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Albanerin wegen Kopftuch aus Hörsaal geschmissen

Erstellt von Timur, 12.01.2012, 22:13 Uhr · 220 Antworten · 17.136 Aufrufe

  1. #201

    Registriert seit
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    1.340
    Zitat Zitat von artoni Beitrag anzeigen
    Ja genau das. Religionsausübung nur innerhalb der demokratischen Gesetze. Nicht Demokratie innerhalb des islamischen Gesetze.

    Aber lässt der Islam zu, dass Demokratie in der von mir beschriebenen Weise herrscht?

    Antworte zu dieser Frage, ich beantworte anschließend jeden weiteren Satz von dir. Wenn du mit Nein antwtrtest, sag mir dann bitte, wie es für dich persönlich gerecht ist, mit solch einer Religion zu verfahren? Soll eine solche Religion dennoch toleriert werden? Kann ich dich angreifen und von dir Toleranz gegenüber meinem Verhalten verlangen? Gibt es dann einen Unterschied zwischen Islam und Nazionalsozialismus (im Bezug auf Angriff auf die verfassungsmäßige Ordnung)?
    "Den einen Islam" gibt es doch gar nicht!

    Den Islam gibt es in verschiedenen Variationen Sunniten (Dazu die verschiedenen Rechtsschulen), Schiiten, Aleviten, "Koraner" und viele andere kleinere Gruppierungen.Die Hardliner unter ihnen behaupten logischerweise immer der jeweils richtige Glaube zu sein.
    Zu dem ganzen gibt es soviele Interpretationen wie Muslime da jeder nochmal so seine eigene "Sicht" hat.

    Es ist ja Ok gegen Leute vorzugehen die direkt und offensichtlich unsere Verfassung angreifen, also gegen sie handeln.

    Aber solange "normale" Muslime einfach 5 mla am Tag beten wollen, Bajram feiern und alles das tun wollen was in keinsterweise die Verfassung berührt sehe ich absolut kein Problem für unsere Demokratie.

  2. #202

    Registriert seit
    13.01.2012
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    100
    Zitat Zitat von meraklija Beitrag anzeigen
    Daher spricht man auch von der Religionsausübung innerhalb der demokratischen Gesetze. Bei vielen klappt es doch.

    Mann muss ja nicht gleich von irgendeiner radikalen Auslegung gehen.


    Tue ich nicht. Ich frage allgemein, ob Islam die demokratische Grundordnung angreift oder nicht. Wie beantwortest du diese Frage? Lässt Allah im Kuran alle eine Demokratie (wie hierzulande) ausmachenden Elemente existieren? Wenn er diese Frage dort nicht ausdrücklich beantwortet, wie ist sie denn zu beantworten unter Zugrundelegung der darin enthaltenen Gesamtwerte (unter Zugrundelegung des gesamten Sinns des Islam)?

    Wenn man es so streng sieht wäre wohl jede Religion ein Problem. (Ist eine Annahme, überprüft habe ichs logischerweise nun nicht)
    Das stimmt, für viele andere Religionen gilt dasselbe. Aber wir sprechen hier über einen Fall in der Türkei. Und wir selbst leben in Deutschland. Daher können wir uns nur mit Religionen befassen, die diese Länder betreffen. Für die Werte der türkischen Verfassung (soweit sie mit denen der hiesigen Verfassung gleich sind) ist nur der Islam ein Problem, andere in dieser Hinsicht ebenso problematische Religionen betreffen die Türkei nicht. Auch Deutschland nicht. Deshalb gilt unser Fokus dem Islam.

    Ok bei der Lehrerin, könnte ich es noch leicht verstehen.
    Eine Studentin kann ja Lehrerin werden.

    Aber dann müssten auch die Kreuze von den Wenden z.B. in Bayern zahlreich vorzufinden, verschwinden.
    Genauso ist das. Juristisch ist das längst entschieden. Zuletzt gab es eine Klage diesbezüglich vor dem Europäischen Gerichtshof und dieser hat den jeweiligen Staat verpflichtet, das Kreuz von der Wand zu nehmen. Doch manche Länder halten sich einfach nicht daran. Aus mir nicht erklärlichen Gründen. Dass es aber diese Diskussionen auch im Bezug auf das Wegnehmen des Kreuzes von den Wänden einer Schulklasse gegeben hat, und das lange lange lange vor den Zeiten der Kopftuchdiskussionen, das kannst du dir sicher sein! Das heißt, es handelt sich nicht um eine "Sonderbehandlung" des Islam!!! Das ist ein Quatsch, von kranken Imamen verwendete Scheinargumente.

