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Korruption: Kroatische Untiefen

Erstellt von John Wayne, 29.04.2010, 21:56 Uhr · 22 Antworten · 1.719 Aufrufe

  1. #1

    Registriert seit
    13.05.2007
    Beiträge
    18.328

    Korruption: Kroatische Untiefen

    Die Misswirtschaft bei der Hypo Alpe-Adria ist nur einer von vielen Skandalen. Handaufhalten ist eine gängige Praxis.


    Hätten sich die Dinge tatsächlich so zugetragen, wie sie ein Sachverständiger vor einem kroatischen Gericht darstellte, sie wären ein Fall für das Guinnessbuch der Rekorde: Nach der Privatisierung mehrerer Silos stellte der neue Besitzer fest, dass die Silos leer waren. 6000 Tonnen Getreide - einfach weg. Die Erklärung des Experten: Arbeiter hätten vergessen, die Silos mit Gittern abzudecken, weshalb das Getreide bis aufs letzte Korn von Tauben gefressen wurde.


    Noch abenteuerlicher als die Mär von den Vögeln, die locker den Inhalt von 300 Eisenbahnwaggons verputzt hätten, ist die Tatsache, dass sie vom Gericht anerkannt wurde. Die wegen Veruntreuung angeklagten Manager kamen straflos davon.


    Andere hatten weniger Glück. Die Serie der wegen Korruption vor Gericht stehenden Verdächtigen liest sich wie ein Who's who der kroatischen Politik und Wirtschaft. Zwei Dutzend Manager staatsnaher Betriebe, darunter der Postbank und des Energiekonzerns HEP, sind in Haft. Ex-Verteidigungsminister Roncevic ist angeklagt, bei der Anschaffung von Militär-Lkw Millionen in seine Tasche gescheffelt zu haben. Der in Untersuchungshaft sitzende Vizepremier Damir Polanec soll große Summen aus dem Lebensmittelkonzern Podravka auf seine Konten umgeleitet haben. Insgesamt, so schätzt die Weltbank, verursacht die Korruption in Kroatien jährlich Kosten von 830 Millionen Euro.



    Auch um den im Vorjahr zurückgetretenen Premier Ivo Sander zieht sich die Schlinge enger. Noch gibt es keine offiziellen Ermittlungen gegen den konservativen Ex-Regierungschef und einst guten Freund einiger ÖVP-Politiker.



    Doch nicht erst der Skandal um die Hypo Alpe-Adria, von der Sanader illegale Provisionen bezogen haben soll, rückte den einstigen Chef der HDZ-Partei ins schiefe Licht. Nahezu täglich werden neue Skandale publik, wo HDZ-Politiker Millionen schwarz verdient haben oder Verwandten und Freunden Aufträge zuschanzten.

    Zugelangt

    "Fünf bis zehn Prozent der Vertragssumme stecken sie in die eigene Tasche", schildert der österreichische Geschäftsmann G., der seit Jahren in Kroatien tätig ist, dem KURIER. Dass Sanader davon nichts wusste, gilt als ausgeschlossen. Dass er selbst kräftig zulangte, mutmaßt in Kroatien jeder. Gerüchte besagen, dass Sanader über seine Maßlosigkeit stolperte: Statt der gesellschaftlich akzeptierten zehn Prozent soll er die Schwarzgeld-Gagen auf 30 Prozent lizitiert haben. Sanader trat blitzartig ab. Als seine Nachfolgerin sagte Premierministerin Jadranka Kosor der Korruption gleich den Kampf an.

    Doch für einen Neubeginn fehlen die Voraussetzungen. "In Kroatien gab es nie einen Wechsel der Eliten", weiß der langjährige Handelsdelegierte der Wirtschaftskammer in Zagreb, Peter Hasslacher. Mit einer Ausnahme von drei Jahren ist die alte Garde der rechtskonservativen HDZ seit zwei Jahrzehnten an der Macht. Die von ihr durchdrungene Justiz und Polizei sah keinen Grund, die Fäden zwischen politischer Macht und persönlicher Bereicherung zu kappen.

    Reinemachen

    Das könnte nun anders werden: Eindringlich warnte die EU Kroatien, dass es einen Beitritt nur nach einem großen Reinemachen gibt. Ein weiteres Rumänien und Bulgarien, wo Korruption nach wie vor blüht, will man nicht akzeptieren.

