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Wirtschaft Griechenlands - Οικονομία της Ελλάδας - Economy of Greece

Erstellt von Dikefalos, 07.06.2011, 15:51 Uhr · 6.257 Antworten · 333.662 Aufrufe

  1. #2231
    Avatar von hirndominanz

    Registriert seit
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    Beiträge
    8.313
    Zitat Zitat von economicos Beitrag anzeigen
    googel einfach wie viele "reserven" (gold, geldpappiere etc.) deutschland hat. und setz das im verhältnis zu den Auslandsschulden, nicht gesamtschulden.
    Ich muß nicht googlen.
    D ist komplett verschuldet und nur mit Tricksereien und gutem Leumund noch nicht pleite.
    Die Arbeitslosenzahlen sind geschönt,da viele Maßnahmen dort nicht mehr mitgezählt werden.
    Sehr viele Konzerne und Banken sind eigentlich pleite.
    Fast alle Kommunen haben nicht mal Geld für erforderliche Straßenbaumaßnahmen usw.usw.

    Die stehen nicht unbedingt besser da als wir Grecos.
    Sie haben aber einen besseren Ruf und haben noch Luft zum Kredit.

    Kein Land der Welt würde wahre Zahlen veröffentlichen.

    Selbst die schlechten Zahlen sind schöngelogen, damit es keine Katastrophe gibt.

  2. #2232
    Yunan
    Zitat Zitat von economicos Beitrag anzeigen
    Die wirtschaftliche Lage in Deutschland waren in den letzten Jahren, trotz Euro- Krise ausgezeichnet, vor allem in der "Jobbörse". Die ALQ ist in den letzten zwei Jahre enorm gesunken.
    Außerdem darfst du kurzfristige mit langfristige Schulden nicht verwechseln.
    Das sind Spielereien mit der Statistik. Tatsächlich leben mehr als 10 Millionen Menschen in Deutschland von Sozialhilfe oder Unterstützungszahlungen durch die Arbeitsämter. Durch bestimmte Indexierung der Parameter werden so Leute aus den Statistiken herausgerechnet, die eigentlich Leistungen im vollen Umfang oder teilweise erhalten. Das beste Beispiel sind die 1-Euro-Jobber, die z.B. in der Arbeitslosenstatistik gar nicht auftauchen.

    Rechnet man die Anzahl der Empfänger von ALG 1 und 2 zusammen, kommt man auf knapp 5 Millionen Arbeitslose. Die Anzahl der Menschen, die zusätzliche Unterstützung bekommen, ist dort nicht mit eingerechnet.

  3. #2233
    Avatar von Dikefalos

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    Beiträge
    11.749
    Na da bin ich mal gespannt.


    Schluss mit Immunität der Prominenten in Griechenland

    In einem Bericht zur Lage Griechenlands beschied Premierminister Antonis Samaras, die Immunität der Prominenten und das System der Straffreiheit der Mächtigen gehe zu Ende. In einem Artikel in der Zeitung “Typos tis Kyriakis” publizierten Artikel merkt der griechische Premierminister Antonis Samaras anlässlich des Berichts über das ausklingende Jahr an “wir widerlegten 2012 die schlimmsten Erwartungen für Griechenland, und 2013 werden wir die besten Erwartungen übertreffen. Für uns Griechen ist dieses Neujahr anders: Wir legen nicht mehr einfach nur “Rechenschaft” für die Vergangenheit ab. Wir sprengen die Fesseln mit allem, was uns zurückhielt! Wir machen nicht nur Pläne für die Zukunft. Wir bereiten Sprünge in die Zukunft vor!“ Der Premierminister teilt ebenfalls mit, die ersten drei Monate des Jahres seien kritisch und es dürfe auch nicht eine einzige Stunde Arbeit verloren gehen, und betont, die Immunität der Prominenten gehe ihrem Ende entgegen. Parallel bringt er die Überzeugung zum Ausdruck, dass diese Maßnahmen die letzten seien werden, und erklärt sich zuversichtlich, dass Griechenland abheben könne. Der gesamte Wortlaut wird nachstehend in deutscher Übersetzung wiedergegeben. Vom Rand der Katastrophe zur Anagenese des Vaterlandes

