BalkanForum - das Forum für alle Balkanesen
Erweiterte Suche
Kontakt
BalkanForum - das Forum für alle Balkanesen
Benutzerliste

Willkommen bei BalkanForum - das Forum für alle Balkanesen.
Seite 27 von 252 ErsteErste ... 172324252627282930313777127 ... LetzteLetzte
Ergebnis 261 bis 270 von 2514

Russische wirtschaftsnews

Erstellt von dragonfire, 01.02.2011, 20:36 Uhr · 2.513 Antworten · 357.916 Aufrufe

  1. #261
    Avatar von Lilith

    Registriert seit
    15.04.2010
    Beiträge
    17.016
    „Russische Finanzwelt kann expandieren“

    4. Juni 2013 Marina Maximowa, für Russland HEUTE
    Pawel Tepluchin, Hauptgeschäftsführer der Deutsche Bank Group in Russland, spricht über den Konkurrenzdruck vonseiten russischer Banken, die Reformen Jegor Gajdars und seinen Vortrag auf dem 17. Sankt Petersburger Internationalen Wirtschaftsforum.



    Hauptgeschäftsführer der Deutsche Bank Group in Russland Pawel Tepluchin. Foto: Reuters
    Russland HEUTE: Wie steht der russische Bankensektor vor dem Hintergrund der aktuellen globalen Entwicklung da?
    Gegenwärtig befindet sich der Bankensektor weltweit in einer Umbruchphase. In den USA können wir das in vollem Umfang und in Europa mit einiger Verzögerung beobachten – Russland überflügelt Europa zumindest in diesem Bereich. Das Geschäftsformat der großen russischen Banken – der VTB, der Sberbank, der Nomos-Bank und der Alfa-Bank – verändert sich.
    Früher war der Markt nach Produkttypen ausgerichtet: Unabhängig voneinander existierten Investmentbanken, Geschäftsbanken usw., inzwischen deckt jede Bank alle Bereiche ab. Dabei hat das russische Bankensystem keine schlechten Chancen, als eines der ersten zu diesem neuen Finanzkonstrukt überzugehen. Ich denke, die russische Geschäftswelt hat eine einmalige Gelegenheit: Sie kann, will und hat die einmalige Chance, weltweit zu expandieren. Zu diesem Thema spreche ich übrigens im Rahmen meines Vortrags auf dem 17. Sankt Petersburger Internationalen Wirtschaftsforum, das vom 20. bis 22. Juni stattfinden wird.

    Treten Sie zum ersten Mal auf dem Sankt Petersburger Wirtschaftsforum auf?
    Ich bin auf allen Foren gewesen. Wir sind der Meinung, dass das Sankt Petersburger Wirtschaftsforum nach dem Weltwirtschaftsforum in Davos das bedeutendste Forum der Welt ist und nehmen deshalb aktiv daran teil. In diesem Jahr werden vonseiten der Deutschen Bank mehrere Redner in verschiedenen Sitzungen teilnehmen.
    Jürgen Fitschen, Co-Vorsitzender des Vorstands und des Group Executive Committees der Deutschen Bank AG wird am Runden Tisch „Russland-Deutschland, Grundfragen der strategischen Wirtschaftspartnerschaft der beiden Länder" und der Diskussionsrunde „Entwicklung der russischen Industrie und deren Rolle in der globalen Lieferkette" teilnehmen.
    Thomas Mayer, Chefvolkswirt der Deutschen Bank AG, wird als Moderator des Runden Tischs der Ökonomen „Globale Wirtschaftsprognose" fungieren und ich trete bei der Diskussionsrunde „Aufbau von Kapazitäten für den Wettbewerb auf dem Weltmarkt" auf.

    Das heißt, die Deutsche Bank verspürt in Russland eine starke Konkurrenz vonseiten der einheimischen Player?
    In Russland war die Deutsche Bank bereits seit dem Ende des 19. Jahrhunderts tätig, später war sie eine der ersten ausländischen Banken, die im Russland der Nach-Perestrojka-Ära wiedergegründet wurde. Wettbewerb vonseiten der einheimischen Player existiert natürlich, aber in den Hauptgeschäftsfeldern nehmen wir auch weiterhin eine führende Rolle unter den ausländischen Investmentbanken ein und vergrößern ebenso den Stamm unserer Privatkunden. Und was das Valutageschäft angeht, so lässt sich nur schlecht mit uns konkurrieren, weil wir eine globale Bank mit einer sehr starken Präsenz in Russland sind.

