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Das Märchen von der Austerität

Erstellt von Lorne Malvo, 19.07.2015, 21:58 Uhr · 31 Antworten · 2.939 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von Lorne Malvo

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    Das Märchen von der Austerität

    Ich möchte mal mit einem gigantischen Missverständnis aufräumen, was man hier (und anderswo) leider immer wieder liest, nämlich, dass Schäuble und Merkel dem Süden Europas eine Austeritätspolitik, also weitreichende Sparmaßnahmen, aufzwingen. Dazu mal folgende Grafik:





    Hier werden die Staatsausgaben der Krisenländer, Deutschlands, und der gesamten Eurozone relativ und inflationsbereinigt zum Stand von 2009, etwa dem Beginn der Eurokrise, angegeben. Wie man unschwer erkennen kann sind die Ausgaben Deutschlands und der Eurozone etwa gleich geblieben. Die Ausgaben Spaniens, Griechenlands, und Irlands hingegen sind extrem angestiegen, insbesondere Irland hat sich in etwas über einem Jahrzehnte mehr als verdreifacht. Ab 2010 sehen wir wieder einen leichten Abwärtstrend. Allerdings sind bspw. die Staatsausgaben von Griechenland und Spanien immer noch näher an ihrem historischen Höchststand, als sie es bspw. 2002 waren, und viel höher, als bspw. 1996. Wichtig ist auch zu erkennen, dass sie die Ausgaben auf diesem Niveau stabilisieren, einen weiteren Abwärtstrend gibt es nicht mehr. D.h. durch die Austerität wurden die Ausgaben Griechenlands wieder auf ihr Niveau von 2002 gebracht, und für die anderen Krisenländer sogar auf das von 2006/2007, also kurz vor Ausbruch der Krise. Wo genau sind hier also die brutalen Austeritätsmaßnahmen zu sehen, wenn die Ausgaben immer noch fast auf einem Allzeithoch sind? Woher kommt eigentlich das Geld, wo doch diese Staaten fast bankrott sind?

    Die Antwort ist, dass es eine echte Austerität nie gab. Wegen der Hilfskredite mussten die Südländer nie sparen. Griechenland hatte schon zum Beitritt eine Verschuldung von über 100%, hätte damals eigentlich schon strenge fiskalische Maßnahmen ergreifen müssen. Dank der Hilfskredite können die Südstaaten also immer noch auf einem Niveau Geld ausgeben, welches eigentlich viel zu hoch ist.

    Gäbe es die Hilfskredite nicht, würden die Staatsausgaben zwangsläufig auf das Niveau von ca. 96 herunterfallen.

    Also nächstes Mal, wenn ihr von Austeritätspolitik redet, dann nur in dem Kontext, dass euch Schäuble und Merkel davor bewahrt haben, und nicht, dass Schäuble und Merkel euch dazu zwingen.

  2. #2
    Avatar von babyblue

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    Die dogmatischen Ökonomen sind Teil des Problems....

  3. #3
    Avatar von Lorne Malvo

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    Ökonomen sind die Lösung, weinerliche Linke sind das Problem

    "Was wollen wir? Frührente!"
    "Wann wolle wir sie? Jetzt!"

    ^typisch linke Forderung

  4. #4
    Avatar von babyblue

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    Zitat Zitat von HAL9000 Beitrag anzeigen
    Ökonomen sind die Lösung, weinerliche Linke sind das Problem

    "Was wollen wir? Frührente!"
    "Wann wolle wir sie? Jetzt!"

    ^typisch linke Forderung
    Vllt haben die "linken" eine ausgeprägtere Libido...da braucht man halt schon auch viel, viel Zeit dafür...

    Wer will schon am Ende seines Lebens bloß gearbeitet haben.

    Hall, es gibt auch schöne Anstrengungen


    Wie lange ist es schon her, dass eine Frau zu dir folgendes gesagt hat:


  5. #5

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    Zitat Zitat von HAL9000 Beitrag anzeigen
    Ich möchte mal mit einem gigantischen Missverständnis aufräumen, was man hier (und anderswo) leider immer wieder liest, nämlich, dass Schäuble und Merkel dem Süden Europas eine Austeritätspolitik, also weitreichende Sparmaßnahmen, aufzwingen. Dazu mal folgende Grafik:


    Die Grafik sollte man auch lesen können. Nominal hat Griechenland europaweit am meisten gespart. Es wird aber nur der öffentliche und nicht der private Sektor gezeigt. Wie geht's den Menschen auf der Strasse? Wie viele sind arbeitslos? Wie vielen wurde der Lohn gekürzt? Wie viele haben die Wohnung verloren? Wie viele wurden betrieben, weil sie den Kredit nicht zurückzahlen konnten?

