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Bundestagsvizepräsident will Gläubige für dumm verkaufen

Erstellt von F21, 20.03.2012, 19:24 Uhr · 1 Antwort · 508 Aufrufe

  1. #1
    F21
    Avatar von F21

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    235

    Bundestagsvizepräsident will Gläubige für dumm verkaufen

    Bundestagsvizepräsident will Gläubige für dumm verkaufen

    SPD-Politiker Wolfgang Thierse verteidigte Kirchenprivilegien: Religion generiert „brückenbildendes Sozialkapital“.


    Foto: Pressestelle Stadt Memmingen / Wikimedia / CC-BY-SA

    Religionspolitik – Der Bundestagsvizepräsident und SPD-Politiker Wolfgang Thierse hat in der Zeitschrift Jesuiten die Privilegien seiner Kirche in Deutschland verteidigt. Das Schwerpunktthema der Ausgabe beschäftigte sich mit „Entweltlichung“ und „Verweltlichung“. Thierse versuchte dabei offenbar, die Leserinnen und Leser der Zeitschrift über Forschungsergebnisse zu täuschen.
    In seinem Beitrag verwies er erneut darauf, dass die Bundesrepublik ein weltanschaulich neutraler Staat sei. „Er gibt ausdrücklich Raum für die starken Überzeugungen seiner Bürger, die die Zivilgesellschaft prägen und so den Staat tragen“, stellte der gebürtige Glaubensgenosse von Benedikt XVI. und den Bischöfen fest.
    Er behauptete, eine säkularistische Verfassung würde säkularen Humanismus fördern und Religion aus der Öffentlichkeit verdrängen. Genau dies wollten die SPD-Laizisten mit ihren Forderungen, so Thierse in Jesuiten.
    Er verwies ebenfalls erneut auf das Böckenförde-Diktum, nach dessen Auslegung der freiheitliche, säkulare Staat zur Entwicklung von Maßstäben, Normen und Werten in besonderer Weise auf alle Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften angewiesen sei.
    „Es bedarf tendenziell gemeinsamer Vorstellungen von der Freiheit und ihrer Kostbarkeit, von Inhalt und Umfang von Gerechtigkeit, vom Wert und der Notwendigkeit von Solidarität, von sinnvollem und gutem Leben, von der Würde jedes Menschen, von der Integrität der Person, von Respekt und Toleranz usw.“
    Doch in Wirklichkeit ist Wolfgang Thierse ein entschiedener Gegner eines gemeinsamen und integrativen Schulfachs Ethik nach Berliner Modell, das er 2008 als „staatlich verordneter Weltanschauungsunterricht“ bezeichnete.
    Der Bundestagsvizepräsient verteidigte auch die Institution freier Trägerschaften, an der sich die Kirche in Deutschland extensiv beteiligt und so jährlich Dutzende Milliarden Euro Steuergelder umsetzt. Zum laut Gesetz zu leistenden Eigenbeitrag der Träger sagte er: „Unter der Perspektive des Subsidiaritätsprinzips kehrt sich das Vorzeichen der Rechnung um: Dann erscheint der Eigenbeitrag der Gläubigen als finanzielle Unterstützung des Staates – mindestens als Gewinn für beide Seiten.“
    Schließlich griff er auf Forschungsergebnisse des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung vom November 2008 zurück, in der ein „Potential der Religion, über Identitäts- und Statusgrenzen hinweg integrierend zu wirken und damit brückenbildendes Sozialkapital zu generieren“ diagnostiziert wurde.
    Der Befund sei für Thierse daher auch noch vier Jahre später einfach und überzeugend: „Für alle betrachteten religiösen Gruppen gilt, dass öffentliche religiöse Praxis mit einem größeren Freundschaftsnetzwerk und einer regeren Sozialbilität (Fähigkeit, sich sozial zu verhalten) einhergeht und damit eine bedeutende Quelle sozialer Integration darstellt.“
    Daher wäre der säkulare Rechtsstaat „sehr dumm“, wenn er auf dieses Potential verzichten würde. Der Beitrag wurde umgehend beim Kölner Domradio aufgegriffen, wobei fälschlicherweise berichtet wurde, Thierse hätte sich mit seinen Aussagen auf die Kirchensteuerdebatte bezogen.
    Für sehr dumm hielt Thierse aber offenbar sein Publikum. Denn in der Untersuchung zur Religion als Ressource sozialen Zusammenhalts heißt es auch: „Es sind vor allem die beiden großen Konfessionen in Deutschland, welche es vermögen, ihre Mitglieder in zivilgesellschaftliche Strukturen zu integrieren. Das Potential in Deutschland lebender religiöser Minderheiten ist dagegen sehr begrenzt. Dieser Unterschied lässt sich mit der besseren gesellschaftlichen Verflechtung der großen Kirchen und der in vielen Bereichen des Engagements institutionalisierte Kooperation mit dem Staat erklären.“
    Außerdem seien religiöse Protestanten in stärkerem Maße zivilgesellschaftlich eingebunden als religiöse Katholiken. Und wenige Abschnitte weiter heißt es, „dass stark ausgeprägte katholische Überzeugungen zu weniger Interaktionen mit Freunden und Nachbarn“ führen würden.
    Schließlich: „Drittens bleibt mit Blick auf die Zusammensetzung sozialer Netzwerke festzuhalten, dass das Potential der Religion, über Identitäts- und Statusgrenzen hinweg integrierend zu wirken und damit brückenbildendes Sozialkapital zu generieren, insgesamt eher bescheiden ausfällt. Religion vermag es offenbar nicht, das in sozialen Beziehungen wirkende Homophilieprinzip zu überwinden.“




    wissenrockt.de » Bundestagsvizepräsident will Gläubige für dumm verkaufen

  2. #2
    Avatar von BlackJack

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    Bundestagsvizepräsident will Gläubige für dumm verkaufen
    naja, ihre Gottesbuchschreiber und geistigen Führer tun das auch, warum also nicht auch Bundestagsvizepräsidenten?

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