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Wirtschaft der Türkei - Türkiye Ekonomisi - Economy of Turkey

Erstellt von Popeye, 24.12.2007, 03:46 Uhr · 2.971 Antworten · 251.492 Aufrufe

  1. #521
    Kelebek
    „Die Türkei steht stärker im Zentrum, als wir glauben“

    Interview: Warum die Türkei nicht hinter Istanbul aufhört, ein Wettbewerb mit China stattfindet und der persönliche Kontakt sticht – Willibald Plesser und Gregor ­Nischer im Gespräch.


    WirtschaftsBlatt: Der M&A-Markt in Osteuropa gibt nach der Krise wieder starke Lebenszeichen von sich. Wo sind die Länder-Hotspots?
    Gregor Nischer: Die Türkei ist bei den Investoren derzeit ein sehr gefragtes Land. Ein Grund dafür ist die Inlandsnachfrage. Verglichen mit jedem Balkanland ist das ein ungemein großer Markt. Danach kommen Polen, das auch eine große Inlandsnachfrage hat, und die Ukraine. Die Anzahl der Transaktionen, die heuer in Osteuropa insgesamt bis September abgeschlossen wurden, ist schon höher als für das Gesamtjahr 2007, das Volumen ist derweil ca. bei der Hälfte. Was wir sehen: Die Unternehmen sind bereits wieder daran interessiert, zu wachsen, das anorganische Wachstum macht wieder Spaß.

    Willibald Plesser: Was Großtransaktionen, wie wir sie vornehmlich betreuen, betrifft, ist sicher die Türkei der aktivste Markt. Es wird nach wie vor privatisiert, etwa im Energiebereich. Es gibt aber nicht immer nur M&A-Neuinvestitionen, sondern teilweise auch Sekundär- und Tertiär-Verkäufe. Es tut sich aber auch am Balkan viel und in Polen. Vom Gefühl her ist die Nachfrage gestiegen.
    Womit punkten diese großen Länder, auch abgesehen vom Binnenmarkt?
    Nischer: Früher war die Osteuropastory fast ausschließlich: Ich will billige Humanressourcen. Wenn ich heute die Wahl habe zwischen billigen Humanressourcen alleine und billigen Humanressourcen plus einem Inlandsmarkt, gehe ich dahin, wo es zusätzlich auch einen Inlandsmarkt gibt. Das andere ist natürlich, dass der Personalkostenvorteil nicht mehr so groß ist, wie alle gehofft haben. Auch wenn die Personalkosten deutlich geringer sind, ist durch die ebenfalls deutlich geringere Produktivität der Gesamtvorteil reduziert. Das Hauptkriterium ist daher, dass die Unternehmen einen Markt kaufen wollen. Der Personalkostentreiber ist nicht mehr das vordergründige Motiv.
    Plesser: Der Kostenvorteil wird auch noch dadurch reduziert, dass man Produktionen überwachen muss, dass man oft seine besten Leute hinschicken muss. Da ist das Aha-Erlebnis manchmal sehr groß. Der erforderliche Know-how-Transfer bindet viele Ressourcen im Mutterunternehmen und kostet auch viel Geld. In Bezug auf die großen Länder sehe ich Folgendes: In der Türkei zum Beispiel gibt es ein paar österreichische Konzerne, OMV und Verbund etwa, die erfolgreiche Partnerschaften eingegangen sind. Hingegen haben österreichische mittelständische Unternehmen oft eine Scheu, in große Länder zu gehen - hier geht es mehr um psychologische Komponenten als um wirtschaftliche.

    Nischer: Es geht sicherlich auch um die Entfernung, sowohl um die regionale als auch eine geistige und mentalitätsmäßige Distanz. Das ist in der Türkei der Fall. Diese Entfernungsbarrieren hat ein Großkonzern im Gegensatz zum Mittelständler nicht.

    Ist das vielleicht auch der Sonderfall Türkei? Vor der Krise wollten alle in die Ukraine - ein Land, das geografisch weit von Österreich entfernt ist und wo es auch große Unterschiede in der Mentalität gibt.
    Plesser: Was man in der Ukraine bedenken muss: Die Kultur dort ist sehr russisch. Wenn man bereit ist, von Österreich aus nach Russland zu gehen, dann ist man oft auch bereit, in die Ukraine zu gehen. In der Ukraine kann man gut von Russland aus arbeiten. Gleichzeitig gibt es in der Ukraine auch ein sehr starkes europäisches Element. Man muss in der Ukraine die russische Sprache, Tradition und Kultur mit westlichem Know-how und Internationalität zusammenbringen, Aspekte, die dort gut ankommen. Ich sehe in bestimmten Sektoren, etwa im Agrarbereich, auch Chancen für österreichische Mittelständler. In Bezug auf die Türkei gibt es eine enorme wirtschaftliche Verflechtung mit Deutschland. Ich glaube, dass da Österreich noch sehr viel Aufholbedarf hat.

