Schwäbisch Gmünd - Der Andrang war groß, alle wollten ihn sehen: Carlo Pedersoli, besser bekannt als Bud Spencer, hat nun sein eigenes Freibad - mitten in der schwäbischen Provinz. "Ich liebe Schwäbisch Gmünd", sagte der 82-Jährige auf Deutsch, als er am Freitag in der Kleinstadt mitten im Winter dem Freibad seinen Namen verlieh. "Fantastico" sei das alles, sagte der gut aufgelegte Pedersoli. In einer feierlichen Zeremonie enthüllte er gemeinsam mit Oberbürgermeister Richard Arnold ein Schild mit der Aufschrift "Bud Bad"

Die Vorgeschichte zu diesem Tag hatte skurrile Züge: Eine schwäbische Kommune sucht nach einem Namen für den Tunnel von Deutschlands teuerster Ortsumgehung, und am Ende steht Italo-Western-Ulknudel Bud Spencer vor dem Schwimmbecken der städtischen Badeanstalt und ist "tief berührt". Alles begann damit, dass im Juli 114.542 Menschen bei einer Internetabstimmung dafür sorgten, dass der Künstlername des Schauspielers zum Favoriten für den Tunnelnamen wurde. Ein Bau für 180 Millionen Euro mit dem Namen des Darstellers von Figuren wie "Plattfuß"? Das ging dem Gemeinderat etwas zu weit. Die Umbenennung des Freibads war die Lösung. Schließlich hat Bud Spencer tatsächlich eine Beziehung zur Stadt. Noch unter seinem bürgerlichen Namen schwamm er hier 1951 die 100 Meter Freistil unter einer Minute, wie die Schwimmbadhistorie belegt. 1954 ging er als Wasserballer in Schwäbisch Gmünd ins Becken. Spencer war mehrfacher italienischer Meister im Schwimmen und zweifacher Olympia-Teilnehmer, 1952 Helsinki und 1956 Melbourne.


"So was positiv Verrücktes"

Warum also nicht das Bad nach ihm benennen? Davon profitieren mehrere: Oberbürgermeister Arnold erklärte Bud Spencer nicht nur kurzerhand zum Gmünder - er trug ihm auch gleich eine Rolle an. Beim Stadtjubiläum im kommenden Jahr könne der bärtige Italiener doch Stauferkaiser Barbarossa verkörpern. Der habe schließlich auch eine enge Verbindung zu Italien gehabt, sagte Arnold und überreichte Pedersoli ein Einhorn-Gebäck - wegen des Stadtwappens. Passenderweise auch noch aus der Bäckerei, deren Verkäuferin vor 60 Jahren ein kleines Techtelmechtel mit dem damals noch schlanken, attraktiven Römer nachgesagt wurde.
Zweiter Profiteur ist Bud Spencer selbst, gerade mit seiner Biografie auf Lesereise. "So was positiv Verrücktes" habe er sich aber auch nicht träumen lassen, sagte sein Verleger Oliver Schwarzkopf. Zeitweise wurde aus dem Spencer-Tag in Schwäbisch-Gmünd-Klamauk. Zwischen Heerscharen von Fotografen und Kameraleuten tauchte plötzlich ein örtlicher Pizzabäcker auf und präsentierte die Pizza "Bud Spencer" - mit schwäbischen Maultaschen. Der Geehrte nahm es mit Humor und schenkte den Gmündern etwas Lebensweisheit: "Wenn du in den Spiegel schaust und siehst, dass du älter geworden bist, dann ahme das Geräusch eines Furzes nach und sage 'Scheiß drauf'."
wit/dpa


Spencer-Schwimmbecken: Bud in der Menge - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Panorama




Ich bin mit seinen Filmen aufgewachsen. Ich gönne ihm alles Gute dieser Welt