    Und was wäre dann mit Kreuzketten bei den Lehrern?
    Irgendwo ist die Grenze gesetzt. Ich kann diese Grenze natürlich nur nach meinem Wissen und Gewissen setzen. Ich würde sagen, ein kleines Kreuz an der Kette, welches nicht zu sehen ist, ist hinnehmbar. Ein großes Kreuz aber nicht. Es geht immer um das Im-Einklang-Bringen der kollidierenden Werte: Auch ein Lehrer (als Beamter) hat ein Minimalgrundrecht auf Religionsfreiheit während seiner Dienstzeit. So wird gewährleistet, dass sowohl die Religionsfreiheit des Lehrers als auch die anderen (fünf) genannten Verfassungsgüter nebeneinander existieren können.

    Und bei den Studenten und Schülern... was bitte stört dich daran was andere privatpersonen tragen?
    Atheisten und Agnostiker würde es stören (ihre negativen Religionsfreiheiten wären beeinträchtigt).

    Symbole welche nicht als "gesetzeswidrig" gelten, darf jeder tragen wie es ihm beliebt!
    Gesetzeswidrig sind die Kopftücher nicht. Das sage ich auch nicht. Aber dennoch darf eine Diskussion nicht dort enden, wo das Gesetz noch gar keine Antwort getroffen hat. Es wird tagtäglich diskutiert, was alles verboten werden und was alles erlaubt werden soll. Warum nicht auch über das Kopftuch? Zumal wir in diesem Thema gerade ein Kopftuchverbot (in der Türkei) diskutieren. Und wenn wir uns mit der Frage befassen, ob Kopftücher erlaubt sein sollten, dann sollten wir diese Frage mit denselben Maßstäben beantworten, mit denen wir die Verbote sonstiger Symbole verboten haben (nicht wir selbst, sondern die Gesetzgeber). In diesem Zusammenhang drängt sich die Frage auf, warum bzw. wie ein Hakenkreuz verboten werden kann, ein Kopftuch aber nicht? Eine ganz ehrliche, vollständig ohne Beleidigungen gestellte Frage. Wie beantwortest du sie?

    Das was du da verlangst kommt einer "Hexenverfolgung" gleich... wenn jeder einem vorwerfen kann man würde "demokratiefeindliche" Symbole tragen.
    Wenn der Islam in seinen tragenden Teilen keine Demokratie erlaubt bzw. eine Demokratie bekämpft, dann ist der Islam demokratiefeindlich und deshalb in der Liste der "Hexen" aufzunehmen. Ob man hiervon aus Angst absieht, ist eine andere Frage. Aus Angst würde man hiervon absehen, wenn es keine in der Verfassung zu findenden Argumente gibt, die für ein Verbot des Hakenkreuzes, aber für eine Toleranz des Islam sprechen. Welche Argumente kennst du denn dahingehend?

    ?

    Keine Ahnung wovn du da redest. In DE gibt es Religionsunterricht, wie erwähnt in manchen Bundesländern Kreuze an Wenden, eine Partei wie die CDU, an der Unis gibt es r.k., ev. , jüdische und nun auch islamische Theologie usw. usf.
    Ich habe "Neutralitätsgebot des Staates" schon definiert. Mehr kann ich nicht tun. Zu diesem Begriff kannst du 100e Dissertationen und Millionen von Aufsätzen und viele Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts im Internet finden.

    Religionsunterricht verstößt nicht gegen das Neutralitätsgebot des Staates und die negative Religionsfreiheit der Schüler, denn er ist freiwillig. Das heißt, der Staat füllt nur einen eventuell bestehenden Bedarf/Anspruch der Schüler auf Unterrichtung in religiösen Fragen aus. Er zwingt niemanden in keiner Weise, sich mit Religion zu befassen. Das wäre ein Verstoß gegen das Neutralitätsgebot des Staates und die negative Relogionsfreiheit der Schüler.

