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Kommunismus / Kapitalismus

Erstellt von Zurich, 27.10.2007, 02:38 Uhr · 364 Antworten · 17.304 Aufrufe

  1. #81
    Avatar von BlackJack

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    Lumumba war ein KGB-Agent

  2. #82

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    Zitat Zitat von Lubenica Beitrag anzeigen
    Was für eine Freiheit meinst du ?
    du weisst doch was ich mein in paar zeilen kann man das nicht beschreiben
    ich mach es kurz die freiheit zu haben bei wem ich arbeite und bei wem ich mein geld wieder ausgebe

  3. #83
    Avatar von babyblue

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    Zitat Zitat von Sebastian Beitrag anzeigen
    du weisst doch was ich mein in paar zeilen kann man das nicht beschreiben
    ich mach es kurz die freiheit zu haben bei wem ich arbeite und bei wem ich mein geld wieder ausgebe
    Das setzt voraus, dass es 1. einen Arbeitgeber gibt und 2. dass von diesem Lohn so viel noch übrig bleibt, um diese Freiheit, die du meinst, überhaupt ausüben zu können.

    Freiheit ist voraussetzungsvoll.

  4. #84
    Avatar von Holzmichl

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    Zitat Zitat von Mal Beitrag anzeigen
    Übrigens, was passiert wenn ein afrikanischer Präsident antiimperialistisch und antikapitalistisch denkt:

    Patrice Lumumba, erster Premier von Zaire, zuvor eine belgische Kolonie:


    Zeit als Ministerpräsident

    Aus den ersten Parlamentswahlen vom 25. Mai 1960 ging Lumumbas Partei, der Mouvement National Congolais, als stärkste politische Kraft hervor. Als am 30. Juni 1960 der Kongo seine Unabhängigkeit von Belgien erlangte, wurde Lumumba – trotz großen Widerstandes der weißen Siedler und der führenden Oberschicht des Landes – erster Ministerpräsident der in die Freiheit entlassenen jungen Republik. Das Amt des Staatspräsidenten ging an Joseph Kasavubu (1910–1969; im Amt von 1960 bis 1965).

    Schon während des Festaktes zur Unabhängigkeitsfeier trat Lumumba als entschiedener Verfechter von Freiheit und Würde hervor. In einer Rede widersprach er dem belgischen König Baudouin (1930–1993), der die „Errungenschaften“ und die „zivilisatorischen Verdienste“ der Kolonialherrschaft lobte. In Anwesenheit des Königs und der versammelten Honoratioren aus dem In- und Ausland widersprach er dieser Geschichtsauffassung und prangerte – an König Baudouin gewandt – die Unterdrückung, Missachtung und Ausbeutung durch die belgische Kolonialverwaltung an.
    „[…] erniedrigender Sklaverei, die uns mit Gewalt auferlegt wurde. […] Wir haben zermürbende Arbeit kennengelernt und mussten sie für einen Lohn erbringen, der es uns nicht gestattete, den Hunger zu vertreiben, uns zu kleiden oder in anständigen Verhältnissen zu wohnen oder unsere Kinder als geliebte Wesen großzuziehen. […] Wir kennen Spott, Beleidigungen, Schläge, die morgens, mittags und nachts unablässig ausgeteilt wurden, weil wir Neger waren. […] Wir haben erlebt, wie unser Land im Namen von angeblich rechtmäßigen Gesetzen aufgeteilt wurde, die tatsächlich nur besagen, dass das Recht mit dem Stärkeren ist. […] Wir werden die Massaker nicht vergessen, in denen so viele umgekommen sind, und ebenso wenig die Zellen, in die jene geworfen wurden, die sich einem Regime der Unterdrückung und Ausbeutung nicht unterwerfen wollten.“

    Nach dieser Rede wollte König Baudouin den Kongo zunächst sofort verlassen, doch seine Minister rieten ihm, aus Höflichkeit zum Abschlussdinner zu bleiben. Bei diesem Dinner versuchte Lumumba, König Baudouin mit einer Lobrede über Errungenschaften in Belgien außerhalb der Kolonialherrschaft zu versöhnen. ( der König übrigens natürlich Belgier)


