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Streit um arktische Reserven

Erstellt von leylak, 27.01.2013, 11:51 Uhr · 8 Antworten · 1.362 Aufrufe

  1. #1
    leylak

    Streit um arktische Reserven

    Das Interesse an der Arktis als Wirtschaftsraum wächst. Das wurde auf der diesjährigen Konferenz "Arctic Frontiers" im norwegischen Tromsö erneut deutlich. Es geht um Rohstoffe und schnellere Transportwege.

    Streit um arktische Reserven | Wissen & Umwelt | DW.DE | 25.01.2013

  2. #2
    Avatar von škafiškafnjak

    Registriert seit
    19.08.2011
    Beiträge
    742
    Die Arktis wurde mal als Gebiet erklärt, bei dem nichts abgebaut wird und es so gelassen wird, wie es schon immer war.

    Aber bei der Erdölverschwenderei war es selbstverständlich, dass das Blödsinn war.

    Die sollen das Vorspiel sein lassen und schon abbauen...

  3. #3
    leylak
    Es gibt ne Art Antarktis Kommission,und genau so etwas könnte man auch für die Arktis gründen.

    Der Antarktisvertrag
    von 1961


    Vor diesem Hintergrund
    trafen sich ab Juni 1958 in Washington die Delegierten jenen 12 Nationen, die
    während des IGY zusammengearbeitet hatten. Es waren dies: Argentinien,
    Australien, Belgien, Chile, Frankreich, Grossbritannien, Japan, Neuseeland,
    Norwegen, Südafrika, UdSSR und USA. Als Ergebnis der Verhandlungen wurde am
    1.Dezember 1959 der Antarktisvertrag unterzeichnet. Er trat am 23.Juni 1961 in
    Kraft.

    Das Vertragswerk besteht aus 14 Artikeln - der Inhalt in
    Stichworten:


    Art. 1: die Antarktis dient nur friedlichen
    Zwecken
    Art. 2: uneingeschränkte wissenschaftliche Forschung und
    Zusammenarbeit sind möglich
    Art. 3: Austausch von Informationen und
    Wissenschaftlern
    Art. 4: kein ausdrücklicher Verzicht auf bisherige
    territoriale Ansprüche der Unterzeichnerstaaten, sie werden vorerst
    zurückgestellt und neue Forderungen dürfen während der Gültigkeit des Vertrages
    nicht erhoben werden
    Art. 5: Verbot jeglicher Kernwaffenversuche in der
    Antarktis und Verbot von Lagerstätten für radioaktive Abfallprodukte
    Art. 6:
    die geographischen Grenzen
    Art. 7: Ernennung von Beobachtern und Bekanntgabe
    von Stationen und Expeditionen
    Art. 8: Zuständige Gerichtsbarkeit für
    Beobachter und Wissenschaftlern
    Art. 9: Konferenzen der
    Mitgliedstaaten
    Art.10-14: Aufrechterhaltung, Verbesserung und Verwaltung des
    Vertrages

    Antarktisvertrag


  4. #4
    Avatar von Lilith

    Registriert seit
    15.04.2010
    Beiträge
    19.294
    Es gibt ja seit die Arctic Group, der neben den Anrainern auch Beobachter angehören. Deren Aufgabe ist ja u.a. die Umsetzung der Arctic Environmental Protection Strategy. In dem Rahmen gibt es auch neue Konzepte etwa zu Regeln der Erforschung etc. Und ich denke, die Bedeutung dieser Gruppe wird zukünftig zunehmen.
    Soweit ich weiß wurde jetzt diesen Monat deren neues Ständiges Sekretariat im norwegischen Tromsö eröffnet.

    Und dann gibt es ja auch noch die Commission on the Limits of the Continental Shelf. Festlandsockelgrenzkommission (schieß mich tot, so was in der Art auf jeden Fall^^) Glaub die sitzen in New York. Die achten auf die Einhaltung unter anderem der Seemeilengrenzen, auch entsprechende Forschungs- und Nutzungsrechte usw.

