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Die Durchsetzung des Christentums und ihre Folgen auf die Menschheit

Erstellt von alex281290, 07.04.2012, 23:22 Uhr · 104 Antworten · 5.765 Aufrufe

  1. #91
    Avatar von alex281290

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    Es sind immer die Menschen, die fuer schlechte Dinge verantwortlich sind.
    Ich habe das ja schon 100x gesagt, ich will die Fehler der Menschen nicht auf`s Evangelium abwälzen.
    Ich hätte anstatt wohl Christentum eher Staatskirche schreiben sollen.

  2. #92
    Avatar von alex281290

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    Ich möchte hier mal etwas aus "Kriminalgeschichte des Christentums" von Karlheinz Deschner wiedergeben.
    Er geht ausführlich auf jene Personen und ihre Schriften ein, die vorallem in der katholischen Kirche verehrt werden.
    Diese Personen und ihre Schriften dürften großen Einfluss auf das Denken damaliger Menschen genommen haben, ich bezeichne es als bewusste Aufhetzung.
    Erstaunlicherweise sind die meisten Texte alle von der selben Polemik befallen, spiegeln also einen gewissen Zeitgeist wieder.
    Zur selben Zeit aber, um 172, richtet im Orient Tatian, der Syrer, bereits eine aufreizende Philippika an das Heidentum.
    Denn für den (in Rom Christ gewordenen) Schüler des hl. Justin und nachmaligen Führer der «ketzerischen» Enkratiten, für den «Barbarenphilosophen Tatian», wie er sich selber nennt, sind Heiden Angeber, Nichtwisser, Streithähne und Speichellecker.
    Sie sind voll von «Dünkel» und «prunkenden Phrasen», sind geil und lügen. Ihre Einrichtungen, ihre Sitten, ihre Religion und Wissenschaft, alles ist «albern», «vielfältige Torheit», «wahnwitzig». In seiner «Rede an die Bekenner des Griechentums verunglimpft Tatian die «Großsprecherei der Römer», die «Windbeutelei der Athener», die «zahllose Menge eurer nichtsnutzigen Dichterinnen, Buhldirnen und Taugenichtse».
    Der einstige Sophistenschüler wirft dem Diogenes «Unmäßigkeit » vor, dem Platon «Völlerei», Aristoteles «Unwissenheit», Pherekydes und Pythagoras «Altweibergeschwätz», Empedokles «Prahlerei». Die Sappho ist «ein unzüchtiges, liebestolles Frauenzimmer», Aristippos «ein scheinheiliger Lüstling», Heraklit «ein hoffärtiger Autodidakt», kurz: «Lärmer sind sie, keine Lehrer», höhnt der Christ, «in Worten großmäulig, aber im Erkennen schwachsinnig», und sie «gehen mit Nägeln umher wie die wilden Tiere»23.
    Tatian verdonnert die antike Rhetorik, die Schule, das Theater,
    «diese Hörsäle, die … mit Vorträgen von Schweinereien ergötzen»; er reißt selbst die Plastik herunter (wegen ihrer Thematik, ihrer Modelle), und stets von neuem, was heute noch die Welt bewundert, griechische Dichtkunst und Philosophie; wobei er immer wieder der heidnischen «Windbeutelei», «Torheit », «Krankheit» die christliche «Weltweisheit» konfrontiert, den «Kampf- und Truglehren verblendeter Dämonen» die «Lehren unserer Wissenschaft»..
    Jeder, der Philosophie schätze, behauptet Tatian, der gehe in die Kirche. «Wir sind ja keine Narren, ihr Anhänger der Griechenlehre, und wir reden keine Possen», «und wir lügen nicht», «albern ist euer Geschwätz …» Zu «der Wahrheit, deren Herold ich bin», gehörte auch Tatians Greuelmärchen, die Heiden äßen Fleisch von Christen, um deren Auferstehung zu verhindern!24
    Mit dieser Rede – «eine einzige vernichtende Anklage gegen die gesamten Leistungen des hellenischen Geistes auf sämtlichen Gebieten» (Krause) – beginnt jene unflätige Herabsetzung der ganzen heidnischen Kultur, der dann deren Verfemung, fast Vergessenheit im Abendland durch mehr als ein Jahrtausend folgt. Doch während ein kritischer Forscher wie Johannes Geffcken den Syrer Tatian einen «orientalischen Bildungsfeind», «affektierten Heuchler», «prahlenden Aftergelehrten» nennt, einen «seichten Denker» und «verlogenen Menschen von äußerst geringer Ehrlichkeit gegen andere und sich selbst», verteidigt man auf katholischer Seite, gleichfalls noch im 20. Jahrhundert, die «Schönheit und Nützlichkeit» des Hauptinhalts der zitierten Schrift, von der schon im 4. Jahrhundert Kirchengeschichtsschreiber Euseb berichtet, daß sie bei vielen «den größten Ruhm genießt». Scheint sie doch auch
    diesem Bischof «das schönste und nützlichste von allen Werken Tatians zu sein»25.