    Die Belgier entließen den Kongo durch die lange Kolonialherrschaft völlig unvorbereitet in die Unabhängigkeit. Während der Kolonialzeit scherte sich das „Mutterland“ kaum um gerechte Zustände, soziale Wohlfahrt, medizinische Versorgung oder das Bildungssystem. Es gab keine kongolesischen Offiziere. Im gesamten Staatsdienst waren nur drei Kongolesen in leitenden Positionen tätig, und landesweit gab es lediglich 30 Kongolesen mit akademischer Ausbildung. Dafür waren die belgischen und westlichen Interessen an den strategisch wichtigen Mineralressourcen des Kongo (Uran, Kupfer, Gold, Zinn, Cobalt, Diamanten, Mangan, Zink) umso größer. Hinzu kamen Agrarressourcen wie Baumwolle, Edelholz, Kautschuk und Palmöl. Die mit der Ausbeutung verbundenen immensen Investitionen auf wirtschaftlicher Ebene einerseits und die bewusste Vernachlässigung der menschlichen Ressourcen, des Bildungssystems und der sozialen Institutionen andererseits verschafften den Kolonialherren die Möglichkeit, das Land auch nach der Unabhängigkeit faktisch unter Kontrolle zu halten.


    Die belgische Regierung sah Lumumba als eine Gefahr an, da er als Sozialist die reichen Bergbau- und Plantagen-Gesellschaften verstaatlichen wollte. Der belgische Staat übte auf die Medien Druck aus, um das Image Lumumbas zu ruinieren. Die belgische Presse bezeichnete ihn als Kommunisten und Anti-Weißen, was er immer zurückwies. Eine deutsche Zeitungskarikatur bezeichnete Lumumba sogar als Negerpremier. Nach seinem Tod lautete der Titel einer belgischen Zeitung „der Tod des Satans“ (la mort de Satan).


    Lumumba versuchte, die heterogenen Kräfte zu einen, die Einheit des Landes zu bewahren und seine Partei zu einer einheitlichen nationalen Bewegung nach dem Vorbild Ghanas unter Kwame Nkrumah aufzubauen. Dem standen die im Kongo verbliebenen Weißen – Siedler, Geschäftsleute und die nach wie vor unter der Führung von belgischen Offizieren stehende Armee –, aber insbesondere die Großmacht USA entgegen.


    Zuvor hatte Lumumba bei einem Besuch bei Eisenhower nicht die gewünschte Unterstützung erhalten, und es wurde der US-Seite klar, dass Lumumbas Politik die Interessen amerikanischer Unternehmen gefährden würde, welche am belgischen Monopol der Mineralausbeutung in der Provinz Katanga beteiligt waren. Einige Wochen später wurde von Mitarbeitern des Joint Chiefs of Staff bei einer informellen Konferenz mit Vertretern von CIA, State Department und Defense Department die Ermordung Lumumbas vorgeschlagen.[1] Als Lumumba die Sowjetunion um militärische Unterstützung gegen die belgischen Truppen bat, kam sein vom CIA abgefangenes Telegramm schneller in Washington als in Moskau an. Der Kalte Krieg war auf dem Höhepunkt, und der Widerstand gegen Lumumba konnte mit der Behauptung gerechtfertigt werden, dass Lumumba beabsichtige, das Land dem Einflussbereich der Sowjetunion zuzuführen.

    Am 12. Juli 1960 begab sich Lumumba in die abtrünnige Provinz Katanga. Dort stationierte belgische Truppen verweigerten seinem Flugzeug jedoch die Landeerlaubnis. Lumumba und Staatschef Kasavubu ersuchten darauf die UNO und deren Generalsekretär Dag Hammarskjöld um Hilfe und erklärten Belgien den Krieg. Belgien verstärkte daraufhin seine Truppenpräsenz in Katanga, und die UNO entsandte erste Verbände nach Léopoldville.

    Putch und geplanter Mordanschlag an Lumumba


    Die folgenden Ereignisse wurden unter dem Begriff „Kongo-Wirren“ bekannt. Der Staatspräsident Joseph Kasavubu verbündete sich mit Unterstützung der USA mit Oberst Joseph Mobutu (der sich später Mobutu Sese Seko nannte), einem früheren Weggefährten Lumumbas, gegen Lumumba, der am 5. September 1960 auf Drängen der USA aus seinem Amt als Ministerpräsident entlassen wurde. Darauf erklärte Lumumba Kasavubu für abgesetzt. Einen Tag später, am 6. September 1960, machte das kongolesische Parlament Lumumbas Entlassung wieder rückgängig. Am 12. September 1960 veranlasste Kasavubu die neuerliche Entlassung und beauftragte den neuen Oberkommandierenden der Armee Mobutu mit der Verhaftung Lumumbas. Er konnte sich der Verhaftung jedoch entziehen.