    Nischer: Die Türkei ist sexy und hip und derzeit in aller Munde. Sie wird als Tor zu Asien gesehen, die Börse performt jedes Jahr. Wir sehen eine gewisse Dynamik in der Türkei. In der Ukraine macht das „russische Joch", das das Land mitträgt, vielen Mittelständlern eher Angst.
    Die Türkei wurde ja bereits als europäischer BRIC-Staat bezeichnet. Ist das eine europäische Perspektive?
    Plesser: In der Türkei investieren Unternehmen aus dem arabischen Raum, auch die Russen sind sehr stark. Es kommen Investments aus China und Indien. Was wir oft sehen, ist, dass man in der Türkei Technologie mit „chinesischem Standard" verwendet. Da liefern die Chinesen die Turbinen, die die Hälfte kosten und auch Strom produzieren. Das nächste Thema ist, dass die Chinesen oft die Finanzierung gleich mitliefern. Da besteht ein enormer Wettbewerb mit Europa. Die Türkei steht stärker im Zentrum, als wir glauben. Aber eben aus Sicht des Mittleren Ostens, Asiens und der ehemaligen Sowjetunion. Das wird bei uns oft übersehen.

    Nischer: Die Türkei ist sicher ein Brückenkopf für die Asiaten nach Europa und für Europa nach Asien. Das macht das Land attraktiv.

    Haben die österreichischen Unternehmen, besonders die großen Player wie die OMV, also gut daran getan, den Schritt in die Türkei zu tätigen?
    Plesser: Ich denke, sie sind gerade richtig gekommen. Die Türkei hat etwa 20 sehr große, oft familiengeführte Unternehmen, die hochprofessionell agieren und in den verschiedensten Sektoren tätig sind. Die großen westeuropäischen Investoren sind in mit dem Credo in die Türkei gegangen, dass man in der Türkei nur mit einem Partner erfolgreich sein kann. Meiner Wahrnehmung nach gibt es kaum irgendwo anders so ­viele Joint Ventures wie in der Türkei. Auf dem Feld der ­großen Unternehmen ist der Markt daher auch schon ziemlich verteilt.

    Nischer: In den großen Sektoren sind die Tickets sicher schon vergeben. Aber der Mittelständler kauft ja ohnedies nicht den türkischen Marktführer. In seiner Größenordnung ist hier noch unglaubliches Potenzial. Und man darf nicht vergessen: Für die meisten ist die Türkei 50 Kilometer hinter Istanbul schon zu Ende, das ist jedoch nur ein Bruchteil des Landes. Es gibt viele Chancen - wenn man nicht den ganz Großen kaufen will.
    Was würden Sie Investoren ­raten, die sich in der Türkei ­engagieren wollen?
    Plesser: Was vor allem in der Türkei sehr wichtig ist, ist die Beziehung zu den Eigentümerfamilien. Auch professionelle Unternehmen übersehen oft, wie wichtig der persönliche Kontakt ist. Es ist meines Erachtens essenziell, dass sich etwa der Generaldirektor des westlichen Partners mit dem Oberhaupt der Eigentümerfamilie gut versteht. Wenn die Eigentümer sagen: „O.k., wir machen das jetzt so", dann orientiert sich alles daran. Diese Beziehung ist besonders in der Türkei ein Erfolgsfaktor.

    Nischer: Und ganz wichtig ist das Vertragswerk. Das ist das A und O für die Zeit danach - denn bei den Joint Ventures knirscht es oft.
    Was sind die vorherrschenden Gründe für ein Investment in Osteuropa und wer investiert am meisten?
    Nischer: Im M&A-Bereich ist Geld nur das eine. Es geht den Verkäufern oft darum, Technologien zu erhalten und Marktzugänge in Westeuropa zu bekommen. Das Made in Poland, Made in Slovakia verkauft sich einfach noch nicht so gut und es wird noch Jahre dauern, bis es akzeptiert wird. Wenn nun ein Unternehmer aus der Region sein Unternehmen verkauft, ist eine entscheidende Frage: Was bringt mir mein neuer Partner an Technologie und an Marktzugang. Für einen Türken ist ein Zugang am westeuropäischen Markt ein großes Thema. China spielt da weniger eine Rolle. Gerade der M&A-Markt wird nicht nur durch Gelder geprägt wird, sondern durch ganz andere Motive.

    Plesser: Die Russen wollen in den ehemaligen kommunistischen Ländern ihr Terrain abdecken und in bestimmten wichtigen Sektoren, etwa im Öl- und Gasbereich, Marktanteile bekommen - oftmals auch im Austausch gegen politische Zugeständnissen, wie etwa in Serbien bei der Übernahme der NIS durch Gazprom Neft. Die Chinesen sind derzeit viel stärker in Richtung USA ausgerichtet. Sie investieren nicht besonders aggressiv in Europa. Das wird aber kommen, vor allem wegen der Finanzierungsmöglichkeiten durch chinesische Unternehmen. Oft geht es bei Investments auch darum, Produkte zu veredeln. Da werden Unternehmen in Europa gekauft und schon, wenn Made in Austria draufsteht, ist der Preis gleich doppelt so hoch.

    Nischer: Das stimmt. Hier gilt für Inder und Chinesen das gleiche. 80 Prozent der Transaktionen mit Käufern aus diesen Ländern in den vergangenen zwei Jahren waren Insolvenzkäufe oder Markenkäufe. In beiden Ländern gibt es gerade im Automobilsektor ein paar große Player, die in Europa lauter Zulieferer kaufen - aber nur Insolvenzen. Das ist billig und sie kaufen sich die Marktzugänge. Damit ist es erledigt. Es geht hier mehr um die Veredelung

    „Die Türkei steht stärker im Zentrum, als wir glauben“

  2. #522
    Avatar von Ottoman

    Registriert seit
    17.08.2008
    Beiträge
    5.958
    Zitat Zitat von CAPO Beitrag anzeigen
    „Die Türkei steht stärker im Zentrum, als wir glauben“

    Interview: Warum die Türkei nicht hinter Istanbul aufhört, ein Wettbewerb mit China stattfindet und der persönliche Kontakt sticht – Willibald Plesser und Gregor ­Nischer im Gespräch.


