BalkanForum - das Forum für alle Balkanesen
Erweiterte Suche
Kontakt
BalkanForum - das Forum für alle Balkanesen
Benutzerliste

Willkommen bei BalkanForum - das Forum für alle Balkanesen.
Seite 4 von 4 ErsteErste 1234
Ergebnis 31 bis 34 von 34

Fast 700 Opfer von "Ehrenmorden"

Erstellt von Perun, 20.12.2011, 18:16 Uhr · 33 Antworten · 2.334 Aufrufe

  1. #31
    Avatar von liberitas

    Registriert seit
    02.01.2011
    Beiträge
    11.790
    Zitat Zitat von Muki-_x Beitrag anzeigen
    Ich glaube von Frieden das Problem ist, dass in so einem Artikel noch genannt wird das der Pakistan muslimisch ist, klar stimmt das, aber wieso muss das immer wieder genannt werden!

    Aber das tut auch nichts zur Sachen, egal ob es Ehrenmord in Pakistan heißt oder Familiendrama in Deutschland, Morden ist und bleibt schlimm, über Leben und Tod darf kein Mensch entscheiden!

    Ich vermute auch das es in islamischen Gesellschaften höher ist, da sehr viele Leute darauf Wert legen, was andere denken und das finde ich an zB den Deutschen so gut, die geben keinen Fuck darauf wenn ihre Nachbarin rumhurt, klar wird auch darüber geredet, aber man hat nicht sofort sein Gesicht verloren, wie in "islamischen" Umfelden!(Was jetzt nichts mit der Religion zutun hat)

    Ich bin selber Muslim, aber wieso muss ich darüber entscheiden was ein anderer Mensch besser machen kann, klar wenn ich es als falsch sehe, kann ich mit der Person diskutieren, aber Ehremord? Sehr ehrenlos!

    Das hat jetzt aber nichts mit dem Islam zutun, sonder mit der noch sehr strengen Ansicht der Gesellschaft!
    Leider!
    Würden alle so argumentieren wie du, wäre alles viel, viel einfacher.
    Leider kann ich dir nur ein Danke geben.

  2. #32

    Registriert seit
    13.02.2010
    Beiträge
    13.015
    Zitat Zitat von Shan De Lin Beitrag anzeigen
    naja wieso schreibt man denn sowas immer rein, wenn es um eine muslimische gesellschaft geht. Es stimmt schon dass man das dann gerne mal extra hervorhebt.
    so ist es...

    Bei leuten entsteht dann der eindruck dass die religion daran schuld ist, ist ja auch verständlich wenn man muslimisch und ehrenmord ständig in einem atemzug in zeitungen erwähnt.
    Die machen das extra damit "Muslim&Islam" angesprochen wird, wie die Jahren zuvor... es wird nirgends Tradition oder Kultur bedingtes(für uns im Westen ein)-Problem angesprochen/kritisiert...

    man soll einfach schreiben, ja in pakistan ist die lage der frauen sehr schlecht, es gibt noch sehr viele ehrenmorde, wieso da immer der bezug zum islam, und wieso soll das groß wissenswert sein was für einer religion die leute angehören bei sowas, wenn man über ehrenmorde schreibt.
    eben, weil man bestimmte gruppiert und mit Islam anspricht.... das macht sich besser als wenn man direkt Pakistaner, Türken oder Araber ständig kritisieren würde, den dann besteht die Gefahr als Nationalist abgestempelt zu werde... "Religion" scheint die Lösung für das Vordergrund Problem zu sein, im Hintergrund baut sich aber Hass gegen die gruppierten, so das in Zukunft Volksspaltung vorprogrammiert ist....(wenn es so weiter geht, dann garantiert! und dann wird noch gesagt, "Religion war an allem Schuld" )

