Tiger gibt es jetzt auch auf dem Balkan - Rumänien und Bulgarien sind ideale Türöffner für alle Märkte in Richtung Osten

Verfasser: Ansgar Lange


Bonn/Berlin – Tiger gibt es überall. Lange Zeit waren sie vor allem in Asien präsent, in Irland hat man sie gesehen, und nun findet man sie auf dem Balkan. Die „Balkantiger“ (Initiativbanking) gibt es natürlich nur im übertragenen Sinne. Der Hintergrund: Anfang nächsten Jahres stoßen Rumänien – mit etwas geographischem Mut dem Balkan zugeordnet - und Bulgarien neu zur Europäischen Union. Für mittelständische Unternehmen aus Deutschland eröffnen sich dadurch zahlreiche lukrative Geschäftschancen, berichtet Initiativbanking, das mittelstandsorientierte Wirtschafts- und Finanzmagazin der WGZ-Bank http://www.wgz-bank.de. „Mit ihrer günstigen geographischen Lage sind die Länder ein idealer Türöffner für alle Märkte Richtung Osten“, bestätigt Nicole Ewen vom Euro Info Centre (EIC) der Volksbanken Raiffeisenbanken http://www.vr-networld.de. „Es locken die niedrigen Lohnkosten und – vor allem in Rumänien – gut ausgebildete Mitarbeiter.“

„Während eine deutsche Näherin zwischen 1.800 und 2.000 Euro im Monat verdient, arbeiten die rumänischen Kolleginnen für 180 bis 200 Euro“, sagt Karl-Heinz Born, Produktionsleiter beim Bochumer Textilunternehmen Klaus Steilmann http://www.steilmann.de. Die Steilmann-Grupppe ist bereits seit mehr als 35 Jahren in Rumänien aktiv. Doch nicht nur als verlängerte Fertigungsbank sei ein Engagement in den beiden Staaten für deutsche Unternehmen interessant. In Bulgarien und Rumänien leben zusammen rund 30 Millionen Menschen, das Bruttoinlandsprodukt steigt und die Inflationsrate nähert sich recht moderaten Werten. Daher seien die beiden Länder auch ein guter Absatzmarkt. Neben den Verbrauchern setzten auch die rumänischen und bulgarischen Unternehmen verstärkt auf Produkte mit dem Gütesiegel „Made in Germany“. „In Bulgarien werden vor allem deutsche Maschinen und Anlagen sehr hoch geschätzt“, erläutert Andreas Schäfer, Leiter des Dienstleistungsbereichs bei der Deutsch-Bulgarischen Industrie- und Handelskammer in Sofia http://www.ahk-bg.org.

Die beiden Länder sind „heiß“ auf westliche Interessenten. In Bulgarien können ausländische Investoren nach den gleichen Regeln unternehmerisch tätig werden wie die Einheimischen. In Rumänien erhalten sie sogar Vergünstigungen. So werden sie zum Beispiel von der Pflicht befreit, Zollgebühren für notwendige technologische Maschinen und Ausrüstungen zu zahlen. Selbstverständlich müssen deutsche Mittelständler beachten, dass die Mentalität in den beiden Ländern anders ist als in Deutschland. Auch Jahrzehnte des Kommunismus sind nicht spurlos an den Menschen und ihren Einstellungen vorbei gegangen. „Doch das wiegt alles nicht so schwer wie die Chancen, sich in diesen baldigen EU-Beitrittsländern auch und gerade als Mittelständler zu engagieren“, lautet die Überzeugung von Mario Ohoven, Präsident des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft (BVMW) http://www.bvmwonline.de, der den Mitgliedern seines Verbandes den Schritt nach Osten erleichtern will.