    In dem verstrichenen Jahr widerlegten wir die schlimmsten Erwartungen für Griechenland. In dem beginnenden Jahr, 2013, werden wir die besten Erwartungen für Griechenland und die Griechen übertreffen. Jeder Jahreswechsel ist eine Gelegenheit, Bericht über die Vergangenheit abzulegen und Pläne für die Zukunft zu machen. Für uns Griechen ist dieses Neujahr jedoch anders: Wir legen nicht mehr einfach nur “Rechenschaft” für die Vergangenheit ab. Wir sprengen die Fesseln mit allem, was uns zurückhielt! Wir machen nicht nur Pläne für die Zukunft. Wir bereiten Zukunftssprünge vor! In dem verstrichenen Jahr, 2012, widerlegten wir die schlimmsten Prognosen für Griechenland. Sie hatten uns “abgeschrieben”! Immer mehr nahmen vorweg, Griechenland werde versinken, isoliert werden, aus der Eurozone ausscheiden, als die “Iphigenie” Europas geopfert werden, in ein abschreckenden Beispiel für alle umgewandelt werden. Die internationalen Märkte und sogar die Wettbüros setzten auf die Katastrophe Griechenlands! Innerhalb von wenigen Monaten haben wir sie jedoch dazu gebracht, die Wette zu verlieren! Wir widerlegten die “Kassandren”. Und heute wetten immer mehr darauf, dass wir es schaffen werden. Wir haben davon überzeugt, aus der Schuldenkrise herauskommen zu können Wir stellten in der Geschichte einzigartige Kreditbedingungen sicher. Wir zeigten, dass wir Reformen und Zäsuren machen können, welche dem Land gestatten werden, wieder auf seinen Beine zu kommen, und den Griechen, ihr Schicksal in ihre Hände zu nehmen. Innerhalb von fünf Monaten wagten wir, worüber all die vergangenen Jahre niemand nachdachte. In dem verstrichenen Jahr widerlegten wir die schlimmsten Erwartungen für Griechenland. In dem beginnenden Jahr, 2013, werden wir die besten Erwartungen für Griechenland und die Griechen übertreffen.
    • Wir zahlen bereits alles, was der Staat seit drei Jahren den Bürgern schuldet.
    • Wir stellen bereits den reibungslosen Betrieb der Banken wieder her, damit es auf dem Markt Liquidität gibt.
    • Wir stellen bereits sicher, dass die Gelder, welche in den kommenden 12 Monaten in die griechische Wirtschaft fließen, mehr sein werden als jene, die ihr wegen der Austerität entzogen werden. Und dies wird zum ersten Mal seit drei Jahren geschehen …
    • Die Wettbewerbsfähigkeit des Landes macht bereits bei allen internationalen Klassifizierungs-Indizes Sprünge nach oben …
    • Die Sicherheit des Bürgers festigt sich bereits, während die ersten “Kapuzen” zu fallen begannen.
    • Es wurden bereits die ersten Maßnahmen zur Kontrolle der illegalen Immigration ergriffen, wir begannen bereits, unsere Städte “zurückzuerobern”, und die Resultate beginnen sich zu zeigen …
    • Die Immunität der “Prominenten” endet bereits, und zusammen das System der Straffreiheit der Mächtigen …

    Es hat noch viel zu geschehen. Die wichtigsten Punkte:
    • Der Neustart der Wirtschaft, mit Investitionen und Arbeitsplätzen. Damit begonnen wird, die Arbeitslosigkeit zu absorbieren.
    • Die Verwertung der Reichtum produzierenden Quellen des Landes. Damit Griechenland seinen Reichtum und seine geopolitische Position nutzt und ihm nicht mehr als “Gewicht”, aber als einem wertvollen Partner für seine Freunde begegnet wird.
    • Die Behebung der Ungerechtigkeiten, mit Priorität bei den Schwächsten und mit Schwerpunkt auf der Gesundheit, der Bildung und der unkomplizierteren, gerechten und wachstumsorientierten Besteuerung. Und wir sehen nunmehr das Phänomen, dass heute all jene auf den Erfolg des Griechen setzen, die bis gestern die Katastrophe Griechenlands vorwegnahmen!
    • Wir haben bereits ihre schlimmsten Befürchtungen widerlegt. Jetzt werden wir ihre besten Erwartungen übertreffen.
    • Alles, was wir geschafft haben, haben wir geschafft, weil wir an Griechenland und seine Zukunft glauben. Und weil wir uns auf die Einheit der griechischen Gesellschaft stützten.
    • Wir werden alles schaffen, was wir planen, sofern alle Griechen an ihre Kräfte glauben und wir in den Schwierigkeiten vereint bleiben.

