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russisches angebot erniedrigend....

Erstellt von skenderbegi, 29.12.2007, 16:13 Uhr · 13 Antworten · 1.033 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von skenderbegi

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    russisches angebot erniedrigend....

    Serbiens Wirtschaftsminister: "Russisches Angebot erniedrigend"
    Im Schatten der sich abzeichnenden Entwicklung der Unabhängigkeit des Kosovos, liegt inzwischen ein russisches "Angebot" für das serbische Energie Unternehmen NIS vor. Serbiens Wirtschaftsminister, Mladan Dinkic, hat dieses "Angebot" wie folgt kommentiert:

    Dinkić: Russian NIS offer humiliating

    So wie es aussieht, will Gazprom weniger als die Hälfte des Marktpreises zahlen. Der Verweis Dinkic, dass Gazprom gerade mal den Preis von RK Beograd zahlen will, ist für die Größe von NIS in der Tat eine Erniedrigung. Man konnte damit rechnen, dass Russland seine Unterstützung für den Ausverkauf Serbiens wertvollsten Unternehmen nutzen wird, das dies aber dann doch so offensichtlich erfolgt, sodass auch serbische Regierungsvertreter zu solch deutlichen Worten finden müssen, überrascht doch etwas.

    Man kann sich auch die anderen Punkte anschauen. Gazprom will nicht einmal die mindest Umweltstandards erfüllen. Das mag in der sibirischen Tundra eventuell funktionieren (wobei auch schon dort von massiven ökologischen Schäden zu berichten ist), Mitten in Europa jedoch ist das alles andere als hinnehmbar.

    Dann wäre noch die Pipeline wovon bisweilen die Rede ist. Russland scheint sich dennoch nicht auf die Route durch Serbien (eine von drei möglichen) festlegen zu wollen. Es ist erstaunlich, dass es dazu keine verbindlichen Zusagen von Gazprom gibt, bzw. diese nicht gestellt werden. Allerdings wäre dies auch selbst bei Bewerkstelligung alles andere als eine sichere Angelegenheit, da auch Weißrussland und die Ukraine Pipelines besitzen, die von Russland je nach Gutdünken zugedreht wurden, sollten die Regierungen in Kiew und Minsk nicht den Willen Moskaus entsprechen. Dabei waren diese Länder auch einst sehr starke Verbündete Russlands.

    Es ist ziemlich bezeichnend wie Russland hier mit seinen angeblichen Verbündeten umgeht. An für sich bestätigt dieses Verhalten nur die Vergangenheit. Allerdings ist diese Dreistigkeit schon bemerkenswert. Ich habe mir mal die Mühe gemacht russische Quellen bezüglich Dinkic Aussagen zu finden. Wem wundert's, es war absolut nichts zu finden. Ria, welches gewöhnliches jeden noch so unbedeutenden Lokalpolitiker zitiert solange er/sie eine pro-russische Meinung vertritt, verliert nicht ein Wort darüber, zumindest bis jetzt nicht.

    Dabei wären durchaus auch andere an NIS interessiert. OMV wollte zusammen mit dem griechischen Energiekonzern Hellenic Petroleum ein Angebot vorlegen, allerdings scheint es jetzt nicht einmal eine Ausschreibung zu geben. Anstattdessen will man NIS konkurrenzlos an Gazprom verscherbeln:

    Privatisierung: Serbien bindet sich immer enger an Russland
    Belgrad will den staatlichen Ölkonzern NIS ohne Ausschreibung an Gazprom verkaufen


    ja der grosse bruder will nur eins und zwar richtig abkassieren auf kosten der serbischen bevölkerung im namen der politik ....

  2. #2
    Avatar von lulios

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    sieht so aus als hätten kostunica und tadic den arsch in gebückter haltung beide den russen hingehalten für das nutzlose veto

  3. #3
    Avatar von skenderbegi

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    Ausrufezeichen

    Serbien: Erdölindustrie soll an Russland "verscherbelt" werden

    31.12.2007 | 11:04 | (DiePresse.com)

    Keine Umweltauflagen und ein russisches Importmonopol. Der russische Ölkonzern Gazprom wolle die serbische NIS für "Brotkrümel" kaufen, warnt der serbische Wirtschaftminister.
    (c) AP


    Die serbische Erdölindustrie soll nach Darstellung des Wirtschaftsministers Mladjan Dinkic an Russland verscherbelt werden. Das Angebot des russischen Gazprom-Konzerns von 400 Millionen Euro für 51 Prozent der Anteile an dem größten serbischen Unternehmen NIS sei "für Serbien erniedrigend", sagte Dinkic der Belgrader Zeitung "Politika" (Montagausgabe).

