Gesellschaft Schweiz - Albanien gegründet

21.12.2007 Gestern wurde in Horn am Bodensee in Anwesenheit des albanischen Botschafters die Gesellschaft Schweiz-Albanien gegründet, die den wirtschaftlichen, touristischen sowie kulturellen und gesellschaftlichen Austausch fördern möchte.


Mehmet Elezi, Botschafter der Republik Albanien;
Rolf Alther, Präsident des Vereins


Die Albaner achten unser Land sehr. Immer wieder hört man – und dies in allen Gesellschaftsschichten – Albanien möge eines Tages die «Schweiz des Balkans» sein. Das ist sicherlich ein sehr visionärer Wunsch, dem man aber mit entsprechenden Wegbereitern und Markt-Zugangsmöglichkeiten ein stückweit näher kommen kann. Und genau darin widerspiegelt sich der Zweck der Gesellschaft Schweiz-Albanien. Der Verein will die wirtschaftliche, touristische sowie kulturelle und gesellschaftliche Zusammenarbeit natürlicher und juristischer Personen und Institutionen zwischen den beiden Staaten fördern durch

  • Technologietransfer, Unterstützung von Infrastrukturprojekten, Handelsaustausch, Investitionsförderung und andere geeignete Massnahmen zum gemeinsamen wirtschaftlichen Nutzen.
  • Organisation von Ausstellungen, kulturellen und sportlichen Veranstaltungen in den Partnerländern zum besseren Verständnis der beiden Kulturen.
  • Studentenaustausch, Partnerschaften zwischen Kommunen, Zugangserleichterungen zu Behörden und staatlichen sowie privaten Institutionen zur Entfaltung und Bewahrung von Freiheit, Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Wohlstand.
In allen Bereichen sollen konkrete, aktive Netzwerke errichtet werden, die die Beziehungen zwischen beiden Ländern fördern. Die Gesellschaft Schweiz-Albanien versteht sich aber ausdrücklich nicht als Wohltätigkeitsverein, sondern als Organisation, welche beiden Seiten nützen und Dank der Albanien aus eigenen Kräften wirtschaftlich erstarken soll. Dem Beirat gehören namhafte Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Wissenschaft und der Politik an.

Feierliche Gründung
Die Gesellschaft wurde am 20. Dezember 2007 im Bodenseehotel «Bad Horn» im Beisein des Botschafters der Republik Albanien in der Schweiz, Herr Mehmet Elezi, unter Leitung von Rolf Alther als Initiant und Präsident des Vereins, sowie dem Gemeindepräsidenten von Horn, Thomas Fehr, und weiteren Albaner und Schweizer Gästen aus Politik und Wirtschaft aus der Taufe gehoben.

Transformation in Richtung Marktwirtschaft
Seit dem Zerfall der kommunistischen Staatsführung befindet sich das Land in einem Transformationsprozess in Richtung Marktwirtschaft. Weitreichende Reformen mit dem Ziel der Öffnung, Privatisierung und Dezentralisierung wurden bereits eingeleitet. Obschon Fortschritte zu verzeichnen sind, müssen noch weitere enorme Anstrengungen getätigt werden, um z.B. ausländische Investoren anzuziehen. Die Infrastruktur des Landes (Wasser- und Energieversorgung, Telekommunikation und Verkehrsnetz) ist noch immer in einem desolaten Zustand, was nicht gerade investitionsfördernd wirkt.

Albanien ist heute Mitglied von wirtschaftlich ausgerichteten Organisationen wie der «Welthandelsorganisation», der «Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung» und der «Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit der Schwarzmeerstaaten» und unterstützt deren Vorhaben. Albanien hat mittlerweile Freihandelsverträge mit verschiedenen Ländern in Kraft gesetzt.

Schweiz - Albanien: Lange Beziehungen in Kinderschuhen
Den ersten Handelsvertrag hat die Schweiz bereits 1929 mit Albanien geschlossen. 1992 wurde ein Investitionsschutzabkommen vereinbart und eine EFTA-Kooperationserklärung unterzeichnet, denen 1995 der Abschluss eines Abkommens über Handel und wirtschaftliche Zusammenarbeit folgte. Die Handelsbilanz zwischen beiden Ländern ist dennoch bescheiden: 2006 betrugen die Exporte nach der Schweiz 6.8 Mio. US-Dollars (0.08%) und die Importe aus der Schweiz 34.2 Mio. US-Dollars (1.09 %). Schweizerische Investitionen sind in Albanien (noch) sehr marginal vorhanden und Schweizer Unternehmensrepräsentanten nur wenige anzutreffen.


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