    Am 14. September 1960 übernahm die Armee unter Mobutu in einem mit den USA abgesprochenen Putsch die Macht. Kasavubu blieb offizielles Staatsoberhaupt. Lumumba wurde unter Hausarrest gestellt, blieb aber unter dem Schutz der UNO-Truppen.[2] Daraufhin erhielt der Leiter des Central Intelligence Agency im Kongo, Lawrence R. Devlin, den Auftrag, Lumumba zu töten, offenbar auf Befehl von US-Präsident Dwight Eisenhower persönlich.[3][4][2]


    (...)

    Flucht und Tod

    Am 27. November 1960 gelang Lumumba die Flucht aus Léopoldville, kurz darauf wurde er aber bei Mweka festgenommen und am 1. Dezember 1960 nach Thysville gebracht. Nach einer Militärmeuterei in Thysville am 13. Januar 1961 wurden Lumumba und zwei seiner Getreuen nach Katanga an Moïse Tschombé ausgeliefert. Im Verlauf der nächsten Tage wurden alle drei getötet.

    Aufarbeitung des Todes

    In ihrem Schlussbericht kam die Kommission zu dem Ergebnis, dass der belgische König Baudouin von den Plänen zur Tötung Lumumbas wusste und dieses Wissen nicht an die Regierung weitergab. Fest steht, dass die belgische Regierung Lumumbas Gegner im Kongo logistisch, finanziell und militärisch unterstützte. Ein Teil der Schuld wird König Baudouin zugeschrieben, der unter Umgehung der politischen Instanzen seine eigene postkoloniale Politik betrieben haben soll.


    Ältere Untersuchungen waren zu dem Ergebnis gekommen, dass die Tötung Lumumbas direkt von den Regierungen Belgiens und den USA angeordnet und vom amerikanischen Geheimdienst CIA und örtlichen, von Brüssel finanzierten Helfern ausgeführt wurde. Das US-amerikanische Church Committee veröffentlichte in den Jahren 1975 und 1976 Dokumente, die nahelegen, dass US-Präsident Dwight D. Eisenhower schon im August 1960 der CIA den Befehl erteilt habe, Lumumba mittels Gift zu liquidieren. So kam am 26. September ein CIA-Wissenschaftler unter dem Namen „Joseph Schneider“, bei dem es sich tatsächlich um den Leiter von MKULTRA, Sidney Gottlieb, handelte, in der kongolesischen Hauptstadt Léopoldville an, um tödliche biologische Materialien (z. B. Anthrax, Tuberkulose, Tularämie) abzuliefern.[8] Dazu führt Tim Weiner in seinem 2007 veröffentlichten Werk CIA: Die ganze Geschichte weitere Belege an.[9]


    https://de.wikipedia.org/wiki/Patrice_Lumumba
    Uralte Quellen. Die Linken sind einfach zu langsam,neu sowieso.

    slavoj Zizek, Srecko Horvat, Antonio Negri.

    Ich s gibt sie doch, die klugen Köpfe, nur leider scheinen 0815Antiimperialisten, wie du, nicht einen Zentimeter weiter denken, als irgendwelche dämlicher Internetseiten es zulassen. Kauf dir vernünftige Bücher. Such nach Denkern, die nicht der NATO irgendwas nachweisen wollen oder dem Bösen Westen. Dann wird es etwas komplexer aber auch realistischer. Aber du nennst dich ja auch Linksnationalist, was schon im Anfang komplett gegen linke Ideen steht. Du bist im Prinzip nur einer dieser heuchelnden Bremsern, die irgendwelchen Diktatoren das Klopapier reichen, nur weil sie antiwestlich sind

  5. #85

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    Zitat Zitat von babyblue Beitrag anzeigen
    Das setzt voraus, dass es 1. einen Arbeitgeber gibt und 2. dass von diesem Lohn so viel noch übrig bleibt, um diese Freiheit, die du meinst, überhaupt ausüben zu können.

