Kelly kauft Chips-Fabrik in Bosnien: Snack-Hersteller setzt seine Expansionspläne um

* Jahresproduktionsmenge von 700 Tonnen angestrebtt
* Produktionsrückgang in Wien deshalb nicht erwartet

Österreichs größter Snackhersteller hat seine im Frühjahr angekündigten Expansionspläne umgesetzt und produziert erstmals im Ausland. Vor wenigen Tagen hat die Kelly GmbH eine Kartoffelchips-Fabrik im nördlich der bosnischen Hauptstadt Sarajevo gelegenen Zavidovici mit 34 Mitarbeitern übernommen. An der sechs Jahre alten Produktionsstätte werden künftig Chips und Kartoffelbasis-Produkte für die südosteuropäischen Märkte hergestellt. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

"Uns ist klar, dass die größten Expansionschancen in den südosteuropäischen Ländern liegen. Wie so oft gilt daher: Production follows markets", erklärte Kelly-Geschäftsführer Wolfgang Hötschl in einer Aussendung. Die in Bosnien verkauften Produkte seien bisher in Österreich hergestellt worden, nun werde der Balkanraum lokal beliefert. Zu einem Produktionsrückgang in Wien soll es deshalb aber nicht kommen, da die aus heimischer Produktion nach Bosnien verlagerten Mengen nun in der Slowakei, Tschechien und Ungarn verkauft würden.

Mit dem Fabrikskauf hat das Snackunternehmen auch die Marke "Goldy" übernommen, die vor Ort - neben der Premiummarke "Kelly's" - weitergeführt werden soll. Damit verfolgt Kelly in Südosteuropa im Gegensatz zu Österreich eine Zwei-Marken-Strategie. Am Balkan kommt das Unternehmen inzwischen auf einen Marktanteil von über 40 Prozent, heißt es weiter. Durch die neue Anlage in Zavidovici könnten neben Bosnien auch Kroatien, Serbien, Albanien, Mazedonien und Kosovo beliefert werden. Insgesamt strebt das Unternehmen eine Jahresproduktionsmenge von 700 Tonnen an.

Nachdem es im Jahr 2004 durch Umstrukturierungen im Exportgeschäft und den schwachen Dollar zu einem leichten Umsatzrückgang auf 98,1 Mio. Euro gekommen ist, erwartet das Unternehmen heuer einen Anstieg auf über 100 Mio. Euro. Der Anteil der Exporte am Gesamtumsatz beträgt laut den Angaben inzwischen rund ein Drittel. (apa)

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