BalkanForum - das Forum für alle Balkanesen
Erweiterte Suche
Kontakt
BalkanForum - das Forum für alle Balkanesen
Benutzerliste

Willkommen bei BalkanForum - das Forum für alle Balkanesen.
Ergebnis 1 bis 2 von 2

Bayern: Katholische Kirche will lesbischer Mutter kündigen

Erstellt von Marcin, 16.06.2012, 12:38 Uhr · 1 Antwort · 857 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von Marcin

    Registriert seit
    14.01.2012
    Beiträge
    2.372

    Bayern: Katholische Kirche will lesbischer Mutter kündigen

    Bayern: Katholische Kirche will lesbischer Mutter kündigen

    Homosexuelle und wiederverheiratete Frauen verlieren ihren Job, Sex-Straftäter werden weiterbeschäftigt. Wann ist es endlich genug?

    Chef-Katholik Robert Zollitsch freut sich: Die Kirche hat das Land fest in der Hand. Foto: Wikimedia / gemeinfrei

    Kirche – „Homosexuelle werden in der Kirche nicht ausgegrenzt“, das behauptete der Münchner Erzbischof Reinhard Marx noch vor wenigen Wochen. Zuvor war der Bischof in die Kritik geraten, weil er geschiedene und homosexuelle Menschen auf einer Tagung als „gescheiterte Existenzen“ bezeichnet hatte.
    Doch die hässliche Fratze der katholischen Moral lässt sich nur schwer verstecken. Im Augenblick zeigt sie sich im bayerischen Landkreis Neu-Ulm. Dort klagt derzeit das Bistum Augsburg gegen den Freistaat, weil ihr das Gewerbeaufsichtsamt die Kündigung einer homosexuellen Mutter verweigerte. Am kommenden Dienstag wird das Verfahren eröffnet, wie die Augsburger Allgemeine am Donnerstag berichtete.
    Die Leiterin eines katholischen Kindergartens, die mit ihrer Freundin als Paar zusammenlebt, hatte nach ihrer Mutterschutzzeit bei der Pfarrkirchenstiftung die Geburtsurkunde ihres Kindes zusammen mit einer Kopie ihrer eingetragenen Partnerschaft eingereicht.
    Die homosexuelle Beziehung war Grund genug, die Kündigung der Mutter beim Gewerbeaufsichtsamt zu beantragen. Die Behörde verweigerte ihre Einwilligung, nun klagt das Bistum gegen den Freistaat. Neu ist an dem Fall nur, dass sich die 39-Jährige derzeit in Elternzeit befindet und einen besonderen Kündigungsschutz genießt.
    Es ist ein bizarres Verfahren, das sich hier unter den Augen der Öffentlichkeit erneut abspielt. Denn während die Weiterbeschäftigung von Sex-Straftätern durch die Bischöfe verteidigt wird, darf unbescholtenen Frauen und Männern in Diensten des ganz überwiegend staatsfinanzierten Sozialkonzerns immer wieder das Berufsleben zur Hölle gemacht werden. Und die mit fast einer halben Milliarde Euro pro Jahr aus dem Steuertopf bezahlten Bischöfe setzen alles daran, dass das auch in Zukunft so bleibt.
    Noch erst wenige Wochen zuvor war der Fall einer Kindergartenleiterin in die Schlagzeilen geraten, die nach ihrer erneuten Heirat gefeuert wurde. In der Folge entzog die Kommune der Kirche zwar die Trägerschaft über die Einrichtung. Es blieb ein Einzelfall. In vielen Regionen besitzt die Kirche eine Monopolstellung, dass die Gemeinden sich in einer Form von Geiselhaft wiederfinden. Jobs im Bildungs-, Sozial- oder Kulturbereich außerhalb kirchlicher Kreise sind oft rar.
    Allein im Bistum Trier werden insgesamt 546 Kindertagesstätten durch die Kirche betrieben, in Trier selbst sind es 103 Einrichtungen. Alle zum größten Teil aus dem Steuertopf finanziert. Nur die Moral kommt aus dem Vatikan, sowohl für die Kinder wie auch die Beschäftigen. An vielen Orten in Deutschland sieht es so aus.
    Für homosexuelle, geschiedene und wiederverheiratete, andersgläubige und konfessionsfreie Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer heißt es draußen bleiben, denn das Gesetz erlaubt diese Selektion. Details am Rande: Gleichzeitig laufen dort laut Trierischem Volksfreund derzeit gegen mindestens 16 Bistumspriester Untersuchungen wegen eines möglichen Missbrauchs Minderjähriger. Untersuchungen in kirchlicher Hoheit.
    Widerstand gegen die erschreckenden Zustände gibt es wenig. Immer wieder kommt es zu Verfahren, doch ein grundlegender Wandel stellt sich nicht ein. Es bleibt bei vorübergehenden Empörungen und vereinzelten Gerichtsurteilen, gegen diese Missstände kämpfende Politikerinnen wie die Sprecherin der Kampagne gegen religiöse Diskriminierung am Arbeitsplatz, Ingrid Matthäus-Maier, stellen eine seltene Art dar.
    Gegenüber der Süddeutschen Zeitung sagte Bistumssprecher Markus Kremser zum aktuellen Fall: „Aus Sicht der Diözese handelt es sich um einen so schwerwiegenden Verstoß gegen die Loyalitätspflicht eines Mitarbeiters, dass eine Kündigung keinen Aufschub duldet“, während der Gerichtssprecher Ivo Moll betonte, den Fall ohne Eifer ergründen zu wollen.
    Aber das Gericht ist an das staatliche Gesetz gebunden und das Gesetz erlaubt die Diskriminierung jeder Person, die nicht nach dem Regeln der Kirche lebt. Geschützt wird, was der katholischen Kirche nützt. Auf die Menschenrechte kommt es nicht an. Daran wird auch das kommende Urteil des Verwaltungsgerichts Augsburg nichts grundlegend ändern.