  5. #5
    leylak
    Es gibt keine mit dem Antarktisvertrag vergleichbare Kommision für die Arktis.Für die Arktis ist so eine Institution von viel elementarerer Wichtigkeit als mMn für die Antarktis,weil diese Region im absoluten Fokus der größten Mineralölunternehmen steht.Und diese ist nur an Ausbeutung interessiert.

    Jede Erdölförderung bzw. -bohrung birgt auch die Gefahr einer Erdölkatastrophe in sich.Und eine derartige Katastrophe würde in den Breitengraden viel schwerwiegendere Folgen für die Tierwelt und Natur haben als z.B. der BP-Skandal vor 2 1/1 Jahren im Golf von Mexiko.
    Eine bakterielle Zersetzung des Öl dauert erstens viel länger,und zweitens hätte bspw. Russland (Rostneft,Gazprom) nicht die nötigen technologoischen Ausrüstungen wie andere etabiliertere UN um die Verschmutzungen zu beseitigen.
    Auch die Tierwelt wäre irreparabel betroffen bzw. einige Tierarten würden dadurch ausgerotten werden.
    Plankton wäre als erstes vom Öl betroffen,und da dies Hauptnahrung für viele Tiere ist,würde es sich durch die gesamte Nahrungskette ziehen-Fische,Robben,Wale etc..

    Die komplette wirschaftliche Ausbeutung sollte hier verboten werden.Man ist sich noch nicht einmal sicher,wie viel Erdöl es tatsächlich gibt,ob die vermutete Menge an Erdölvorkommen sich denn überhaupt rentieren würde,die investierten Bohrkosten der UN durch die Einnahmen gedeckt werden würden.
    Allein ein Ölbohrloch kostet um die 80-100 Mio. Dollar.
    Klar,die Industrien erhoffen sich durch die Klimaerwärmung Einsparnisse in den Transportkosten.Mit der Nordost- und Nordwestpassage würde man nicht mehr auf die instabile Lage am Suez angewiesen sein und vor allem tausende von Kilometer an Stecke sparen.

  6. #6
    Avatar von Lilith

    Registriert seit
    15.04.2010
    Beiträge
    19.294
    Einen Unterschied sehe ich an der ganz unmittelbaren "physisch-territorialen" Anrainung von Staaten im Gegensatz zur Antarktis. D.h. hier wird auch eher um an bereits bestehende staatliche Territorien sich "anschließende" Territorien gefeilscht. Womit u.a. ja diese Festlandgrenzsockelkommission betraut ist. Und nun ja, was auf jeweiligen staatlichen Hoheitsgebieten passiert, ist halt eine schwierige Verhandlungssache und -basis. Ja auch jetzt schon. Wenn die Amerikaner in Alaska noch unerschlossenes potenzielles Terrain selbst in Naturschutzgebiet nutzen wollen, werden sie sich da kaum einschränken lassen. Ebenso wie eben die Russen etwa auf ihrem staatlichen Hoheitsgebiet, was ja ebenfalls "jetzt schon" auch Arktis umfasst. Sofern klimatische Bedingungen und Fördermöglichkeiten das zulassen. Und wenn nicht aus eigener Technologie, zumindest hätten Gazprom und Co. die finanziellen Möglichkeiten, sich diese dann zu kaufen.

    Man kann nur darauf hoffen, dass das Bewusstsein und der auch politische Wille zu Klima-, Umwelt- und Tierschutz doch mal zunimmt. Na ja, die Hoffnung stirbt zuletzt. Ebenso wie auf die Tatsache, dass zumindest unsere Kinder oder Kindeskinder das (langsame) Ende des Ölzeitalters erleben. Weil seine Bedeutung aufgrund der Ablösung durch andere Energieträger ebenso wie durch die Verwendung immer umweltfreundlicherer, energiesparenderer Technologie merklich abnimmt. Dieser Trend etwa auf dem europäischen Markt ist schon jetzt sichtbar und wird noch zunehmen.