    2012 war für Griechenland ein “Jahr der Wende”. Wir stoppten den Kurs in die Katastrophe und legten die Basen für den Aufschwung des Landes. 2013 wird ein “Sprungjahr” in die Zukunft sein. Für die Anagenese unseres Vaterlandes. Vereinigt entgingen wir dem Schlimmsten. Noch verbundener, werden wir das Beste schaffen …

  4. #2234
    Yunan
    Μόνο λόγια... Das ist alles Geschwätz. Ändern wird sich rein gar nichts. Ein paar Bauernopfer werden fallen, mehr nicht. Jetzt, nachdem die reichen Griechen drei Jahre lang Zeit hatten, ihr Geld in Sicherheit zu bringen, will Samaras etwas ändern? Er ist ein Helfers-Helfer, das ist Fakt. Die Situation im Land ist katastrophal und sie wird sich noch verschlimmern. Wenn nicht mit dieser, dann mit der nächsten Krise oder wenn Frankreich oder Deutschland den Löffel abgeben.

    Ein Sprungjahr soll 2013 werden? Er ist ein eiskalter Lügner. Die Wachstumsprogonosen für Griechenland waren seit Beginn der "Krise" eklatant falsch und wurden regelmäßig um mindestens 3-4 Prozent unterschritten und auch dieses Jahr wird es nicht anders sein. Offizielle Kalkulationen gehen von knapp 4% negativen Wirtschaftswachstum aus, am Ende werden es wieder 7% sein und die Spirale wird sich weiter drehen. Auf diesem Weg und ohne Konzept für die Zukunft, kann kein Land dieser Welt sich auf den Beinen halten. Samaras ist ein Verräter wie alle anderen auch.

  5. #2235
    economicos
    Ausland: Samaras wirbt im Ausland für Investitionen - badische-zeitung.de
    ....

    Doch Samaras gefällt sich auch in der Rolle des Chefdiplomaten seines Landes. Am 8. Januar wird er in Berlin erwartet – Auftakt zu einer kleinen Weltreise. Vor allem bei den Besuchen in China, Russland und Katar geht es um Investitionen. China hat sich mit dem staatseigenen Logistikkonzern Cosco bereits in Griechenland engagiert. Cosco betreibt in Piräus seit 2010 seinen größten Containerhafen außerhalb Asiens. Russische Investoren zeigen Interesse an der geplanten Privatisierung der staatlichen griechischen Gasgesellschaft Depa und des Bahnbetreibers Trainose. Katar gilt als Interessent für ein anderes Privatisierungsprojekt, die Nutzung des früheren Flughafengeländes Hellinikon.

  6. #2236
    Yunan
    540784_291153790987534_1274438699_n.jpg

    Meine Generation ist die rechte Seite.

  7. #2237

    Registriert seit
    29.12.2010
    Beiträge
    1.174
    Zitat Zitat von Yunan Beitrag anzeigen
    540784_291153790987534_1274438699_n.jpgMeine Generation ist die rechte Seite.
    die alten kann ich manchmal auch nicht verstehn. voll fest gefahren in ihren ansichten.

  8. #2238
    Yunan
    Deswegen sollte man sich auch von ihnen abgrenzen und den Weg zurückgehen, den sie eingeschlagen haben. Nicht die Dinge und Ansichten so fortführen, wie sie es getan haben

    - - - Aktualisiert - - -

    Krise in GriechenlandEine Gesellschaft stürzt ins Bodenlose

    15.12.2012 · Georg Pieper machte sich keine Illusion, als er nach Athen fuhr. Aber was der Traumatherapeut dort sah, hat die schlimmsten Befürchtungen übertroffen: Die griechische Gesellschaft explodiert unter dem Druck der Krise.
    Von MELANIE MÜHL
    ArtikelBilder (1)Lesermeinungen (144)