    wissenrockt.de » Bayern: Katholische Kirche will lesbischer Mutter kündigen

  2. #2
    Avatar von Marcin

    Registriert seit
    14.01.2012
    Beiträge
    2.372
    Lesbische Erzieherin siegt gegen katholische Kirche

    DPA
    Vorerst gewonnen: Erzieherin Isa K. (l.) und ihre Ehefrau Birgit K. im Gericht



    Eine katholische Kirchengemeinde in Neu-Ulm darf einer lesbischen Erzieherin nicht in der Elternzeit kündigen. Das hat das Augsburger Verwaltungsgericht entschieden. Die Frau hatte ihre Homosexualität geheim gehalten. Nach Ablauf der Elternzeit kann sie das aber trotz des Urteils den Job kosten.


    Die katholische Kirche darf nach einem Urteil des Augsburger Verwaltungsgerichts eine lesbische Kindergartenleiterin nicht während der Elternzeit kündigen. Spätestens nach Ablauf der Elternzeit ist der Rauswurf der 39-Jährigen aber wohl unvermeidlich - ihre Homosexualität verstößt gegen die Moralvorstellungen der Kirche.


    Das Gericht erklärte am Dienstagvormittag, die Kirche habe sehr wohl das Recht, jemandem zu kündigen, der gegen religiöse Glaubenssätze verstoße. Religionsgemeinschaften können ihre Angelegenheiten grundsätzlich eigenverantwortlich regeln. "So etwas wie eine Lebensgemeinschaft zwischen Frauen ist natürlich für die Kirche undenkbar", sagte Richter Ivo Moll. Dies rechtfertige aber nicht, die besonderen Elternzeit-Schutzbestimmungen außer Kraft zu setzen. Die Frau aus dem Landkreis Neu-Ulm hatte ihre sexuelle Orientierung jahrelang geheim gehalten. Nach der Geburt ihres Kindes habe sie das ändern wollen, sagte die Erzieherin. Sie informierte ihren kirchlichen Arbeitgeber, dass sie eine Lebenspartnerschaft mit einer Frau eingegangen sei. "Ich wollte es sagen, um dieser Geheimnistuerei, dieser Lügerei, ein Ende zu setzen."
    Besonderer Schutz in der Elternzeit


    Die Kirche sah in der Homosexualität einen schwerwiegenden Loyalitätsverstoß und wollte die 39-Jährige sofort hinauswerfen - trotz Elternzeit. Insbesondere bei leitenden Mitarbeitern verstoße eine gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaft gegen die kirchliche Grundordnung, argumentierte sie. Weil für Mütter in dieser Zeit aber besondere Schutzbestimmungen gelten, musste das Gewerbeaufsichtsamt dem Rausschmiss zustimmen. Doch die Behörde weigerte sich: Sie habe sich weltanschaulich neutral zu verhalten und sei an die Wertung der Kirche nicht gebunden. Die Pfarrkirchenstiftung zog deshalb gegen den Freistaat Bayern vor Gericht. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, nächste Instanz wäre der Bayerische Verwaltungsgerichtshof. Die Diözese Augsburg erklärte, die schriftliche Begründung der Entscheidung des Gerichts abwarten zu wollen. Sie behalte sich "weitere Entscheidungen nach Ablauf der Elternzeit der Mitarbeiterin vor". Sie hatte im Verfahren geltend gemacht, dass die kirchliche Grundordnung ein Bestandteil der Arbeitsverträge sei und die Mitarbeiter wüssten, dass ihnen bei Verstößen der Jobverlust drohe.
    "Wettstreit der Systeme"
    Immer wieder kommt es zu Rechtsstreitigkeiten dieser Art, doch die Kündigung während der Elternzeit macht den Augsburger Fall zu einem besonders drastischen. Die kritische Laienbewegung Wir sind Kirche sieht darin einen "Wettstreit der Systeme" zwischen kirchlichem und staatlichem Arbeitsrecht. Ihr Sprecher Christian Weisner hatte vor wenigen Tagen in der "Süddeutschen Zeitung" kritisiert, die Kirche wolle ihr Recht über alles stellen, obwohl doch auch kirchliche Kindergärten hauptsächlich mit staatlichen Mitteln finanziert werden.

    dpa/dapd/mamk

    Kirche: Keine Kündigung in Elternzeit für lesbische Erzieherin - SPIEGEL ONLINE

Ähnliche Themen

  1. Die katholische Kirche in Kosova
    Von im Forum Religion und Soziales
    Antworten: 303
    Letzter Beitrag: 10.08.2012, 14:05
  2. Die katholische Kirche - Papst GmbH
    Von Kingovic im Forum Religion und Soziales
    Antworten: 32
    Letzter Beitrag: 17.12.2011, 20:17
  3. Bosnische Kirche vs. katholische
    Von pegasus im Forum Religion und Soziales
    Antworten: 45
    Letzter Beitrag: 02.04.2011, 23:08
  4. Katholische Kirche: Schweigegelübde zu Austrittszahlen
    Von wakawaka im Forum Religion und Soziales
    Antworten: 32
    Letzter Beitrag: 10.08.2010, 14:16
  5. Was ist die grösste katholische Kirche der Welt?
    Von jugo-jebe-dugo im Forum Geschichte und Kultur
    Antworten: 23
    Letzter Beitrag: 13.06.2005, 21:03