    Eine Partei wie die CDU hat sich nie gegen irgendein tragendes Gut der Verfassung erklärt (gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung). Sie unterstützt diese Ordnung vielmehr aktiv. Ist das mit dem Islam der Fall????

    Der Unterricht an den Unis ist freiwillig. Jeder kann sich dem jederzeit entziehen.

    Was würdest du weiter zählen ("usw, usf")? Ich beantworte dir alle Beispiele, die dir einfallen.

    Vielleicht solltest du dann auswandern in eine Gesellschaft wo keine >Religionsfreiheit< gibt um nicht zufällig gläubigen Menschen zu begegnen.
    Nein, nein. Ich bleibe hier, denn hier gibt es das Bundesverfassungsgericht, welches mir meine negative Religionsfreiheit gewährt, zusammen mit den anderen vier Verfassungsgütern. Diesen Käse habe ich nicht erfunden, sondern die Deutsche Verfassung. Wie du sehen konntest, habe ich dir alle Artikel des Grundgesetzes dahinter geschrieben.

    Alles das was du da erzählst ist einfach nicht der Realität entsprechend!
    Nach meinen Argumenten schon.
    Wenn die Realität darin begrenzt sein sollte, das Wort Religionsfreiheit hin und her zu schwenken, dann hast du Recht.

    Eine Person ist durchaus in der Lage ihre private Einstellung/Überzeugung und die von ihr in der Arbeit verlangten zu trennen. Nichts mehr verlangt der Staat.
    Wie soll das denn gehen in dem von mir beschriebenen Fall? Soll die Lehrerin/Professorin sagen:

    "Jaaaaa, eigentlich weiß ich, dass das Universum von Allah geschaffen wurde. Aber ich muss euch hier lehren, dass das Universum so geschaffen wurde, wie die Wissenschaft es beschreibt"

    Oder was meinst du sonst mit dem "Trennen zwischen privater Einstellung und Arbeit" im Zusammenhang mit der Wissenschaftsfreiheit?

    Dazu gehst du zu sehr davon aus das alle irgendwie deine Art/Sicht des Islams haben... dabei können sie eine völlig andere Interpretation haben so das Forschung, Wissen, Demokratie alles dem Glauben nicht widerspricht.
    Wer kann diese Interpretation haben? Nur ein Beispiel nennen, damit ich verstehe, wo du in diesem Punkt bist.

  3. #203

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    Zitat Zitat von meraklija Beitrag anzeigen
    "Den einen Islam" gibt es doch gar nicht!

    Den Islam gibt es in verschiedenen Variationen Sunniten (Dazu die verschiedenen Rechtsschulen), Schiiten, Aleviten, "Koraner" und viele andere kleinere Gruppierungen.Die Hardliner unter ihnen behaupten logischerweise immer der jeweils richtige Glaube zu sein.
    Zu dem ganzen gibt es soviele Interpretationen wie Muslime da jeder nochmal so seine eigene "Sicht" hat.

    Es ist ja Ok gegen Leute vorzugehen die direkt und offensichtlich unsere Verfassung angreifen, also gegen sie handeln.

    Aber solange "normale" Muslime einfach 5 mla am Tag beten wollen, Bajram feiern und alles das tun wollen was in keinsterweise die Verfassung berührt sehe ich absolut kein Problem für unsere Demokratie.
    Tja, auch eine Nichtantwort ist eine Antwort.
    Aber du musst akzeptieren, dass es Menschen gibt und sie geben muss, die sich diesen Fragen stellen.

  4. #204
    Avatar von Albanian_King

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    artoni, du musst ja von Enver Hoxha schwärmen....spasti

  5. #205

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    Zitat Zitat von Albanian_King Beitrag anzeigen
    artoni, du musst ja von Enver Hoxha schwärmen....spasti
    Quatsch!
    Ich kann auch Anhänger von Kemal Atatürk sein.
    Schau mal, was er als "Vater der Türken" so über den Islam schreibt:

    Zitat Zitat von artoni Beitrag anzeigen
    ...

    Atatütk über den Islam:

    "Diese Hirtenreligion eines pädophilen Kriegstreibers ist der größte Klotz am Bein unserer Nation."