    © AFP
    Ein Land unter Schock: Die Familie Tsouvalakis verlor mit der Stelle des Mannes die Lebensgrundlage
    Traumata sind Georg Piepers Geschäft. Wann immer in den vergangenen Jahrzehnten eine Katastrophe über Deutschland hereinbrach, war der Traumatologe zur Stelle, das war 1988 beim Grubenunglück in Borken so, das war so bei dem ICE-Unglück in Eschede und auch beim Erfurter Amoklauf. Nach den Anschlägen in Oslo und Utøya ist Pieper nach Norwegen gereist und hat die Kollegen dort betreut. Georg Pieper weiß, was es heißt, genau hinzuschauen und die Dimension einer Katastrophe zu ermessen.
    Erst vor wenigen Wochen, im Oktober, verbrachte Pieper einige Tage in Athen, wo er Psychologen, Psychiater und Ärzte in Sachen Traumatherapie fortbildete, unentgeltlich freilich, das Land ist, wie wir alle wissen, in der Krise, weshalb sich Pieper auf einiges gefasst gemacht hatte, als er dorthin aufbrach. Doch die Realität hat seine düsteren Erwartungen übertroffen.
    Abwehrmechanismus der Politiker

    Für den deutschen Nachrichtenkonsumenten ist die Krise sehr weit weg und nicht mehr als eine ferne Bedrohung irgendwo am Horizont. Sie erschließt sich uns in allererster Linie durch Begriffe wie Rettungsschirm, Schuldenschnitt, Milliardenlöcher, Misswirtschaft, Troika, Hilfspakete, Schuldenrückkauf oder Bankenrettung, ohne dass wir verstehen würden, was all diese Wörter eigentlich bedeuten. Statt die globalen Zusammenhänge zu verstehen, sehen wir Angela Merkel in Berlin, Brüssel oder sonst wo mit ernster Miene aus dunklen Limousinen steigen, auf dem Weg zum nächsten Gipfel, wo Griechenlands und damit Europas Rettung wieder ein Stück weiter vorangebracht werden soll.
    Nur die Wahrheit erfahren wir nicht, nicht über Griechenland, nicht über Deutschland, nicht über Europa. Offenbar wagt es niemand, sie uns zu sagen. Pieper nennt das, was da gerade vor unser aller Augen geschieht, eine „gigantische Verdrängungsleistung“. Besonders der Abwehrmechanismus der Politiker funktioniere hervorragend.
    Verdoppelte Selbstmordrate

    Georg Pieper neigt nicht zum Verdrängen. Griechenland sah im Oktober 2012 für ihn folgendermaßen aus: Hochschwangere Frauen eilen bettelnd von Krankenhaus zu Krankenhaus, doch weil sie weder eine Krankenversicherung noch genügend Geld haben, will niemand ihnen helfen, ihr Kind zur Welt zu bringen. Menschen, die noch vor kurzem zur Mittelschicht zählten, sammeln in einem Athener Vorort Obst- und Gemüsereste von der Straße, Junge, Alte, Kinder, während neben ihnen die Marktstände abgebaut werden. Auf das Essen haben es allerdings auch die Tauben abgesehen.
    Ein alter Mann erzählt einem Reporter, dass er sich die Medikamente gegen seine Herzbeschwerden nicht mehr leisten kann. Seine Rente wurde wie die Rente vieler anderer um die Hälfte gekürzt. Mehr als vierzig Jahre hat er gearbeitet, er dachte, er habe alles richtig gemacht, jetzt versteht er die Welt nicht mehr. Wer in ein Krankenhaus geht, muss seine eigene Bettwäsche mitbringen, ebenso sein Essen. Seit das Putzpersonal entlassen wurde, putzen Ärzte, Schwestern und Pfleger, die seit Monaten kein Gehalt mehr bezogen haben, die Toiletten. Es fehlt an Einweghandschuhen und Kathetern. Die Europäische Union warnt angesichts der teilweise verheerenden hygienischen Bedingungen vor der Gefahr einer Ausbreitung von Infektionskrankheiten.
    Ganze Wohnblocks sind mittlerweile aus finanziellen Gründen von der Öllieferung abgeschnitten. Damit die Menschen im Winter nicht frierend in ihren Wohnungen hocken müssen, beheizen sie diese mit kleinen Öfen. Das Holz dafür schlagen sie illegal. Im Frühling dieses Jahres hat sich ein siebenundsiebzigjähriger Mann vor dem Parlament in Athen erschossen. Kurz vor seiner Tat soll er gerufen haben: „So hinterlasse ich meinen Kindern keine Schulden.“ Die Selbstmordrate hat sich in den vergangenen drei Jahren verdoppelt.
    Die Depression der Männer

