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Parasiten in der Wirtschaft

Erstellt von Jannis, 24.02.2015, 21:29 Uhr · 19 Antworten · 1.819 Aufrufe

  1. #11
    Avatar von BlackJack

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    Ich verstehe nicht warum du sie in Schutz nimmst und neue Aspekte der (möglicherweise auch ungerechten) Besteuerung in die Diskussion reinnimmst, die mit dem eigentlichen Anliegen nichts zu tun haben. Es geht darum, dass sie zwar formal betrachtet "legal" handeln, aber letzendlich diese Konstrukte mit Briefkastenfirmen und ohne geringsten Betriebszweck nur aufbauen um Steuern zu vermeiden, und dabei auch noch von Ländern wie Luxemburg und Holland unterstützt werden.

    Hier amazon als Beispiel, wie die mit Hilfe Luxemburgs rumtricksen.
    Denn wer in Deutschland ein Buch oder einen Staubsauger bei Amazon kauft, bekommt seine Ware zwar oft aus einem deutschen Lager. Im Päckchen liegt dann aber eine Rechnung aus Luxemburg — von der Amazon EU Sàrl. Bei dieser Firma fließen die Gewinne aus Deutschland, Frankreich und anderen europäischen Staaten zusammen. Doch dann verschwindet dieser Profit teilweise wieder — per Überweisung an die Amazon Europe Holding Technologies SCS. Das ist die zweite Luxemburger Firma, und die hat einen entscheidenden Vorteil, weil sie die Rechtsform einer geschlossenen Kommanditgesellschaft hat: Sie muss ihre Gewinne nicht versteuern. Amazon Europe Holding Technologies SCS ist eine reine Unternehmenshülle ohne einen einzigen Mitarbeiter.
    Auch die EU-Kommission ermittelt nicht zum Spaß gegen Luxemburg im Fall amazon.

  2. #12
    Avatar von -Troy-

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    Zitat Zitat von BlackJack Beitrag anzeigen
    Ich verstehe nicht warum du sie in Schutz nimmst und neue Aspekte der (möglicherweise auch ungerechten) Besteuerung in die Diskussion reinnimmst, die mit dem eigentlichen Anliegen nichts zu tun haben. Es geht darum, dass sie zwar formal betrachtet "legal" handeln, aber letzendlich diese Konstrukte mit Briefkastenfirmen und ohne geringsten Betriebszweck nur aufbauen um Steuern zu vermeiden, und dabei auch noch von Ländern wie Luxemburg und Holland unterstützt werden.

    Hier amazon als Beispiel, wie die mit Hilfe Luxemburgs rumtricksen.


    Auch die EU-Kommission ermittelt nicht zum Spaß gegen Luxemburg im Fall amazon.
    Die Unternehmen nutzen ja auch nur bestehende Gesetzeslücken aus mit fleißiger Unterstützung der Politik.

    Bei Privatpersonen halte ich dies für moralisch verwerflicher, da es praktisch nur wohlhabende Leute tun, die absolut nicht darauf angewiesen sind.

    Unternehmen aber haben einen Konkurrenzdruck, wenn es die Konkurrenz macht und sie nicht, dann bleibt den anderen mehr Geld, dass sie das investieren und zum Ausbau usw. verwenden und einen so aus dem Wettbewerb drängen.

    Natürlich ist es moralisch zu kritisieren, aber ich sehe das Versagen zu 100% bei den Politikern. Und die sind es eben auch, die seit Jahren nichts dagegen unternehmen und stattdessen mit den Finger auf die Unternehmen zeigen.

    Die Ermittlungen der EU-Kommission werden wie alle anderen zuvor auch ins nichts führen. Wenn Gesetze "missbräuchlich" angewendet können sie irgendwie Steuern nachverlangen, aber das war es dann auch.

    Du glaubst gar nicht wie beschissen diese Gesetze teilweise erst geschrieben werden. Vieles ist so unklar, dass es praktisch dazu einlädt diese zu missbrauchen.

