Erdogan: Eine zweite Finanzkrise kann die Türkei nicht treffen

Veröffentlicht: 28.07.11, 13:03


Die finanziellen Turbulenzen, die derzeit nicht nur Europa, sondern auch die USA in Atem halten, können die Türkei nach Ansicht des Premiers Recep Tayyip Erdogan nicht in Mitleidenschaft ziehen. Seiner Ansicht nach ist die Wirtschaft stark genug damit fertig zu werden.



Erdogan, der bereits für die Jahre 2008 und 2009 vorhergesagt hatte, dass die Finanzkrise das Land lediglich “streifen und vorüberziehen” werde, erklärte nun erneut, dass sich niemand in der Türkei Sorgen angesichts der Finanzschwierigkeiten in Europa und in den USA machen solle. Diesmal, so Erdogan kurz vor seinem Abflug nach Aserbaidschan, würden die europäischen Schwierigkeiten das eigene Land nicht einmal berühren.



Erdogan: “Der Türkei wird nichts passieren”

Heute sei man noch stärker als vor einigen Jahren. Dennoch warnte der Premier erneut vor einer Verausgabung. Die Türken dürften ihr Geld nicht “verschleudern”. Die Wirtschaft müsse sich entscheiden, ob sie einen Sparkurs einschlage oder das Geld zum Fenster hinaus werfe. Er selbst bevorzuge die sichere Seite. “Ich garantiere Ihnen, der Türkei wird nichts passieren”, so Erdogan, der den Menschen im gleichen Atemzug rät beim Geldausgeben Vorsicht walten zu lassen.
Erdogans Ausführungen kommen kurz nach einer Warnung des türkischen Vize-Premier Ali Babacan, der fürchtet, falls Europa – der größte Handelspartner des Landes – erneut in eine Finankrise gestürzt werde, nun auch die Türkei in Mitleidenschaft gezogen würde. Die Situation einiger europäischer Länder sei alarmierend. Die Situation, wie sie vor drei Jahren herrschte, könnte jederzeit wieder aufziehen.



Zurücklehnen und eine Tasse Tee genießen. Laut Premier Erdogan muss sich das Land nicht vor einer zweiten Finanzkrise fürchten. (Foto: ddp images)




Der USA droht ab 2. August die Zahlungsunfähigkeit

Unterdessen spitzt sich die Lage in den Vereinigten Staaten immer mehr zu. Im Streit über die US-Schuldenobergrenze bereitet sich die Regierung von US-Präsident Barack Obama derzeit auf ein Scheitern der Verhandlungen zwischen Demokraten und Republikanern vor. Falls bis zum 2. August keine Lösung ausgehandelt wird, droht dem Land erstmals in seiner Geschichte die Zahlungsunfähigkeit. Einen Plan der Opposition will Obama zur Not mit einem Veto verhindern.
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