    "Der Islam gehört auf den Müllhaufen der Geschichte."


    Quelle:
    ZITATE zum Islam: Atatürk, Marx, Voltaire, Hitler, Schopenhauer, al-Husseni, Ahadi, Kaya, Churchill, Herder, de Tocquevill ... | EuropeNews
    Wer weiß.. : pp

    Ik kape librin se t boj hore...

  6. #206

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    Der Islam sieht sowas nicht vor.
    das wovon Du sprichst und es für deine Argumente benutzt, ist Sunnismus/Wahabismus...und nicht der Islam! was ja (im Sinne des Koran) nichts anderes bedeutet als Hingabe(an den einen Gott), was ja Privat bzw. eine Sache zw. Gott und Seele ist...

    ansonsten musst Du deine Aussage belegen...

    siehe auch:

    Der Koran fordert Demokratie. Wer islamische Despotien verteidigt, fälscht Gottes Wort

    Wer über den Islam sprechen will, muss zunächst deutlich machen, was genau er darunter versteht. Muslime unterscheiden zwischen dem traditionellen Islam, der auf den Sitten und Gebräuchen des Nahen Ostens beruht, und dem wahren Islam, der im Koran festgehalten ist und durch den Propheten Mohammed verkündet wurde.


    Bis heute übersieht der Westen diese Unterscheidung, die von den Muslimen selbst als Dilemma empfunden wird. Zumindest bis zum schrecklichen Terroranschlag am 11. September 2001 hat der Westen nur sein kurzfristiges politisches Kalkül im Blick gehabt und dieses Dilemma nicht gesehen.


    Dabei stimmt es: Betrachten wir heute die islamischen Gesellschaften unter dem Aspekt „Demokratie“ oder „Menschenrechte“, bietet sich kein sehr positives Bild. Besonders dem Nahen Osten, der Kernregion des Islams, kann in Fragen der Menschenrechte kein gutes Zeugnis ausgestellt werden. In diesen Ländern wird der Wert des Menschen verschleudert. Seine Vortrefflichkeit, seine Ehre, Freiheit und seine Rechte kommen nur noch in Gedichten, nur noch in der schöngeistigen und mystischen Literatur vor.


    Die Zeitungen vom 17. Juni 2002 berichteten unter der Schlagzeile Reaktionäre Grausamkeit von einem unmenschlichen und unbegreiflichen Vorfall. Er ereignete sich in einem berühmten islamischen Land, in Saudi-Arabien: Als sich einige Frauen vor einem Gebäudebrand retten wollten und auf die Straße liefen, wurden sie von den Gewalttätern, die sich „Religionspolizisten“ nennen, mit Schlägen zurückgejagt. Der Grund: Sie waren nicht verschleiert. Sie kamen alle ums Leben.


    Grausame Taten wie diese, welche die Menschenwürde missachten, prägen leider das Bild des Islams weltweit. Diejenigen, die Wissenschaft und Bildung achten, wissen allerdings, dass es im Islam eine innere Wahrheit gibt. Bedauerlicherweise hat das Sichtbare in Form des traditionellen Islams das Wahre aus dem Leben verdrängt, also den Islam des Korans.


    In den islamischen Ländern wird der Mensch Regeln geopfert, die Tradition zu einem unantastbaren Tabu gemacht haben. Denn in diesen Ländern hat man das koranische Prinzip „Die Religion ist für den Menschen geschaffen“ ins Gegenteil verkehrt. Es wurde daraus: „Der Mensch ist für die Religion geschaffen.“


    Die islamischen Länder sind zwar von ihren früheren Kolonialherren unabhängig, aber nicht frei geworden. Die Unabhängigkeit nutzte lediglich den Despoten im Lande. Das Joch der Unterdrückung blieb bestehen und belastet die Menschen heute mehr denn je. Man vergaß, dass die Unabhängigkeit eines Landes durch die Freiheit des Individuums vervollständigt werden muss. Der einzige Weg dorthin ist die Installierung einer laizistischen Regierungsform. Die Methode „Demokratisierung durch Krieg“, welche die amerikanische Regierung im Irak anwenden will, ist dagegen weder menschenwürdig noch erfolgversprechend.