    WirtschaftsBlatt: Der M&A-Markt in Osteuropa gibt nach der Krise wieder starke Lebenszeichen von sich. Wo sind die Länder-Hotspots?
    Gregor Nischer: Die Türkei ist bei den Investoren derzeit ein sehr gefragtes Land. Ein Grund dafür ist die Inlandsnachfrage. Verglichen mit jedem Balkanland ist das ein ungemein großer Markt. Danach kommen Polen, das auch eine große Inlandsnachfrage hat, und die Ukraine. Die Anzahl der Transaktionen, die heuer in Osteuropa insgesamt bis September abgeschlossen wurden, ist schon höher als für das Gesamtjahr 2007, das Volumen ist derweil ca. bei der Hälfte. Was wir sehen: Die Unternehmen sind bereits wieder daran interessiert, zu wachsen, das anorganische Wachstum macht wieder Spaß.

    Willibald Plesser: Was Großtransaktionen, wie wir sie vornehmlich betreuen, betrifft, ist sicher die Türkei der aktivste Markt. Es wird nach wie vor privatisiert, etwa im Energiebereich. Es gibt aber nicht immer nur M&A-Neuinvestitionen, sondern teilweise auch Sekundär- und Tertiär-Verkäufe. Es tut sich aber auch am Balkan viel und in Polen. Vom Gefühl her ist die Nachfrage gestiegen.
    Womit punkten diese großen Länder, auch abgesehen vom Binnenmarkt?
    Nischer: Früher war die Osteuropastory fast ausschließlich: Ich will billige Humanressourcen. Wenn ich heute die Wahl habe zwischen billigen Humanressourcen alleine und billigen Humanressourcen plus einem Inlandsmarkt, gehe ich dahin, wo es zusätzlich auch einen Inlandsmarkt gibt. Das andere ist natürlich, dass der Personalkostenvorteil nicht mehr so groß ist, wie alle gehofft haben. Auch wenn die Personalkosten deutlich geringer sind, ist durch die ebenfalls deutlich geringere Produktivität der Gesamtvorteil reduziert. Das Hauptkriterium ist daher, dass die Unternehmen einen Markt kaufen wollen. Der Personalkostentreiber ist nicht mehr das vordergründige Motiv.
    Plesser: Der Kostenvorteil wird auch noch dadurch reduziert, dass man Produktionen überwachen muss, dass man oft seine besten Leute hinschicken muss. Da ist das Aha-Erlebnis manchmal sehr groß. Der erforderliche Know-how-Transfer bindet viele Ressourcen im Mutterunternehmen und kostet auch viel Geld. In Bezug auf die großen Länder sehe ich Folgendes: In der Türkei zum Beispiel gibt es ein paar österreichische Konzerne, OMV und Verbund etwa, die erfolgreiche Partnerschaften eingegangen sind. Hingegen haben österreichische mittelständische Unternehmen oft eine Scheu, in große Länder zu gehen - hier geht es mehr um psychologische Komponenten als um wirtschaftliche.

    Nischer: Es geht sicherlich auch um die Entfernung, sowohl um die regionale als auch eine geistige und mentalitätsmäßige Distanz. Das ist in der Türkei der Fall. Diese Entfernungsbarrieren hat ein Großkonzern im Gegensatz zum Mittelständler nicht.

    Ist das vielleicht auch der Sonderfall Türkei? Vor der Krise wollten alle in die Ukraine - ein Land, das geografisch weit von Österreich entfernt ist und wo es auch große Unterschiede in der Mentalität gibt.
    Plesser: Was man in der Ukraine bedenken muss: Die Kultur dort ist sehr russisch. Wenn man bereit ist, von Österreich aus nach Russland zu gehen, dann ist man oft auch bereit, in die Ukraine zu gehen. In der Ukraine kann man gut von Russland aus arbeiten. Gleichzeitig gibt es in der Ukraine auch ein sehr starkes europäisches Element. Man muss in der Ukraine die russische Sprache, Tradition und Kultur mit westlichem Know-how und Internationalität zusammenbringen, Aspekte, die dort gut ankommen. Ich sehe in bestimmten Sektoren, etwa im Agrarbereich, auch Chancen für österreichische Mittelständler. In Bezug auf die Türkei gibt es eine enorme wirtschaftliche Verflechtung mit Deutschland. Ich glaube, dass da Österreich noch sehr viel Aufholbedarf hat.

    Nischer: Die Türkei ist sexy und hip und derzeit in aller Munde. Sie wird als Tor zu Asien gesehen, die Börse performt jedes Jahr. Wir sehen eine gewisse Dynamik in der Türkei. In der Ukraine macht das „russische Joch", das das Land mitträgt, vielen Mittelständlern eher Angst.
    Die Türkei wurde ja bereits als europäischer BRIC-Staat bezeichnet. Ist das eine europäische Perspektive?
    Plesser: In der Türkei investieren Unternehmen aus dem arabischen Raum, auch die Russen sind sehr stark. Es kommen Investments aus China und Indien. Was wir oft sehen, ist, dass man in der Türkei Technologie mit „chinesischem Standard" verwendet. Da liefern die Chinesen die Turbinen, die die Hälfte kosten und auch Strom produzieren. Das nächste Thema ist, dass die Chinesen oft die Finanzierung gleich mitliefern. Da besteht ein enormer Wettbewerb mit Europa. Die Türkei steht stärker im Zentrum, als wir glauben. Aber eben aus Sicht des Mittleren Ostens, Asiens und der ehemaligen Sowjetunion. Das wird bei uns oft übersehen.

