Russische Investoren belagern Belgrad

Die politische Unterstützung Serbiens durch Russland könnte sich zum Vorteil russischer Investoren auswirken.

Belgrad/Moskau. Werden russische Investoren in Serbien als Dank für die Unterstützung Russlands in Sachen Kosovo bevorzugt? Derartige Behauptungen weisen die Regierungspolitiker in Belgrad und Moskau zurück. Wirtschaftsexperten und politische Beobachter sehen das zum Teil anders.
Die russische Unterstützung Serbiens bei ihrem Gebietsanspruch auf den Kosovo sei natürlich willkommen - auf russische Investitionen in Serbien habe dies aber keinen Einfluss, sagte etwa kürzlich der serbische Vize-Wirtschaftsminister Nebojsa Ciric dem WirtschaftsBlatt: "Wir schauen uns sowohl russische als auch westliche Investoren genau an. - Da wird nicht unterschieden." Kein Handel Investments für politische Unterstüztung, heisst es auch von russischer Seite. Der serbische Regierungsplan sieht vor, dass die Privatisierungen bis Ende 2008 abgeschlossen werden.
Auch wenn das ein unrealistisches Zieldatum ist, geben sich derzeit die möglichen ausländischen Investoren in Belgrad die Klinke in die Hand,allen voran die grossen russischen Wirtschaftsbosse. Neben Gazprom-Chef Alexej Miller, der sich wie berichtet für den serbischen Energiekonzern NIS interessiert und Oleg Deripaska, der ein Auge auf die Kupfermine RTB Bor geworfen hat, gab es kürzlich auch ein Treffen zwischen dem serbischen Premier Vojislav Kostunica und dem Chef der staatlichen russischen Aeroflot, Valery Okulov, der die ehemals jugoslawische Airline JAT kaufen will, berichtet die Financial Times.



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