    Freiheit ist voraussetzungsvoll.
    wie meinst du das? arbeitgeber gibt es wie sand am meer
    und fals man für keinen arbeiten will und man nichts handwerkliches kann dann handelt man ebend selbständig mit waren

    und wie meinst du das mit lohn übrig bleiben ob der staat noch was übrig lässt oder ob am ende des monats noch was übrig bleibt
    selbst bei lebends notwenigen sachen kann man ja frei entscheiden bei wem man die kauft

  6. #86

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    Zitat Zitat von Sebastian Beitrag anzeigen
    du weisst doch was ich mein in paar zeilen kann man das nicht beschreiben
    ich mach es kurz die freiheit zu haben bei wem ich arbeite und bei wem ich mein geld wieder ausgebe
    Ok. Aber das hast du denke ich jetzt doch auch oder? Kommt auch immer auf die eigenen Fahigkeiten drauf an und auf die Umstände die gerade herrschen.

    Aber das was du und ich jetzt erwähnt haben , hat nich wirklich was mit Freiheit zu tun.
    In der Ökonomie werden keine Gesetze entdeckt, sie werden aufgestellt, von uns Menschen und sie sind gemacht. Und diese Gesetze, dieses System, diese Art der Ökonomie ist den Naturgesetzen des Menschen und des Lebens zu wider. Es entspricht nicht dem natürlichen Leben des Menschen mit seiner Kultur.
    Das wussten schon damals die alten Aborigines.

  7. #87

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    Zitat Zitat von babyblue Beitrag anzeigen
    Das stimmt doch alles nicht mehr. Die Studienabgänger sind hochverschuldet und kommen sofort unter Druck, weil sie auch nicht mehr so einfach einen Job finden. Es gab darüber sogar öffentliche Debatten, ob sich ein Studium überhaupt noch "lohnt". Diese Bildungsmisere in den USA wird nur dadurch abgefangen, da sie für zahlreiche Wissenschafter aus der ganzen Welt nach wie vor ein Magnet sind. Dh die USA profitieren davon, dass andere Volkswirtschaften ihren "losern" - wie du sie nennst - ein gute Ausbildung zukommen lassen.

    Das ist auch einer der Gründe, warum gerade junge Menschen Sanders unterstützen.
    Wenn du kein Geld hast aber Literatur studierst solltest du ruhig auf die Schnauze fallen.

  8. #88
    Avatar von Holzmichl

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    Zitat Zitat von Apophis Beitrag anzeigen
    Wenn du kein Geld hast aber Literatur studierst solltest du ruhig auf die Schnauze fallen.
    allerdings

  9. #89
    Avatar von Lorne Malvo

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    Zitat Zitat von babyblue Beitrag anzeigen
    Das stimmt doch alles nicht mehr. Die Studienabgänger sind hochverschuldet und kommen sofort unter Druck, weil sie auch nicht mehr so einfach einen Job finden. Es gab darüber sogar öffentliche Debatten, ob sich ein Studium überhaupt noch "lohnt". Diese Bildungsmisere in den USA wird nur dadurch abgefangen, da sie für zahlreiche Wissenschafter aus der ganzen Welt nach wie vor ein Magnet sind. Dh die USA profitieren davon, dass andere Volkswirtschaften ihren "losern" - wie du sie nennst - ein gute Ausbildung zukommen lassen.

    Das ist auch einer der Gründe, warum gerade junge Menschen Sanders unterstützen.
    Das höhere Bildungssystem in den USA ist viel besser, als in Deutschland (allerdings nicht das Highschool-System, das ist Schrott). Deutsche Unis sind total überfüllt und überfordert, die Qualität der Lehre ist nicht gerade toll. Das Studium in den USA ist teurer, weil die Nachfrage dort auch viel größer ist. Man stelle sich mal vor das völlig überlastete und unterfinanzierte deutsche Bildungssystem würde ungefähr die doppelte Menge an Studenten versorgen müssen. Das amerikanische System schafft das, und zwar bei viel besserer Qualität. Dass ein Prof in einem riesigen Audimax steht und vor >1000 Studenten redet (Studium ad absurdum) wirst du in den USA so gut wie nirgends finden. In sämtlichen Uni-Rankings besteht die Top 100 gefühlt fast ausschließlich aus amerikanischen Unis, das ist kein Zufall. Und wie gesagt ist der Zugang dazu sogar viel besser, als in Deutschland. Fast die Hälfte dort hat studiert, in Deutschland ist es etwa ein Viertel. Das liegt daran, dass es staatlich garantierte student loans gibt, und außerdem ist die Stipendiendichte sehr hoch. Die Studenten verlassen die Uni zwar mit einigen Zehntausend Dollar Schulden, allerdings haben diese Schulden sehr angenehme Rückzahlungskonditionen, deswegen ist die Belastung nicht allzu hoch. Die amerikanischen Studenten jammern jedenfalls auf hohem Niveau. Amerikanische Studenten dürfen sich auf Einstiegsgehälter freuen, die netto bedeutend höher sind, als in Deutschland, in manchen Branchen sogar um ein Vielfaches höher.