    Tatian aber steht nur in jener Front der antiken Kirche, die von dem hl. Ignatius (der jeden Kontakt mit heidnischer Literatur, auch beinah den ganzen Schulunterricht verwirft) und dem genauso denkenden Bischof Polykarp von Smyrna zu Kirchenschriftsteller Hermias führt und seiner ebenso rüden wie dürftigen, «Verspottung der heidnischen Philosophen», zu Kirchenvater Irenäus, dem antiochenischen Bischof Theophilus und anderen, die die gesamte antike Philosophie hassen, verdammen als «lügenhafte Flunkerei», als «Abenteuerlichkeit, Unsinn oder Wahnwitz oder Absonderlichkeit oder alles zugleich». Sämtliche Repräsentanten der griechischen Kultur verbreiten, laut dem hl. Theophilus, einem sehr bescheidnen Geist, doch auf einem der angesehensten Bischofssitze, nur
    «Wortschwall», «nutzloses Gerede», sie haben «nicht einmal den geringsten Funken der Wahrheit», «auch nicht das kleinste Körnlein davon gefunden»16.
    Quelle: Karlheinz Deschner, Kriminalgeschichte des Christentums, Band 1. Seite 237-239.

    Einerseits finde ich es schrecklich dass solche Personen teilweise heute noch in den Kirchen verehrt werden, andererseits beweist es aber auch eins.
    Man wusste von der Verbindung von "Heidentum" und der aus ihr hervorgegangenen Werte.
    Man hielt die Philosphen und Denker nicht für Spinner, sondern (und das ist meine Meinung) man wollte einfach an den "Götzendienern" nichts gutes überlassen weil man ja irgendwie ein Vorurteil durchsetzen musste.
    Gezielte Täuschung.
    Gibt übrigens in dem Buch unzählige solcher Beispiele

    mfg

  3. #93
    Avatar von alex281290

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    Hier noch ein kleiner Auszug aus "Kriminalgeschichte des Christentums", der zeigt dass die Christenverfolgung im römischen Reich marginal gewesen ist und viele Märtyrergeschichten gefälscht sind.

