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Kosova/Kosovo-Arbeiter gegen Ausverkauf

Erstellt von Albanesi2, 28.08.2005, 21:26 Uhr · 3 Antworten · 801 Aufrufe

  1. #1

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    Kosova/Kosovo-Arbeiter gegen Ausverkauf

    http://de.indymedia.org/2005/08/124987.shtml

    Kosova/Kosovo-Arbeiter gegen Ausverkauf
    von Agron Sadiku - 13.08.2005 18:46

    Arbeiter in Drenas gegen Alferon- Konflikt um Privatisierung verschärft sich.
    Drenas-Arbeiter gegen die Firma Alferon: „ Kein Versprechen kann unsere Haltung ändern“

    Am Mittwoch den 10. August gab es in Prishtina eine Pressekonferenz der Firma Alferon. Alferon betrachtet sich als Sieger, der Ausschreibung von Ferronikel in Drenas. Obwohl Alferon 16 Millionen Euro weniger bot als die Firma Adi Nikel, bekam sie durch die AKM ( Kosova-Treuhandagentur) geleitet von dem Deutschen Joachim Rücker, den Zuschlag für Ferronikel. Der Industriegigant Ferronikel ist ein ziemlich moderner Betrieb, der erst 1980 die Produktion aufnahm. Nähere Informationen zu Ferronikel gibt es unter Kosova-Aktuell ( Rubrik Ökonomie). Die Ausschreibung zur Privatisierung erfolgte gegen den Willen der Arbeiter und der Menschen im Drenica Gebiet. Zudem hat der Ausschreibungssieg von Alferon, gegen Adi Nikel, den Gedanken an Korruption und Bestechlichkeit weiter befördert. Dem aus Deutschland stammenden Spitzenbürokraten Rücker ( er kommt aus dem Auswärtigem Amt und hat dort den Spitznamen Joogi) wird einseitige Interessenspolitik zugunsten einer Firma nachgesagt, die in „ Eurasien“ Rußland Kasachstan und dem Balkan ihren Schwerpunkt, in Sachen Mineralaufarbeitung und Energiegewinnung hat. In der Firmenleitung sitzen Angehörige der russischen Mafia-Bourgeoisie, verbunden mit englischen und deutschen Managern. Adi-Nikel hingegen gilt als albanisch-amerikanisches Unternehmen, das mit der „kerneuropäischen Achse“ nicht verbunden ist. Rücker wird unterstellt, im Rahmen zwischenimperialer Differenzen bewußt Alferon zu bevorzugen. Es gibt zudem in Kosova die Behauptung, dass für „Wirtschaftsminister Dugolli Bakschisch geflossen sein soll. Die Arbeiter sollten in diesem Spiel nicht vorkommen. Die UNMIK akzeptiert in Kosova die Gesetze aus der Milosevic Ära, nach ihnen sind die Arbeiter nur zu 20% als Aktionäre am Firmeneigentum beteiligt. Ganz im Gegensatz zu den Gesetzen wonach die Arbeiter im alten Jugoslawien Gruppeneigentümer der Firmen waren. Es macht ( durch die Akzeptanz der Milosevic Gesetze durch die UNMIK) demzufolge einen Unterschied aus, wieviel für eine Firma gezahlt wird. Allerdings fordern die Arbeiter von Ferronikel die Ingangsetzungen der Produktion auf gesellschaftlicher Basis. Die Arbeiter betrachten sich selbst als die Herren des Verfahrens. Das versetzte die UNMIK und die Firma Alferon in Panik. Herr Johannes Sitthard ( Leitender Manager von
    Alferon) versuchte deshalb am vergangenen Mittwoch, die Gemüter zu beruhigen. Er versprach den Arbeitern, „ einen guten Lohn“ und „Beschäftigung für mehr als tausend Arbeiter“.

    Wie reagierten die Arbeiter und Gewerkschafter von Ferronikel ?