    Sie waren früher ein aktiver Berater von Jegor Gajdar, dem Wirtschaftsminister und Ministerpräsidenten zu Beginn der Neunzigerjahre. Waren die damals durchgeführten Reformen aus Ihrer Sicht richtig?
    Ich bin sehr froh, dass ich in solch einer Übergangsphase leben konnte. Wir
    hatten eine sowjetische Bevölkerung, ein feindliches Umfeld, die Staatskasse war vollkommen leer, es bestand die Gefahr, dass das Energiesystem im gesamten Land zusammenbricht.
    Ich glaube, dass die Entscheidungen, die gefällt wurden – darunter die zur Legalisierung des Preis- und Erdölmarktes, der Privatisierung sowie des Außenhandels und des Privateigentums – erfolgreicher waren als bei einer ganzen Reihe unserer osteuropäischen Nachbarn. Unsere Reformen verliefen besser und in kürzeren Fristen. Schauen Sie sich Moldau, Tschechien, Polen, Ungarn und das Baltikum heute an: Wir haben mit ihnen zusammen beim gleichen Ausgangspunkt angefangen.

    http://russland-heute.de/wirtschaft/...ren_24109.html



  2. #262
    Avatar von Toruko-jin

    Registriert seit
    22.04.2012
    Beiträge
    15.179
    Ich habe mal eine Frage.

    Wie sieht es denn jetzt mit dem Militärhafen in Sevastopol aus. Der Vertrag läuft ja bis 2017, oder? Haben die Ukrainer sich "überreden" lassen den Militärhafen weiterhin zu vermieten und werden wenn ja, immer noch 100 Millionen Euro fällig p.a.?

  3. #263
    Avatar von Lilith

    Registriert seit
    15.04.2010
    Beiträge
    17.016
    Zitat Zitat von Toruko-jin Beitrag anzeigen
    Ich habe mal eine Frage.

    Wie sieht es denn jetzt mit dem Militärhafen in Sevastopol aus. Der Vertrag läuft ja bis 2017, oder? Haben die Ukrainer sich "überreden" lassen den Militärhafen weiterhin zu vermieten und werden wenn ja, immer noch 100 Millionen Euro fällig p.a.?
    Hi, soweit ich weiß, wurde 2010 der Vertrag verlängert, bis 2040 so um die Drehe. Dafür bekommt die Ukraine 30% Rabatt bei den Gaslieferungen.

    Russia lets China onto shelf oil projects

    June 5, 2013 Pototsky Dan, Combined report
    CNPC may soon become a key partner of Russia's oil giant Rosneft. According to the latter's press statement, the companies have agreed to work jointly on a number of Rosneft's offshore and on-shore hydrocarbon fields in Siberia and in the north of Russia.



    Source: Xinhua News AgencyState-run China National Petroleum Corporation (CNPC) may soon become a key partner of Russia's oil giant Rosneft. According to the latter's press statement, the companies have agreed to work jointly on a number of Rosneft's offshore and on-shore hydrocarbon fields in Siberia and in the north of Russia, including three shelf licence blocks in the Barents and Pechora seas. Documents to that effect were signed in Beijing on 30 May, following Rosneft CEO Igor Sechin's talks with CNPC top management.
    According to Rosneft, the Russian state-owned company and CNPC will jointly develop the West-Prinovozemelsky, Yuzhno-Russky and Medynsko-Varandeisky blocks in the Barents and Pechora seas. The on-shore part of the deal includes the major Vankor and Lodochnoe oil and gas fields in Krasnoyarsk Territory, as well as the Verkhnechonsk oil field in Irkutsk Region. It is understood that CNPC will also be granted access to four newly discovered oil fields in Irkutsk Region with combined recoverable reserves of 424.7 million tonnes. Finally, the agreement mentions the Naulskoe field in the Nenetsk Autonomous Area. Rosneft was awarded the Naulskoe licence two years ago.