    Die Veränderung kann nur aus der islamischen Welt selbst kommen. Wenn wir die tabuisierenden Traditionen und die vorsätzlichen Irrwege beiseite lassen und den Islam aus der Sicht seiner Hauptquelle, des Korans, betrachten, gibt es durchaus einen Silberstreif am Horizont. Dabei ist bemerkenswert, dass bei der Einführung der Werte des Korans im Leben, die für die Entwicklung der Menschheit notwendig sind, die westlichen, nichtmuslimischen Gesellschaften weiter fortgeschritten als die islamischen sind. Und auch dies ist eine Tatsache: Mit jedem Tag wird dieser Abstand zum Nachteil der islamischen Welt größer.


    Die islamische Welt hat über Jahrhunderte ihr Schicksal nicht an Grundlagen und Prinzipien gebunden, sondern an Personen, die für unantastbar erklärt wurden. In der Terminologie des Korans bezeichnet man dies als schirk (Vielgötterei, Polytheismus, Götzentum). Es handelt sich also schlicht um Paganismus. Diese Ausrichtung mit fetischistischem Charakter macht die Menschen immer mehr zu Sklaven von Knochen, Fossilien und Grabstätten. Umso absurder wirkt es, dass die grundlegenden Werte, die der Koran im Leben des Menschen verwirklicht sehen möchte, in nichtislamischen Gesellschaften verwirklicht sind.
    Der Islam der Traditionen, also der falsche Islam, hat alle islamischen Grundlagen und Werte, die den Menschenrechten und damit auch der Demokratie den Weg bahnen und sie stärken könnten, außer Kraft gesetzt. Diese Entwicklung begann, als die despotische Monarchie zur Religion erklärt wurde. Das System der monarchistischen Herrschaft aber wird im Koran als ein unzulängliches System der Ungerechtigkeit dargestellt (siehe hierzu Sure 27, Vers 34). Dass es dennoch die Oberhand gewann, wurde möglich, weil man den Laizismus in einen Gegensatz zur Religion stellte. Laizismus bedeutet aber nicht, wie viele annehmen, Religion und weltliche Angelegenheiten voneinander zu trennen. Laizismus heißt, die Legitimation der Herrschenden beziehungsweise Regierenden nicht auf Gott oder göttliches Recht zu gründen, sondern auf den Willen des Volkes. Daher halte ich es nicht für möglich, dass die islamischen Gesellschaften sich demokratisieren können, ohne sich eine wirklich laizistische Verfassung zu geben.
    Der Koran verkündet, dass das Prophetentum abgeschlossen sei. Eine der grundlegenden Folgerungen daraus lautet: Das Zeitalter ist beendet, in dem die Völker von Personen geführt werden, die sich auf Gott berufen. Der Koran ist das einzige heilige Buch, das verkündet, dass die Theokratie aus dem Leben der Menschen weichen soll.


    Diese Aussage des Korans ist die wichtigste Wahrheit, die in den islamischen Gesellschaften verschwiegen und versteckt wird. In den islamischen Ländern wird das ganze religiöse Leben so ausgerichtet, dass diese Wahrheit verborgen bleibt. Alle erdenklichen Maßnahmen und Anstrengungen werden unternommen, damit sich dieser Zustand nicht ändert. Diese Maßnahmen werden auch von jenen Westeuropäern unterstützt, die nicht wollen, dass sich in den islamischen Ländern die Zustände ändern.


    Nach dem Verständnis des wahren Islams, der sich auf den Koran beruft, ist die Macht, ein Volk zu führen, ein rechtsstaatliches Gut. Dieses darf nicht für despotische Herrschaft missbraucht werden. Nur die dürfen es an sich nehmen, die seiner würdig sind. Dieses Gut kann dem Einzelnen durch Wahlen anvertraut und – falls notwendig – auch wieder entzogen werden.


