erschienen am 31.03.2009 um 14:59 Uhr
Innerhalb der kommenden Tage will das griechische Finanzministerium eine Regelung erlassen, nach der die Registrierungskosten für PKW um 50 % gemindert werden sollen. Diese berichtete die griechische Presse unter Berufung auf Quellen im Finanzministerium. Die Maßnahme soll auf vier Monate begrenzt werden. Diese Regelung verfolgt eine Belebung des praktisch zum Erliegen gekommenen Autohandels. Seit November 2008, dem ersten Monat in dem Griechenland die Auswirkungen der rezessiven Wirtschaftsentwicklung zu spüren bekam, haben landesweit bereits 300 Autohandelsunternehmen ihren Geschäftsbetrieb eingestellt. Die Neuzulassungen gingen um fast 40 % zurück. Im griechischen Automobilmarkt sind etwa 100.000 Arbeitnehmer beschäftigt.

Die griechische Regierung erhofft sich für die avisierte Regelung den Segen der Europäischen Union. Man spekuliert offenbar darauf, dass die exportabhängigen, führenden europäischen Wirtschaftsmächte in der Verkaufsförderung einen Nebeneffekt für ihre eigenen Produktionsstätten sehen. Frühere Pläne, den Handel über ein Abwrackprämienprogramm nach deutschem Vorbild zu beleben, waren gescheitert.

Die Stellungnahmen von Seiten des Autohandels zur Regierungsinitiative sind geteilt. Neuwagenhändler, die ohne großes Fahrzeuglager arbeiten, begrüßen die Maßnahme, während Gebrauchtwagenhändler und Händler mit großem, aus bereits registrierten Fahrzeugen bestehendem Lager, um ihre Investition fürchten.

Die wertabhängig gestaffelte Registrierungsabgabe betrifft besonders Luxuskarossen. Der zukünftige Käufer eines Smart ForTwo würde bei Geltung der neuen Vorschrift 450 Euro einsparen, während der Kauf eines Mercedes ML 350 um 8.100 Euro verbilligt würde.

Umweltschutzexperten sehen daher ein Signal in die falsche Richtung, sie befürchten, dass Griechenland Importziel für unzeitgemäße Spritfresser wird. Nach wie vor gilt in Griechenland der PKW noch als Statussymbol. Wirtschaftsexperten bezweifeln den ökonomischen Nutzen der Aktion, sie befürchten wegen der Abwertung bestehender Fuhrparks eine negative Gesamtwirkung auf die Finanzen.
(Griechenland Zeitung/ wa)