    Alexei Kokin, a senior oil and gas analyst at UralSib Financial Corporation, is convinced that CNPC will get a small share in the aforementioned joint projects. Nikolai Podlevskikh, head of the research department at Zerich Capital Management, assumes that the Chinese partner will end up either holding a minority interest in the fields or helping to operate them.
    "One way or the other, their role will be auxiliary," says Podlevskikh. "I believe [that CNPC will be given] access to oil fields of traditional types. It is true that Rosneft has been talking a lot about the possibility of producing oil on the Bazhenov formation for example, and that China appears to be interested in such projects. The problem is that China does not yet have its own shale-oil extraction expertise, so inviting it to work there would not be entirely productive. As far as traditional oil fields are concerned however, the Chinese could indeed help with funding, personnel, technology, and so on."
    Economist Andrey Parshev says he can understand Russia's interest in the "lucrative financial offer made by China", but warns that from the strategic perspective, "allowing China to enter Russian oil fields would be a mistake". He explains: "China is interested in Russia economically, because Russia both produces hydrocarbons and supplies them to the Chinese market. If [Chinese companies] are allowed to be doing this for us then we will lose their interest and respect.
    "The Chinese are interested in steady supplies, this is why they want to maintain a presence at the oil extraction points. But we must realise that it is a wrong policy [to let Chinese companies near Russian oil fields]. I believe our government should intervene."
    Expert Dmitry Abzalov of the Centre for Current Politics says Rosneft is aiming to secure a balance in its cooperation with the partners in the West (ExxonMobil and BP) and in the East (CNPC).
    "It is for this purpose that Sechin travels to China and other Southeast Asian countries," Abzalov notes. "China is seriously interested in joint oil production: it is running out of cheap coal and has to diversify its energy sources. This is the true reason for China's interest.
    "The agreement with China gives Rosneft a secret weapon in its potential energy talks with South Korea and Japan. Now that China, their main rival in the region, has been granted access to the Russian shelf, these two countries may take an interest in working jointly with Russia on the Kamchatka shelf. In this case [Rosneft] will have some room for bargaining."
    Experts describe Rosneft's interest in the Asian market as being fairly logical but note that Asia will hardly become the primary export customer for the Russian giant any time soon. "Asia will certainly be an important market, but it is highly unlikely that Rosneft will be selling half of its [annual] output of 200 million tonnes to that region," says Kokin. "In fact, I don't think Rosneft will be exporting more than a quarter of its yearly output to Asia. Half of the company's overall exports, tops; the rest will be going to Europe."

    Abzalov concurs: "It is obvious that Rosneft is diversifying its exports and turning increasingly towards the Asian markets. Nevertheless, Western Europe is still within the scope of Rosneft's interests. The company is trying to balance out its risks. China pays less for crude but at the same time it is prepared to invest more. The European oil prices are higher but much of the revenue stays in Europe. This is why, apart from negotiating supplies, Rosneft also develops associated infrastructure and builds filling stations overseas: the company is trying to get as close to the end user as possible in order to increase its operating margin."
    In other words, Europe will remain the primary consumer of Russian oil for the foreseeable future. On the other hand, as supplies to China continue to ramp up, Asia should also come into Rosneft's focus of interest. On 29 May, Rosneft and Japan's INPEX signed an agreement to jointly develop the Magadan-2 and Magadan-3 licence blocks on the Sea of Okhotsk shelf. At the same time the Russian company intends to invite other foreign partners to work on Russia's shelf together. These could include the US-based ExxonMobil, Italy's ENI and Statoil of Norway.

    Russia lets China onto shelf oil projects | Russia Beyond The Headlines ASIA



  4. #264
    Avatar von Damien

    Registriert seit
    22.02.2013
    Beiträge
    6.602
    Image-Kampagne: Kreml entdeckt Entwicklungshilfe

    Laut Quellen beauftragte Präsident Wladimir Putin im Mai eine für das Ausland zuständige Agentur Rossotrudnitschestwo um eine „Soft Power“-Strategie auszutüfteln. Als Vorbild diene die US-Agentur für internationale Entwicklung (USAID), die vor kurzem aus Russland ausgewiesen wurde.



    Der Kreml gibt jedes Jahr zunehmend mehr Geld für diese Zwecke aus: 2004 belief sich die Summe auf 100 Millionen Dollar. In diesem Jahr sollen es etwa 500 Millionen Dollar sein. 60 bis 80 Prozent dieser Gelder fließen in internationale Projekte. Russlands größter Beitrag von mehr als 50 Millionen Dollar war für soziale Programme der Weltbank bestimmt, um überwiegend Projekte in Afrika, südlich der Sahara zu finanzieren.

    „Russlands Teilnahme an dieser Projekten ist nahezu unbekannt: In Afrika weiß niemand, dass es sich um Hilfe aus Russland handelt", sagte ein Experte. Außerdem werden die Entscheidungen über die Verwendung der Mittel nicht von Russland, sondern von internationalen Organisationen getroffen. „Unsere geopolitischen Konkurrenten verwenden ihre Gelder dagegen für konkrete bilaterale Projekte in den für sie wichtigen Regionen", hieß es.

