Übernahme wäre laut Regierungskreisen wahrscheinlich die wichtigste Investition eines österreichischen Unternehmens in Serbien

Aktuelles Mobtel-Beteiligungsverhältnis nach Schlaff-Einstieg angeblich definitiv geklärt: Serbischer Staat 49 Prozent, österreichische Investoren 51 Prozent Link
mobilkom
Wien - Nach dem Teilverkauf der serbischen Mobtel an die österreichischen Investoren Martin Schlaff, Josef Taus und Herbert Cordt wird die mobilkom Austria am Freitag offiziell die Verhandlungen mit der serbischen Regierung um die verbliebenen staatlichen Anteile aufnehmen. Dies erfuhr die APA am Donnerstag aus Regierungskreisen.


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bezahlte EinschaltungenDurch den Einstieg von Schlaff, Taus und Cordt seien nun die Eigentumsverhältnisse bei der Mobtel definitiv geklärt und damit der Weg für die mobilkom frei. Der Einstieg der mobilkom würde in Abstimmung mit Schlaff erfolgen, heißt es.

Am Freitag wird Vizekanzler und Verkehrsminister Hubert Gorbach (B) in Belgrad mit Serbiens Premier Vojislav Kostunica zusammentreffen. Für Mittags haben Gorbach und der serbische Investitionsministers Velja Ilic eine gemeinsame Pressekonferenz angesetzt.

Beteiligungsverhältnisse geklärt

Die serbische Regierung hatte ein Expertengutachten vorgelegt, wonach angeblich die staatliche Post PTT 58 Prozent der Mobtel-Anteile besessen hätte. Zugleich hatte auch die BK-Gruppe der Unternehmerfamilie Karic, die jetzt ihre Anteile an die österreichischen Investoren verkauft hat, die Mehrheit an der Mobtel beansprucht. Nach der nunmehrigen Klärung der Streitigkeiten sollen Schlaff, Taus und Cordt jetzt über 51 Prozent des Mobilfunkers und der serbische Staat über 49 Prozent verfügen. Kauft die mobilkom die serbischen Staatsanteile, wäre sie also vorerst Minderheitseigentümerin der Mobtel.

mobilkom-Chef Boris Nemsic hatte zuletzt im März erklärt, dass die Telekom Austria-Mobilfunktochter die Mobtel zur Gänze übernehmen wolle. Schlaff, Taus und Cordt waren daher als mögliche Zwischenhändler gehandelt worden. Wenn die mobilkom tatsächlich den Zuschlag für die serbischen Anteile erhalten sollte, könnte sie ihre Beteiligung vorläufig aber auch mit den österreichischen Landsleuten syndizieren. "Schlaff, Taus und Cordt sind Finanzinvestoren. Die mobilkom wäre ein strategischer Investor. Das würde gut zusammenpassen", heißt es.

Übernahme wäre "wichtige Investition

Analysten beziffern den Wert der gesamten Mobtel laut Medienberichten mit 800 Mio. Euro bis 1 Mrd. Euro. Die mobilkom hatte sich zuletzt bereit erklärt, das vier- bis sechsfache des Gewinns für eine Komplettübernahme der Mobtel zu bezahlen.

Die Übernahme wäre laut den Regierungskreisen wahrscheinlich die wichtigste Investition eines österreichischen Unternehmens in Serbien. Bisher seien vor allem österreichische Banken und Finanzdienstleister in Serbien aufgetreten. Das Beispiel Mobtel zeige, dass auch andere österreichische Firmen "mehr als bereit" seien in Serbien zu investieren. Der Verkauf der staatlichen Anteile an die mobilkom wäre außerdem ein wesentlicher Schritt in Richtung Liberalisierung des serbischen Telekommarktes und ein äußert positive Entwicklung für die weitere europäische Integration Serbiens, heißt es aus Wien. (APA)

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