    Nischer: Die Türkei ist sicher ein Brückenkopf für die Asiaten nach Europa und für Europa nach Asien. Das macht das Land attraktiv.

    Haben die österreichischen Unternehmen, besonders die großen Player wie die OMV, also gut daran getan, den Schritt in die Türkei zu tätigen?
    Plesser: Ich denke, sie sind gerade richtig gekommen. Die Türkei hat etwa 20 sehr große, oft familiengeführte Unternehmen, die hochprofessionell agieren und in den verschiedensten Sektoren tätig sind. Die großen westeuropäischen Investoren sind in mit dem Credo in die Türkei gegangen, dass man in der Türkei nur mit einem Partner erfolgreich sein kann. Meiner Wahrnehmung nach gibt es kaum irgendwo anders so ­viele Joint Ventures wie in der Türkei. Auf dem Feld der ­großen Unternehmen ist der Markt daher auch schon ziemlich verteilt.

    Nischer: In den großen Sektoren sind die Tickets sicher schon vergeben. Aber der Mittelständler kauft ja ohnedies nicht den türkischen Marktführer. In seiner Größenordnung ist hier noch unglaubliches Potenzial. Und man darf nicht vergessen: Für die meisten ist die Türkei 50 Kilometer hinter Istanbul schon zu Ende, das ist jedoch nur ein Bruchteil des Landes. Es gibt viele Chancen - wenn man nicht den ganz Großen kaufen will.
    Was würden Sie Investoren ­raten, die sich in der Türkei ­engagieren wollen?
    Plesser: Was vor allem in der Türkei sehr wichtig ist, ist die Beziehung zu den Eigentümerfamilien. Auch professionelle Unternehmen übersehen oft, wie wichtig der persönliche Kontakt ist. Es ist meines Erachtens essenziell, dass sich etwa der Generaldirektor des westlichen Partners mit dem Oberhaupt der Eigentümerfamilie gut versteht. Wenn die Eigentümer sagen: „O.k., wir machen das jetzt so", dann orientiert sich alles daran. Diese Beziehung ist besonders in der Türkei ein Erfolgsfaktor.

    Nischer: Und ganz wichtig ist das Vertragswerk. Das ist das A und O für die Zeit danach - denn bei den Joint Ventures knirscht es oft.
    Was sind die vorherrschenden Gründe für ein Investment in Osteuropa und wer investiert am meisten?
    Nischer: Im M&A-Bereich ist Geld nur das eine. Es geht den Verkäufern oft darum, Technologien zu erhalten und Marktzugänge in Westeuropa zu bekommen. Das Made in Poland, Made in Slovakia verkauft sich einfach noch nicht so gut und es wird noch Jahre dauern, bis es akzeptiert wird. Wenn nun ein Unternehmer aus der Region sein Unternehmen verkauft, ist eine entscheidende Frage: Was bringt mir mein neuer Partner an Technologie und an Marktzugang. Für einen Türken ist ein Zugang am westeuropäischen Markt ein großes Thema. China spielt da weniger eine Rolle. Gerade der M&A-Markt wird nicht nur durch Gelder geprägt wird, sondern durch ganz andere Motive.

    Plesser: Die Russen wollen in den ehemaligen kommunistischen Ländern ihr Terrain abdecken und in bestimmten wichtigen Sektoren, etwa im Öl- und Gasbereich, Marktanteile bekommen - oftmals auch im Austausch gegen politische Zugeständnissen, wie etwa in Serbien bei der Übernahme der NIS durch Gazprom Neft. Die Chinesen sind derzeit viel stärker in Richtung USA ausgerichtet. Sie investieren nicht besonders aggressiv in Europa. Das wird aber kommen, vor allem wegen der Finanzierungsmöglichkeiten durch chinesische Unternehmen. Oft geht es bei Investments auch darum, Produkte zu veredeln. Da werden Unternehmen in Europa gekauft und schon, wenn Made in Austria draufsteht, ist der Preis gleich doppelt so hoch.

    Nischer: Das stimmt. Hier gilt für Inder und Chinesen das gleiche. 80 Prozent der Transaktionen mit Käufern aus diesen Ländern in den vergangenen zwei Jahren waren Insolvenzkäufe oder Markenkäufe. In beiden Ländern gibt es gerade im Automobilsektor ein paar große Player, die in Europa lauter Zulieferer kaufen - aber nur Insolvenzen. Das ist billig und sie kaufen sich die Marktzugänge. Damit ist es erledigt. Es geht hier mehr um die Veredelung

    „Die Türkei steht stärker im Zentrum, als wir glauben“
    Moruk gel bir is Kuralim Türkiyede Agac isine girelim.

    Agac Oyuncak yapalim..

  3. #523
    Kelebek
    Die Türken kommen

    In Deutschland leben 3,5 Millionen Menschen mit osmanischen Wurzeln. Auf sie zielen die Konzerne vom Bosporus - und drängen auf den deutschen Markt

    Ein Raki ist nicht unbedingt das, was junge Leute sich an der Bar bestellen, wenn sie am Wochenende in Hamburg, Berlin oder Köln durch die Szeneclubs tingeln. Der Anisschnaps gilt eher als Großvatergetränk und ist außerhalb des türkischen Teils der Bevölkerung auch kaum bekannt.