    Das belegen auch die Zahlen der Weltbank: Jedes Jahr spenden die USA etwa 30 Milliarden Dollar für Entwicklungshilfeprogramme, wobei ihr Anteil an multilateralen Hilfsprojekten lediglich zwölf Prozent ausmacht. Die US-Behörden unterstützen vor allem eigene Projekte in Afghanistan, Pakistan, Irak und Kolumbien.

    Bis Ende des Jahres soll Rossotrudnitschestwo die neue Strategie für die Beteiligung an Entwicklungsprojekten präsentieren. Danach soll die Agentur eine Doktrin der russischen „Soft Power" ausarbeiten.

    Der Leiter der Agentur, Konstantin Kossatschow, bestätigte die Pläne zur Reformierung der Behörde, ohne allerdings ins Detail zu gehen. „Wir entwickeln ein Modell, das eine nützliche Verwendung jedes angelegten Rubels sowohl für das unterstützte Land als auch für Russlands Image ermöglichen wird."
    Als Beispiel führte er das Projekt zum Wiederaufbau des Berufsschulsystems in Kirgistan und Tadschikistan an. Dort werden Ausbildungsanstalten mit Lehrern und Büchern versorgt. Dadurch wird die russische Sprache stärker gefördert und der Bildungsstand der Gastarbeiter erhöht, die nach Russland kommen.

    Image-Kampagne: Kreml entdeckt Entwicklungshilfe | Russland HEUTE

  5. #265
    Avatar von Damien

    Registriert seit
    22.02.2013
    Beiträge
    6.602
    Russland schickt 2013 vier weitere Glonass-Satelliten ins All



    Russland will im Juli und im Dezember des laufenden Jahres insgesamt vier Raumapparate des Navigationssystems Glonass ins All schießen.
    „Im Juli sollen drei Glonass-Raumapparate vom Flughafen Baikonur mit einer Proton-Trägerrakete in eine Umlaufbahn gebracht werden“, teilte der Befehlshaber der russischen Luft- und Weltraumverteidigungstruppen, Alexander Golowko, nach dem erfolgreichen Start eines Militärsatelliten am Freitag vom Raumbahnhof Plessezk (Gebiet Archangelsk) Journalisten mit.


    Der Führung der Luft- und Weltraumverteidigungstruppen sei die Aufgabe gestellt worden, eine große Anzahl von Weltraumstarts durchzuführen, so Golowko.
    „Dazu gehört auch die neue Rakete Sojuz-2.1w, die beim erfolgreichen Abschluss der Feuertests im September gestartet wird. Starts von Kommunikationssatelliten sowie von Aufklärungssatelliten der Kosmos-Serie stehen ebenfalls bevor“, fügte Golowko an.



    © RIA Novosti.
    GPS + GLONASS = gemeinsame Nutzung für präzisere Ortung



    Russland schickt 2013 vier weitere Glonass-Satelliten ins All | Sicherheit und Militär | RIA Novosti

  6. #266
    Avatar von Lilith

    Registriert seit
    15.04.2010
    Beiträge
    17.016
    Arkadi Dworkowitsch: „Wir werden 
weniger abhängig von Öl und Gas“

    10. Juni 2013 Jelena Schipilowa, Russland HEUTE
    Der Vizepremier über den Einfluss von Gas und Öl auf die Wirtschaft und Rekorde des Petersburger Wirtschaftsforums.


    Vizepremier Arkadi Dworkowitsch: Wir bemühen uns, gute Bedingungen für die Entwicklung des Unternehmertums und die Akquise von Investitionen zu schaffen. Foto: Rossijskaja Gaseta.

    2011 sagten Sie, dass „in der russischen Wirtschaft die Privatwirtschaft zu wenig Platz einnimmt". Hat sich die Situation geändert?