    In einer Erklärung der örtlichen Metallarbeitergewerkschaft, vom 11. August, stellte der Sekretär Ferki Karaxha, fest: „ Kein Versprechen der Firma Alferon wird unsere Haltung ändern. Alles was die Firma sagt ist pure Demagogie. Wir wissen, dass die Firma in Mazedonien Produktionsanlagen erwarb und den dortigen Arbeitern einen guten Lohn versprach. In der Realität zahlen sie den dortigen Arbeitern zwischen 150 und 200 Euro. Das bescheidene Salär kommt meist unpünktlich und gewerkschaftliche Rechte akzeptiert Alferon nicht. Sie heuern und feuern nach Gusto. Alle Versprechen von Alferon haben nur mit der Tatsache zu tun, dass sie Ferronikel haben wollen.“ Weiter machte Karaxha klar, dass in Drenas und im gesamten Drenica Gebiet mit weiteren Protestaktionen zu rechnen ist, wenn die AKM nicht von dem Verkauf von Ferronikel Abstand nimmt. Karaxha sprach von Gesprächen mit anderen „ Gewerkschaftsdelegation“ um den Widerstand zu koordinieren. Karaxha machte mehr als deutlich, „man kann mit schärferen Protesten rechnen“, wenn die AKM sich nicht „korrigiert“. Am selben Tag erklärte der Leiter der Gemeinde Drenas Abdyl Krasniqi: „ Wir unterstützen voll und ganz die Metallarbeitergewerkschaft unabhängig davon welche Widerstandsform die Gewerkschaft wählt“. Vor einigen Wochen sprachen sich die gewählten Kommunalvertretungen in Drenas und Skenderaj, in öffentlicher Versammlung, gegen den Verkauf von Ferronikel aus. Internationale Beobachter warnen bereits die AKM und die „Regierung“ Kosovas davor, „den Bogen nicht zu überspannen“. In der Tat, das Drenica Gebiet ist für seinen rebellischen Geist bekannt, zudem ist in der Region Drenica die Arbeitslosigkeit besonders hoch.

  2. #2

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    Quellen: Koha Ditore, Epoka E Re 12.8.05 http://www.Kosova-Aktuell.de ( Rubrik Ökonomie)

    Anmerkung: Entschuldigen Sie BITTE wenn mein Deutsch nicht völlig fehlerfrei ist.
    Agron Sadiku



  3. #3
    Avatar von lupo-de-mare

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    Sehr guter Thread! Mal sehen was ich morgen machen kann.

    Es ist doch nur noch peinlich, wie korrupt und dreist Joschka Fischers Leute direkt mit der Russen Mafia arbeiten.

  4. #4
    Avatar von lupo-de-mare

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    Agron Sadiku könnte direkt mein Freund werden.

    Tolle Aktion gegen die West Verbrecher

    Dieser Rückers hat doch in Bosnien als Stellvertretender Protektor Leiter schon Nichts zustande gebracht und Bosnien vollkommen korrumpiert.

    Wirtschaftsentwicklung: Der Deutsche Joachim Rücker (vorher Stellvertreter des internationalen
    Gouverneurs in Sarajewo) übernimmt die von der EU geführte, vierte „Säule“ für
    Wirtschaftsentwicklung. Die Wirtschaft im Kosovo stelle sich ihm zwar als schwieriger, aber
    nicht hoffnungsloser Fall dar. Der enorm hohen Arbeitslosigkeit und den chronischen Mängeln
    bei der Stromversorgung stünden reiche Vorkommen an Braunkohle und Edelmetallen
    gegenüber. Den Wert der Bodenschätze schätzt die Weltbank auf 13,5 Milliarden Euro.