    - - - Aktualisiert - - -

    Zitat Zitat von Mal Beitrag anzeigen
    Übrigens, was passiert wenn ein afrikanischer Präsident antiimperialistisch und antikapitalistisch denkt:

    Patrice Lumumba, erster Premier von Zaire, zuvor eine belgische Kolonie:


    Zeit als Ministerpräsident

    Aus den ersten Parlamentswahlen vom 25. Mai 1960 ging Lumumbas Partei, der Mouvement National Congolais, als stärkste politische Kraft hervor. Als am 30. Juni 1960 der Kongo seine Unabhängigkeit von Belgien erlangte, wurde Lumumba – trotz großen Widerstandes der weißen Siedler und der führenden Oberschicht des Landes – erster Ministerpräsident der in die Freiheit entlassenen jungen Republik. Das Amt des Staatspräsidenten ging an Joseph Kasavubu (1910–1969; im Amt von 1960 bis 1965).

    Schon während des Festaktes zur Unabhängigkeitsfeier trat Lumumba als entschiedener Verfechter von Freiheit und Würde hervor. In einer Rede widersprach er dem belgischen König Baudouin (1930–1993), der die „Errungenschaften“ und die „zivilisatorischen Verdienste“ der Kolonialherrschaft lobte. In Anwesenheit des Königs und der versammelten Honoratioren aus dem In- und Ausland widersprach er dieser Geschichtsauffassung und prangerte – an König Baudouin gewandt – die Unterdrückung, Missachtung und Ausbeutung durch die belgische Kolonialverwaltung an.
    „[…] erniedrigender Sklaverei, die uns mit Gewalt auferlegt wurde. […] Wir haben zermürbende Arbeit kennengelernt und mussten sie für einen Lohn erbringen, der es uns nicht gestattete, den Hunger zu vertreiben, uns zu kleiden oder in anständigen Verhältnissen zu wohnen oder unsere Kinder als geliebte Wesen großzuziehen. […] Wir kennen Spott, Beleidigungen, Schläge, die morgens, mittags und nachts unablässig ausgeteilt wurden, weil wir Neger waren. […] Wir haben erlebt, wie unser Land im Namen von angeblich rechtmäßigen Gesetzen aufgeteilt wurde, die tatsächlich nur besagen, dass das Recht mit dem Stärkeren ist. […] Wir werden die Massaker nicht vergessen, in denen so viele umgekommen sind, und ebenso wenig die Zellen, in die jene geworfen wurden, die sich einem Regime der Unterdrückung und Ausbeutung nicht unterwerfen wollten.“

    Nach dieser Rede wollte König Baudouin den Kongo zunächst sofort verlassen, doch seine Minister rieten ihm, aus Höflichkeit zum Abschlussdinner zu bleiben. Bei diesem Dinner versuchte Lumumba, König Baudouin mit einer Lobrede über Errungenschaften in Belgien außerhalb der Kolonialherrschaft zu versöhnen. ( der König übrigens natürlich Belgier)