    wa salam

  3. #33
    Shan De Lin
    Zitat Zitat von liberitas Beitrag anzeigen
    Da hast du schon recht, es liegt wahrscheinlich daran, dass es meistens in isl. Ländern passiert. Überbewerten sollte man es jedenfalls nicht, sondern mit Ruhe und Besonnenheit aufklären.
    Es passiert nicht meistens in islamischen Ländern sondern in rückständigen ländern, ich finde das gehört schon auseinandergehalten. Prozentual gesehen glaub ich kaum dass es einen unterschied gibt zwischen hindus, buddhisten, christen oder muslimen, in diesen ländern was ehrenmorde angeht. Aber es liest sich alles besser wenn man dazu schreibt ja in der muslimischen gesellschaft ist es so und so, da der islam das aktuelle feindbild ist. Es kommt nicht selten vor dass in den zeitungen steht "der streng religiöse vater hat seine tochter umgebracht". bei sowas kann ich einfach nur den kopf schütteln, welcher moslem der sich wirklich an seine religion hält würde denn bitte einen ehrenmord für richtig halten. In den Medien wird mit begriffen um sich geworfen und soviel durcheinander gebracht und das ist nicht in ordnung. und es gehört schon überbewertet, denn es wird gezielt gehetzt und manipuliert.
    Die tatsache dass in den medien hundert mal mehr über ehrenmorde bei muslimen berichtet wird als z.b. über tochtermord im buddhistischen china oder hinduistischem indien oder über weibliche genitalverstümmelung in afrika, gibt einem schon zu denken.
    Ich habe noch nie sachen gelesen wie "im buddhistischen china gibt es sehr viel weniger frauen als männer, da die streng religiösen buddhisten ihre töchter im säuglingsalter töten" ne da heisst es nur "in china werden werden die töchter oft umgebracht". Wieso wird denn hier nicht auf die religion bezug genommen. Aber buddhismus ist ja im westen modern und cool und friedlich.
    Islam = böse, ehrenmord, frauenunterdrückung
    Buddhismus= yoga, tofu, cool

    Ich finde es angesichts dieser tatsachen schon recht dreist und unverschämt einem moslem zu sagen er übertreibt wenn er sich über so einen artikel im eröffnungspost aufregt.

  4. #34
    Avatar von Cobra

    Registriert seit
    08.06.2009
    Beiträge
    64.193
    Sogenannte "Ehrenmorde"

    Weltweit
    Nach Schätzungen des Weltbevölkerungsberichts der UNO werden alljährlich weltweit 5.000 Mädchen und Frauen wegen „sittlicher Ehre“ ermordet. Über die Zahl ermordeter Jungen und Männer liegen keine Angaben vor. Die soziale Rechtfertigung dieser Morde erfahren sie durch einen traditionellen Ehrenkodex, der bestimmte Verhaltensregeln festlegt. Die Ehre einer Person oder der Familie, einer Gruppe oder sogar eines Landes werden dabei als besonders hohes und schützenswertes Gut eingestuft, das es zu wahren und zu verteidigen gilt. Insbesondere stark traditionsbewusst verwurzelte Menschen, Gruppen oder Gesellschaften, wie häufig in islamisch geprägten Ländern – dort ebenfalls bei nicht-muslimischen Minderheiten, wie beispielsweise der Fall der Jesidin Du’a Khalil Aswad zeigt – orientieren sich stark an alten Sitten, Bräuchen und Ritualen. Bei Gesichtsverlust, das heißt Verstoß gegen einen Ehrenkodex, werden zur angeblichen „Wiederherstellung der Ehre“ in bestimmten Fällen auch Mordtaten ausgeübt.

    Ehrenmorde kommen gehäuft in armen Ländern und hier in Gemeinschaften, die besonders von Exklusion bedroht sind, vor. Eine Umfrage unter türkischen Studenten zeigte allerdings 2006, dass sie auch in gebildeteren Kreisen nicht selten als legitim angesehen werden. In allen betroffenen Kulturen und Religionen sind die Opfer überwiegend Mädchen und Frauen. Einem Bericht der pakistanischen Menschenrechtskommission zufolge waren 28 von 36 (78%) in einem Monat registrierten (Ehren-)Mordopfern weiblich.

    Zwar werden Fälle von Ehrenmord auch aus Ländern wie Brasilien, Ecuador und Italien berichtet, doch sind sie im Wesentlichen ein Phänomen islamischer Gesellschaften oder Parallelgesellschaften. Allerdings verfügt der „Ehrenmord“ in der islamischen Gesetzgebung, der Schari'a, über keinerlei Basis. Er fällt somit nach islamischer Erkenntnis in die Kategorie des Mordes, welcher laut Schari'a die Todesstrafe zur Folge hat. In islamkritischen Kreisen wird das Fehlen einer dezidierten Frontstellung bei Einwanderern islamischen Glaubens gegen Ehrenmorde beklagt. Zum Beispiel bemängelte die in Berlin beruflich tätige türkisch-kurdische Anwältin Seyran Ateş: „Migranten tun zu wenig gegen Ehrenmorde.“

    Laut DieStandard wurde im Jahr 2010 in Großbritannien mehr als 2800 Ehrenverbrechen begangen.