    Ein Teil spiegelt sich dann in der Grafik nieder, wenn dem Staat die Einnahmen (z.b. Steuern) mehr absinken, als die Ausgaben sinken. Dann hat das Sparen nichts gebracht, weil die Bilanz dann letztlich trotzdem negativ ausfällt. Das sind alles Folgen der Austeritätspolitik.

    Zitat Zitat von HAL9000 Beitrag anzeigen
    Wo genau sind hier also die brutalen Austeritätsmaßnahmen zu sehen, wenn die Ausgaben immer noch fast auf einem Allzeithoch sind? Woher kommt eigentlich das Geld, wo doch diese Staaten fast bankrott sind?
    Die Reallöhne sind in Griechenland seit Anfang der Krise um 36% gesunken.
    Das Haushaltsdefizit ist von 15% im Jahre 2009 auf 3.5% im Jahre 2014 gesunken. Kein anderes Land in Europa hat mehr gespart als GR.
    In den letzten 5 Jahren wurden etwa 16Mia. € Ausgaben gestrichen. Dabei wurden oft die Renten und Löhne der öfft. Angestellten gekürzt.
    ...

    Erzähl doch bitte nicht einfach etwas, wovon du keine Ahnung hast.

    Zitat Zitat von HAL9000 Beitrag anzeigen
    Also nächstes Mal, wenn ihr von Austeritätspolitik redet, dann nur in dem Kontext, dass euch Schäuble und Merkel davor bewahrt haben, und nicht, dass Schäuble und Merkel euch dazu zwingen.
    Der Sesselfurzer Schäuble und das Ferkel sind wirklich nicht an einer Lösung interessiert. Das einzige was sie interessiert ist, wie viel die Banken oder andere Geldgeber sie schmieren, damit sie einen TExt ablesen und nach Skript schauspielern. Ferkel setzt sich nur für ihre Geldgeber ein, Verantwortung hat sie noch nie getragen. Als Deutschland nach dem zweiten Weltkrieg Reparationszahlungen entrichten musste, waren es die Europäer die gesagt haben in Deutschland müsse endlich investiert werden und die Sparpolitik müsse beendet werden. Die Amerikaner sahen dafür einen eigenen Aufbauplan für Westeuropa, den sogenannten Marshallplan - siehe Wikipedia

    Das braucht Griechenland: INVESTITIONEN, damit es mehr Beschäftigung gibt, damit mehr Einnahmen generiert werden und damit der Haushalt endlich gewinnbringend wird und nicht defizitär durch das Kaputt-SPAREN der zentralistischen, undemokratischen EU Diktatur Brüssel!

  6. #6
    Avatar von Hellenic-Pride

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    Zitat Zitat von Slawe Beitrag anzeigen
    Die Grafik sollte man auch lesen können. Nominal hat Griechenland europaweit am meisten gespart. Es wird aber nur der öffentliche und nicht der private Sektor gezeigt. Wie geht's den Menschen auf der Strasse? Wie viele sind arbeitslos? Wie vielen wurde der Lohn gekürzt? Wie viele haben die Wohnung verloren? Wie viele wurden betrieben, weil sie den Kredit nicht zurückzahlen konnten?

    Ein Teil spiegelt sich dann in der Grafik nieder, wenn dem Staat die Einnahmen (z.b. Steuern) mehr absinken, als die Ausgaben sinken. Dann hat das Sparen nichts gebracht, weil die Bilanz dann letztlich trotzdem negativ ausfällt. Das sind alles Folgen der Austeritätspolitik.



    Die Reallöhne sind in Griechenland seit Anfang der Krise um 36% gesunken.
    Das Haushaltsdefizit ist von 15% im Jahre 2009 auf 3.5% im Jahre 2014 gesunken. Kein anderes Land in Europa hat mehr gespart als GR.
    In den letzten 5 Jahren wurden etwa 16Mia. € Ausgaben gestrichen. Dabei wurden oft die Renten und Löhne der öfft. Angestellten gekürzt.
    ...

    Erzähl doch bitte nicht einfach etwas, wovon du keine Ahnung hast.