    Ja. Russland hat ein Programm zur Privatisierung von Staatseigentum bis zum Jahr 2018 verabschiedet. Im September wurden für umgerechnet 5,2 Milliarden US-Dollar 7,58 Prozent der Aktien der größten russischen Bank, der Sberbank, verkauft. In diesem Jahr bereiten sich auf den Einstieg in den Fondsmarkt unter anderem die VTB-Bank und die Russischen Eisenbahnen RZD vor. Wir prüfen die
 Privatisierung als Instrument 
der Wettbewerbs- und Rentabilitätsverbesserung. Eine Aufstockung des Staatshaushalts ist 
unsere zweitwichtigste Aufgabe. 
Die Mittel daraus werden in langfristige Investitionsprogramme fließen.
    In letzter Zeit hat die Regierung viel über die Diversifizierung der Wirtschaft gesprochen. 2012 sank das Exportniveau im Nichtrohstoffsektor dagegen sogar um vier Prozent. Warum?
    Auch wenn der Anteil des Exports petrochemischer Produkte ein historisches Hoch erreicht hat, ist das Wachstum hier wesentlich geringer als in anderen Wirtschaftsbereichen. Die verarbeitende Industrie entwickelt sich sehr schnell, der IT-Bereich weist in den letzten zehn Jahren ein
    jährliches Wachstum von 15 bis 20 Prozent auf. Dabei hat sich der wertmäßige Anteil im Erdöl- und Erdgassektor tatsächlich erhöht, da der Erdölpreis gestiegen ist. Wenn ein Barrel Erdöl 70 bis 80 US-Dollar und nicht 105 bis 110 US-Dollar kostete, würde das Gleichgewicht sich wahrscheinlich in Richtung der Nichtrohstoffbereiche verschieben.

    Wann wird Russland sich von der Erdölabhängigkeit lösen?
    Dafür müssen die ineffektiven Wirtschaftsbereiche verkleinert und rentable Produktionsstätten geschaffen werden. Aber das geht nicht so schnell. Deshalb bemühen wir uns, gute Bedingungen für die Entwicklung des Unternehmertums und die Akquise von Investitionen zu schaffen. Wir bieten Steuervergünstigungen für diverse Wirtschaftsbereiche an – zum Beispiel für den IT-Sektor – und für die Produktion in Sonderwirtschaftszonen, wir bauen die Infrastruktur in den Technologieparks aus. Noch vor fünf Jahren war das Interesse an Investitionsprojekten in Russland gering, gegenwärtig existieren im Land bereits Hunderte von Start-ups. Wir haben den Technopark Skolkowo gegründet und damit ausländische Unternehmen hergeholt, wobei diese nicht nur in Moskau, sondern auch in Nowosibirsk, St. Petersburg, Rostow, Kasan und anderen Städten Niederlassungen haben.
    Was hält ausländische Investoren davon ab, sich in Russland sicher zu fühlen?
    Das Investieren in Russland gestaltet sich im Vergleich zu anderen Ländern aus verschiedenen Gründen schwieriger. Momentan ist es unser
    Ziel, bis zum Jahr 2018 unter die ersten zwanzig Länder auf der Rankingliste Doing Business der Weltbank vorzurücken. Schon heute ist das 
bürokratische Verfahren zur Registrierung von Unternehmen wesentlich vereinfacht.
    Wodurch können die Nachteile kompensiert werden?
    Wir haben mit einer Bevölkerung von knapp 150 Millionen Menschen einen riesigen Markt. Das zieht natürlich die Konsumgüterindustrie an. Schauen Sie nur, wie sich beispielsweise der Automobilmarkt entwickelt. Vor sieben Jahren haben führende Konzerne wie Ford, Toyota und Volkswagen damit begonnen, bei uns eigene Montagekapazitäten aufzubauen. Jetzt hat die zweite Welle der Lokalisierung begonnen, und die Unternehmen errichten Werke zur Produktion von Zulieferteilen. Bis zum März 2013 hat das Ministerium für Wirtschaftsentwicklung mit internationalen Konzernen, die weltweit
    zusammen mehr als 90 Prozent der Automobilproduktion realisieren, 
31 Abkommen zur industriellen Montage von Fahrzeugen abgeschlossen. Wobei es allerdings in anderen Brancheninsgesamt nicht so schnell geht, wie wir es gerne hätten.
    Am 20. Juni beginnt das St. Petersburg International Economical Forum, größtes Wirtschaftsforum in Osteuropa. 2011 wurde hier mit Abschlüssen im Wert von 15 Milliarden Euro ein Rekord aufgestellt. Wird dieser Wert 2013 übertroffen?
    Das Wirtschaftsforum findet nicht deshalb statt, weil irgendwelche Rekorde aufgestellt werden sollen. Es ist vor allem eine Kommunikationsplattform, auf der sich internationale und russische Unternehmen begegnen und austauschen können. Die wichtigsten Ereignisse finden normalerweise am Rande von 
Gesprächen zu konkreten Projekten und Investitionsentscheidungen statt. Und ein Abschluss erfolgt nicht im Rahmen des 
Forums, sondern erst einen Monat oder vielleicht sogar anderthalb Jahre später. In diesem Jahr werden uns unter anderem hochrangige Delegationen aus Deutschland und aus den Niederlanden besuchen. 2013 ist ja schließlich das russisch-niederländische und das russisch-deutsche Jahr. Ich denke, das Forum wird äußerst inhaltsreich.