    Die Christenverfolgungen im Spiegel kirchlicher Geschichtsschreibung

    Vor allem werden den Heiden nun, kurz nach der letzten Christenverfolgung, eben diese Verfolgungen vorgehalten und sogleich gigantisch übertriebenbis tief ins 20. Jahrhundert hinein, wo man noch in dessen zweiter Hälfte das Christentum schon vom Ende des 1. Jahrhunderts an «in seinem eigenen Blute waten» sieht, mit der «ungeheuren Schar heroischer Gestalten » prahlt, «die, die Stirnen von Martyrerblut gezeichnet, das ganze zweite Jahrhundert durchziehen» (Daniel-Rops); wobei man gerade noch, 1956 (!), zugibt, es seien «nicht Millionen» gewesen (Ziegler). Seriösere Forscher schätzten die Zahl der christlichen Opfer gelegentlich, nicht unwidersprochen, auf 3000, auf 1500 – in allen drei Jahrhunderten!Wie problematisch diese Zahl sein mag: die Christen erschlugen in Mittelalter und Neuzeit mehr Juden häufig in einem einzigen Jahr, manchmal an einem einzigen Tag!39
    Ein so achtunggebietender Christ wie der 254 gestorbene Origenes (vgl. S. 171) – dessen eigener Vater Märtyrer war und der auch selbst gefoltert wurde – nannte die Zahl der christlichen Blutzeugen «klein und leicht zu zählen». Tatsächlich sind die meisten «Märtyrerakten» gefälscht, sind viele heidnische Kaiser gar keine Christenverfolger gewesen, hat der Staat die Christen gar nicht wegen ihrer Religion behelligt. In Wirklichkeit begegneten viele altgläubige Beamte den Christen so nachsichtig wie möglich. Sie gaben ihnen Bedenkzeit, übergingen Verordnungen, gestatteten Betrug, entließen sie aus der Haft oder verrieten Christen juristische Tricks, wie sie, ohne ihren Glauben zu verleugnen, freigesprochen werden konnten. Sie schickten sich selber Denunzierende wieder nach Hause und quittierten nicht selten noch ihre Provokationen gelassen.
    Schon Bischof Euseb aber, der «Vater der Kirchengeschichte», wird in der ersten Hälfte des 4. Jahrhunderts nicht müde, uns wahre Schauermärchen über die bösen Heiden aufzutischen, die schlimmen Christenverfolger. Er verwendet dafür das ganze achte Buch seiner ‹Kirchengeschichte›, von dem gewiß auch gilt, was ein Kenner vor allem vom 9. und 10. Buch dieses Werkes sagt (unsere fast einzige Quelle für die ältere Kirchengeschichte!):
    «Emphase, Umschreibung, Auslassung, Halbwahrheit und sogar Urkundenfälschung ersetzen die wissenschaftliche Interpretation sicherer Dokumente» (Morreau)40.

    Deschner, Kriminalgeschichte des Christentums, Band 1. Seite 245-246.

  4. #94
    Avatar von BlackJack

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    naja, also Karlheinz Deschner ist in diesen Fragen heftig umstritten weil er weder ein Historiker noch Wissenschaftler sondern Kirchenhasser ist, sich nur auf ihn zu berufen scheint ziemlich gewagt

  5. #95
    Slavo
    Ich verweise immer nur zu gerne auf die "Christianiserung" Skandinaviens um die dortigen - in den Augen der Christen - Heiden zum wahren Glauben zu "bewegen", was nicht gerade mit seidenen Samthandschuhen geschah... bis heute gibt es dort eine große Abneigung gegenüber das Christentum, was in Norwegen z.B in den 90ern zu Kirchenverbrennungen geführt hat...

  6. #96
    Avatar von alex281290

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    naja, also Karlheinz Deschner ist in diesen Fragen heftig umstritten weil er weder ein Historiker noch Wissenschaftler sondern Kirchenhasser ist, sich nur auf ihn zu berufen scheint ziemlich gewagt
    Natürlich ist er umstritten, das Thema ist ja auch verdammt heikel.
    Er hat in seiner 70 seitigen Einleitung geschrieben, dass er einseitig ist, genau wie alle vor ihm auch.
    Das Buch heißt ja nicht umsonst "Kriminalgeschichte".
    Sympathisch war mir vorallem schon ein Zitat aus seiner Einleitung:
    «Den Historikern sind die Kriege wie heilig, diese brechen, heilsame oder unvermeidliche Gewitter, aus der Sphäre des Übernatürlichen in den selbstverständlichen und erklärten Lauf der Welt ein. Ich hasse den Respekt der Historiker vor irgendwas, bloß weil es geschehen ist, ihre gefälschten, nachträglichen Maßstäbe, ihre Ohnmacht, die vor jeder Form von Macht auf dem Bauche liegt.»
    Elias Canetti
    Deschner`s Sichtweise gefällt mir, es ist seine eigene Meinung und die ganzen Geschichtsmärchen lassen ihn kalt.
    Ich habe nicht das Gefühl, dass Fakten oder Behauptungen von beispielsweise Deschner das Problem sind, sondern die Kirche mittlerweile schon solange da ist und sich etabliert hat in unser Leben, dass gewisse Dinge nicht mehr gesagt werden sollen.
    Und dann muss man erst Recht den Mund aufmachen.
    Zumal das von mir gepostete meist Fakten sind, die sich Deschner nicht ausdenkt sondern so gewesen ist.
    Tatian lehnte die griechische Kultur ab, überliefert in seiner Streitschrift Oratio ad Graecos.