    Das sei wohl der Grund, mutmaßt der österreichische Geschäftsmann G., warum so mancher kroatische Politiker hinter vorgehaltener Hand gar nicht so unglücklich ist, wenn sich der für 2012 avisierte EU-Beitritt Kroatiens noch um ein, zwei Jahre verzögert. "Dann haben sie noch Zeit, Geld zu scheffeln. Denn das wissen sie alle: Wenn Kroatien erst einmal zur EU gehört, ist es damit vorbei."





    Korruption: Kroatische Untiefen | kurier.at


    Politiker unter Verdacht | kurier.at


    "Ein Zeichen politischer Machtkämpfe" | kurier.at


    ++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++ ++++++++


    die eu muss weiter druck machen. schließlich soll kroatien nicht als ein weiteres rumänien oder bulgarien werden, sonder ein zweites luxemburg (oder noch besser israel^^)

  2. #2
    Avatar von BlackJack

    Registriert seit
    11.10.2009
    Beiträge
    65.528
    tja, die widerliche aber leider reale Kehrseite der Balkan-Medaille

  3. #3
    Avatar von Ataman

    Registriert seit
    18.04.2009
    Beiträge
    1.796
    Zitat Zitat von Dr.Mabuse Beitrag anzeigen
    die eu muss weiter druck machen.
    Ja klar, die EU ist ja auch gar nicht korrupt und so...

    Zitat Zitat von Dr.Mabuse Beitrag anzeigen
    schließlich soll kroatien nicht als ein weiteres rumänien oder bulgarien werden, sonder ein zweites luxemburg (oder noch besser israel^^)
    Der Zug ist abgefahren. Es ist wohl leider eher ein zweites Griechenland, wenn es um Schulden geht.

  4. #4
    Šaban
    Der Krieg hat alles zerstört.

  5. #5

    Registriert seit
    13.05.2007
    Beiträge
    18.328
    Zitat Zitat von Ataman Beitrag anzeigen
    Ja klar, die EU ist ja auch gar nicht korrupt und so...
    garnicht so korrupt wie russland muss es richtig heissen

  6. #6
    Avatar von Ataman

    Registriert seit
    18.04.2009
    Beiträge
    1.796
    Zitat Zitat von Dr.Mabuse Beitrag anzeigen
    garnicht so korrupt wie russland muss es richtig heissen
    Wow, das habe ich jetzt echt nicht kommen sehen.

  7. #7

    Registriert seit
    14.07.2004
    Beiträge
    9.454
    Zitat Zitat von Šaban Beitrag anzeigen
    Der Krieg hat alles zerstört.

    was hat das mit dem Krieg zu tun ?

    Daimler
    Der deutsche Automobilkonzern gab zu, Vertreter der kroatischen Regierung mit knapp fünf Millionen Euro bestochen zu haben.

    Podravka
    Im größten Lebensmittelkonzern wurden 35 Millionen Euro veruntreut. Einer der Verantwortlichen: Ex-Vizepremier Polanec.

    Hypo Alpe-Adria
    Bei der Bankübernahme und Kreditvergaben soll Ex-Premier Sanader illegale Provisionen in Millionenhöhe kassiert haben.

    Kroatische Autobahnen HAC

    Ohne an Ausschreibungen teilgenommen zu haben, bekam die Firma Skladgradnja den Löwenanteil der Aufträge. Das Unternehmen gehört Cousins von Ex-Außenminister Miomir Zuzul. Schaden: 800 Mio. Euro. Schwer unter Beschuss ist Infrastrukturminister Kalmeta.

    Kurios
    Bei der Errichtung eines öffentlichen WCs in Zagreb kam ein Freund des Bürgermeisters zum Zug. Statt der geplanten Kosten von 11.000 Euro war das stille Örtchen schließlich15-mal so teuer.

    Misswirtschaft
    Millionenverluste durch Veruntreuung gab es auch beim Energiekonzern HEP, der Postbank HPB, der Schiffswerft Brodosplit u.v.a.

    Es sind die Strukturen, die das Land schwächen und da muss die Regierung ansetzen und diesen Sumpf austrocknen.

  8. #8
    Dadi
    Podravka

    Aus der Stadt komm ich her

    Meine Tante hat vor dem Krieg dort gearbeitet...traurig was daraus wurde...

  9. #9
    Dadi
    Koprivnica Koprivnica...grade mooooooj!!

  10. #10

    Registriert seit
    16.04.2010
    Beiträge
    2.626
    Mein Opa sagt das ist normal auf dem Balkan. Wer mit Honig arbeitet schleckt sich oft die Finger ab

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