    Im Gegensatz zu dem erwarteten Startpreis bei einer ursprünglich geplanten öffentlichen Ausschreibung von 2,5 Milliarden Euro handle es sich bei der russischen Offerte um "Brotkrümel". "Ich bin sehr, sehr besorgt", sagte der Minister, der aus Protest gegen die Pläne der Regierung die Verhandlungsgruppe Serbiens verlassen hatte.

    Serbische Medien hatten berichtet, die Regierung wolle sich mit dem Verkauf des Erdölkomplexes an Russland für die Unterstützung Moskaus im Kampf gegen die Unabhängigkeit der abtrünnigen Provinz Kosovo bedanken.



    "Gegen gesunden Menschenverstand"

    Wirtschaftsminister Dinkic kritisierte, den Russen sollten ungerechtfertigte Sonderregelungen eingeräumt werden. So sollten die zukünftigen russischen Mehrheitseigner keinerlei Umweltauflagen erfüllen und weiter ein Importmonopol besitzen. "Das ist gegen den gesunden Menschenverstand", kritisierte er weiter. Nach Medieninformationen in Belgrad soll ein entsprechendes Abkommen zwischen Serbien und Russland schon im Januar unterschrieben werden. (Ag.)

    es spricht alles gegen den meschenverstand wenn user hier immer noch behaupten das sei ein guter deal für serbien......

    weder kohlemmässig von umweltschutz gar nicht zu reden und auch politische wie wirtschaftliche abhängigkeit ist vorgezeichnet seitens serbiens zu russland....

    nastrovje

    wiedermal schade für unsere serbische nachbarn belastet diese ein thema so verduften sich alle
    .....

    keiner will sich äussern....

    es ist einmal mehr das die realität-verweigerungs taktik beansprucht wird heisst man versucht einfach weg zusehen , lesen und sehen....

  4. #4
    cro_Kralj_Zvonimir

  5. #5
    Avatar von Lepoto

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    Zitat Zitat von skenderbegi Beitrag anzeigen
    Serbiens Wirtschaftsminister: "Russisches Angebot erniedrigend"
    Im Schatten der sich abzeichnenden Entwicklung der Unabhängigkeit des Kosovos, liegt inzwischen ein russisches "Angebot" für das serbische Energie Unternehmen NIS vor. Serbiens Wirtschaftsminister, Mladan Dinkic, hat dieses "Angebot" wie folgt kommentiert:

    Dinkić: Russian NIS offer humiliating

    So wie es aussieht, will Gazprom weniger als die Hälfte des Marktpreises zahlen. Der Verweis Dinkic, dass Gazprom gerade mal den Preis von RK Beograd zahlen will, ist für die Größe von NIS in der Tat eine Erniedrigung. Man konnte damit rechnen, dass Russland seine Unterstützung für den Ausverkauf Serbiens wertvollsten Unternehmen nutzen wird, das dies aber dann doch so offensichtlich erfolgt, sodass auch serbische Regierungsvertreter zu solch deutlichen Worten finden müssen, überrascht doch etwas.

    Man kann sich auch die anderen Punkte anschauen. Gazprom will nicht einmal die mindest Umweltstandards erfüllen. Das mag in der sibirischen Tundra eventuell funktionieren (wobei auch schon dort von massiven ökologischen Schäden zu berichten ist), Mitten in Europa jedoch ist das alles andere als hinnehmbar.

    Dann wäre noch die Pipeline wovon bisweilen die Rede ist. Russland scheint sich dennoch nicht auf die Route durch Serbien (eine von drei möglichen) festlegen zu wollen. Es ist erstaunlich, dass es dazu keine verbindlichen Zusagen von Gazprom gibt, bzw. diese nicht gestellt werden. Allerdings wäre dies auch selbst bei Bewerkstelligung alles andere als eine sichere Angelegenheit, da auch Weißrussland und die Ukraine Pipelines besitzen, die von Russland je nach Gutdünken zugedreht wurden, sollten die Regierungen in Kiew und Minsk nicht den Willen Moskaus entsprechen. Dabei waren diese Länder auch einst sehr starke Verbündete Russlands.