    Diejenigen, die den Despotismus zur Religion erklären, fragen oft: „Warum Demokratie? Demokratie bedeutet Wille des Volkes. Welches Volk hat denn den Propheten Mohammed gewählt? Und warum überhaupt Wahlen?“ Diesen Wortführern muss man entgegenhalten: „Den Propheten Mohammed hat Gott selbst berufen. Hat Gott auch die Könige, Sultane und Kaiser berufen? Hat Gott etwa Saddam, den Schah von Persien, Chomeini, Assad, Feisal und andere Könige und Herrscher berufen?“
    Die Herrschenden täuschen das Volk und fragen: „Wenn eine Theokratie besteht, dann werdet ihr von Gott geführt. Wollt ihr euch darüber beschweren?“ Und weil das Volk die wahren Grundlagen des Islams nicht kennt, kann es die folgenden Fragen nicht stellen: „Nur Propheten können eine Theokratie leiten. Aber wenn die Zeit der Propheten abgeschlossen ist, wie kann dann eine Theokratie fortgeführt werden? Seid ihr denn Propheten, dass ihr euch auf Gott beruft und uns regieren wollt?“
    Nach dem Koran sollen sich die Regierenden und Herrschenden auf die Prinzipien der schura (das System der Beratung und Kontrolle) und bajat (den Gesellschaftsvertrag) stützen. Gott hat dem Propheten Mohammed, den er selbst gesandt hat, aufgetragen, sich auf diese beiden Prinzipien zu stützen.


    Was der Koran über das Regieren und Herrschen sagt, ist klar und deutlich: Die Zeit nach dem Propheten Mohammed ist die Zeit der schura und bajat. Das heißt, an die Adresse der Herrschenden gerichtet: Ihr werdet das Volk führen und leiten, ihr werdet von den Menschen die Legitimation hierzu erhalten, ihr werdet gewählt werden. Und wenn das Volk euch abwählt, dann sollt ihr gehen.


    Der wahre Islam spricht niemandem das Recht zu, ein Beauftragter, Stellvertreter oder Repräsentant Gottes zu sein. Einzig den Propheten steht es zu, im Namen Gottes zu sprechen und zu führen. Das Recht zur Führung eines Volkes kann nicht von Gott oder per Geburt erlangt werden, sondern nur vom Volk und durch Wahlen. Dies bezeichnet der Koran als bajat. Das mittels bajat erlangte Recht zur Führung eines Volkes wird mit dem schura genannten System der Beratung und Kontrolle vollzogen. Dieses System stellt sicher, dass die Führenden die Geführten und umgekehrt die Geführten die Führenden kontrollieren. Auf der Grundlage der schura kann das Volk, das über die Regierenden wacht, ihnen auch das Recht zur Herrschaft entziehen, falls es dies für notwendig erachtet.


    Die koranische Entsprechung für das demokratische Verfahren ist also die schura. Weil sie im Koran erwähnt wird, konnte sie nicht völlig unterschlagen werden. Aber ihre Bedeutung wurde verzerrt wiedergegeben und so ausgeformt, dass sie dem traditionellen Islam ins Konzept passte. Von den Despoten im Nahen Osten wurde die schura darauf reduziert, dass der König oder der Sultan sich einige Ratgeber zulegen solle. Der 1988 gestorbene islamische Gelehrte Fazlur Rahman sagt hierzu:
    „Schura, wie sie der Koran aufträgt, bedeutet nicht, dass jemand sich gelegentlich den Rat anderer einholt. Vielmehr bedeutet es wechselseitige Konsultation von Gleichberechtigten. Wer diese Konsultationen verweigert oder sie verzögert, weil sie angeblich nicht passen, ist ein Diktator, der im Widerspruch zum Islam steht.“
    Nach dem Verständnis des Korans leitet sich die Berechtigung zur Leitung des Staates also nicht aus der Religion oder dem göttlichen Recht ab, sondern aus dem freien Willen des Volkes. Der größte islamische Denker des 20. Jahrhunderts, Mohammed Iqbal (1877 bis 1938), stützte sich auf diese Aussagen des Korans, als er verlangte, die Berechtigung, Normen und Gesetze aufzustellen, den Rechtsgelehrten zu entziehen und einem Parlament zu übertragen. Zu diesem Zweck solle das Prinzip der icma (des Konsenses innerhalb der islamischen Gemeinschaft) im Geiste des Islams modernisiert werden. Iqbal war überzeugt davon, dass Republik und parlamentarische Demokratie das Regierungssystem darstellen, das dem Geist des Islams am besten entspricht.