    Ein Trauma ist ein Ereignis, das die Erfahrungswelt des Einzelnen bis in seine Grundfesten erschüttert. Das Erlebte ist derart übermächtig, dass es den Betroffenen in einen Strudel absoluter Hilflosigkeit zieht. Nichts ist mehr, wie es einmal war, und nichts wird jemals wieder so sein. Nur ein Zyniker spricht im Hinblick auf Griechenland noch von sozialem Abstieg. Es ist viel mehr als das: Eine Gesellschaft fällt ins Bodenlose. Wir erleben gerade eine kollektive Traumatisierung.
    „Besonders hart trifft die Krise die Männer“, sagt Pieper. Männer ziehen ihre Identität bekanntlich viel stärker als Frauen aus der Arbeit, aus ihrem Marktwert also. Aber der Marktwert der allermeisten sinkt unaufhörlich, und die Arbeit wird nicht mehr in derselben Höhe entlohnt, wie es früher der Fall war. Oft fällt sie gleich ganz weg, ohne dass es Aussicht auf eine neue Stelle gäbe. Die Männer fallen in ein tiefes Loch. Es ist auch ein Angriff auf ihre Männlichkeit. Psychische Krankheiten wie Depressionen oder Angststörungen breiten sich in Griechenland inzwischen epidemisch aus. Da sich nur noch die wenigsten therapeutische Hilfe leisten können, bleiben die Kranken in der Regel unbehandelt. Niemand wird überrascht sein, dass drei Viertel aller Suizide von Männern begangen werden.
    Das starke Geschlecht stellen im Moment die griechischen Frauen dar. Sie verbinden ihre berufliche Tätigkeit eher mit Pragmatismus als mit Stolz, weshalb sie weniger tief fallen als die Männer. Ihr flexibles Rollenverständnis ist der beste Schutz gegen die Krise, aber er wird nicht ausreichen, um sie zu besiegen.
    Glocke der Solidarität