    Einfach mal lesen und differenziert beurteilen, als den Autor an sich zu kritiseren.

    mfg

  7. #97
    Avatar von BlackJack

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    Zitat Zitat von alex281290 Beitrag anzeigen
    Natürlich ist er umstritten, das Thema ist ja auch verdammt heikel.
    Er hat in seiner 70 seitigen Einleitung geschrieben, dass er einseitig ist, genau wie alle vor ihm auch.
    Das Buch heißt ja nicht umsonst "Kriminalgeschichte".
    Sympathisch war mir vorallem schon ein Zitat aus seiner Einleitung:
    Deschner`s Sichtweise gefällt mir, es ist seine eigene Meinung und die ganzen Geschichtsmärchen lassen ihn kalt.
    Ich habe nicht das Gefühl, dass Fakten oder Behauptungen von beispielsweise Deschner das Problem sind, sondern die Kirche mittlerweile schon solange da ist und sich etabliert hat in unser Leben, dass gewisse Dinge nicht mehr gesagt werden sollen.
    Und dann muss man erst Recht den Mund aufmachen.
    Zumal das von mir gepostete meist Fakten sind, die sich Deschner nicht ausdenkt sondern so gewesen ist.
    Tatian lehnte die griechische Kultur ab, überliefert in seiner Streitschrift Oratio ad Graecos.

    Einfach mal lesen und differenziert beurteilen, als den Autor an sich zu kritiseren.

    mfg
    Verstehe mich recht, es liegt mir fern die Kirchen oder gar den Glauben an sich zu verteidigen, für mich wird es, sollte ich es inshallah so Gott will eines fernen Tages erleben, ein Tag der Freude sein zu hören, die Gotteshäuser sind verwaist weil die Gläubigen keine mehr sind

  8. #98
    Avatar von Katana

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    Zitat Zitat von Slavoncastav Beitrag anzeigen
    Ich verweise immer nur zu gerne auf die "Christianiserung" Skandinaviens um die dortigen - in den Augen der Christen - Heiden zum wahren Glauben zu "bewegen", was nicht gerade mit seidenen Samthandschuhen geschah... bis heute gibt es dort eine große Abneigung gegenüber das Christentum, was in Norwegen z.B in den 90ern zu Kirchenverbrennungen geführt hat...




  9. #99
    Avatar von alex281290

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    Verstehe mich recht, es liegt mir fern die Kirchen oder gar den Glauben an sich zu verteidigen, für mich wird es, sollte ich es inshallah so Gott will eines fernen Tages erleben, ein Tag der Freude sein zu hören, die Gotteshäuser sind verwaist weil die Gläubigen keine mehr sind
    Man wird sehen.
    Die meisten die ich kenne, gehen vielleicht 1-2x im Jahr in die Kirche, Ostern und Weihnachten. Ich halte das ehrlich gesagt für Heuchelei und Selbstverarsche.
    Schade vorallem ist, dass wir in Europa heute keine richtigen verschiedenen Kulturen mehr haben. Bisschen Sprache, bisschen Mentalität, anderes Essen und anderes Wetter wird man ja kaum als Kultur bezeichen können.
    Wo ist die Abwechslung, wo ist das was die Völker ausmacht außer vielleicht ein paar Klischee`s.

  10. #100
    Avatar von BlackJack

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    Zitat Zitat von alex281290 Beitrag anzeigen
    Man wird sehen.
    Die meisten die ich kenne, gehen vielleicht 1-2x im Jahr in die Kirche, Ostern und Weihnachten. Ich halte das ehrlich gesagt für Heuchelei und Selbstverarsche.
    Schade vorallem ist, dass wir in Europa heute keine richtigen verschiedenen Kulturen mehr haben. Bisschen Sprache, bisschen Mentalität, anderes Essen und anderes Wetter wird man ja kaum als Kultur bezeichen können.
    Wo ist die Abwechslung, wo ist das was die Völker ausmacht außer vielleicht ein paar Klischee`s.
    naja, man hat BF, facebook, StudiVZ, Google+, MSN, ICQ ... von dieser Vielfalt konnten die früher doch nur träumen

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