    http://fr-hessen.de/aktuelles/2005-0...cht_Kosovo.pdf

    Rebellion gegen die Privatisierung von „Ferronikel“

    "Nackte Wut, verbunden mit Protesten, richtet sich gegen die Privatisierung der Fabrik „Ferronikel“ in Drenas und im gesamten Gebiet Drenica, 40 Kilometer nördlich von Prishtina. Der Industriegigant Ferronikel soll billig an die dubiose Firma „Alferon“, deren Betreiber ihren Geschäftssitz in Kasachstan haben verhökert werden. Der Deutsche Joachim Rücker ( Leiter der Kosova Treuhandagentur) sowie der kosovarische Wirtschaftsminister Dugolli, versuchten Anfang der Woche in einer offenen Gemeinderatsitzung in Drenas ihre Entscheidung zu vertreten. Ihnen schlug Wut und Haß entgegen. Der deutsche Chef des „Vierten UNMIK Büros“ Joachim Rücker und sein Handlanger „Minister Dugolli“ mußten unter wüsten Beschimpfungen der Menschen, die Stadt Drenas verlassen. Ihr Abzug glich geradezu einer Flucht" - so beginnt der Bericht "Drenica auf den Beinen" von Agron Sadiku vom 24. Juli 2005

    Drenica auf den Beinen

    Rebellion gegen die Privatisierung von „Ferronikel“

    Nackte Wut, verbunden mit Protesten, richtet sich gegen die Privatisierung der Fabrik „Ferronikel“ in Drenas und im gesamten Gebiet Drenica, 40 Kilometer nördlich von Prishtina. Der Industriegigant Ferronikel soll billig an die dubiose Firma „Alferon“, deren Betreiber ihren Geschäftssitz in Kasachstan haben verhökert werden. Der Deutsche Joachim Rücker ( Leiter der Kosova Treuhandagentur) sowie der kosovarische Wirtschaftsminister Dugolli, versuchten Anfang der Woche in einer offenen Gemeinderatsitzung in Drenas ihre Entscheidung zu vertreten. Ihnen schlug Wut und Haß entgegen. Der deutsche Chef des „Vierten UNMIK Büros“ Joachim Rücker und sein Handlanger „Minister Dugolli“ mußten unter wüsten Beschimpfungen der Menschen, die Stadt Drenas verlassen. Ihr Abzug glich geradezu einer Flucht. Das Drenica Gebiet steht kurz vor einem allgemeinen Flächenbrand. Am Donnerstag den 21. Juli protestierten Arbeiter der Metallarbeitergewerkschaft zusammen mit vielen anderen gesellschaftlichen Gruppen durch Drenas. Auf den Plakaten war zu lesen; „ Wir verteidigen unseren Boden-Die Regierung sollte für das Volk arbeiten nicht für die eigene Tasche“. Auf der Protestkundgebung sagte der Parlamentsabgeordnete Gani Koci: „Das Volk in Drenica ist gegen die Firma „Alferon“ und den Preis den die Firma für „Ferronikel“ bezahlen will. Die Verkaufsaktion der AKM ( Treuhandagentur) hat nicht die Unterstützung der Arbeiter der Fabrik und die Einwohner Drenicas lehnen die Zwangsverkäufe vieler Grundstücke für 1. Euro pro QM

    ab.“ Vor Koci sprachen die Bürgermeister von Drenas und Skenderaj in ähnlichen Worten. In einer Rede eines Arbeiters wurde jegliche Privatisierung in Frage gestellt. Die Demonstranten und Kundgebungsteilnehmer riefen immer wieder Parolen gegen die UNMIK, gegen die „korrupte Regierung“ und es gab den Ruf „ Dugolli wieviel Millionen hast du gekriegt“. Immer wieder wurde auch gerufen „Joachim Rücker Go Home“.