    Es ist ziemlich bezeichnend wie Russland hier mit seinen angeblichen Verbündeten umgeht. An für sich bestätigt dieses Verhalten nur die Vergangenheit. Allerdings ist diese Dreistigkeit schon bemerkenswert. Ich habe mir mal die Mühe gemacht russische Quellen bezüglich Dinkic Aussagen zu finden. Wem wundert's, es war absolut nichts zu finden. Ria, welches gewöhnliches jeden noch so unbedeutenden Lokalpolitiker zitiert solange er/sie eine pro-russische Meinung vertritt, verliert nicht ein Wort darüber, zumindest bis jetzt nicht.

    Dabei wären durchaus auch andere an NIS interessiert. OMV wollte zusammen mit dem griechischen Energiekonzern Hellenic Petroleum ein Angebot vorlegen, allerdings scheint es jetzt nicht einmal eine Ausschreibung zu geben. Anstattdessen will man NIS konkurrenzlos an Gazprom verscherbeln:

    Privatisierung: Serbien bindet sich immer enger an Russland
    Belgrad will den staatlichen Ölkonzern NIS ohne Ausschreibung an Gazprom verkaufen


    ja der grosse bruder will nur eins und zwar richtig abkassieren auf kosten der serbischen bevölkerung im namen der politik ....
    Moskau. Der russische Erdgasmonopolist Gazprom will den serbischen Erdölkonzern NIS übernehmen. Gazprom bietet 1 Mrd. Euro für 51 Prozent der Aktien des Unternehmens. Nach Angaben der russischen Presse hat die serbische Regierung bereits ihr Einverständnis erklärt.

    NIS braucht dringend Investitionen für die Modernisierung, daher ist die serbische Regierung an der Privatisierung des Staatsunternehmens interessiert. Neben Gazprom (Gasprom) soll sich aber u.a. auch der österreichische Ölkonzern OMV um die Übernahme von NIS beworben haben.

    Allerdings trägt nun offenbar die politische Unterstützung Belgrads durch Moskau wirtschaftliche Früchte. Russland und Serbien sollen Presseberichten zufolge bereits eine Vereinbarung über alle drei im Oktober besprochenen Projekte unterzeichnet haben.

    Demnach bekommt Gazprom für 500 Mio. Euro Barzahlung und einer Investitionsverpflichtung von weiteren 500 Mio. Euro 51 Prozent an NIS sowie 50 Prozent am Betreiber der Pipeline "Südstrom" in Serbien. Gleichzeitig werden große Gasspeicher in Serbien gebaut.

    man kann sich nun darüber streiten, ob das gut oder schlecht sein soll, genau so ob dinkic mit seiner aussage recht hat. wer weiss das schon?

    meine meinug,
    vielleicht ist der preis zu tief, vielleicht zahlt es sich mittel- und längerfristig aus auf DEN gaslieferanten schlechthin zu setzen.

    jedenfalls, ist dein üblicherweise schwachsinniger kommentar einmal mehr überflüssig.

    es gibt keine brüder sondern nur interessen. (und worin unterscheiden sich darin die russen denn zu den amis oder eu?)

    soweit ich gesehen habe, sind albaner die einzigen die von brüder labern. und dann auch bezüglich amis...hehehe....wie dämlich ist das denn??

    eu und usa können und werden niemals zulassen, dass serbien ein russischer ableger sein wird. (und das ist auch gut so). noch glaube ich nicht, dass serbien das will.
    um aber weder von der einen, noch von der anderen seite einverleibt zu werden bzw. abhängig zu sein, denke ich ist es schlau ganz einfach mit allen gute beziehungen und business zu pflegen.

    das ist ein luxus den sich serbien vielleicht aufbauen kann.
    ganz im gegensatz, zu unseren nachbarn die gar nix mehr zu melden haben.

    man wird sehen.....