    Der Koran entwickelte das Prinzip der bajat, also die Idee eines Gesellschaftsvertrags, viele Jahrhunderte vor der Französischen Revolution. Um zu regieren und zu herrschen, sollte mit jedem, egal, ob Mann oder Frau, ein Abkommen geschlossen und Einverständnis erzielt werden. Selbst dem Propheten Mohammed wurde aufgetragen, sich bei der Führung der Gemeinde vom gesamten Volk, auch von den Frauen, eine bajat einzuholen (Sure 60, Vers 12).


    Die Prinzipien des Korans, die sich in Übereinstimmung mit der demokratischen Logik befinden, hat der amerikanische Nahost-Experte Leonard Binder in seinem Buch Islamic Liberalism folgendermaßen zusammengefasst:
    „Erteilt Gott oder das Volk die Berechtigung zum Regieren? Diese Diskussion ist so gelöst worden: Die ursprüngliche Berechtigung kommt von Gott, aber sie wird über das Volk an bestimmte Personen übertragen. Dass die Berechtigung zur Machtausübung, deren Quelle Gott ist, über das Volk auf von ihm ausgewählte Führer übertragen wird, ist Demokratie.“
    Im Kern heißt das: Gott, der allmächtige Herrscher, gab dem Menschen eine Legitimation zum Herrschen. Der Mensch benutzt diese Legitimation, indem er bestimmten Personen ein Mandat überträgt und dabei die Prinzipien der schura und der bajat anwendet.


    Der traditionelle religiöse Diskurs in den islamischen Ländern missachtet die Wahrheit dieser grundlegenden Prinzipien. Der ägyptische Gelehrte Abu Said ist der Ansicht, dass die traditionellen Gelehrten dies nicht aus Unkenntnis tun, sondern um die Wahrheit bewusst zu verheimlichen.
    Der Koran hat dem Menschen die Allmacht entzogen und an bestimmte Prinzipien und Leitlinien gebunden. Werte werden von Gott gegeben und von ihm verfügbar gemacht. Dem Koran zufolge ist der erste dieser Werte der Verstand. In Sure 10, Vers 100 heißt es: „Und Gott zürnt denen, die ihren Verstand nicht gebrauchen.“ In die Rechtssprache der modernen Zeit übersetzt, heißt das: Die Herrschaft beruht auf den Prinzipien des universellen Rechts. Der Koran verweist immer wieder auf diese universellen Prinzipien.


    Der Koran ruft dazu auf, den Verstand zu benutzen, und kritisiert, wenn Menschen sich wie eine Herde Vieh verhalten. Das Volk darf niemanden zu seinem Hirten machen und sollte sein Schicksal selbst in die Hand nehmen.


    Ein wichtiger Teil der zeitgenössischen islamischen Intellektuellen begreift dies. Bisher üben diese Intellektuellen noch keinen großen Einfluss aus. Leider wird es wohl noch einige Zeit dauern, bis sich daran etwas ändert.
    quelle: Die Zeit nach den Propheten: Der Koran fordert Demokratie | Nachdenken erlaubt

    Frieden

  7. #207

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    Zitat Zitat von Frieden Beitrag anzeigen
    das wovon Du sprichst und es für deine Argumente benutzt, ist Sunnismus/Wahabismus...und nicht der Islam! was ja (im Sinne des Koran) nichts anderes bedeutet als Hingabe(an den einen Gott), was ja Privat bzw. eine Sache zw. Gott und Seele ist...

    ansonsten musst Du deine Aussage belegen...

    siehe auch:

    Der Koran fordert Demokratie. Wer islamische Despotien verteidigt, fälscht Gottes Wort

    Wer über den Islam sprechen will, muss zunächst ....
    Ich rechne es dir hoch an, dass du den Mut hast, sowas zu posten. Auch wenn es nicht von dir ist. Aber blauäugig bin ich dennoch nicht. Deshalb meine Frage:

    An welcher Stelle im Kuran lässt sich unstreitig festmachen, dass der Islam eine freiheitliche demokratische Grundordnung fördert/bejaht/nicht bekämpft?