    Arkadi Dworkowitsch:



  7. #267
    Avatar von Damien

    Registriert seit
    22.02.2013
    Beiträge
    6.602
    Autozulieferer Schaeffler eröffnet neues Werk in Uljanowsk


    Am Montag ist im russischen Uljanowsk der Grundstein für einen neuen Betrieb des deutschen Autozulieferers Schaeffler gelegt worden.
    Der Betrieb, in dem Zulieferteile für Fahrzeuge und Industrieanlagen produziert werden, liegt im Industriegebiet Sawolschje.
    Wie der Gouverneur des Gebiets Uljanowsk, Sergej Morosow, auf der 12. Deutsch-Russischen Städtepartnerkonferenz sagte, ist Deutschland der Wirtschaftspartner Nummer eins. Die deutschen Unternehmen Quarzwerke, Gildemeister und Fresenius haben in der Region bereits Fuß gefasst. Außerdem wurden Zentren von Robert Bosch, Fresenius, Paul Hartmann ins Leben gerufen. Im Februar wurde in Berlin eine Vertretung des Gebiets Uljanowsk eröffnet.

    Laut einer Mitteilung der Korporation für die Entwicklung des Gebiets Uljanowsk war das Abkommen über den Bau des Schaeffler-Werks im Dezember 2012 unterzeichnet worden. Es ist die erste Produktionsstätte des Unternehmens in Russland. „Der Betrieb für die Produktion von Automobil- und Industriekomponenten befindet sich auf 22 Hektar in der Industriezone Sawolschje“, teilte der Generaldirektor der russischen Schaeffler Manufacturing Rus GmbH, Michail Wolkow, mit.

    In Uljanowsk sollen Radnabenlager für LKW und PKW, Kupplungen, Motorkomponenten und Riemenantriebsteile hergestellt werden. Die Produktion soll 2014 beginnen. Die Investitionen in dieses Projekt werden voraussichtlich bei zwei Milliarden Rubel (umgerechnet etwa 47 Millionen Euro) liegen. Dank dieses Projekts entstehen im Gebiet Uljanowsk etwa 450 neue Arbeitsplätze.

    Schaeffler gehört zu den führenden Wälzlagerherstellern der Welt und hat mehr als 180 Betriebe in 50 Ländern mit 76 000 Beschäftigten. Der Vertrieb entfällt zu fast 60 Prozent auf die Automobilbranche. Der Jahresumsatz der Unternehmensgruppe beläuft sich auf 10,7 Milliarden Euro.

    Autozulieferer Schaeffler eröffnet neues Werk in Uljanowsk | Wirtschaft | RIA Novosti

  8. #268
    Avatar von Lilith

    Registriert seit
    15.04.2010
    Beiträge
    17.016
    Zweiundzwanzig Jahre auf dem Weg zur Modernisierung

    12. Juni 2013 Wiktor Kusmin, für Russland HEUTE
    Die russische Wirtschaft ist eine bizarre Mischung aus dem Erbe des kommunistischen Imperiums und modernem Hightech.


    Die Glastürme von Moscow City gelten als Symbol von Wandel und Modernisierung. Foto: ITAR-TASS

    2009 schrumpfte die russische Wirtschaft um fast acht Prozent, und viele Bürger sahen ihr Land auf dem Weg in den Staatsbankrott wie 1998. Damals waren ganze Industriezweige kollabiert, gingen die meisten systemrelevanten Banken pleite, und die Menschen benutzten die Rubel-Geldscheine als Notizzettel.
    Aber 2009 erwies sich: Russland hatte Lehren aus der Katastrophe der Endneunziger gezogen und begriffen, dass es entsprechend seinen Verhältnissen leben muss. Dazu gehörte, dass der Staatshaushalt 13 Jahre lang kein Defizit aufwies. Erstmals im vergangenen Jahr, zu Wahlkampfzeiten, lagen die Staatsausgaben über den Einnahmen – in einer Größenordnung von 0,1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP).

    Gegenwärtig ist Russlands Auslandsverschuldung eine der niedrigsten der Welt. Zum 1. April 2013 betrug sie laut Timur Nigmatullin, Experte der Analyseagentur Investcafé, 49,8 Milliarden US-Dollar – bei einem BIP von etwa zwei Billionen US-Dollar.