    Der Sesselfurzer Schäuble und das Ferkel sind wirklich nicht an einer Lösung interessiert. Das einzige was sie interessiert ist, wie viel die Banken oder andere Geldgeber sie schmieren, damit sie einen TExt ablesen und nach Skript schauspielern. Ferkel setzt sich nur für ihre Geldgeber ein, Verantwortung hat sie noch nie getragen. Als Deutschland nach dem zweiten Weltkrieg Reparationszahlungen entrichten musste, waren es die Europäer die gesagt haben in Deutschland müsse endlich investiert werden und die Sparpolitik müsse beendet werden. Die Amerikaner sahen dafür einen eigenen Aufbauplan für Westeuropa, den sogenannten Marshallplan - siehe Wikipedia

    Das braucht Griechenland: INVESTITIONEN, damit es mehr Beschäftigung gibt, damit mehr Einnahmen generiert werden und damit der Haushalt endlich gewinnbringend wird und nicht defizitär durch das Kaputt-SPAREN der zentralistischen, undemokratischen EU Diktatur Brüssel!
    Korrekt. Leider verstehen das viele hier nicht, da auch viele hier einfach aus minderbemittelten Hintergründen Hass auf alles griechische haben. Der Ausbruch des zweiten Weltkrieges und die Hintergründe (parteiliche Entstehung) sollte man diesbezüglich nicht vergessen. Tun aber die meisten ...

  7. #7
    Avatar von Nikos

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    Wenn ihr Schuldige für die Krise sucht, dann blickt zu den Politikern Griechenlands von Tsipras bis Papandreu.
    Die EU hat versucht Griechenland zu retten. Nur leider will sich Griechenland nicht retten lassen und riskiert so
    einiges.

  8. #8

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    Zitat Zitat von Nikos Beitrag anzeigen
    Wenn ihr Schuldige für die Krise sucht, dann blickt zu den Politikern Griechenlands von Tsipras bis Papandreu.
    Die EU hat versucht Griechenland zu retten. Nur leider will sich Griechenland nicht retten lassen und riskiert so
    einiges.
    mit Sparprogrammen kann man einem hochverschuldeten Land nicht helfen. Wenn du bei deinem Job aufs Auto, auf anständige Kleider, auf richtiges Essen, aufs Duschen etc. verzichten müsstest, nur weil es dir dein Freund befiehlt, der dir einen Kredit gegeben hat um die Handyrechnung zu bezahlen, dann wirst du aber auch den Job verlieren, dann kannst du dir später gar nichts mehr leisten. Das ist die falsche Politik.

  9. #9
    Avatar von Achillis TH

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    Zitat Zitat von Nikos Beitrag anzeigen
    Wenn ihr Schuldige für die Krise sucht, dann blickt zu den Politikern Griechenlands von Tsipras bis Papandreu.
    Die EU hat versucht Griechenland zu retten. Nur leider will sich Griechenland nicht retten lassen und riskiert so
    einiges.
    Griechenland hat Schuld ja aber das was in den vorherigen 6 Jahren abging und noch abgehen wird ist Asozial und komischer weise sobald man in etwas investieren will blockt die EU oder besser gesagt Brüssel und Berlin warum?.

  10. #10
    Avatar von Nikos

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    Zitat Zitat von Slawe Beitrag anzeigen
    mit Sparprogrammen kann man einem hochverschuldeten Land nicht helfen.
    Ich sagte nicht, dass das Sparen Griechenland rettet. Ich sagte, dass in den Europäern die Schuldigen für die
    Krise zu sehen falsch ist.

    Die Europäer haben uns Kredite zu einem Zeitpunkt gegeben, als Griechenland vor dem Bankrott stand, uns niemand
    sonst Kredite gegeben hätte und das zu Konditionen von denen andere Länder nichtmal träumen.
    Nicht nur das. Man hat uns die Reformen, die Griechenland eigentlich selbständig schon seit Jahrzehnten hätte einführen
    müssen quasi diktiert.

    Das Sparen sollte kurzfristig Geld in die Kasse spülen, damit die Rückzahlung der Kredite auch gewährleistet ist.
    Ob das richtig war oder nicht, darüber kann man sich durchaus streiten. Da gebe ich dir auch Recht.

    Doch die eigentlichen Schuldigen sind die Politiker Griechenlands.

    Der Reformprozess ist ungenügend. Sprich die Wirtschaft kann nicht in fahrt kommen und das schon seit 5 Jahren, weil
    die Politiker ihre eigenen Interessen verfolgen. Papandreu war völlig überfordert, Samaras und Venizelos wollten keine
    Reformen sondern nur Tranchen um ihr System in Griechenland zu retten und Tsipras, der größte Trottel von allen ist erst
    nach 6 Monaten Regierung in der Realität angelangt.

    Dass es in Griechenland eine Krise gibt ist den griechischen Politikern zu verschulden. Hätten die Politiker Griechenlands
    mit dem Euro-Beitritt sich auf Reformen konzentriert, statt sich in den wirtschaftlich goldenen Jahren das eigene Konto
    in der Schweiz zu füllen, hätte Griechenland heute Norwegen sein können.

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