    Die Politiker sollten endlich aufhören irgendwelche Unternehmen als böse Komplexe darzustellen und stattdessen einfach Gesetze und Kontrollen schaffen, die so einen Scheiß unterbinden. Und dies ist eben noch nicht mal im Ansatz geschafft, ganz im Gegenteil es gibt spezielle Gesetze, die gerade dazu einladen, wie in Holland, dass Gewinne aus Vermarkteten Rechten praktisch nicht versteuert werden müssen.
    So ein scheiß Gesetz braucht niemand und ist nur von korrupten Vollidioten entwickelt worden. Auch wenn das Ausmaß dieses Gesetzes von Beginn nicht klar war, ist es einfach absolut nutzlos und ohne jeglichen Sinn.

  3. #13
    Avatar von Pholiko

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    Was moralisch verwerflicher ist, ist sowieso subjektives Empfinden. Schließe mich Blacky an und bin der Meinung, dass JEDE Art von Steuerflucht sanktioniert werden sollte.

    Dazu:

    Steuertrick von Apple: EU-Kommission könnte Milliardenstrafe verhängen - SPIEGEL ONLINE

    Zeitbombe Steuerflucht | ARTE

  4. #14
    Avatar von -Troy-

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    Zitat Zitat von Pholiko Beitrag anzeigen
    Was moralisch verwerflicher ist, ist sowieso subjektives Empfinden. Schließe mich Blacky an und bin der Meinung, dass JEDE Art von Steuerflucht sanktioniert werden sollte.

    Dazu:

    Steuertrick von Apple: EU-Kommission könnte Milliardenstrafe verhängen - SPIEGEL ONLINE

    Zeitbombe Steuerflucht | ARTE
    Es ist "Steuervermeidung" und keine "Steuerhinterziehung".

    Ich sehe das Problem nicht bei den Unternehmen, sondern bei den Gesetzen.

    Wenn Steuervermeidung jetzt bestraft werden soll und gleichzeitig Steuerverschwendung nahezu straffrei bleibt, dann weiß ich auch nicht mehr weiter.

  5. #15
    Avatar von Pholiko

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    Zitat Zitat von -Troy- Beitrag anzeigen
    Es ist "Steuervermeidung" und keine "Steuerhinterziehung".

    Ich sehe das Problem nicht bei den Unternehmen, sondern bei den Gesetzen.

    Wenn Steuervermeidung jetzt bestraft werden soll und gleichzeitig Steuerverschwendung nahezu straffrei bleibt, dann weiß ich auch nicht mehr weiter.
    Ich verstehe dich schon, jeder, der die Möglichkeit hätte, würde diese Lücken ausnutzen. Allerdings sind diese Lücken ja offensichtlich, die Politiker werden sie spätestens nach den ersten Zeitungsartikel auch kennen. Aber ob die Politiker so neutral sind? Man munkelt sie würden Lobby betreiben und kein Interesse haben diese Lücken zu schließen und damit sind die Unternehmen irgendwo doch nicht unschuldig

    Was meinst du mit Steuerverschwendung?

  6. #16
    Avatar von -Troy-

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    Zitat Zitat von Pholiko Beitrag anzeigen
    Ich verstehe dich schon, jeder, der die Möglichkeit hätte, würde diese Lücken ausnutzen. Allerdings sind diese Lücken ja offensichtlich, die Politiker werden sie spätestens nach den ersten Zeitungsartikel auch kennen. Aber ob die Politiker so neutral sind? Man munkelt sie würden Lobby betreiben und kein Interesse haben diese Lücken zu schließen und damit sind die Unternehmen irgendwo doch nicht unschuldig

    Was meinst du mit Steuerverschwendung?
    Na wenn Geld für scheiße aus dem Fenster geworfen wird. Infrastrukturen die keiner braucht, ineffiziente Behörden weiter ausgebaut werden ohne nutzen usw. vielleicht sogar unnötige Sozialleistungen, die auch noch schlecht verteilt werden.

  7. #17
    Avatar von BlackJack

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    Zitat Zitat von -Troy- Beitrag anzeigen
    Es ist "Steuervermeidung" und keine "Steuerhinterziehung".