    Doch das könnte sich schon bald ändern - hoffen zumindest die Marketingleute der Firma Mey, dem größten Spirituosen-Hersteller der Türkei. Ihre Spitzenmarke Yeni Raki soll demnächst ein Szenegetränk werden. "Wir wollen, dass Raki von jungen Leuten in Deutschland getrunken wird, in angesagten Bars", sagt Muge Cevik, Managerin für internationalen Handel bei Mey in Istanbul. Die Ziele sind ehrgeizig. Im nächsten Jahr will Mey hier zwei Millionen Liter Yeni Raki verkaufen. Die ersten Werbeaktionen gab es bereits. Beim Fußballländerspiel Deutschland gegen Türkei vor ein paar Wochen sponserte der Konzern das Public Viewing in Berlin.

    Der Getränkeproduzent ist nur einer von vielen türkischen Konzernen, die momentan die Expansion auf den deutschen Markt in Angriff nehmen. Türkische Unternehmen aller Branchen wittern hierzulande Wachstumschancen, von Banken über Telekommunikationsfirmen und Medienkonzerne bis hin zu Bekleidungsherstellern. "Die türkische Wirtschaft zieht momentan stark an, wird etwa in diesem Jahr voraussichtlich um sieben Prozent wachsen. Das ermöglicht den großen Konzernen des Landes den Einstieg in den internationalen Markt", sagt Marc Landau, Geschäftsführer der deutsch-türkischen Außenhandelskammer in Istanbul. "Deutschland ist dabei besonders attraktiv."

    In der Bundesrepublik leben rund dreieinhalb Millionen Menschen mit Türkei-Hintergrund, das heißt: Entweder sie haben selbst einen türkischen Pass oder Wurzeln am Bosporus. Einige türkische Firmen nehmen gezielt diese Kundengruppe ins Visier, andere wollen ihre Bekanntheit unter den türkischen Bewohnern nutzen, um auch im Rest der Bevölkerung den Markteinstieg zu schaffen.

    Auf die türkischstämmige Kundschaft im Land hat es zum Beispiel der Telekom-Riese Turkcell abgesehen. Der Konzern, der in der Türkei 36,3 Millionen Kunden hat und damit der führende Mobilfunkanbieter am Bosporus ist, verkündete vor einigen Tagen eine groß angelegte Kooperation mit der Deutschen Telekom. Ab dem übernächsten Jahr will Turkcell über das Netz der Telekom Sprach- und Datendienste anbieten. "Die Kunden werden zu vorteilhaften Raten von Deutschland aus in die Türkei telefonieren können", wirbt Unternehmenssprecher Pinar Varas. Das Angebot solle außerdem potenzielle Kunden ansprechen, die häufig zwischen Deutschland und der Türkei pendeln. Diese hätten bisher entweder zwei Handyverträge abschließen oder sich bei jedem Türkei-Besuch eine neue Prepaid-SIM-Karte kaufen müssen, um dort telefonieren zu können. "In Zukunft reicht ein Vertrag bei Turkcell Europe", sagt Varas.

    Der Konzern wolle davon profitieren, dass die Marke Turkcell in der türkischstämmigen Bevölkerung in Deutschland einen hohen Bekanntheitsgrad habe. So erhofft sich Turkcell, hierzulande einen Marktanteil von vier Prozent am gesamten Mobilfunkmarkt zu erreichen, sagte Vorstandschef Sureyya Ciliv bei einem Interview im türkischen Fernsehen.

    Auch die Bankenbranche hat die türkischstämmige Bevölkerung als lukrative Kundengruppe ausgemacht. Zwei der größten Banken des Landes sind bereits in Deutschland aktiv: Isbank und Akbank. Beide haben ihre deutsche Hauptverwaltung im Bankenzentrum von Frankfurt am Main.

    Sowohl Isbank als auch Akbank haben sich im Firmenkundengeschäft darauf spezialisiert, Geschäftsbeziehungen zwischen deutschen und türkischen Unternehmen zu finanzieren und abzuwickeln. Im Privatkundengeschäft bieten beide Giro- und Festgeldkonten an. Besonderheit: Überweisungen in die Türkei sind besonders günstig, und es gibt spezielle Anlagefonds, die in türkische Aktien und Staatsanleihen investieren.

    Beide Bankhäuser haben bisher hauptsächlich Kunden mit Migrationshintergrund. "Aktuell sind etwa 80 Prozent unserer Kunden türkischstämmig", sagt Ergün Akkoc, Marketing-Verantwortlicher bei der Isbank in Frankfurt. "Dazu kommen bei den Firmenkunden deutsche Unternehmen, die Geschäftsbeziehungen mit der Türkei haben. Und es investieren immer mehr Deutsche in türkische Immobilien. Für sie bieten wir Finanzierungslösungen an." Rund 50 000 Privatkunden hat die Isbank bislang hierzulande, in elf Filialen bundesweit werden sie bedient. Langfristig wollen die türkischen Banker auch Kunden ohne türkischen Hintergrund anwerben. Bis 2014 will die deutsche Tochter der türkischen Bank so ihre Bilanzsumme jedes Jahr um 15 Prozent steigern.