  6. #6
    Avatar von skenderbegi

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    4. Januar 2008, 04:00 Uhr
    Von Thomas Roser
    Serbien macht mit Gazprom Geschäfte zum Freundschaftspreis


    Regierung will Staatsunternehmen NIS offenbar weit unter Marktwert verkaufen - Opposition spricht von Korruption

    Belgrad - Seinem Zorn ließ Serbiens brüskierter Wirtschaftsminister nach der Abstimmungs-Niederlage im Kabinett freien Lauf. Das russische Angebot für den staatlichen Erdöl-Konzern NIS sei "erniedrigend" und schädige die nationalen Interessen, erregte sich Mladen Dinkic, der Chef der wirtschaftsliberalen G17, nach der Sondersitzung des Kabinetts am vergangenen Wochenende. Mit seinem Plädoyer, die Mehrheitsbeteilung am größten Staatsunternehmen des Landes per öffentlicher Ausschreibung zu veräußern, fand der für Privatisierungen zuständige Minister bei seinen Koalitionspartnern indes kein Gehör. Sowohl die nationalkonservative DSS von Premier Vojislav Kostunica als auch die westlich orientierten Demokraten (DS) von Präsident Boris Tadic scheinen entschlossen, Gazprom zum exklusiven Partner der NIS zu machen. Und dies, obwohl deren Angebot für eine Mehrheitsbeteiligung an NIS weit unter dem von Dinkic erhofften Verkaufserlös von 2,5 Mrd. Euro liegt.
    Interesse an der NIS, die über 60 Prozent des serbischen Marktes für Erdgas, Heizöl und Treibstoffe kontrolliert, haben auch die ungarische MOL und die österreichische OMW signalisiert. Doch an einem freien Bieterwettstreit ist Gazprom nicht gelegen. Stattdessen unterbreitet der russische Konzern Belgrad das Angebot eines Energie-Abkommens, mit dessen Hilfe Serbien seinen Erdgas-Bedarf auf Jahrzehnte hinaus sicherstellen könne. Für NIS wollen die Russen laut Presseberichten einen Kaufpreis von 400 Mio. Euro berappen. Zudem stellen sie Investitionen in Höhe von weiteren 500 Mio. Euro in den Konzern bis 2012 in Aussicht. Das relativ bescheidene Angebot versüßt Gazprom mit der Aussicht, einen Arm der so genannten Southstream-Erdgaspipeline durch Serbien zu führen: Dieser könne Belgrad zusätzliche Transit-Einnahmen bescheren und dem Land in den nächsten Jahrzehnten relativ günstige Tarife sichern. Kritiker bemängeln indes, dass die Kapazität des Pipeline-Arms sich ohnehin nur zur Belieferung des heimischen Bedarf eigne: Der Löwenanteil des Gastransport werde über Ungarn und an Serbien vorbei laufen.
    Kostunicas DSS, die enge Partnerschaftsbande mit Putins "Einiges Russland" unterhält, versteht die anvisierte Veräußerung der NIS an die Gazprom offenbar auch als Dank für die russische Bruderhilfe im Kosovo-Streit. Offiziell nennen ihre Minister jedoch die Absicherung der Energiesicherheit als Grund für ihre Befürwortung des Gazprom-Deals. Die prowestliche DS hält sich als stärkste Regierungspartei mit Erklärungen zu ihrer Motivation zur Befürwortung des Gazprom-Geschäfts bislang zurück. Zum Jahresende beteuerte der um seine Wiederwahl bangende Präsident Tadic, dass er das Abkommen mit den Russen unterstützen werde, sofern "Serbien wirklich Garantien für einen stabilen Gaspreis in den nächsten 30 Jahren hat".
    Doch genau die fehlenden Garantien bezüglich des Pipeline-Deals bemängelt der Wirtschaftsminister. Das Kaufangebot der Gazprom liege nur bei einem Fünftel oder gar einem Achtel des bei einer freien Ausschreibung möglichen Erlöses und betrage gerade einmal die Hälfte des Buchwerts der NIS. Der Verkauf der NIS müsse darum aus dem Energie-Abkommen mit der Gazprom genommen und international ausgeschrieben werden, fordert Dinkic. An dem Tender könnten dann ja auch russische Investoren teilnehmen.
    Doch genau daran haben weder die Gazprom noch die Koalitionspartner der G17 Interesse. Während der Wirtschaftsminister aus Protest der nun gebildeten "Plattform" der Regierung für die bevorstehenden Verhandlungen mit den Russen fernbleibt, wollen die Beteiligten offenbar rasch Nägel mit Köpfen schaffen. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Tanjug könnte es bereits am 18. Januar in der bulgarischen Hauptstadt Sofia zur Unterzeichnung eines Regierungsabkommens zwischen Serbien und Russland kommen. In seiner Neujahrsansprache bestätigte Premier Kostunica, dass sein Kabinett an einem "strategischen Energie-Vertrag" mit Russland arbeite.
    Die Verhandlungen über die "schändliche" Gazprom-Offerte kritisiert Cedomir Jovanovic, der Chef der oppositionellen Sozialliberalen, als "Beweis für die Korruption in unserer Staatsführung". Ohnehin werde sich Belgrads geplante Morgengabe an Moskau nicht auszahlen. Jovanovic: "Selbst wenn man die NIS an Russland weggibt, wird Kosovo nicht an Serbien zurückfallen."

