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Angriff auf Rabbiner

Erstellt von Serda, 30.08.2012, 23:04 Uhr · 130 Antworten · 5.034 Aufrufe

  1. #1

    Registriert seit
    24.08.2012
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    Angriff auf Rabbiner

    30.08.2012
    ANGRIFF AUF RABBINER Was sagen die Muslime?

    VON CIGDEM AKYOL

    In Berlin wurde ein Rabbiner angegriffen, seine Tochter bedroht. Die üblichen Verdächtigen haben sich inzwischen geäußert, aber jemand fehlt.

    BERLIN taz | Dass „Jude“ eine Beleidigung sein kann, hat Daniel A. schon öfter erfahren müssen. Der Rabbiner schilderte 2006 in der Wochenzeitung Die Zeit die Feindseligkeiten, die ihm als Jude in der deutschen Öffentlichkeit begegnen. So sei er als Fan von Eintracht Frankfurt gerne ins Stadion gegangen. Bei einem Spiel sei der Schiedsrichter aus dem Fanblock zweimal mit „Jude, Jude“ angebrüllt worden. „Keiner hat etwas unternommen. Seitdem gehe ich nicht mehr ins Stadion“, sagte A.

    Am Dienstag war der 53-Jährige abends in Berlin mit seiner Tochter unterwegs, als ein Jugendlicher die beiden anhielt. Vermutlich weil seine Kippa unter dem Basecap zu sehen war, fragte der Unbekannte ihn, ob er Jude sei. Drei weitere Jugendliche kamen hinzu, sie schlugen auf den Rabbiner ein, drohten der Sechsjährigen mit dem Tod. Die vier mutmaßlich arabischen Jugendlichen konnten fliehen.

    Inzwischen haben alle, die es immer tun, ihre Betroffenheit geäußert, die üblichen Sätze zum Antisemitismus in Deutschland sind gesagt, aber auf einer Seite herrscht auffälliges Schweigen: Was sagen die muslimischen Verbände nach diesem Angriff? Also genau jene, die sonst Beistand einfordern, wenn einer von ihnen angegriffen wird.

    Es gibt in Deutschland vier große Organisationen, die für sich in Anspruch nehmen, Muslime hierzulande zu vertreten. Die staatliche Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion (Ditib), der Verband der Islamischen Kulturzentren (VIKZ), der Islamrat (IRD) und der Zentralrat der Muslime (ZMD). Diese haben sich 2007 zu einem Dachverband, dem Koordinationsrat der Muslime (KRM) zusammengeschlossen, doch immer noch arbeitet jeder Verband auch unabhängig von den anderen.

    Über Judenhass wird nicht so gern geredet Jede dieser Organisationen bezieht regelmäßig Stellung zu allen möglichen Themen. Sobald ein Muslim irgendwo diskriminiert wird, trudeln – zu Recht – in den Redaktionen die Pressemitteilungen ein. Doch wenn es um den Judenhass bei Muslimen geht, werden die Verbände sehr viel schweigsamer.

    Die Stille nach Vorfällen wie dem Angriff auf Daniel A., die Zurückhaltung gegenüber der eigenen Community ist derart auffällig, das man dahinter eine Strategie vermuten könnte. Diffuse Feindbilder und Hass gegen Juden werden übersehen. Dabei sind antisemitische Klischees unter muslimischen Jugendlichen weit verbreitet.

    Bei einer Umfrage im Auftrag des Bundesinnenministeriums stimmten 15,7 Prozent der befragten muslimischen Jugendlichen der Aussage zu, Juden seien überheblich und geldgierig. Doch welcher Verbandsvertreter will schon seine eigenen Leute angreifen, wo es diese doch jeden Tag zu verteidigen gilt?

    Levi Salomon, Sprecher des jüdischen Forums für Demokratie und gegen Antisemitismus, warnt seit Jahren vor Judenfeindlichkeit unter Muslimen in Deutschland. Erst als Dieter Graumann, Präsident des Zentralrats der Juden, die islamische Gemeinschaft aufforderte, den Antisemitismus in den eigenen Reihen zu verurteilen, tat dies der Koordinationsrat.