    Einer der Pioniere türkischer Produkte am deutschen Markt ist die Zeitung Hürriyet ("Freiheit"). Seit 1965 gibt es die Ausgabe für Westeuropa ("Hürriyet Avrupa"). Sie wird in Mörfelden-Walldorf nahe Frankfurt gemacht und in zwölf weitere europäische Länder und die USA vertrieben. Die mit Abstand meisten Exemplare werden allerdings in Deutschland verkauft: Von der Druckauflage von knapp 104 000 Stück gehen 77 000 Stück in den deutschen Markt. Der Verlag Axel Springer, in dem auch die WELT erscheint, vertreibt die Zeitung an rund 30 000 Verkaufsstellen. Zielgruppe der auf Türkisch erscheinenden Tageszeitung sind die in der Bundesrepublik lebenden Türken. Hier beträgt laut Eigenwerbung von Hürriyet der Bekanntheitsgrad 99,6 Prozent.

    Ähnlich bekannt dürfte den in Deutschland lebenden Türken die Marke Efes Pilsen sein. Darauf setzt die Vertriebsfirma Drinks & Food in Zahna nahe Berlin, die auch den Yeni Raki vertreibt. Seit einem guten halben Jahr lässt das Unternehmen das türkische Bier für den deutschen Markt in Deutschland brauen. Die Herstellung hat die niedersächsische Brauerei Einbecker übernommen. "Bisher wurde Efes in vergleichsweise kleinen Mengen aus der Türkei importiert und war fast ausschließlich in türkischen Gaststätten und spezialisierten Getränkemärkten zu haben", sagt Drinks & Food-Vertriebsmann Jörg Hoffmann. "Wir fanden, dass Efes mehr Potenzial hat, und haben es nun unter anderem in die großen Supermarktketten gebracht."

    Bisher wurden laut Hoffmann pro Jahr lediglich rund 9000 Hektoliter Efes Pilsen in Deutschland getrunken. Zum Vergleich: Das beliebteste Bier der Deutschen, Krombacher, verkaufte im vergangenen Jahr 5,6 Millionen Hektoliter. Vom für den deutschen Markt gebrauten Efes sollen laut Hoffmann innerhalb der nächsten drei Jahre mindestens 70 000 Hektoliter verkauft werden. "Wir sind gut im Plan, diese Zahl zu erreichen", sagt Hoffmann. Der türkische Efes-Konzern habe kräftig investiert, um die Marke hierzulande bekannter zu machen. Als Werbeaktionen gab es zum Beispiel Sonnenschirme und Markisen für Gaststätten oder Sonderverkaufsflächen in Supermärkten. "Unsere potenzielle Zielgruppe sind Türkischstämmige und Türkeiurlauber, die diese Marke bereits kennen", sagt Hoffmann.

    Während Banken, Medien sowie Telekommunikations- und Nahrungsmittelbranche eher auf die Türkei-Verbindungen der hier lebenden Türken setzt, hat eine neue Generation von Firmen den gesamten deutschen Markt im Blick. Sie nutzen es, dass die türkischstämmigen Deutschen mittlerweile einen breiten Teil der Bevölkerung ausmachen, zum Großteil gut integriert sind - und damit in der jungen Generation häufig Trendsetter für die Gesamtbevölkerung sind.

    Ein Beispiel dafür ist die Firma Mavi Jeans. "Mavi" ist türkisch für "blau". Das Unternehmen aus Istanbul, das hinter der Marke steht, ist mit jährlich 7,5 Millionen verkauften Paar der blauen Beinkleider und Exporten in 50 Länder einer der größten Jeanshersteller der Welt. Als erste türkische Modemarke hat Mavi in Deutschland Erfolg in der breiten Masse der Bevölkerung. Der deutsche Markt trägt mittlerweile rund 15 Prozent zum weltweiten Umsatz bei. "Wir sind stolz auf unsere türkische Herkunft, aber unsere Kunden sind nicht überwiegend türkisch", sagt Mavi-Marketingmanagerin Caroline Eva Meißner.

    Weder in der Kundenkarten-Datenbank noch unter den Facebook-Freunden des Unternehmens sei der Anteil türkischer Namen besonders hoch. Auch ein besonderes Marketing speziell für die Zielgruppe junger Türken gebe es nicht. "Wir haben allerdings vor kurzem einen Fotowettbewerb auf unserer Facebook-Seite gemacht, der 'Vom Bosporus bis an die Spree' hieß", sagt Meißner.


    Die Türken kommen - Nachrichten Print - DIE WELT - Wirtschaft - WELT ONLINE

  4. #524
    Kelebek
    Wer hier spammt wird vom Thread gebannt, ich werds melden. Und Karadeniz ich betone : Verpiss dich und spam hier nicht! Hier gehts um die türkische Wirtschaft und nicht um Türkei Griechenland. Hau ab und such dir einen anderen Thread.

    Boom am Bosporus

    Die Türkei lässt wirtschaftlich die Muskeln spielen: Noch prägen gewaltige Kuppeln und schlanke Minarette die Silhouette des alten Konstantinopel. Aber in den Bankenvierteln Levent und Maslak wachsen immer neue Wolkenkratzer in den Himmel.


    Europas größte Waschmaschinenfabrik steht in Tuzla, eine Autostunde östlich von Istanbul – wenn man denn diesen Industrievorort am asiatischen Ufer des Bosporus zu Europa zählen will. Hier produzieren 1500 Beschäftigtepro Tag 10.000 Waschautomaten. Gearbeitet wird in drei Schichten rund um die Uhr, sechs Tage in der Woche.

