging man erst vor, als er politisch gefährlich wurde." Sein Land sei zwar schon "sehr korrupt", aber die Situation sei immerhin nicht schlimmer als im balkanischen Durchschnitt, meint Nenadic säuerlich. Er schätzt grob, dass Serbien durch Korruption jährlich etwa eine Mrd. Euro verliert.


    Alleine die Kleinkorruption ist beachtlich: Laut einer Umfrage hatte ein Fünftel der Haushalte "Erfahrung" mit Korruption, das macht etwa 500.000 Fälle. Wenn jeder Haushalt nur einmal betroffen war. Für die nahe Zukunft hat Barac besonders Angst vor dem zum Vorwahlkampf aufgelegten "Nationalen Investitionsplan": "1,6 Mrd. Euro, aber keine öffentlichen Prozeduren, keine klaren Kriterien und keine Kontrolle." Man brauche für so ein Mammut-Projekt gesetzliche Regelungen, doch die gebe es hier nicht. Dafür aber viel Korruptions-potenzial.


    Auch in anderen osteuropäischen Staaten ist Korruption derzeit ein wichtiges Thema: Am Wochenende demonstrierten in Budapest 1000 Personen gegen "staatliche Korruption und Schattenwirtschaft". Der Vorsitzende der Liga-Gewerkschaft, István Gaskó, meinte, die Regierung hätte nicht so drastische Sparmaßnahmen ergreifen müssen, wenn es nicht so viel Schwarzwirtschaft in Ungarn gäbe. Ein anderer Gewerkschaftsführer betonte, seit der Wende habe sich nichts verändert. Nach wie vor würden die Gelder "in die Parteikassen und andere Taschen", wandern.


    In Tschechien haben laut einer GfK-Umfrage zwei Drittel der Tschechen das Gefühl, dass sie in einem korrumpierten Staat leben. Die meisten Bürger betrachten die Bestechungen als einen üblichen Bestandteil des Lebens. Daher plant die Regierung die Errichtung einer zentralen Hotline, die der Bekämpfung der Korruption dienen sollte. Neben den Notrufen der Polizei, der Feuerwehr und des Rettungsdienstes soll es unter der Nummer 199 auch eine vierte Hotline geben, auf der die Bürger auf Korruptionshandlungen aufmerksam machen könnten. Nach den Plänen des Innenministers Ivan Langer sollte diese ab 1. Jänner 2007 in Betrieb sein.


    http://www.diepresse.com/Artikel.asp...t=ec&id=595839

  2. #2
    Avatar von Monte-Grobar

    Registriert seit
    16.06.2005
    Beiträge
    4.906
    Tja unsere Zypriotischen Brüder 8)

  3. #3
    Avatar von TigerS

    Registriert seit
    04.11.2005
    Beiträge
    7.474
    Zitat Zitat von Monte-Grobar
    Tja unsere Zypriotischen Brüder 8)
    man hilft wo man kann ^^

  4. #4

    Registriert seit
    26.02.2006
    Beiträge
    2.296
    [stream:402d0eaeff]http://tvtotal.prosieben.de/imperia/md/video/tvtotal/downloads/2006/jan-apr/bruce_wahrheit.mpg[/stream:402d0eaeff]

Ähnliche Themen

  1. NA PUTU - Zwischen uns das Paradies
    Von graue eminenz im Forum Film
    Antworten: 2
    Letzter Beitrag: 04.10.2010, 13:34
  2. EU Parlament: 50% des BIP in Albanien ist Geldwäsche
    Von lupo-de-mare im Forum Wirtschaft
    Antworten: 1
    Letzter Beitrag: 29.05.2007, 20:46
  3. Das Paradies!!!!!!!!!!!
    Von Gast829627 im Forum Urlaubsforum
    Antworten: 53
    Letzter Beitrag: 16.03.2006, 09:44
  4. Antworten: 1
    Letzter Beitrag: 15.10.2005, 12:17
  5. Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 17.04.2005, 18:22