    Die Belgier entließen den Kongo durch die lange Kolonialherrschaft völlig unvorbereitet in die Unabhängigkeit. Während der Kolonialzeit scherte sich das „Mutterland“ kaum um gerechte Zustände, soziale Wohlfahrt, medizinische Versorgung oder das Bildungssystem. Es gab keine kongolesischen Offiziere. Im gesamten Staatsdienst waren nur drei Kongolesen in leitenden Positionen tätig, und landesweit gab es lediglich 30 Kongolesen mit akademischer Ausbildung. Dafür waren die belgischen und westlichen Interessen an den strategisch wichtigen Mineralressourcen des Kongo (Uran, Kupfer, Gold, Zinn, Cobalt, Diamanten, Mangan, Zink) umso größer. Hinzu kamen Agrarressourcen wie Baumwolle, Edelholz, Kautschuk und Palmöl. Die mit der Ausbeutung verbundenen immensen Investitionen auf wirtschaftlicher Ebene einerseits und die bewusste Vernachlässigung der menschlichen Ressourcen, des Bildungssystems und der sozialen Institutionen andererseits verschafften den Kolonialherren die Möglichkeit, das Land auch nach der Unabhängigkeit faktisch unter Kontrolle zu halten.


    Die belgische Regierung sah Lumumba als eine Gefahr an, da er als Sozialist die reichen Bergbau- und Plantagen-Gesellschaften verstaatlichen wollte. Der belgische Staat übte auf die Medien Druck aus, um das Image Lumumbas zu ruinieren. Die belgische Presse bezeichnete ihn als Kommunisten und Anti-Weißen, was er immer zurückwies. Eine deutsche Zeitungskarikatur bezeichnete Lumumba sogar als Negerpremier. Nach seinem Tod lautete der Titel einer belgischen Zeitung „der Tod des Satans“ (la mort de Satan).


    Lumumba versuchte, die heterogenen Kräfte zu einen, die Einheit des Landes zu bewahren und seine Partei zu einer einheitlichen nationalen Bewegung nach dem Vorbild Ghanas unter Kwame Nkrumah aufzubauen. Dem standen die im Kongo verbliebenen Weißen – Siedler, Geschäftsleute und die nach wie vor unter der Führung von belgischen Offizieren stehende Armee –, aber insbesondere die Großmacht USA entgegen.


    Zuvor hatte Lumumba bei einem Besuch bei Eisenhower nicht die gewünschte Unterstützung erhalten, und es wurde der US-Seite klar, dass Lumumbas Politik die Interessen amerikanischer Unternehmen gefährden würde, welche am belgischen Monopol der Mineralausbeutung in der Provinz Katanga beteiligt waren. Einige Wochen später wurde von Mitarbeitern des Joint Chiefs of Staff bei einer informellen Konferenz mit Vertretern von CIA, State Department und Defense Department die Ermordung Lumumbas vorgeschlagen.[1] Als Lumumba die Sowjetunion um militärische Unterstützung gegen die belgischen Truppen bat, kam sein vom CIA abgefangenes Telegramm schneller in Washington als in Moskau an. Der Kalte Krieg war auf dem Höhepunkt, und der Widerstand gegen Lumumba konnte mit der Behauptung gerechtfertigt werden, dass Lumumba beabsichtige, das Land dem Einflussbereich der Sowjetunion zuzuführen.

    Am 12. Juli 1960 begab sich Lumumba in die abtrünnige Provinz Katanga. Dort stationierte belgische Truppen verweigerten seinem Flugzeug jedoch die Landeerlaubnis. Lumumba und Staatschef Kasavubu ersuchten darauf die UNO und deren Generalsekretär Dag Hammarskjöld um Hilfe und erklärten Belgien den Krieg. Belgien verstärkte daraufhin seine Truppenpräsenz in Katanga, und die UNO entsandte erste Verbände nach Léopoldville.

    Putch und geplanter Mordanschlag an Lumumba


    Die folgenden Ereignisse wurden unter dem Begriff „Kongo-Wirren“ bekannt. Der Staatspräsident Joseph Kasavubu verbündete sich mit Unterstützung der USA mit Oberst Joseph Mobutu (der sich später Mobutu Sese Seko nannte), einem früheren Weggefährten Lumumbas, gegen Lumumba, der am 5. September 1960 auf Drängen der USA aus seinem Amt als Ministerpräsident entlassen wurde. Darauf erklärte Lumumba Kasavubu für abgesetzt. Einen Tag später, am 6. September 1960, machte das kongolesische Parlament Lumumbas Entlassung wieder rückgängig. Am 12. September 1960 veranlasste Kasavubu die neuerliche Entlassung und beauftragte den neuen Oberkommandierenden der Armee Mobutu mit der Verhaftung Lumumbas. Er konnte sich der Verhaftung jedoch entziehen.