    Natürlich gab es selbst unter Serben Menschen, die Milosevic als einen Politiker gesehen haben, der niemals Völkervernichtungen angstrebt hätte. Aber die Wahrheit hat alle eines besseren belehrt. Will heißen: Sagen kann man viel; Beweise zählen.

  8. #208
    Avatar von Albanian_King

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    Zitat Zitat von artoni Beitrag anzeigen
    Quatsch!
    Ich kann auch Anhänger von Kemal Atatürk sein.
    Schau mal, was er als "Vater der Türken" so über den Islam schreibt:



    Wer weiß.. : pp

    Ik kape librin se t boj hore...

    ich dachte du spast bist gg alle religionen und net nur gg den Islam?


    aber wen du schon in nem land leben willst wo dich keine Religionen belästigen können verpiss dich nach Nordkorea.

    Ach ja und vergiss nicht dir nem neuen Kalender zu erstellen, der Gregorianische ist sicher zu Christlich....

  9. #209

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    Zitat Zitat von Albanian_King Beitrag anzeigen
    ich dachte du spast bist gg alle religionen und net nur gg den Islam?
    Wir reden hier über Islam. In Themen über das Christentum und seiner Einstellung gegenüber der freiheitlich demokratischen Grundordnung kannst du sehen, wie ich über Christentum schreibe.

    aber wen du schon in nem land leben willst wo dich keine Religionen belästigen können verpiss dich nach Nordkorea.
    Nein. Ich lebe in Deutschland und in Albanien (Kosovo). In beiden Ländern ist die Religion nur ein Geschwülst, was man ständig unter Beobachtung halten muss. Die Gesetze, die Intellektuellen, die Künstler, die Öffentlichkeit pfeift regelrecht auf Allah und den Kuran-Käse. Ich bin hier wohl aufgehoben. Nashta ti duhesh me shku te magjupt e Arabise...

    Ik qinja nonen ti e Allahu njoni tjetrit tash!

  10. #210

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    Aber blauäugig bin ich dennoch nicht
    nicht schlimm wenn Du blauäugig bist, schlimm ist das Du mit Islam ganz schon verallgemeinerst und Religion beleidigst.... so reiht man sich hinter diejenigen, die eben so mit der Religion übertreiben und gegen nicht-Muslime predigen&kritisieren... (ich sehe da gar keinen Unterschied, zw. solche sogenannte Islamkritiker und (zb.) Wahabismus...)

    was kann der (echte)Islam dafür das Du dir bestimmte unter den gespalteten Islam als "Islam" ausgesucht hast?

    das Eroberung angestrebt wird keine frage, das stimmt! doch die Grundlage dafür wird man nur in Überlieferungen finden die ca. 200 Jahre (nach Muhammad Tod) stammen, bzw. es wurde Muhammad Dinge zugeschrieben, die er selbst nicht gesagt&getan hat, das was da drin geschrieben steht, widerspricht die eine gültige Grundlage des Islam(Koran alleine), siehe dazu bitte Sure 3:7 "Er ist es, Der dir das Buch herabgesandt hat. Darin sind eindeutig klare Verse - sie sind die Grundlage des Buches - und andere, die verschieden zu deuten sind. Doch diejenigen, in deren Herzen (Neigung zur) Abkehr ist, folgen dem, was darin verschieden zu deuten ist, um Zwietracht herbeizuführen und Deutelei zu suchen, (indem sie) nach ihrer abwegigen Deutung trachten. Aber niemand kennt ihre Deutung außer Allah. Diejenigen aber, die ein tiefbegründetes Wissen haben, sagen: ""Wir glauben wahrlich daran. Alles ist von unserem Herrn."" Doch niemand bedenkt dies außer den Einsichtigen."

    nun macht dir Gedanken wer damit angesprochen wird? sogenannte Islamkritiker nicht nur, sondern ganz besonders diejenigen, die statt Frieden, Hass, Spaltung, Krieg zw. Menschen stiften, bzw. auch die im gespalteten Islam...

    An welcher Stelle im Kuran lässt sich unstreitig festmachen, dass der Islam eine freiheitliche demokratische Grundordnung fördert/bejaht/nicht bekämpft?
    ???

    lies bitte das ganze: Der Koran und die Regierung

    Frieden

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