    Der Streit um Ferronikel

    Der Industriegigant Ferronikel gilt als relativ moderner Komplex. Erst 1980 nahm Ferronikel die Produktion auf. In den Glanzzeiten von Ferronikel wurden 7.000 Tonnen Nickel gefördert und verarbeitet. Der Betrieb beschäftigt gegenwärtig rund 2,000 Arbeiter. Nach der Errichtung des UNMIK Protektorats setzten die von Milosevic gefeuerten Arbeiter wichtige Anlagen des Betriebes wieder instand. Die Metallarbeitergewerkschaft schätzt den Wert von Ferronikel auf mindestens 300 Millionen Euro. Den UNMIK Stellen wurden in den letzten Jahren von den Arbeitern konkrete Pläne übergeben, in dehnen stand wie die Arbeiter selbst mit einer gewissen Anschubfinanzierung die Produktion wieder aufnehmen können. All diese Vorschläge wurden von der UNMIK und der AKM ( Treuhandagentur seit Beginn von deutschen „ Nationalökonomen“ geleitet) kalt ignoriert. Selbst der gewerkschaftliche Dachverband BSPK gab den Metallarbeitern wenig Rückendeckung. Es ist demzufolge kein Zufall, dass die Metallarbeitergewerkschaft zu den sechs Einzelgewerkschaften gehört, die in scharfer Opposition zum Dachverband stehen. Dem BSPK wird die Beteiligung am Raub von Arbeitereigentum durch seine Mitarbeit in der AKM vorgeworfen. Den Fall Ferronikel nimmt auch jetzt der BSPK nicht zum Anlaß, seinen angedrohten Generalstreik gegen die unsoziale Privatisierungsorgie, die in allen Teilen Kosovas läuft endlich durchzuführen.

    Die Privatisierung von Ferronikel

    Die „Ausschreibung zum Erwerb von Ferronikel hat nach Ansicht der „Regierung“ und der AKM die Firma Alferon für sich entschieden. Diese Entscheidung schlägt selbst den normalen bürgerlichen Gepflogenheiten sowie dem „Bürgerlichem Gesetzbuch“ frontal ins Gesicht. Es gab neben Alferon noch einen zweiten Bewerber, die erfolgreiche und bekannte Firma Adi-Nikel. Das Bewerberangebot von Adi Nikel war mit 49 Millionen Euro deutlich über dem Preis den der Gewinner der Ausschreibung zahlt. Alferon will nur 33 Millionen bezahlen. Dennoch wurde Alferon bevorzugt. Der Chef der Wirtschaft in Kosova, Joachim Rücker und sein Minister rechtfertigen diese Entscheidung mit Argumenten die selbst in der bürgerlichen Wirtschaftspresse nicht mehr greifen. Offen wird Minister Dugolli von ADI-Nikel unterstellt, korrupt zu sein. Bujar Dugolli soll anläßlich bestimmter Gespräche mit Adi-Nikel, Bakschisch in Millionenhöhe verlangt haben. Deshalb will Adi Nikel das Resultat der Ausschreibung gerichtlich anfechten. Dieser Streit bedeutet für die Menschen in Drenas, weiter ohne Lohn und Brot zu sein. Die Befürworter der Privatisierung ( was auch Fakt ist) sagen durch den Verkauf an

    Alferon verlieren die Arbeiter, 3,2 Millionen Euro. In der Tat, offiziell werden die Arbeiter nicht mehr wie zu Titos Zeiten, als Gruppeneigentümer der Produktionsmittel behandelt, sondern es gilt das Enteignungsgesetz von Milosevic, welches die Arbeiter zu Aktionären machte, mit einem maximalen Anteil von 20% am Aktienpaket. Die UNMIK übernahm die Enteignungen von Milosevic und behandelt die Arbeiter als 20% Aktionäre. Aber selbst in diesem Spiel werden sie beschissen. Rebellion dagegen ist gerechtfertigt. Grundsätzlich müssen sich alle Unterdrückten und Beleidigten in Kosova wehren. Dabei sollte das Ziel sein die UNMIK aus dem Land zu jagen und diese Regierung zu stürzen. Maßgeblich müssen die Interessen der Arbeiter der Bauern der Arbeitslosen und Armen im Bund mit der studierenden Jugend sein. Gefragt ist eine mutige kosovarische Zivilgesellschaft und eine Arbeiterschaft die keinerlei Privatisierung auf ihre Kosten hinnimmt. Die Entwicklung in Drenica kann zum Fanal einer Erhebung gegen Unrecht und Ausbeutung in Kosova werden.

    Agron Sadiku, Prishtina

    Quellen-Epoka E Re Koha Ditore 19-24 Juli 2005

    http://www.labournet.de/internationa...o/drenica.html

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