    Am 14. September 1960 übernahm die Armee unter Mobutu in einem mit den USA abgesprochenen Putsch die Macht. Kasavubu blieb offizielles Staatsoberhaupt. Lumumba wurde unter Hausarrest gestellt, blieb aber unter dem Schutz der UNO-Truppen.[2] Daraufhin erhielt der Leiter des Central Intelligence Agency im Kongo, Lawrence R. Devlin, den Auftrag, Lumumba zu töten, offenbar auf Befehl von US-Präsident Dwight Eisenhower persönlich.[3][4][2]


    (...)

    Flucht und Tod

    Am 27. November 1960 gelang Lumumba die Flucht aus Léopoldville, kurz darauf wurde er aber bei Mweka festgenommen und am 1. Dezember 1960 nach Thysville gebracht. Nach einer Militärmeuterei in Thysville am 13. Januar 1961 wurden Lumumba und zwei seiner Getreuen nach Katanga an Moïse Tschombé ausgeliefert. Im Verlauf der nächsten Tage wurden alle drei getötet.

    Aufarbeitung des Todes

    In ihrem Schlussbericht kam die Kommission zu dem Ergebnis, dass der belgische König Baudouin von den Plänen zur Tötung Lumumbas wusste und dieses Wissen nicht an die Regierung weitergab. Fest steht, dass die belgische Regierung Lumumbas Gegner im Kongo logistisch, finanziell und militärisch unterstützte. Ein Teil der Schuld wird König Baudouin zugeschrieben, der unter Umgehung der politischen Instanzen seine eigene postkoloniale Politik betrieben haben soll.


    Ältere Untersuchungen waren zu dem Ergebnis gekommen, dass die Tötung Lumumbas direkt von den Regierungen Belgiens und den USA angeordnet und vom amerikanischen Geheimdienst CIA und örtlichen, von Brüssel finanzierten Helfern ausgeführt wurde. Das US-amerikanische Church Committee veröffentlichte in den Jahren 1975 und 1976 Dokumente, die nahelegen, dass US-Präsident Dwight D. Eisenhower schon im August 1960 der CIA den Befehl erteilt habe, Lumumba mittels Gift zu liquidieren. So kam am 26. September ein CIA-Wissenschaftler unter dem Namen „Joseph Schneider“, bei dem es sich tatsächlich um den Leiter von MKULTRA, Sidney Gottlieb, handelte, in der kongolesischen Hauptstadt Léopoldville an, um tödliche biologische Materialien (z. B. Anthrax, Tuberkulose, Tularämie) abzuliefern.[8] Dazu führt Tim Weiner in seinem 2007 veröffentlichten Werk CIA: Die ganze Geschichte weitere Belege an.[9]


    https://de.wikipedia.org/wiki/Patrice_Lumumba
    Sag mal, was hälst du eigentlich von Slobodan Milosevic? Ich meine, schließlich war der ja voll der coole Antiimperialist, hat sich voll mit den USA angelegt und so. Zumindest ist er in linken Kreisen sehr beliebt. Die paar Albaner, die er da im Kosovo geknechtet hat, wen jucken die denn schon, oder?

  10. #90
    Avatar von Jezersko

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    Zitat Zitat von Lubenica Beitrag anzeigen
    Ok. Aber das hast du denke ich jetzt doch auch oder? Kommt auch immer auf die eigenen Fahigkeiten drauf an und auf die Umstände die gerade herrschen.

    Aber das was du und ich jetzt erwähnt haben , hat nich wirklich was mit Freiheit zu tun.
    In der Ökonomie werden keine Gesetze entdeckt, sie werden aufgestellt, von uns Menschen und sie sind gemacht. Und diese Gesetze, dieses System, diese Art der Ökonomie ist den Naturgesetzen des Menschen und des Lebens zu wider. Es entspricht nicht dem natürlichen Leben des Menschen mit seiner Kultur.
    Das wussten schon damals die alten Aborigines.
    Wirkliche Freiheit ist, etwas NICHT kaufen zu müssen. Je weniger man kauft, desto weniger Geld braucht man, desto weniger muss man sich einem bösen Arbeitgeber ausliefern, desto weniger Steuern zahlt man,...

    Fasel da nicht weiter rum von wegen Naturgesetzen, System, Ökonomie, natürliches Leben, Kultur, bla, bla, bla.

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