    Ich sehe das Problem nicht bei den Unternehmen, sondern bei den Gesetzen.
    Das macht nichts, Gesetzeslücken wird es immer geben, besonders wenn man es heutzutage international betrachtet und verschiedene Länder involviert sind. Im Grunde ist es einfach: Steuertricksereien ohne geringsten Betriebszweck grundsätzlich verbieten und fertig. Dann schaut man, wo sie wieviel Gewinn gemacht haben und wie viel versteuert wurde. Die Differenz dann in den USA nachversteuern. Es wird sicher nicht immer leicht sein das nachzuweisen und erstmal einige aufwändige Gerichtsprozesse nach sich ziehen, aber in manchen Fällen wird es sich trotzdem lohnen.

    Möglicherweise wird Apple dann den kompletten Firmensitz nach Luxemburg oder China verlagern, aber darauf muss man es ankommen lassen, das könnten die sowieso jederzeit machen.

    Gebt Cäsar was des Cäsars ist.

    Wenn Steuervermeidung jetzt bestraft werden soll und gleichzeitig Steuerverschwendung nahezu straffrei bleibt, dann weiß ich auch nicht mehr weiter.
    Es ist absurd zu sagen "warum soll Apple in den USA Gewinne versteuern wenn die es sowieso wieder in Syrien verballern", deswegen ist Steuerverschwendung zwar ein hochbrisantes, aber anderes Thema.

  8. #18
    Avatar von -Troy-

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    Zitat Zitat von BlackJack Beitrag anzeigen
    Das macht nichts, Gesetzeslücken wird es immer geben, besonders wenn man es heutzutage international betrachtet und verschiedene Länder involviert sind. Im Grunde ist es einfach: Steuertricksereien ohne geringsten Betriebszweck grundsätzlich verbieten und fertig. Dann schaut man, wo sie wieviel Gewinn gemacht haben und wie viel versteuert wurde. Die Differenz dann in den USA nachversteuern. Es wird sicher nicht immer leicht sein das nachzuweisen und erstmal einige aufwändige Gerichtsprozesse nach sich ziehen, aber in manchen Fällen wird es sich trotzdem lohnen.

    Möglicherweise wird Apple dann den kompletten Firmensitz nach Luxemburg oder China verlagern, aber darauf muss man es ankommen lassen, das könnten die sowieso jederzeit machen.

    Gebt Cäsar was des Cäsars ist.


    Es ist absurd zu sagen "warum soll Apple in den USA Gewinne versteuern wenn die es sowieso wieder in Syrien verballern", deswegen ist Steuerverschwendung zwar ein hochbrisantes, aber anderes Thema.
    Man kann immer, was man ja auch tut, einfach den Umsatz besteuern.

    Wenn Apple 20 Mrd. $ Umsatz in den USA hat, dann wird ein Teil davon versteuert. Unabhängig vom tatsächlichen Gewinn. Dann ist es egal, wo der Firmensitz ist oder wohin der tatsächliche Gewinn anschließend wandert.

    Solche Ansätze gibt es bereits. Aber Apple hat, trotz aller Kritik, knapp 25% ihres Gewinns vom letzten Jahr an die Finanzämter dieser Welt abgedrückt.

  9. #19
    Avatar von Jannis

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  10. #20
    Avatar von SLO_CH86

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    Die klassische Eigentumsökonomie hat ausgedient und wer die Zeichen der Zeit realistisch deutet, wird nicht umhinkommen das zumindest im Ansatz zu bestätigen. Auch der Stellenwert der Schaffenskraft des Individuums nimmt zunehmend ab.

    Automation und Technik nehmen den Platz ein, der vorher von Menschen besetzt wurde. Waren früher die Roboter noch dazu da den Menschen zu unterstützen, wendet sich auch hier das Blatt zunehmend. Dieser Zeitgewinn und Zuwachs an Produktivität bringt dem einfachen Menschen jedoch kaum Vorteile. Eine kleine Gruppe von Oligarchen saugt all das wie ein trockener Schwamm auf.

    Der Crash kommt, oder? | IKNews

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