    Man muss weder ein Pessimist noch ein Experte sein, um sich auszumalen, was das für die sozialen Beziehungen der Menschen untereinander und für den Kitt der griechischen Gesellschaft bedeutet. Die Wut auf ein korruptes, pervertiertes System sowie die internationale Politik, deren Geldtranchen in die Rettung der Banken fließen, aber nicht in die Rettung der Menschen, ist ungeheuerlich, und sie wächst unaufhaltsam. Die Männer tragen diese Wut in ihre Familien, und die Söhne verarbeiten sie stellvertretend auf der Straße. Die Zahl der gewalttätigen Banden, die Minderheiten attackieren, steigt.
    Im November sprach Amerika deshalb eine Reisewarnung für Griechenland aus - besonders gefährdet seien derzeit Menschen mit dunkler Hautfarbe. Gerade bei einem Land wie Griechenland, zu dessen Selbstverständnis die Gastfreundschaft zählt, die Offenheit Fremden gegenüber, schockiere ihn das, sagt Pieper. Die Rechtsradikalenpartei Chrysi Avgi liegt in Umfragen bereits bei zwölf Prozent, sie wäre damit die drittstärkste Kraft im Land. Soeben ist im Knaus-Verlag Georg Piepers neues Buch erschienen, es heißt „Überleben oder Scheitern. Die Kunst, in Krisen zu bestehen und daran zu wachsen“. Es ist ein eindrucksvolles, ein positives Buch, das zeigt, wie erstaunlich die Überlebenskräfte des Einzelnen sind. Selbst der verheerendste Schicksalsschlag muss einen nicht zwangsläufig in die Knie zwingen, denn jeder von uns ist mit einem enormen Überlebenswillen ausgestattet. So weit die gute Nachricht.
    Die schlechte lautet, dass es dafür eine funktionierende Gesellschaft braucht, ein Netz, das einen auffängt. Welche Kraft eine solche Gesellschaft entfalten kann, zeigt auf eindrucksvolle Weise das Beispiel Utøya. Ganz Norwegen stand den Betroffenen nach dem Massaker bei, es war, als hätte jemand eine Glocke der Solidarität über das Land gestülpt.
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    In Griechenland wurde die funktionierende Gesellschaft so lange ausgehöhlt, bis sie schließlich zusammengebrochen ist wie ein marodes Haus. Die Krise hat den Sozialstaat zerstört. „Der Mensch“, sagt Pieper, „wird in solchen dramatischen Situationen, wie wir sie gerade in Griechenland beobachten, zu einer Art Raubtier. Er sieht nur noch sich selbst und sein eigenes Überleben.“ Die schiere Notwendigkeit treibt ihn in die Unvernunft, und diese Unvernunft bedeutet im schlimmsten Fall Kriminalität. An die Stelle der Solidarität tritt Egoismus.
    Vor wenigen Tagen veröffentlichte Transparency International wie jedes Jahr einen Korruptionsindex. Dass Griechenland ein ziemlich großes Problem mit Korruption hat, ist nicht neu, wie groß es wirklich ist, zeigt nun der Bericht. Griechenland belegt innerhalb der Europäischen Union den letzten Rang und lässt sich bezüglich der Korruption mit Kolumbien oder Djibouti vergleichen. Solche Nachrichten sind pures Gift.
    Georg Pieper sagt: „Ich frage mich, wie viel diese Gesellschaft noch aushalten kann, bevor sie explodiert.“ Griechenland stehe kurz vor einem Bürgerkrieg. Es scheint lediglich noch eine Frage der Zeit zu sein, bis sich die kollektive Verzweiflung der Menschen in Gewalt entlädt und über das Land ausbreitet. Und davon sind wir alle betroffen.

  9. #2239
    Avatar von Ibrišimović

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    Bürokratie blockiert Investition aus Deutschland Griechen wollen 300 Mio. Euro nicht!

    Das Land ist trotz einiger Fortschritte längst nicht aus der Krise. Jetzt wird zum Beispiel bekannt, dass gerade eine private Groß-Investition (300 Mio. Euro) an der griechischen Bürokratie scheitert.
    Der Irrsinn: Die deutsche Solarfirma „Phonotherm“ plant seit Monaten eine Sonnenstrom-Anlage auf der Insel Petalas (Westgriechenland). Die Firma könnte loslegen – aber die Behörden machen nicht mit! Begründung: „Wir können keine Genehmigung erteilen, da die energiepolitischen Ziele Griechenlands für 2020 erfüllt sind.“


    Phonotherm-Chef Dirk Hauck zu BILD: „Es macht uns fassungslos, dass angesichts der wirtschaftlichen Situation Griechenlands solche Hürden aufgebaut werden.“ (pro)



    Griechen wollen 300 Mio. Euro aus Deutschland nicht! - Politik Ausland - Bild.de

  10. #2240
    Avatar von hippokrates

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    Zitat Zitat von Oh_Mann Beitrag anzeigen
    Bürokratie blockiert Investition aus Deutschland Griechen wollen 300 Mio. Euro nicht!


    Das Land ist trotz einiger Fortschritte längst nicht aus der Krise. Jetzt wird zum Beispiel bekannt, dass gerade eine private Groß-Investition (300 Mio. Euro) an der griechischen Bürokratie scheitert.
    Der Irrsinn: Die deutsche Solarfirma „Phonotherm“ plant seit Monaten eine Sonnenstrom-Anlage auf der Insel Petalas (Westgriechenland). Die Firma könnte loslegen – aber die Behörden machen nicht mit! Begründung: „Wir können keine Genehmigung erteilen, da die energiepolitischen Ziele Griechenlands für 2020 erfüllt sind.“


    Phonotherm-Chef Dirk Hauck zu BILD: „Es macht uns fassungslos, dass angesichts der wirtschaftlichen Situation Griechenlands solche Hürden aufgebaut werden.“ (pro)



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    Das ist das Griechenland, das ich kenne.





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