Die Zinsen in der Eurozone bleiben vorerst unverändert. Die Europäische Zentralbank ließ in Frankfurt den wichtigsten Leitzins bei 3,75 Prozent.
Zuletzt hatten die Währungshüter die Leitzinsen im März angehoben. Seitdem hatten sich die wirtschaftlichen Fundamentaldaten praktisch nicht verändert, als dass die EZB erneut zum Handeln gezwungen worden wäre.

EZB-Präsident Jean-Claude Trichet sprach angesichts der positiven Konjunkturlage von einem angemessenen Zinsniveau. Geldmenge und Kreditversorgung seien ausreichend. Auch künftig werde es darauf ankommen, die Preisstabilität zu garantieren.

Mit der Frankfurter Entscheidung bleiben auch die internationalen Zinsabstände beim alten. Unter den wichtigsten Währungsräumen sind derzeit die Leitzinsen in den USA und Großbritannien mit jeweils 5,25 Prozent am höchsten.

Volkswirte rechnen angesichts des robusten Aufschwungs und der Inflationserwartungen mit einer weiteren Anhebung der Leitzinsen in der Eurozone spätestens im Juni. Unterstützung für diesen Standpunkt war am Vortag vom Internationalen Währungsfonds gekommen, der die Wirtschaft weiter auf solidem
Wachstumskurs sieht.

Für das größte Risiko für die Preisentwicklung hält die EZB übermässige Lohnsteigerungen. Diese könnten die Teuerungsrate oberhalb des EZB-Zielkorridors von zwei Prozent drücken. Im März lag die Inflation bei 1,9 Prozent.