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    nur so als info für alle schlafmützen.....

  7. #7
    Grasdackel
    Die Russen wollen jetzt eine Gegenleistung für ihre "Loyalität" gegenüber den Serben.

  8. #8
    Avatar von Lepoto

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    Zitat Zitat von skenderbegi Beitrag anzeigen
    4. Januar 2008, 04:00 Uhr
    Von Thomas Roser
    Serbien macht mit Gazprom Geschäfte zum Freundschaftspreis


    Regierung will Staatsunternehmen NIS offenbar weit unter Marktwert verkaufen - Opposition spricht von Korruption

    Belgrad - Seinem Zorn ließ Serbiens brüskierter Wirtschaftsminister nach der Abstimmungs-Niederlage im Kabinett freien Lauf. Das russische Angebot für den staatlichen Erdöl-Konzern NIS sei "erniedrigend" und schädige die nationalen Interessen, erregte sich Mladen Dinkic, der Chef der wirtschaftsliberalen G17, nach der Sondersitzung des Kabinetts am vergangenen Wochenende. Mit seinem Plädoyer, die Mehrheitsbeteilung am größten Staatsunternehmen des Landes per öffentlicher Ausschreibung zu veräußern, fand der für Privatisierungen zuständige Minister bei seinen Koalitionspartnern indes kein Gehör. Sowohl die nationalkonservative DSS von Premier Vojislav Kostunica als auch die westlich orientierten Demokraten (DS) von Präsident Boris Tadic scheinen entschlossen, Gazprom zum exklusiven Partner der NIS zu machen. Und dies, obwohl deren Angebot für eine Mehrheitsbeteiligung an NIS weit unter dem von Dinkic erhofften Verkaufserlös von 2,5 Mrd. Euro liegt.
    Interesse an der NIS, die über 60 Prozent des serbischen Marktes für Erdgas, Heizöl und Treibstoffe kontrolliert, haben auch die ungarische MOL und die österreichische OMW signalisiert. Doch an einem freien Bieterwettstreit ist Gazprom nicht gelegen. Stattdessen unterbreitet der russische Konzern Belgrad das Angebot eines Energie-Abkommens, mit dessen Hilfe Serbien seinen Erdgas-Bedarf auf Jahrzehnte hinaus sicherstellen könne. Für NIS wollen die Russen laut Presseberichten einen Kaufpreis von 400 Mio. Euro berappen. Zudem stellen sie Investitionen in Höhe von weiteren 500 Mio. Euro in den Konzern bis 2012 in Aussicht. Das relativ bescheidene Angebot versüßt Gazprom mit der Aussicht, einen Arm der so genannten Southstream-Erdgaspipeline durch Serbien zu führen: Dieser könne Belgrad zusätzliche Transit-Einnahmen bescheren und dem Land in den nächsten Jahrzehnten relativ günstige Tarife sichern. Kritiker bemängeln indes, dass die Kapazität des Pipeline-Arms sich ohnehin nur zur Belieferung des heimischen Bedarf eigne: Der Löwenanteil des Gastransport werde über Ungarn und an Serbien vorbei laufen.
    Kostunicas DSS, die enge Partnerschaftsbande mit Putins "Einiges Russland" unterhält, versteht die anvisierte Veräußerung der NIS an die Gazprom offenbar auch als Dank für die russische Bruderhilfe im Kosovo-Streit. Offiziell nennen ihre Minister jedoch die Absicherung der Energiesicherheit als Grund für ihre Befürwortung des Gazprom-Deals. Die prowestliche DS hält sich als stärkste Regierungspartei mit Erklärungen zu ihrer Motivation zur Befürwortung des Gazprom-Geschäfts bislang zurück. Zum Jahresende beteuerte der um seine Wiederwahl bangende Präsident Tadic, dass er das Abkommen mit den Russen unterstützen werde, sofern "Serbien wirklich Garantien für einen stabilen Gaspreis in den nächsten 30 Jahren hat".
    Doch genau die fehlenden Garantien bezüglich des Pipeline-Deals bemängelt der Wirtschaftsminister. Das Kaufangebot der Gazprom liege nur bei einem Fünftel oder gar einem Achtel des bei einer freien Ausschreibung möglichen Erlöses und betrage gerade einmal die Hälfte des Buchwerts der NIS. Der Verkauf der NIS müsse darum aus dem Energie-Abkommen mit der Gazprom genommen und international ausgeschrieben werden, fordert Dinkic. An dem Tender könnten dann ja auch russische Investoren teilnehmen.
    Doch genau daran haben weder die Gazprom noch die Koalitionspartner der G17 Interesse. Während der Wirtschaftsminister aus Protest der nun gebildeten "Plattform" der Regierung für die bevorstehenden Verhandlungen mit den Russen fernbleibt, wollen die Beteiligten offenbar rasch Nägel mit Köpfen schaffen. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Tanjug könnte es bereits am 18. Januar in der bulgarischen Hauptstadt Sofia zur Unterzeichnung eines Regierungsabkommens zwischen Serbien und Russland kommen. In seiner Neujahrsansprache bestätigte Premier Kostunica, dass sein Kabinett an einem "strategischen Energie-Vertrag" mit Russland arbeite.
    Die Verhandlungen über die "schändliche" Gazprom-Offerte kritisiert Cedomir Jovanovic, der Chef der oppositionellen Sozialliberalen, als "Beweis für die Korruption in unserer Staatsführung". Ohnehin werde sich Belgrads geplante Morgengabe an Moskau nicht auszahlen. Jovanovic: "Selbst wenn man die NIS an Russland weggibt, wird Kosovo nicht an Serbien zurückfallen."