    Eine solche Aufforderung brauchte der Zentralrat der Juden in einer der letzten großen Debatten um deutsche Muslime nicht. Als der damalige Bundespräsident Christian Wulff im Oktober 2010 den Islam als Teil Deutschlands bezeichnete, entstand eine hitzige Diskussion hierzulande. Rasch sprang Stephan Kramer, Generalsekretär vom Zentralrat der Juden, den Muslimen bei und kritisierte die Debatte als „hysterisch“ und lobte Wullfs Rede als „mutig“.

    Weder VIKZ noch Ditib haben sich zum Angriff in Berlin bisher geäußert. Die letzte Pressemitteilung des Islamrats stammt vom 1. Februar. Der Koordinationsrat hüllt sich ebenfalls in Schweigen. Der Zentralrat der Muslime verschickte erst gestern auf Nachfrage eine Pressemitteilung, um darin seine „Solidarität und das Mitgefühl der jüdischen Gemeinde und allen Juden in Deutschland“ mitzuteilen. Zufälle sind möglich. Zusammenhänge nicht ausgeschlossen.



    http://www.taz.de/Angriff-auf-Rabbiner/!100697/

  2. #2

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    4.579
    Wenn es Rechtsradikale gewesen wären, dann wäre die Sache so einfach...

  3. #3
    Avatar von Karoliner

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    4.079
    Völlig überraschend, hätte ich nie mit gerechnet. Ich bin jetz ein betroffen und auch Stück weit traurig.

  4. #4
    Avatar von Munsa

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    182
    Bei der Prügelattacke auf den Rabbi überschneiden sich m.M.n. mehrere Sachverhalte:

    Das wäre zum einen die zunehmende Radikalisierung und Fundamentalisierung in der islamischen Welt. Die deutsche Kuscheljustiz, die den " Kulturbereicherern" immer die brutalsmildenste Strafe aufbrummt, so das den aus einer Gewaltkultur stammenden Herrschaften das abschreckende Element fehlt.

    Die Feigheit und der Unwillen der Politik und Medien die überbordende Kriminalität der Orientalen auch klar und deutlich zur Sprache zu bringen. Als krönung folgt dann noch der Auftritt der verkalkten vom ZdJ, die diesen Vorfall zum Anlass nehmen, den Deutschen pauschal zunehmenden Rassismus und Antisemitismus zu unterstellen und mit keiner Silbe erwähnen, wer hier die wahren Täter sind.

    Das ganze wird dann unappetitlich jammernd mit den Beschneidungsverbot gemischt.

  5. #5

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    13.015
    man sieht was die ganze "Wahrheit" Informationen aus andere Länder durch Medien&Co Youtube etc. hier erreicht haben... da ist der schuldige zu suchen, und die kleine idioten, die weit vom Vernunft und Gerechtigkeit entfernt sind, mal ordentlich bestrafen ohne viel groß zu reden...! es sind doch keine Instrumente! sondern Straftäter...

    was das mit Religion Islam und Wörter wie Muslim als irgendwelche verbände zu tun hat ist wirklich wirklich fraglich! wie war der Tag in Israel? oder in Russland? in Moskau über sogenannte "Slawische Macht" ? wie viele wurden da an dem Tag geschlagen, gemordet...? wegen der Nationalität, Farbe oder Glaube?

    da wird Live in Kopfe geschossen...menschen geschlachtet und auf Smartphones aufgenommen... es kommt manchmal, aber immer nachts wo die meisten schlaffen... (andersherum... ? )
    Frieden

  6. #6

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    Zitat Zitat von Karoliner Beitrag anzeigen
    Völlig überraschend, hätte ich nie mit gerechnet. Ich bin jetz ein betroffen und auch Stück weit traurig.

  7. #7
    Sonny
    Fake, denn es gibt keine Jugendlichen.

  8. #8

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    55
    „Viele zeigen sich solidarisch“

    VON DANIEL BAX

    Nach dem Angriff auf einen Berliner Rabbiner hat dieser viel Mitgefühl bekommen. Der Zentralrat der Juden und Islam-Verbände fordern mehr Einsatz gegen Rassismus.



    BERLIN taz | „Viele Menschen zeigen sich solidarisch, wünschen mir eine gute Besserung und drücken mir ihr Beileid aus“, sagt Daniel Alter gerührt. Unter den vielen Kondolenzschreiben, die er in den letzten Tagen erhalten habe, seien auch viele von muslimischer Seite gewesen – darunter eine lange E-Mail von Aiman Mazyek, dem Vorsitzenden des Zentralrats der Muslime.

