Wenn die albaner in Kosova seinen Staat bekommen und ihn Sinnvoll nutzen so wird spätestens in 5 Jahren der halbe Balkan abhängig davon sein:



Kosova als Stromproduzent
von Genc Mustafa
Mittwoch, 02 August 2006
Wie der Reichtum Kosovas westlichen Konzernen profitabel zugänglich gemacht werden soll. In Kosova gibt es nur stundenweise Strom für die Bewohner. Die Strompreise liegen jedoch auf mitteleuropäischem Niveau. Die Abnehmer erhalten jedoch Stromrechnungen, als ob sie den ganzen Tag Strom erhalten würden. Die Stromversorgung ist in Kosova immer noch katastrophal, obwohl das Land mit die reichhaltigsten und besten Braunkohlevorkommen in Europa hat. Letzteres ist auch der Weltbank aufgefallen.
Seit Anfang April 2006 läuft offen die Privatisierung der Stromversorgung in Kosova. Die Investitionskosten streckt die Weltbank als Kredit vor. In einer Analyse die auf den Seiten der „Bundesagentur für Außenwirtschaft“ zu finden ist, wird von den Profitaussichten und der außenwirtschaftlichen Bedeutung des künftigen Energiesektors in Kosova geschwärmt. In der Studie des in Prishtina sitzenden Instituts „Für Minen und Mineralien“ wird mit keinem Wort die Frage aufgeworfen, inwieweit der Reichtum Kosovas seinen Bürgern zugute kommen könnte. Es geht um Profit und Kapitalverwertung. Das Feld für den neuen Rohstoff und Profitsektor bestellt die Kolonialbehörde UNMIK. Den Bürgern Kosovas wird jedes Mitspracherecht in existenziellen ökonomischen Fragen verweigert. Das ist auch notwendig, denn wenn die Gesellschaft Kosovas entscheiden könnte, würden nicht die Profitaussichten für westliche Konzerne im Mittelpunkt stehen. Ab Ende des Jahres soll unter dem Mantel der EU die Ausbeutung Kosovas organisiert werden. Dafür sind die entscheidenden Positionen bereits besetzt. Der Leiter des Instituts für „ Mineralien und Minen“ ist ein Deutscher, der Deutsche Diplomat Rücker ist im Rahmen der UNMIK- Wirtschaftsdiktator in Kosova.


Dokumentation „Bundesagentur für Außenwirtschaft“
Neues Kohlefeld als Konzession für privaten Stromproduzenten
Pristina (bfai) - Am 31.3.06 dürfte das oberste Entscheidungsgremium der Weltbank, das Board of Directors, unter anderem über ein Vorbereitungsprojekt für den Bau eines neuen Kohlekraftwerks im Kosovo entscheiden. Experten erwarten ein positives Votum. Die Weltbank will eine Studie für die Erschließung und den Bau eines neuen Kohlekraftwerks finanzieren. Damit könnte der Kosovo von der derzeitigen Position eines Nettoimporteurs von Strom zum Stromversorger der Region Südosteuropa avancieren. (Kontaktanschrift)

Wirtschaftsexperten schreiben zwei Bereichen im Kosovo enormes Entwicklungspotenzial zu, erstens dem Bergbau und zweitens der Stromerzeugung aus Braunkohle. Auf dem Territorium der südserbischen Provinz Kosovo, die seit 1999 von der UN verwaltet wird, liegen einige der reichhaltigsten und besten Vorkommen an Braunkohle in Europa. Gleichzeitig wird in den kommenden Jahren nicht nur innerhalb der Provinz die Stromnachfrage enorm anwachsen, sondern auch auf dem Balkan insgesamt. Studien der Weltbank zufolge (ESTAP I und ESTAP II) werden bis 2012 in der Region Südosteuropa zusätzliche Erzeugungskapazitäten von 4,5 GW benötigt. Das liegt auch daran, dass sich viele der Kapazitäten in der Region dem Ende ihrer Laufzeiten nähern.

Experten zufolge bietet der Kosovo mit seiner preiswerten und qualitativ hochwertigen Braunkohle ideale Voraussetzungen, um als Stromproduzent auch die Nachbarregionen mit zu versorgen. Mit moderner Kraftwerkstechnik könnte im Kosovo nach Expertenmeinung Strom mit Kosten von 2 Eurocent pro KWh erzeugt werden. Damit ergäben sich für ein 1-GW-Kraftwerk nach gängigen Preisen in der Region potenzielle Exporteinnahmen von ca. 250 Mio. Euro im Jahr. Gegenwärtig sieht die Lage allerdings anders aus. Die derzeit einsatzfähigen Kapazitäten des Strommonopolisten KEK (Korporata Enegjetike Kosoves, Kosovo Energy Corporation) belaufen sich auf ca. 800 MW und reichen nicht einmal aus, um die Stromversorgung in der Provinz selbst sicher zu stellen.