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    nur so als info für alle schlafmützen.....
    2,5mrd euro. soso....woher weiss dinkic das? wer hat ihm soviel geboten?

    das jovanovic nix anderes sagt ist klar.

    also ahnungsloser, es kann durchaus sein, dass es ein schlechter deal ist. vielleicht aber auch nicht.

    ps: natürlich hat nis nix mit kosovo zu tun. nochmals für dich, es geht um interessen und sonst gar nix.
    wieso ist das für dich so schwer das zu verstehen? es war noch nie anders auf diesem planeten.

  9. #9
    Avatar von skenderbegi

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    Zitat Zitat von Lepoto Beitrag anzeigen
    2,5mrd euro. soso....woher weiss dinkic das? wer hat ihm soviel geboten?

    das jovanovic nix anderes sagt ist klar.

    also ahnungsloser, es kann durchaus sein, dass es ein schlechter deal ist. vielleicht aber auch nicht.

    ps: natürlich hat nis nix mit kosovo zu tun. nochmals für dich, es geht um interessen und sonst gar nix.
    wieso ist das für dich so schwer das zu verstehen? es war noch nie anders auf diesem planeten.

    wie kann man nur so verblendet sein?


    warum hat es dann keine öffentliche ausschreibung gegeben wie es üblich ist in demokratischen ländern?

  10. #10

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    9
    Zitat Zitat von skenderbegi Beitrag anzeigen

    wie kann man nur so verblendet sein?


    warum hat es dann keine öffentliche ausschreibung gegeben wie es üblich ist in demokratischen ländern?

    Na und? In Smederevo wurde auch eine Firma/Fabrik ohne Ausschreibung an die U.S.A verkauft? Hat das jmd. interessiert? Nein.

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