    „Das weiß ich sehr zu schätzen und es stimmt mich hoffnungsfroh“, sagte der 53-jährige Rabbiner am Freitag der taz. Es bestärke ihn darin, den interreligiösen Dialog wie bisher weiter fortzuführen.

    Der Rabbiner war am Dienstagabend in seinem Viertel in Berlin-Schöneberg von offenbar arabischstämmigen Jugendlichen angegriffen und schwer verletzt worden, auch seine Tochter wurde bedroht. Der Fall hat über Berlin hinaus für Bestürzung gesorgt.

    Berlins Landeschef Klaus Wowereit (SPD) verurteilte den „feigen Überfall“, seine Integrationssenatorin Dilek Kolat (SPD) zeigte sich „schockiert“, die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Maria Böhmer (CDU), rief jetzt zu mehr Zivilcourage auf. Auch muslimische Verbände verurteilten die brutale Attacke, bei der der Rabbiner einen Jochbeinbruch erlitt. Der Zentralrat der Muslime drückte „der jüdischen Gemeinde und allen Juden in Deutschland“ seine Solidarität und sein Mitgefühl aus.

    Der türkisch-islamische Ditib-Verband reagierte am Freitag in einer Erklärung „mit großer Bestürzung“ auf den Angriff. „Gerade als von rassistischen Übergriffen betroffene Minderheit in Deutschland können wir die körperlichen und seelischen Verletzungen der Familie Alter nachempfinden“. Am Donnerstag wurde Daniel Alter operiert, die Suche nach den Tätern dauert an. „Das waren nicht 'die Araber', sondern ganz bestimmte Jugendliche“, betont der 53-jährige Rabbiner und warnt vor Pauschalisierungen.

    Taten sind wichtiger Nichtsdestotrotz ist die Debatte um antisemitische Einstellungen, speziell unter Muslimen, voll entbrannt. So fordert der Zentralrat der Juden von muslimischen Verbänden mehr Engagement gegen Antisemitismus. „Worte des Mitgefühls sind schön und ehrlich gemeint. Aber Taten wären auch wichtig“, sagte Zentralratspräsident Dieter Graumann der Berliner Zeitung.

    „Es gibt in letzter Zeit mehr körperliche Attacken gegen Juden als in den vergangenen Jahren – vor allem in Ballungsgebieten und Großstädten“, klagt auch Anetta Kahane, die Vorsitzende der Amadeu Antonio Stiftung. „Und leider sind es meist junge Migranten.“ Sogar Israels Regierung äußerte sich zu dem Angriff; ein Sprecher des Außenministeriums in Jerusalem sprach von „brutalem Rassismus“.

    In dem Berliner Viertel, in dem die Familie des Rabbiners zu Hause ist, hat sich spontan eine Bürgerinitiative gegründet. Zudem sind an diesem Wochenende in Berlin gleich zwei Kundgebungen geplant, um Anteilnahme mit dem Überfallsopfer zu bekunden.

    Der Angriff auf den Rabbiner war nicht der einzige rassistische Übergriff, der sich in den letzten Tagen in Deutschland ereignet hat. In Rheinland-Pfalz drangen am vergangenen Freitag zwei i
    n Militäruniform gekleidete Männer in das Haus einer türkischen Familie in Betzdorf ein und bedrohten sie mit einer Eisenstange und einer Pistole. Als die Polizei anrückte, nahm sie statt der getürmten Täter irrtümlicherweise den Familienvater fest.

    In Zwickau wurden am Sonntag ein Türke und ein Iraker gezielt krankenhausreif geprügelt. Und in Herzogenrath bei Aachen wurden vergangene Woche zwei türkische Frauen zusammengeschlagen. All diese Fälle aber haben, über die Regionalpresse hinaus, kaum für Schlagzeilen gesorgt.

    http://www.taz.de/Ueberfallener-Rabbiner-in-Berlin/!100768/

  9. #9

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    Zitat Zitat von ChaosInvocation Beitrag anzeigen
    Wenn es Rechtsradikale gewesen wären, dann wäre die Sache so einfach...
    tja
    Hitler hatte es einfach gegen Juden weil sie wenig waren.
    die Juden haben es auch einfach gegen Rechtsradikale weil sie wenig sind.

  10. #10

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    Das ist so nicht richtig!

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