    Russland hat sich in erster Linie bei den Käufern seiner Energieträger zu bedanken. Die Gewinne aus Erdöl und Erdgas machten 2012 mehr als die Hälfte der Staatseinnahmen aus. Die Einnahmen aus Rohstoffexporten „parkt“ Russland in Sonderfonds. Mit diesem Notgroschen war es möglich, die Krise 2008/2009 relativ gut zu überstehen.
    Heute wird das Land für seinen schleppenden Transformationsprozess kritisiert unter Missachtung der Tatsache, dass hier noch vor 22 Jahren Planwirtschaft herrschte. Vieles von dem, was heute existiert, gab es damals nicht einmal ansatzweise.
    Die Banken etwa haben sich inzwischen zu einem Blutkreislauf für die Wirtschaft entwickelt. Laut Angaben der Agentur für Einlagenversicherung stieg das Gesamtvolumen der Spareinlagen zum Ende des ersten Quartals 2013 um 14,74 Billionen Rubel.
    Inzwischen verfügen 75 Prozent der Russen über Sparguthaben – der höchste Wert seit dem Ende der Sowjetunion. Noch Mitte 2005 hatte bei einer Meinungserhebung mehr als die Hälfte der Befragten angegeben, dass ihre Familie bestenfalls über geringe Rücklagen verfüge.
    In der Sowjetunion existierte auch kein Fondsmarkt. Inzwischen liegt die Gesamtkapitalisierung auf einem Niveau von 20 Billionen Rubel (500 Milliarden Euro). Kürzlich fusionierten die beiden Börsen des Landes zur Moskauer MICEX-RTS, die in diesem Frühjahr mit 4,2 Milliarden US-Dollar bewertet wurde. Das ist zwar nur ein Fünftel des Wertes der Hongkonger Börse, aber mit den Börsen in London und Tokio vergleichbar.
    Ein anderes Ergebnis der Perestroika war die positive Entwicklung des Dienstleistungssektors. Mittlerweile wird fast der gesamte Einzelhandelsumsatz privatwirtschaftlich generiert, und mehr als die Hälfte entfällt auf kleine Unternehmen.

    Vor ein paar Jahren nahm die 
Regierung die technologische 
Modernisierung des Landes in Angriff, und diverse Förderprogramme und Steuervergünstigungen gaben den Impuls für die rasche Entwicklung des IT-Sektors. Ende 2011 generierte die Internetwirtschaft 0,6 Billionen Rubel, was einem Prozent des BIP entspricht. 2012 wuchs die Branche um ungefähr 30 Prozent. Es wird erwartet, dass die Exporte von IT-Produkten in fünf bis sechs Jahren mit denen von Rüstungsgütern gleichziehen werden. Bereits heute gehört Russland, was das Volumen der IT-Dienstleistungen auf dem Binnenmarkt betrifft, mit 10,7 Milliarden US-Dollar zu den 20 größten Wirtschaftsnationen in der Welt.
    Dennoch ist der Anteil der Rohstoffsektoren am BIP gewachsen. Was allerdings an der Preisentwicklung der Rohstoffe und nicht an strukturellen Versäumnissen bezüglich der Wirtschaftsentwicklung liegt, ist der Chefökonom von VTB Capital, Maxim 
Oreschkin, überzeugt. Seiner Meinung nach war in den letzten Jahren das Wachstum außerhalb des Erdöl- und Erdgassektors preisbereinigt wesentlich größer. „Und ungeachtet des Nachfragerückgangs von Energieträgern in Europa, dem wichtigsten russischen Markt, weist die Wirtschaft des Landes doch ein – wenn auch geringes – Wachstum des BIP auf“, unterstreicht der Experte.

    Zweiundzwanzig Jahre auf dem Weg zur Modernisierung | Russland HEUTE



  9. #269
    Avatar von Damien

    Registriert seit
    22.02.2013
    Beiträge
    6.602
    Zitat Zitat von Lilith Beitrag anzeigen
    Zweiundzwanzig Jahre auf dem Weg zur Modernisierung
    Sehr schöner Bericht ich denke Russland ist auf dem richtigen Weg!