    Ehrenmorde in westlichen Ländern

    In westlichen (Industrie-)Ländern geschehen Ehrenmorde vorwiegend in Großstädten und Ballungszentren, da in diesen Bereichen der Anteil von Ausländern bzw. Migranten aus dem islamischen Kulturkreis, verglichen mit ländlichen Gebieten, relativ hoch ist. Zudem leben diese Menschen segregiert, was das Problem verstärkt. Manchmal geschehen diese als Folge eines Konflikts von Immigranten der dritten oder vierten Generation. In Großbritannien beispielsweise liefen im Sommer 2007 Mordermittlungen in rund 100 Fällen sogenannter Ehrenmorde.

    Politik, Polizei und Justiz westlicher Staaten wird oft vorgeworfen, die Gefahr von Ehrenmorden nicht ernst genug zu nehmen.Im Fall der von ihrem Ex-Ehemann Kazim Mahmud Raschid auf offener Straße in München lebendig verbrannten 24-jährigen Sazan Bajez-Abdullah wurden Verstöße gegen das seit einem Jahr bestehende Kontaktverbot erst nach der Gewalttat geahndet. Das Verwaltungsgericht München musste aufgrund der Gesetzeslage einen Antrag der Asylbewerberin auf Prozesskostenhilfe postum ablehnen, weil „Gefährdungen wegen Familienehre“ lediglich „Probleme [seien], die in den allgemeinen Regeln des Iraks und den gesellschaftlichen Gepflogenheiten und religiösen Normen wurzeln“. Auch bei der von ihrem getrennt lebenden jordanischen Ehemann getöteten Deutsch-Jordanierin Hanna H. (29),Mutter von drei kleinen Kindern, waren vorausgegangene Verstöße des Täters gegen ein Annäherungsverbot nicht geahndet worden.Ganz ähnlich ist im Fall der von ihrer Familie ermordeten 20-jährigen Kurdin Banaz Mahmod die Polizei in Birmingham trotz konkreter Hinweise auf die Gefährdung gänzlich untätig geblieben.

    In jüngster Zeit haben einzelne deutsche Gerichte den Familien der Täter zumindest das Sorgerecht für hinterbliebene Kleinkinder der Opfer verweigert.

    Ehrenmorde in Deutschland
    Im Jahr 2011 führte das Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Strafrecht in Freiburg im Breisgau im Auftrag des Bundesministerium des Innern eine Studie zu Ehrenmorden in Deutschland durch. Das Ziel dieser Studie bestand in der Identifizierung aller Fälle von Ehrenmorden in Deutschland im Zeitraum von 1996 bis 2005 auf der Basis von Prozessakten sowie Medienberichten. Die Studie kam zu dem Ergebnis, dass von 122 Tätern 113 männlich (93%) waren und 9 weiblich (7%). Von den 109 Opfern waren 47 männlich (43%) und 62 weiblich (57%). Der Anteil der männlichen Opfer war damit den Autoren der Studie zufolge "erheblich größer, als es in der Öffentlichkeit und teils auch in der Fachdiskussion wahrgenommen wird."

    Die Auswertung des ethnischen und Migrationshintergrunds ergab den eindeutigen Befund, dass fast alle Täter außerhalb Deutschlands geboren wurden (91 %) und keine deutsche Staatsangehörigkeit haben (92 %). Nur eine kleine Minderheit der Täter (9,2%) sind Migranten der zweiten Generation, d. h. sie wurden in Deutschland geboren.Unter den Herkunftsländern dominiert die Türkei als Geburtsland der Täter mit 63%. Danach folgen arabische Länder (14 %), Länder des ehemaligen Jugoslawien und Albaniens mit 8% und Pakistan und Afghanistan mit 6%.

    Ehrenmorde in der Türkei
    In der Türkei fallen alljährlich zahlreiche Menschen sogenannten Ehrenmorden zum Opfer. So wurden, nach Polizeiangaben aus Ankara, zwischen 2000 bis einschließlich 2005 um die 500 Frauen und 700 Männer ermordet. Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Metropol hielten im Jahr 2006 bis zu 30 Prozent aller türkischen Studenten „Ehrenmorde“ für eine legitime Reaktion auf eine Verletzung der Familienehre. Besonders hoch war die Zustimmung an osttürkischen Universitäten.