Seit Jahren ist daher der Neubau eines Kraftwerks und/oder die Rekonstruktion einiger Blöcke des Kraftwerks Kosovo A in der Diskussion. Allerdings sind die großen Geberinstitutionen nicht bereit, die Mittel für ein neues Werk als Kredite zur Verfügung zu stellen. Als ein Grund hierfür ist zu erwähnen, dass trotz massiver geberfinanzierter Investitionen in den Energiesektor im Kosovo - Schätzungen reichen von 384 Mio. Euro bis 1,2 Mrd. Euro - noch immer keine verlässliche Stromversorgung gewährleistet werden kann.

Zuletzt hat die Weltbank damit begonnen, die Neubau-Variante zu forcieren, allerdings als Konzession für private Investoren. Sie bietet an, eine Machbarkeitsstudie für die Erschließung eines Kohlefeldes sowie den Bau eines Kraftwerks zu finanzieren. Bevor die Weltbank allerdings Ende März 2006 intern im wichtigsten Entscheidungsgremium der Institution, dem Board of Directors, eine definitive Entscheidung treffen kann, müssen der Minister für Minen und Mineralien im Kosovo, Ethem Ceku, sowie der neue kosovarische Premier Agim Ceku ihr Einverständnis zu dem Projekt geben. Sowohl das Votum der Bank als auch das der beiden Politiker dürfte nach Meinung von Beobachtern positiv ausfallen.

Ein neuer Standort für Kohlefeld und Kraftwerk ist bereits identifiziert. Das geplante Feld Sibovc grenzt unmittelbar an die derzeit von der KEK genutzten Felder Mirash und Bardh an und soll etwa 800 Mio. t Braunkohle enthalten. Die Independent Commission for Mines and Minerals (ICMM), die Anfang 2005 von der UNO-Verwaltung als Bergbauregulierer und -lizenzgeber geschaffen worden ist, hat KEK eine Abbaulizenz für den Südteil des Sibovc-Feldes ausgestellt. Dieser Teil, mit geschätzten Reserven von 200 Mio. t, soll die Kohleversorgung der Kraftwerke A und B während der verbleibenden Laufzeit der Kraftwerke sicherstellen.

Derzeit speist KEK seine Kraftwerke Kosovo A und B aus den Hauptfeldern Mirash und Bardh sowie aus zwei kleineren Unterfeldern (Mirash Brand und Mirash Ost). Diese Kohlefelder sollen nach Angaben der Firma Vattenfall, welche die Felder untersucht hat, noch fünf bis sieben Jahre lang jährlich ca. 6,5 Mio. bis 7 Mio. t Braunkohle liefern können. Obwohl die Zeit drängt, ist in der Erschließung des neuen Feldes noch kein Spatenstich erfolgt. Nach Aussagen des stellvertretenden Direktors der ICMM, Rainer Hengstmann, benötigt KEK für die Erschließung des neuen Feldes ca. 170 Mio. Euro. Außerdem müsste das Dorf Hades umgesiedelt werden, das direkt auf dem Standort des neuen Feldes liegt.

Der größere Nordbereich des Sibovc-Kohlefeldes mit abbaubaren Reserven von ca. 600 Mio. t soll die Grundlage für den Neubau eines Kraftwerks bilden. Gedacht ist an die Erschließung des Kohlefelds und den Bau des Kraftwerks in Form einer Konzession an einen privaten Investor. Die von der Weltbank angebotene Studie sowie Vorbereitung und Durchführung eines entsprechenden Tenders dürfte lt. Experten etwa vier Jahre in Anspruch nehmen. Die Erschließung des Kohlefeldes und der Bau des Kraftwerks soll weitere vier Jahre in Anspruch nehmen - sodass das neue Kraftwerk frühestens in acht Jahren (2014) ans Netz gehen dürfte. Hengstmann schätzt die Investitionen für ein 1-GW-Kraftwerk auf rd. 1 Mrd. Euro. Das Kohlefeld biete Vorkommen für den Betrieb eines Kraftwerks mit Kapazitäten von bis zu 1,8 GW.

Für deutsche Unternehmen ergeben sich Chancen bei den Ausschreibungen der Beratungsleistungen für die Weltbankstudie sowie als möglicher Konzessionär. Hinzu kommen etwaige Lieferaufträge für die Erschließung des Tagebaus sowie den Bau des Kraftwerks. Den Rahmen für den Markteinstieg von privaten Stromproduzenten im Kosovo bildet das 2004 von der UNO-Verwaltung erlassene Energiegesetz. Die ebenfalls 2004 gegründete Regulierungsbehörde für den Energiesektor hat inzwischen ihre Arbeit aufgenommen.