  10. #270
    Avatar von Damien

    Registriert seit
    22.02.2013
    Beiträge
    6.602
    Haushaltsrede: Putin sagt Nein zu Mehrausgaben



    Präsident Wladimir Putin hat sich gegen zusätzliche Haushaltsausgaben ausgesprochen, schreibt die Zeitung „RBC Daily“ am Freitag.
    „Das wichtigste Kriterium an unsere Haushaltspolitik ist die Förderung unseres Wirtschaftswachstums“, stellte der Kreml-Chef gestern bei seiner Haushaltsrede vor dem russischen Parlament fest. Er forderte eine effizientere Verwendung der Ausgaben und ein stabiles System, so dass die Verpflichtungen im Sozialbereich selbst bei einem Absturz der Ölpreise gesichert sind. Eine Anhebung der sozialen Ausgaben sei nur bei einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts möglich“, warnte Putin.

    Putins Haushaltsrede bedeute einen Wechsel „von einer extensiven zu einer intensiven Konzeption der Haushaltspolitik“, findet der Wirtschaftsexperte Jewssej Gurwitsch.

    „Die Ziele sind nicht durch Ressourcen abgesichert“, kritisierte Putin den Haushaltsplan. „Einzelne Programme wurden in verschiedenen Versionen gebilligt, wobei sowohl die Pläne als auch die Finanzierung unterschiedlich sind. Wenn es an Mitteln fehlt, dann müssen Prioritäten festgelegt werden.“

    Man könne heutzutage aber nicht den Brand mit Liquidität löschen, so die Ökonomin Tatjana Tischtschenko. „Subventionen in die Wirtschaft bzw. in einzelne Branchen (beispielsweise in die Autoindustrie) werden nicht mehr so effektiv wie vor einigen Jahren sein“, warnte sie.

    Trotz der zahlreichen Haushaltslöcher plant Putin keine neuen Steuererhöhungen. Nur für Luxusgüter werden sie erhöht. „Die Investoren müssen begreifen, dass es günstiger ist, Mittel anzulegen statt sie in Steueroasen zu verstecken oder für Luxuswaren auszugeben“, so der Staatschef.

    Das Wirtschaftswachstum könne durch Infrastrukturprojekte stimuliert werden, die aus dem nationalen Wohlstandsfonds mitfinanziert werden könnten. Die Verfahren zur Auswahl solcher Projekte müssten absolut transparent sein. Außerdem sollen sich Investitionen zu einem späteren Zeitpunkt auszahlen.
    Russlands Präsident forderte zudem, in drei Monaten mit der Haushaltsstrategie bis 2030 fertig zu sein. „Sollte es nötig werden, dann kann auch die langfristige Prognose der sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung korrigiert werden“, sagte er. „In der Strategie sollten jegliche Risiken bewertet werden.“

    Tischtschenko zweifelt jedoch daran, dass das Risikomanagement der russischen Behörden wirklich funktioniert. „Die Regierung beteuert, daran zu arbeiten, aber meines Erachtens klappt es nicht. Der Umfang der Haushaltsrisiken ist immer noch nicht bewertet worden“, so die Expertin.

    Die gesamte Welt befinde sich in der Krise, konstatierte Finanzminister Anton Siluanow. Die Prognosen der sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung Russlands werden immer pessimistischer. Auch die zu erwartenden Einnahmen werden zunehmend geringer. Die Ausgaben bleiben jedoch konstant hoch. Unter solchen Bedingungen sollte der Akzent auf Steuererhöhungen der sowie auf effizientere Staatsunternehmen gesetzt werden, betonte er.
    Zusätzliche Ausgaben würden grundsätzlich nicht in Frage kommen, stimmte Wirtschaftsminister Andrej Beloussow zu.

    Haushaltsrede: Putin sagt Nein zu Mehrausgaben | Zeitungen | RIA Novosti

Ähnliche Themen

  1. Russische Mafia
    Von ooops im Forum Kriminalität und Militär
    Antworten: 3
    Letzter Beitrag: 11.05.2010, 21:36
  2. Wirtschaftsnews Albanien + Kosova
    Von Taulle im Forum Wirtschaft
    Antworten: 13
    Letzter Beitrag: 27.01.2008, 15:30
  3. Bosnische Städte WirtschaftsNews
    Von bosmix im Forum Wirtschaft
    Antworten: 12
    Letzter Beitrag: 09.12.2007, 12:59
  4. Bosnische Städte WirtschaftsNews
    Von bosmix im Forum Balkan-Städte
    Antworten: 11
    Letzter Beitrag: 04.12.2007, 20:06
  5. griechische wirtschaftsnews?
    Von radeon im Forum Wirtschaft
    Antworten: 3
    Letzter Beitrag: 01.11.2007, 18:37