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EKD-Chef Schneider kritisiert deutsches Islambild

Erstellt von DZEKO, 08.04.2010, 05:37 Uhr · 2 Antworten · 314 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von DZEKO

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    EKD-Chef Schneider kritisiert deutsches Islambild

    Die Aktionen von "Pro NRW" und NPD gegen eine vermeintliche Islamisierung Deutschlands sorgen für Aufsehen. Der EKD-Ratsvorsitzende Nikolaus Schneider kann eine gewisse Skepsis zwar verstehen. Zugleich fordert er aber auf WELT ONLINE, auch die "sympathischen Seiten" des Islam zur Kenntnis zu nehmen.


    "Christenland in Christenhand“ – mit diesem Slogan demonstrieren die radikale Bürgerbewegung "Pro NRW" und die NPD vor Ruhrgebietsmoscheen gegen eine vermeintliche Islamisierung. Ein Gespräch mit Nikolaus Schneider, dem Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche Deutschlands.


    WELT ONLINE: Herr Ratsvorsitzender, je nach Umfrage sind 60 bis 90 Prozent der Deutschen besorgt über den hiesigen Islam. Laut Gruppen wie "Pro NRW" wird aber jeder, der diese Sorge artikuliert, als islamophob diffamiert. Stimmt das?


    Nikolaus Schneider: Überhaupt nicht. Es ist festzustellen, dass in der Öffentlichkeit häufig kritisch über Muslime gesprochen wird.

    WELT ONLINE: So oft, dass es islamophob wirkt?

    Schneider: Der Begriff „islamophob“ impliziert ja eine krankhafte Angst vor dem Islam. Das sehe ich aber nicht. Es gibt Facetten des Islam, die Menschen fremd sind und ihnen daher Angst machen. Das muss man aussprechen können, ohne unter Verdacht zu geraten. Es gibt erschütternde Gewaltexzesse unter Muslimen – vom Terror bis zum Ehrenmord, oder nehmen Sie die Hinrichtung von Ehebrechern, Apostaten und Homosexuellen in Ländern wie Saudi-Arabien...

    WELT ONLINE: ...für die es in der Prophetenüberlieferung legitimierende Stellen gibt.

    Schneider: Das beunruhigt verständlicherweise viele Nichtmuslime. Hinzu kommt, dass sich gerade im Ruhrgebiet manche Alteingesessene als Fremde in der eigenen Heimat erleben. Diese Ängste sollten wir ernst nehmen. Unter Generalverdacht stellen sollten wir verängstigte Menschen nicht.


    WELT ONLINE: Werden Sie von Sorge getrieben?

    Schneider: Nein. Ich muss aber zugeben, dass durch die mediale Berichterstattung manchmal ein beängstigendes Islambild entsteht, von dem ich mich aber nicht leiten lasse, weil es verzerrt. Die überwältigende Mehrheit hiesiger Muslime will friedlich und gesetzestreu leben. Deshalb ist es eine Frage des Maßes, wie stark sich die Öffentlichkeit der Islamkritik widmet.

    WELT ONLINE: Welche Faustregel haben Sie?

    Schneider: Wir sollten auch die sympathischen Seiten des Islam zur Kenntnis nehmen. Nur ein Beispiel: Es gibt etwa im mystischen Islam eine beeindruckende Tradition der Gottesliebe, die sich in wunderschöner Poesie niedergeschlagen hat. Darum zu wissen rückt manche Ängste vor „dem Islam“ zurecht.

    WELT ONLINE: An diese Seite zu denken ist nicht leicht, wenn man allerorten von Ehrenmorden und dergleichen liest.

    Schneider: Gottesliebe und sogenannter Ehrenmord, der mit Ehre nichts zu tun hat, passen in der Tat nicht zusammen. Doch wir sollten uns hüten, alle Muslime in einen Topf zu werfen. Den ewig gewalttätigen und unveränderlichen Islam, der manchmal beschworen wird, sehe ich nicht.


    WELT ONLINE: Islamkritiker sagen, der Islam sei eine Ideologie, die sich nicht reformieren lasse.

    Schneider: Das ist reine Polemik. Keine Religion ist statisch, weder Islam noch Christentum. Im Alten Testament wurde die Steinigung von Ehebrechern angeordnet oder die Todesstrafe, wenn jemand sein Feld falsch bewirtschaftete. Und? Wer nimmt das heute noch wörtlich? Gottes Wort hat ewigen Anspruch, aber es ist immer auch zeitgebunden und interpretationsbedürftig.

    WELT ONLINE: Wie kann man unter hiesigen Muslimen solch eine Sicht fördern?

    Schneider: Es gibt längst reformerische islamische Gelehrte, die gewaltbejahende Passagen in Koran und Sunna konsequent historisieren und entschärfen. Diese Gruppe müssen wir unterstützen.

    WELT ONLINE: Wodurch?

    Schneider: Etwa durch die Einrichtung einer islamischen Hochschultheologie, in der Glaube wissenschaftlich reflektiert wird. Umgekehrt sollten wir aber auch hinschauen, ob in den Moscheen praktiziert wird, was muslimische Verbände verkünden: Werden vor Ort verfassungstreue Koranlesarten vorangetrieben – oder dominieren Reaktionäre? Wo erhebliche Zweifel bestehen, muss auch der Verfassungsschutz aktiv werden.


    WELT ONLINE: Das verlangt Wachsamkeit. Wo schlägt die in einen Generalverdacht um?

    Schneider: Ganz sicher bei dem Motto der Radikalen. Wer „Christenland in Christenhand“ fordert, handelt unchristlich, auch wenn in der Parole zweimal „Christen“ auftaucht. Denn dieser Slogan soll doch wohl in erster Linie heißen: Moslems raus. Solch eine Forderung kann kein Mensch, der sich dem christlichen Menschenbild verpflichtet weiß, akzeptieren. Abgesehen davon, dass es auch zu schlicht gedacht ist. Europa ist jüdisch-christlich geprägt. Aber nicht nur: Die heidnische Antike und der mittelalterliche Islam haben uns ebenfalls beeinflusst – denken Sie nur an Philosophie, Naturwissenschaften und Mathematik!


    WELT ONLINE: Ist radikal, wer auch Europas christliche Identität bewahren will?

    Schneider: Nein, das halte ich für legitim. Aber die Vertreibung von Muslimen wäre ein massiver Verstoß gegen diese christliche Prägung. Wir Christen glauben: Diese Welt ist Gottes Welt, und damit ist Europa auch Gottes Kontinent. Hier haben alle seine Kinder Platz. Und Muslime sind Gottes Kinder.

    Religion: EKD-Chef Schneider kritisiert deutsches Islambild - Nachrichten Politik - Deutschland - WELT ONLINE

  2. #2

    Registriert seit
    13.05.2007
    Beiträge
    18.328
    Schneider: Es gibt längst reformerische islamische Gelehrte, die gewaltbejahende Passagen in Koran und Sunna konsequent historisieren und entschärfen. Diese Gruppe müssen wir unterstützen.
    es gibt auch pferde die vor apotheken kotzen^^

  3. #3

    Registriert seit
    20.12.2008
    Beiträge
    279
    Zitat Zitat von Dr.Mabuse Beitrag anzeigen
    es gibt auch pferde die vor apotheken kotzen^^

    ekd voll im allseitsbekannten element.

    " wir muessen unterstuetzen" also nicht muslime sollten progressive ausnahmen unterstuetzen die keine unterstuetzung in ihren staaten bekommen. ahja...

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