WF warnt vor Immobilienblase in der Schweiz
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Der IWF-Länderbericht zur Schweiz enthält Lob und Kritik. Die Prüfer warnen vor einer Immobilienblase und fordern die Banken auf, ihre Eigenkapital rasch aufzustocken.





Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat in seinem neusten Länderreport der Schweizer Währungs- und Wirtschaftspolitik insgesamt ein gutes Zeugnis ausgestellt. Die Schweizer Wirtschaft habe sich in der Finanzkrise der letzten Jahre als sehr stark erwiesen, sagte die IWF-Chefprüferin Enrica Detragiache heute in Bern. Nichtsdestotrotz steht die Schweiz nach Ansicht des IWF vor grossen Herausforderungen.

Wegen der expansiven Geldpolitik mit Tiefstzinsen steigt nach Ansicht der IWF-Experten die Gefahr für eine Immobilienblase. Es sei zwar schwierig zu sagen, wann von einer Blase gesprochen werden müsse, sagte Detragiache. Zurzeit sei die Schweiz sicher noch entfernt vom Höhepunkt einer solchen Blase. Das Risiko steige aber.

IWF: Anreize für Immobilienkauf abbauen

Deshalb sei es angezeigt, die Kriterien für die Vergabe von Hypotheken zu verschärfen und so zusätzliche Sicherungen gegen eine Immobilienblase einzubauen. Es sei auch sinnvoll darüber nachzudenken, im Zusammenhang mit dem Kauf von Immobilien Anreize zur Verschuldung abzubauen, sagte sie in Bezug auf die heute bestehenden Möglichkeit, Hypothekarschuldzinsen vom steuerbaren Einkommen abzuziehen.

Alexander Karrer, Vize-Staatssektretär des Staatssekretariats für Internationale Finanzfragen, wies im Zusammenhang mit den Risiken einer Immobilienblase auf die vor einer Woche veröffentlichten Vorschläge einer Arbeitsgruppe des Finanzdepartements hin.

So sollen das makroprudenzielle Instrumentarium um einen antizyklischen Puffer ergänzt und die Eigenmittelunterlegung im Hypothekargeschäft verstärkt werden. Der Bundesrat werde darüber rasch entscheiden, sagte Karrer.

Tiefe Eigenkapitaldecken der Banken

Kritisch schätzen die IWF-Experten auch die Lage der Banken ein. Der Finanzsektor bleibe verletzlich, sagte Detragiache. Im internationalen Vergleich seien die Eigenkapitaldecken der systemrelevanten Grossbanken nach wie tief. Die Banken müssten gedrängt werden, ihre Polster rasch auszubauen. Die von Bundesrat und Parlament eingeräumte Frist bis 2019 sei etwas lange.

Reformbedarf ortet der IWF auch bei den Sozialwerken. Werde nichts unternommen, würden die Ausgaben für die Altersvorsorge wegen der alternden Gesellschaft schon gegen Ende der laufenden Dekade stark ansteigen. Die IWF-Experten übernehmen dabei explizit die Ansicht einer Arbeitsgruppe der Eidgenössischen Finanzverwaltung, die vor drei Wochen in einem Bericht vor einer Schuldenexplosion bis 2060 warnte.

Gute Noten für Geldpolitik

Gute Noten erteilte die IWF-Delegation der Geldpolitik der Schweizerischen Nationalbank. Der im September eingeführte Mindestkurs sei angesichts der Deflationsgefahr eine angemessene Massnahme gewesen.

Nun gelte es aber einen «sanften Ausstieg» aus dieser Politik zu finden, sagte Detragiache. Welche Bedingungen erfüllt sein müssen für den Ausstieg, wollte sie nicht präzisieren. Die zurzeit negative Preisentwicklung wertete sie nicht als den Beginn einer anhaltenden Deflation. Schon im Jahresverlauf würden die Preise wieder steigen, sagte sie.
(rub/sda)

Erstellt: 20.03.2012, 13:46 Uhr

IWF warnt vor Immobilienblase in der Schweiz - Schweiz: Standard - tagesanzeiger.ch

sehr seht heikel die ganze geschichte....
da die schweizer-bevölkerung vermögen von immobilien von 1400 milliarden sitzt davon aber über 700 milliarden den banken schulden!!!

wie die geschichte gezeigt hat (usa) zu erst kommt die bankenkrise und danach die immobilien!!!!

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In sehr kurzer Zeit ist das Immobilienvermögen der Schweizer Privathaushalte auf über 1400 Milliarden Franken gestiegen. Rund die Hälfte davon ist aber über Bankkredite finanziert. Für alle Privathaushalte, für die Banken und überhaupt für die Volkswirtschaft sind damit erhebliche Risiken verbunden.

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