  7. #7
    leylak
    Studie in Fachzeitschrift Science: Überraschend schnelle Veränderungen des
    arktischen Ökosystems bis in die Tiefsee während des Eisminimums im Sommer
    2012

    Bremen, den 14. Februar 2013.
    Riesige Mengen von Algen
    wachsen an der Unterseite des Meereises in der Zentralarktis: Die Eisalge
    Melosira arctica war im Jahr 2012 für fast die Hälfte der Primärproduktion in
    diesem Gebiet verantwortlich. Wenn das Eis abschmilzt wie während des
    Eisminimums 2012, sinken diese Algen innerhalb kurzer Zeit bis auf den
    Meeresgrund in mehreren Tausend Metern Tiefe. Tierische Tiefseebewohner wie
    Seegurken und Haarsterne fressen die Algen. Bakterien setzen um, was übrig
    bleibt und zehren dabei den Sauerstoff im Meeresboden auf. Diese kurzfristige
    Reaktion des Tiefseeökosystems auf Änderungen an der Wasseroberfläche hat ein
    multidisziplinäres Forscherteam um Prof. Dr. Antje Boetius vom
    Alfred-Wegener-Institut (AWI) und vom Max-Planck-Institut für Marine
    Mikrobiologie in Bremen jetzt in der Fachzeitschrift Science veröffentlicht.


    „Wir konnten erstmals zeigen, dass die Erwärmung und die damit verbundenen physikalischen
    Veränderungen in der Arktis schnelle Reaktionen im gesamten Ökosystem bis in die
    Tiefsee hervorrufen“, resümiert Erstautorin Boetius. Die Tiefsee galt bisher als
    träges System, das erst mit erheblicher zeitlicher Verzögerung von der globalen
    Erwärmung betroffen wäre. Dass mikrobielle Abbauprozesse am abgesunkenen
    Material aber auch in der Tiefsee innerhalb eines Jahres anoxische Flecken
    entstehen lassen, alarmiert die Forscherin: „Wir wissen noch nicht, ob wir ein
    einmaliges Phänomen beobachtet haben, oder sich das in den nächsten Jahren
    wiederholen wird.“ Aktuelle Vorhersagen gehen davon aus, dass ein eisfreier
    Sommer in der Arktis innerhalb der nächsten Jahrzehnte erreicht werden könnte.
    Boetius und Ihr Team warnen: „Wir verstehen die Funktion des arktischen
    Ökosystems mit seiner Biodiversität und Produktivität immer noch zu wenig, um
    abschätzen zu können, wie weitreichend die Veränderungen durch den schnellen
    Eisrückgang sind.“
    14.02.2013 Veränderungen in der Zentralarktis

  8. #8
    Avatar von Lilith

    Registriert seit
    15.04.2010
    Beiträge
    19.294
    Zufällig entdeckt. Die Sendung Makro auf 3sat hatte seine letzte Sendung zu diesem Thema.

    3sat - Mediathek

  9. #9
    leylak
    Auf der einen Seite in der Arktis, im gewohnten Sowjet-Stil, den Putin raushängen lassen. In der Antarktis stellt man sich gegen jeglich Beschluss für Schutzzonen. Mit diesem asozialen Verhalten macht sich Russland keine Freunde. Ich hoffe, dass die Dringlichkeit des Umweltschutzes auch Sibirien erreichen wird.


    Greenpeace-Aktivisten droht lange Haft in Russland
    Der Piraterie-Vorwurf sei absurd, sagte Greenpeace-Sprecher Christoph von Lieven. Vielmehr habe die Küstenwache mit Waffengewalt das Schiff der Umweltschutzorganisation geentert. "Wir wissen derzeit nicht, was genau an Bord passiert", sagte von Lieven. Deutsche Aktivisten seien nicht an Bord des Schiffes, das unter niederländischer Flagge fährt. "Unsere Kollegen werden gegen ihren Willen in internationalem Gewässer von der Küstenwache festgehalten. Das ist willkürliche Gewalt", sagte er. Nach Angaben der Umweltschutzorganisation wird die Crew von Bewaffneten bewacht. Das Schiff wird ab Montag in Murmansk erwartet.






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