    Die Untersuchung Dynamics of honor killings in Turkey: Prospects for Action des United Nations Development Programme kam im Jahr 2008 zu dem Schluss, dass befragte Türken zwischen Morden um der Ehre Willen und Morden aufgrund von Tradition (Töre), denen ein Beschluss von Familiengremien zugrunde liegt, unterscheiden. In Großstädten wie Istanbul und unter befragten Migranten wurden derartige Traditionsmorde als „das Problem anderer“ betrachtet, insbesondere als eines der östlichen und südöstlichen Regionen des Landes. Als Gründe hierfür wurden die dortige Unterentwicklung, die bestehenden Sozialstrukturen und andere Defizite angeführt. Morde um der Ehre Willen wurde hingegen von den Befragten überwiegend als unvermeidlich beschrieben, da sie auf dem Handeln Einzelner beruhen.
    Befragte in den genannten ländlichen Regionen äußerten hingegen zumeist die Auffassung, dass zwischen Morden um der Ehre Willen und Traditionsmorden kein Unterschied bestehe. Die Studie kommt an dieser Stelle zu der Schlussfolgerung, dass in diesen Gebieten Tradition eine wichtige Rolle darin spielt, welche Werte mit dem Begriff der Ehre in Verbindung gebracht werden. Vor allem wenn Ehre als der einzige Lebenszweck betrachtet oder durch die Kontrolle über den Körper der Frau konstruiert wurde, wurden Ehrenmorde mit einer höheren Wahrscheinlichkeit als “verständliche” oder “akzeptable” Handlungen betrachtet.
    Die Kontrolle von Männern über die Sexualität von Frauen, die Keuschheit von Mädchen, eheliche Untreue und Scheidungen werden in der Studie mit dem Ehrbegriff wiederholt in direkten Zusammenhang gebracht. Weitere Faktoren sind „angemessenes Verhalten“, „angemessene Kleidung“ und die Erfüllung der Erwartungen bezüglich der vorausgesetzten Pflichten, die Zulässigkeit des Schulbesuchs und der gewählte Freundeskreis der Frauen. Wiederholt wurden von den Befragten Zusammenhänge zwischen ihren Traditionen und den Regeln des Islam genannt. Insbesondere junge Männer zwischen 18 und 25 nahmen laut Studie harte und intolerante Standpunkte bezüglich Fragen der Jungfräulichkeit und Scheidungen ein, und stellten zwischen dem Verhalten ihrer Familienmitglieder und ihrer eigenen Ehre einen direkten Zusammenhang her, während sich ältere Männer im Vergleich gemäßigter äußerten. Frauen, abgesehen von solchen mit geringerer Bildung, aus abgelegenen traditionellen Gebieten oder mit starker religiöser Bildung äußerten sich häufig weniger streng als Männer.

    Im Jahr 2008 stellte die UNDP Studie Human Development Report – Youth in Turkey erneut fest, dass vor allem in den ländlichen Gebieten der Türkei jedes Jahr Hunderte von Frauen ermordet werden, um die angeblich verletzte Ehre ihrer Familien zu rekonstituieren. Die Furcht, dass die Ehre eines Mädchens in irgendeiner Weise „berührt“ wurde, ist hierbei nicht nur die Grundlage für Kinderheirat, sondern gerade auch für Ehrenmorde.
    Nach Angaben des Professors Ahsen Şirin an der Ege-Universität in Izmir hat die türkische Polizei innerhalb von fünf Jahren 1.091 Ehrenmorde registriert; viele Fälle landeten jedoch gar nicht bei der Polizei, sondern würden als Suizid oder Ähnliches verschleiert.

Seite 4 von 4 ErsteErste 1234

Ähnliche Themen

  1. Antworten: 16
    Letzter Beitrag: 01.06.2010, 17:41
  2. "Für die Türkei ist das fast wie ein militärischer Angriff"
    Von Barney Ross im Forum Kriminalität und Militär
    Antworten: 8
    Letzter Beitrag: 01.06.2010, 13:48
  3. Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 30.01.2010, 19:00
  4. Pjongjang: Prvi "fast fud" restoran
    Von GodAdmin im Forum B92
    Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 26.07.2009, 18:00
  5. Antworten: 6
    Letzter Beitrag: 30.03.2009, 21:50