    Das Werk gehört dem führenden türkischen Hausgerätehersteller Arcelik und damit zur Koc-Gruppe, dem größten Konglomerat der Türkei. Die Geschichte des Unternehmens begann vor 80 Jahren mit einem Krämerladen in Ankara. Heute beschäftigt die Gruppe rund 90.000 Mitarbeiter, produziert Autos und Elektrogeräte, betreibt Raffinerien, Kraftwerke, Einzelhandelsketten, Hotels, Banken und Versicherungen. Unter dem Strich erwirtschaftet Koc sieben Prozent des türkischen Bruttoinlandsprodukts (BIP).

    Die Erfolgsstory des Mischkonzerns symbolisiert den phänomenalen Aufstieg der Türkei vom „kranken Mann am Bosporus“ zu einer Regionalmacht, die nicht nur wirtschaftlich die Muskeln spielen lässt sondern auch politisch zunehmend selbstbewusst auftritt. Acht Prozent Wirtschaftswachstum im Jahr 2010, eine Verschuldung von weniger als 50 Prozent des BIP und ein Budget, das für 2011 ein Haushaltsdefizit von nur 2,8 Prozent vorsieht: jeder EU-Staat wäre stolz auf solche Zahlen. Nur Indien und China wachsen ähnlich schnell. In der Rangliste der weltgrößten Volkswirtschaften liegt die Türkei bereits auf Platz 15, in der EU wäre sie die Nummer sieben.

    Noch prägen gewaltige Kuppeln und schlanke Minarette die Silhouette des alten Konstantinopel. Aber in den Bankenvierteln Levent und Maslak wachsen immer neue Wolkenkratzer in den Himmel. Sie dominieren die Skyline des neuen Istanbul, symbolisieren die Dynamik der Wirtschafts- und Finanzmetropole mit ihren 15 Millionen Einwohnern.

    Aber nicht nur die Megastadt am Bosporus boomt. Tausend Kilometer östlich liegt, kurz vor der syrischen Grenze, Gaziantep. Das alte Antep war dank seiner Lage an der historischen Seidenstraße schon immer ein wichtiges Handelszentrum. Aber in den vergangenen Jahren erlebte die Stadt den steilsten wirtschaftlichen Aufstieg ihrer mehr als 2000-jährigen Geschichte. Seit 2005 hat sich die Industrieproduktion mehr als verdoppelt. Neben Textilien und Teppichen werden in Gaziantep zunehmend Industriegüter für den Export hergestellt.

    Mit 1,3 Millionen Einwohnern ist sie heute die sechstgrößte Stadt der Türkei. Bürgermeister Asim Güzelbey spricht von einem „aufsteigenden Stern“. Andere zählen Gaziantep, wie das südtürkische Adana oder die Städte Kayseri, Konya und Eskisehir zu den „anatolischen Tigern“. Diese schnell wachsenden Kommunen stehen für den Aufstieg einer neuen, wirtschaftlich zunehmend erfolgreichen und politisch einflussreichen Mittelschicht. Politisch repräsentiert wird dieses neue Bürgertum von Tayyip Erdogans Gerechtigkeits- und Entwicklungspartei (AKP), die das Land seit Ende 2002 regiert. Die AKP ist einerseits konservativ-religiösen Werten verpflichtet, hat aber zugleich die Wirtschaft des Landes nach marktwirtschaftlichen Prinzipien dereguliert, sie wettbewerbsfähiger gemacht und die zerrütteten Staatsfinanzen konsolidiert.

    Die für türkische Verhältnisse ungewöhnlich lange Ära innenpolitischer Stabilität seit Erdogans erstem Wahlsieg vor über acht Jahren ist einer der Gründe für den Aufschwung des Landes. Seit 2002 hat sich das statistische Pro-Kopf-Einkommen verdreifacht. Die Wirtschaftsleistung wuchs im Schnitt um mehr als sechs Prozent pro Jahr. Die Exporterlöse haben sich fast verdreifach.

    Mit Hülsenfrüchten und T-Shirts war das natürlich nicht zu schaffen. Heute ist die Automobilindustrie größter Exporteur des Landes. Wer einen Renault Megane oder einen Ford Transit steuert, fährt ein Auto „Made in Türkiye“. Auch die meisten in Europa verkauften Fernseher stammen aus der Türkei oder beinhalten dort gefertigte Komponenten. Neben dem Export ist der starke Binnenmarkt mit seiner jungen, konsumfreudigen Bevölkerung die wichtigste Säule des Booms: 50 Prozent der Bevölkerung ist jünger als 28 Jahre.

    Der Aufschwung ging einher mit einer beeindruckenden Konsolidierung der öffentlichen Finanzen: die Staatsverschuldung, die 2001 noch bei fast 80 Prozent des BIP lag, liegt inzwischen mit 45 Prozent sogar unter den Vorgaben des EU-Stabilitätspaktes. Die Inflation, die vor neun Jahren fast 100 betrug, soll 2011 auf fünf Prozent gedrückt werden. Die Finanzmärkte honorieren das: gemessen am Ausfallrisiko ihrer Staatsanleihen, werden inzwischen zwölf EU-Staaten schlechter bewertet als die Türkei.


    Türkische Wirtschaft: Boom am Bosporus | Wirtschaft - Frankfurter Rundschau

  5. #525

    Registriert seit
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    Beiträge
    9.979
    Europas größte Waschmaschinenfabrik steht in Tuzla, eine Autostunde östlich von Istanbul – wenn man denn diesen Industrievorort am asiatischen Ufer des Bosporus zu Europa zählen will.
    man damit ist tuzla gemeint, dort wo die ganzen werften sind und die arbeiter regelmäßig umkommen, nicht bosnien

    http://de.wikipedia.org/wiki/Tuzla_(Istanbul)

  6. #526
    Kelebek
    Zitat Zitat von veliki turcin Beitrag anzeigen
    man damit ist tuzla gemeint, dort wo die ganzen werften sind und die arbeiter regelmäßig umkommen, nicht bosnien

    http://de.wikipedia.org/wiki/Tuzla_(Istanbul)
    Sikim be...

  7. #527
    Kelebek
    İstanbul Boğazı"nda 2013 yılında faaliyete geçecek olan Marmaray Projesi’nde kullanılacak araçların büyük bölümü Türkiye Vagon Sanayi Adapazarı Fabrikası’nda Eurotem işbirliği ile üretiliyor.






    Marmaray aralar Adapazar'nda retiliyor - Hrriyet Gndem
    Süper bir Proje, bittiginde cok iyi olacak Istanbulun Trafik Problemi yüzünden.

    Bir Kart buldum, Türkiye deki Otoban yollarini ve diger Sehirlerin büyüklügünü gösteriyor, bence iyi gösteren bir Kart:



    -------------------

    Hataya yapilan yeni Havalimani




  8. #528

    Registriert seit
    31.12.2009
    Beiträge
    9.979
    Zitat Zitat von CAPO Beitrag anzeigen
    Süper bir Proje, bittiginde cok iyi olacak Istanbulun Trafik Problemi yüzünden.

    Bir Kart buldum, Türkiye deki Otoban yollarini ve diger Sehirlerin büyüklügünü gösteriyor, bence iyi gösteren bir Kart:



    -------------------

    Hataya yapilan yeni Havalimani



    hata yaptin, o harita türkiye'deki hochschweschwindigkeitsstrecken'leri gösteriyor, otoban degil.

  9. #529
    Avatar von Ts61

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    Seit der Kriese vor einem Jahrzehnt haben wir unsere Lage ziemlich verbessert.Auch dieses Jahr haben wir Wirtschaftlich relativ gut abgeschnitten.Beispiele wie Griechenland und Irland sind regelrecht zusammengebrochen.Wir sollten alle dankbar sein,dass wir heute so stabil sind.

  10. #530

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    Zitat Zitat von CAPO Beitrag anzeigen
    Das China Europas

    Die Türkei – ein Vorbild? Das hohe Wirtschaftswachstum und die geringen Schulden beeindrucken Experten und Anleger.
    In Deutschland tobt die Debatte um die Integration von Migranten. Seit Wochen. „Deutschland wird durch Einwanderung dümmer und ärmer“, lautet eine der dümmeren Thesen, die herumgereicht werden. Wenn von Migranten gesprochen wird, sind fast immer Muslime gemeint. Besonders aus der Türkei.

    Und die Realität? Nach Berechnungen des Statistischen Bundesamts verlassen inzwischen mehr Türken Deutschland als zuziehen. Vielleicht wären wir in einigen Jahren froh, wenn noch wirtschaftlich erfolgreiche Türken zu uns migrieren würden – aber gibt es in zehn oder 20 Jahren dafür noch einen Grund?

    Hohe Wachstumsraten

    Die Türkei ist inzwischen eines der wirtschaftlich erfolgreichsten Länder der Welt. Das „China Europas“ nennt der britische „Economist“ das Land am Bosporus und feiert es mit einer 14-seitigen Titelgeschichte. „Es kann Jahrzehnte dauern, das Image eines Landes zu verändern – die Türkei hat es in weniger als zehn Jahren geschafft“, jubelt das britische Wirtschaftsmagazin.



    „Das Wirtschaftswachstum der Türkei wird 2010 doppelt so hoch liegen wie der europäische Durchschnitt“, prognostiziert der Internationale Währungsfonds (IWF). 7,8 Prozent dürfte das Bruttoinlandsprodukt dieses Jahr zulegen, erwarten die Experten. Das ist der höchste Wert unter den G-20-Nationen, ausgenommen China. Allerdings: In der Krise 2008/09 rauschte die Wirtschaftsleistung vom Hoch zum Tief um 14 Prozent nach unten – ebenfalls der höchste Wert unter den G-20-Staaten. Der deutliche Rückgang war vor allem auf einen Einbruch bei den Exporten zurückzuführen.

    Und die Inflation, lange eine Geißel des Landes. „1994 betrug die Inflationsrate 120 Prozent, ist seither jedoch zurückgegangen und liegt jetzt unter zehn Prozent“, beschreibt Mark Mobius die Fortschritte der Türkei im Kampf gegen die Geldentwertung. Ausdrücklich lobt der renommierte Fondsmanager von Templeton die haushaltspolitische Disziplin der türkischen Regierung: Die Gesamtverschuldung sei von 73 Prozent im Jahr 2002 auf weniger als 45 Prozent gefallen.

    Türkei: Das China Europas - Schwellenländer - FOCUS Online
    Was noch dazu kommt ist, dass die Türkei eine regelrecht junge Bevölkerung hat. Das is auchnoch ihr Vorteil...
    2. Wie hat die Türkai das geschafft?

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